
Seit Jahren wiederholt sich bei großen Fußballturnieren dasselbe Muster: Sobald ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann am Mikrofon sitzt, entbrennt eine Debatte über ihre Arbeit. Ein Teil der Kritik ist zweifellos unsachlich und mitunter offen sexistisch. Doch genau an diesem Punkt beginnt das eigentliche Problem. Denn das ZDF scheint bis heute nicht zwischen plumper Frauenfeindlichkeit und fachlich begründeter Kritik unterscheiden zu wollen. Stattdessen wird ein großer Teil der Diskussion regelmäßig auf die Geschlechterfrage reduziert. Damit macht es sich der Sender deutlich zu einfach.

Es gibt für den sesshaften Menschen nur ein ernstes philosophisches Problem: die Heimat. Die Entscheidung, ob und wo das Leben in Sesshaftigkeit sich lohne oder nicht, beantwortet die Grundfrage der Moderne. Alles andere – ob die Welt drei Dimensionen oder der Geist neun oder zwölf Kategorien habe – kommt erst später. Das sind Spielereien; zunächst heißt es Antwort geben. Und wenn es wahr ist, dass – nach Nietzsche – ein Philosoph, der ernst genommen werden will, mit gutem Beispiel vorangehen müsse, dann begreift man die Wichtigkeit dieser Antwort, da ihr dann die endgültige Tat folgen muss.

Eine kleine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der kein Ende nimmt.
