Kraftwerk 1976 Foto: Ueli Frey Quelle: http://www.drjazz.ch/album/bilder/kw05.jpg. Lizenz: CC
Mitte der 60er Jahre war der Club Liberitas noch nicht viel mehr als ein Treff in einem leer stehenden, ehemaligen Friseurladen am Nordring, in dem laute Jazz- und Rockmusik gespielt wurde, und das zum Teil live. Auf eine Genehmigung der Stadt Bochum legten die Clubmitglieder Anfangs keinen Wert. Zu diesem Zeitpunkt war Leo Bauer, wie die meisten seiner Freunde, noch minderjährig, und man brauchte einen Erwachsenen (der musste damals mindestens 21 sein), der den Mietvertrag unterschrieb. Das war ein gewisser Ulli Heerde.
Schnell jedoch sprach sich herum, dass es hier keine Sperrstunde gab und noch bis in die tiefe Nacht was zu trinken. Bald gab es auch eine richtige Theke, jedoch ohne Konzession. Es entstanden die ersten Diskussionszirkel, und die ersten „Veranstaltungen“ kamen zu Stande. Später tauchte dann auch jemand auf, der schon mal einen Jazzclub betrieben hatte: Egon Mai, Wirt und Organisator des ehemaligen Podiums in Essen. Er war ein Musikfreak und genau daran war sein Podium gescheitert.
Angela Merkel Foto: CDU/ Andreas Herzau by Katinka Krieger Repräsentanz
Das derzeit unterhaltsamste Sommerlochthema ist ohne Zweifel der Streit in der Familie des Weltfußballverbandes FIFA. Nach Umsatzstärke könnte sie von allen Mafiafamilien weltweit die Größte sein. Zwar wird verteidigend häufig eingewandt, im Auftrag dieser Familie sei noch niemand umgebracht worden. Ich hoffe sehr, dass das stimmt. Es gab allerdings schon Mitwissende, die behaupteten, dass sie um ihr Leben fürchten.
Erfreulicherweise gibt es hierzulande respektable Journalisten, die schon seit längerem die mehr oder weniger schmutzigen Geschäftszusammenhänge der FIFA-Familie recherchieren. Die Sportredaktionen von Deutschlandfunk und Süddeutsche (Thomas Kistner) gehören dazu, oder der von Ex-DFB-Präsident Zwanziger mit Klagen verfolgte Jens Weinreich. Wenn nicht seit der Fußball-EM „Sport-inside“ (WDR-Fernsehen) in der Sommerpause wäre, könnte man auch diese Redaktion dazuzählen. Die wird nur leider vom Sender immer dann abgeschaltet, wenns besonderen Bedarf gibt: bei großen Fußballturnieren und in Sommerpausen wie jetzt. Produktpräsentationen haben beim deutschen Fernsehen immer Vorrang vor Journalismus.
Naheliegenderweise fragen unsere wenigen kritischen Journalisten bei den deutschen Angehörigen der FIFA-Familie, was die denn dazu beitragen, die schmutzigen Geschäfte zu reinigen. Also beim Deutschen Fußballbund (DFB) als Familienmitglied. Und bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL), dem gewichtigsten Geschäftspartner des DFB. Und das sind leider dafür keine guten Adressen.
Denn wenn diese deutschen Familienmitglieder mit dem Paten Sepp Blatter über Kreuz liegen, dann nicht, weil ihnen das viele Geld, das er mit der FIFA einsammelt, stinkt, sondern weil sie mehr davon abbekommen wollen. Das meiste Geld kommt dabei immer vom Fernsehen. Und da das meiste von Rupert Murdoch, bekanntermaßen auch eine moralisch weltweit geachtete Respektsperson mit weitverzweigter Familie, und aus Deutschland, was teilweise, beim Sender Sky, wieder das Gleiche ist. Die Firma ISL, die so viele FIFA-Funktionäre bestochen haben soll und mittlerweile insolvent gegangen ist, war übrigens auch eine deutsche Gründung, aus der Adidas-Familie Dassler, die im deutschen Sport auch schon immer sehr, sehr viel durchfinanziert hat, von Uwe Seeler bis Lothar Matthäus. ISL war Zwischendealer bei den Fernsehrechten, ebenso wie Leo Kirch. Der ist auch insolvent gegangen. Firmenleichen pflastern ihren Weg.
