Im Ruhrgebiet bekommt man bald einen Vorgeschmack auf die Mobilitätswende

Eingangshalle Bahnhof Wattenscheid (Foto: Roland W. Waniek)


Im kommenden Jahr wird die Bahnstrecke zwischen Essen und Dortmund für sieben Wochen gesperrt. Da eine Autobahnbrücke der A42 eventuell monatelang nicht genutzt werden darf, droht in der Fünf-Millionen-Region ein Verkehrskollaps. Am besten schränkt man sich ein und verlässt den eigenen Stadtteil nicht mehr. Genau das ist das Ziel der Mobilitätswende.

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, sagte Goethe einmal und könnte damit aktueller sein, als es vielen lieb ist. Nicht nur, dass eine warme und hell erleuchtete Wohnung, ja, eine eigene Wohnung schlechthin, zum Luxus wird, im Zuge einer Klimapolitik, die nicht nur auf Technik, sondern auch auf Verzicht und Verarmung setzt. Die Menschen sollen nach Möglichkeit auch ihren Stadtteil nicht verlassen. Das neue Ideal ist die 15-Minuten-Stadt, in der man fast alles erledigen kann, ohne sich zu Fuß oder mit dem Rad weiter als eine Viertelstunde Wegzeit von den eigenen vier Wänden entfernen zu müssen. Ob man dafür ein Auto mit Elektroantrieb, Verbrennungsmotor oder die Bahn nutzt, steht nicht im Zentrum dieser Idee.  Entwickelt wurde das

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RWI-Studie zeigt: Fahrverbote, Rabatte und Subventionen senken CO₂-Emissionen kaum und sind teuer

Dieselmotor in einem alten Indianapolis 500-Rennwagen Foto: I, The359 Lizenz: CC BY-SA 3.0

Was bringen Dieselfahrverbote, Rabatte für Elektroautos und Plug-in-Hybride sowie Subventionen für Ladestationen für die Senkung der CO₂-Emissionen? Dieser Frage ging ein Expertenteam des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung aus Essen nach. Ergebnis: Zwar wurde so der Absatz von Dieselautos reduziert sowie der reiner Elektroautos und Plug-in-Hybride angekurbelt, allerdings mit relativ wenig Effekt. Über den

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Der schöne Schein der Demokratie

Karin Welge setzt auf schöne Bilder; Foto: Welge/Pascal Skwara

Die Zeit vor Weihnachten wird gerne als Zeit der Besinnung und der Betrachtung des zu Ende gehenden Jahres gesehen. Dem wollen wir uns nicht verschließen und werfen einen Blick zurück auf die Politik in unserer Stadt. Was liegt da näher, als mit der ersten Bürgerin der Stadt – der Oberbürgermeisterin Karin Welge – zu beginnen. Auch Journalisten beginnen ihre Arbeit mit der Eingabe eines Stichworts in einer digitalen Suchmaschine. Schon da wird klar, dass facebook für die Oberbürgermeisterin das Medium der Wahl ist. Ihre Geschichte hat dort schon vor drei Jahren im Wahlkampf begonnen. Wobei die Realität der sozialen Medien nicht unbedingt die Realität auf den Straßen einer Stadt abbildet.

Zwischen Kochtopf und Kultur

Es begab sich im Juli 2020 ein Posting von Karin Welge in den sozialen Netzwerken. Die Kandidatin der SPD für das Amt der Oberbürgermeisterin war dort bei der Zubereitung von Spaghetti zu sehen. Was das mit Politik zu tun hat, erschloss sich mir schon damals nicht und einigen anderen Menschen erging es ähnlich.

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Wohnungsnot: Immer weniger Baugenehmigungen

Betonierarbeiten auf der Baustelle Foto: Holger Kotzan – BetonMarketing Deutschland GmbH Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Im Oktober 2023 wurde in Deutschland der Bau von 22 500 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis teilweise geschätzter Ergebnisse mitteilt, waren das 11,5 % oder 2 900 Baugenehmigungen weniger als im Oktober 2022. Dieser im bisherigen Jahresverlauf schwächste Rückgang gegenüber einem Vorjahresmonat ist vor allem auf den Mehrfamilienhausbau zurückzuführen. Von Januar bis

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Musiktheater im Revier eröffnet Labor zur Erprobung von Virtual Reality

Glasfassade des Musiktheater im Revier Foto: Pedro Malinowski – Musiktheater im Revier Lizenz: CC BY-SA 3.0 de


Das Musiktheater im Revier erforscht digitale Darstellungsformen und das Publikum der Zukunft. Dafür hat das Theater rund 170 Quadratmeter in der Stadt bezogen und zum „MiR.LAB“ umgebaut.

Im Fokus steht die „Community Art Technology“: Mit einem immer älter werdenden Theaterpublikum und der fortschreitenden Digitalisierung interessiert sich auch das Musiktheater im Revier dafür, wie virtuelle Anwendungen in der künstlerischen Darstellung genutzt werden können.

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Willkommen in Bullerbochum: Aus der Ruhrgebietsstadt soll ein grünes Umerziehungslager werden

Klimademonstration 2019 Foto: Laurin


Im Juni 2019 erklärte Bochum den Klimanotstand. Nun zeigt sich, was schon damals zu befürchten war: Die von den Grünen geprägte Politik der Stadt meint es damit ernst. 

Im Juni 2019 erklärte der Rat der Stadt Bochum mit den Stimmen von Grünen, SPD, den Linken und Sozialer Liste den Klimanotstand. Zwölf Städte hatten das in diesem Jahr in Deutschland bereits getan, 66 sollten noch folgen. Bis heute ist die Zahl auf 74 gestiegen. Die Notstandsbegeisterung hat in den vergangenen vier Jahren deutlich nachgelassen. Es war das Jahr des großen Klima-Hypes. Greta Thunberg galt noch nicht als linksradikale Antisemitin, sondern wurde vom Berliner Bischof Heiner Koch mit Jesus Christus verglichen. Stündlich erwartete man von der Schwedin die Heilung von Gelähmten und Aussätzigen. Im Spätsommer zog dann eine Klimademonstration mit mehr als 5.000 Teilnehmern durch die Innenstadt, deren Plakate umso dümmer wurden, je älter sie waren.

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