Mittlerweile ist die Welt viel unübersichtlicher geworden. Es gibt viele Großmächte und nicht nur eine. Sogar im Fußball. In Deutschland ist diese Erkenntnis noch nicht überall angekommen, wie man an der Resonanz auf die Fußball-EM, bei der Deutschland unter den besten Vier gelandet ist, ablesen konnte. Unter Platz 1 ist hier alles eine Blamage. Nach diesem Gesetz macht schliesslich auch unsere Bundesregierung ihre
Am 7. Juli fand in Duisburg unter dem Motto „Wir müssen reden“ eine Demo gegen den Kulturabbau in der Stadt statt. Hier drei Videos von der Kundgebung. Und nein: Es sieht nicht danach aus, als ob die Stadt mit der Kulturszene reden will. Die Politik in Duisburg interessiert sich einfach nicht für das Thema Kultur.
Am 7. Juli starb der aus Gambia stammende Ousman Sey im Dortmunder Polizeigewahrsam. Vorher wurde ihm zwei Mal trotz attestierten Herzrasens der Wunsch verwehrt, in ein Krankenhaus gebracht zu werden. Die Sanitäter riefen schließlich die Polizei, die ihn mit auf die Wache nahmen, wo er an einem Atemstillstand verstarb.
Am Freitag findet in Dortmund eine Demonstration statt, welche die Aufklärung des Todes von Sey fordert. Die Organisatoren haben Fragen an die Verantwortlichen bei der Dortmunder Polizei formuliert:
– Wie kann ein Mensch, der offensichtlich ärztliche Hilfe benötigt, in Handschellen(!) in Polizeigewahrsam genommen werden?
– Warum haben die Sanitäter_innen trotz offensichtlich schwerster gesundheitlicher Probleme keine Anstalten unternommen, Ousman Sey in ärztliche Behandlung zu bringen?
– Wie kann es sein, dass Polizei und Presse, trotz der offensichtlich lebensbedrohlichen Umstände, in denen sich Ousman Sey befand, ihn als ‘Randalierer’ und Täter pathologisieren?
– Wäre der Polizeipräsident Norbert Wesseler, der bestreitet, dass es sich hier um rassistisch motivierte Unterlassung von Hilfe handle, auch erst in Polizeigewahrsam gekommen, wenn er den Rettungsdienst wegen Herzrasens kontaktiert hätte? Bliebe er ruhig sitzen, wenn er Todesangst litt und ihm Hilfe verwehrt blieb?
Die Demonstration finden am 20. Juli um 18.00 Uhr vor dem Hauptbahnhof Dortmund statt. Weitere Infos hier.
Kellner auf Rollschuhen vor dem Mandragora, Anfang der 80er Jahre
Während die Stadträte von Bochum sich noch Anfang der 70er Jahre nicht entschließen konnten, auch die obere Kortumstraße zur Fußgängerzone zu machen um so das Engelbertviertel wieder aufzuwerten, begann an der ersten Universität des Ruhrgebietes, nur gut acht Kilometer Luftlinie von diesem Quartier entfernt, Leonardo Bauer, Sohn einer italienischen Einwanderin und eines deutschen Bergmanns, sein Betriebswirtschaftsstudium. Im ersten Moment scheinen diese beiden Vorgänge nichts mit einander zu tun zu haben, und für die jeweiligen Endscheider war das auch so. Bauer allerdings, dessen Vater bei einem Bergwerksunglück starb als er vier Jahre alt war, war früh daran gewöhnt, sein Leben und das von anderen in die eigenen Hände zu nehmen.
Der spätere Lebensweg des heutigen Groß-Gastronom deutete sich schon 1963 an, als er zusammen mit 40 Gleichgesinnten, die ihn kurz Leo nannten, am Nordring den Club Liberitas gründete, eine Art selbstverwaltetes Kulturzentrum. Sie organisierten nicht nur generell für die 60er Jahre sondern vor allem für die Bochumer Verhältnisse ein avanciertes Kulturprogramm und: sie versahen auch den Putz- und Thekendienst gemeinsam.
Leo Bauer sympathisierte, wie die meisten Studenten dieser Zeit, mit einer neuen Jugendbewegung, die später als die 68er in die Annalen eingehen sollte. Er gehörte nicht zu den politischen Anführern der Szene, prägte sie in Bochum jedoch in kultureller Hinsicht und gehörte zu den ersten Kriegsdienstverweigerern der Stadt.
Er verstand die kulturellen Bedürfnisse seiner Altersgenossen umso mehr, als es auch seine eigenen waren – und er befriedigte sie.
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.