Politiker: Die Seitenwechsler

Roland Koch Foto: Gaby Gerster

Im Theaterstück „Jedermann“ ist er zu sehen, tritt als personifizierter Reichtum in der Figur des  Dämons Mammon auf, der den Menschen zum Geiz  verführt und auch sonst nichts Gutes im Schilde führt. Im Kino-Klassiker „Constantine“ nach dem Drehbuch von Kevin Brodbin trägt der Sohn des Satans den Namen „Mammon“. Doch letztlich ist es wohl Martin Luther zu verdanken, dass der Begriff „Mammon“ auch ins Deutsche einzog, denn er übersetzte den Begriff in seiner Bibelübersetzung nicht. Seit dem ist es in den deutschen Sprachgebrauch eingegangen – und erregt dank eines Christdemokraten wieder die Gemüter.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wechselt die Seiten: Nein, er geht nicht zur SPD oder zur FDP. Mit gerade einmal 52 Jahren und elf Jahren als Regierungschef in dem Bundesland, das aus Sicht von NRW genauso entbehrlich und uncharismatisch ist wie das Saarland, will er nun etwas neues anfang. Politik sei nicht sein Leben, betonte der Christdemokrat. Er ist nicht der einzige Politiker, der die Seiten gewechselt hat.

Doch so ganz unfreiwillig wird der einstige Kritiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wohl dann doch nicht zu diesem Entschluss gekommen sein: Er hätte sich leicht ausrechnen können, dass er bei der nächsten Landtagswahl in Hessen von der Macht abgewählt worden wäre – genauso wie vor gut drei Wochen Jürgen Rüttgers in NRW. Da geht er lieber frewillig – zur rechten Zeit und mit lukrativen Angeboten. Auch Koch, der durch die Spendenaffäre, fremdenfeindlichen Unterschriftenaktionen und dem Anheizen von Generationenkonflikten bundesweit bekannt geworden ist, will nun in die Wirtschaft wechseln. Er ist kein Einzelfall. Immer mehr politische Würdenträger folgen dem Lockruf des Geldes, tauschen die TÖV-Besoldungstabelle gegen außertarifliche Anstellungsverträge mit Millionen-Summen. An vorderster STelle sind bei den Seitenwechslern Politiker von SPD und CDU. Ja, CDU, die Partei, die ja auch die Bibelstelle über den schnöden Mammon kennen müsste: „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Viele Parlamentarier, die nur ihrem Gewissen verantwortlich sind, haben sich klar entschieden. Nachfolgend eine Liste der prominentesten Seitenwechsler:

Martin Bangemann FDP EU-Kommissar  Telefonica (Spanien)

Otto Wiesheu  CSU Wirtschaftsminister Bayern Deutsche Bahn Vorstand

Wolfgang Clement SPD Bundeswirtschaftsminister Aufsichtsrat RWE, Dussmann

Klaudia Martini SPD Umweltministerin RPfalz Opel, Vorstand

Klaus Matthiesen SPD Umweltminster NRW  Interseroh, Vorstandschef

Reiner Wend  SPD MdB, WiPo-Sprecher  Deutsche Post, Lobbyist

Friedrich Merz CDU MdB, Fraktionschef  Wirtschaftskanzlei  Mayer Brown

Hans-Peter Repnik CDU MdB, FraktionsGF  Duales System DSD, Chef

Lothar Späth  CDU Ministerpräsident BaWü Jenoptik, Vorstandschef

Gerhard Schröder  SPD Bundeskanzler  Nordstream, Verwaltungsratschef

Monika Wulf-Mathies SPD EU-Kommissarin  Deutsche Post, Leiterin

Zentralbereich „Politik“

Peer Steinbrück SPD Bundesfinanzminister  ThyssenKrupp. Aufsichtsrat

Werner Müller  Bundeswirtschaftsminister RAG, Vorstandschef

Fritz Vahrenholt SPD Umweltminister HH  Repower, Vorstandschef

Hildegard Müller CDU Staatsministerin Kanzleramt Energieverband BDEW

Petra Uhlmann CDU Umweltministerin MeckPom  E.on Kernkraft

Joschka Fischer Grüne Außenminister  Nabucco-Pipeline, BMW

Martin Bury  SPD Staatsminister   Lehman Brothers,

HeringSchuppener

Caio Koch Weser SPD Staatssekretär BMFi  Deutsche Bank

Dieter Althaus  CDU  Ministerpräsident Thüringen  Magna, Vice-President

Matthias Wissmann  CDU  Bundesverkehrsminister VdA (Autoverband), Präsident

Volker Hoff  CDU Europaminister Hessen Opel, Direktor für

Regierungsbeziehungen

Bodo Hombach SPD Kanzleramtschef  WAZ, Geschäftsführer

Ernst Schwanhold SPD Wirtschaftsminister NRW BASF

Harald Schartau SPD Arbeitsminister NRW  Georgsmarienhütte

Franz Josef Britz CDU OB-Kandidat Essen  Ruhrkohle AG

Klaus-D. Scheurle CDU Präsident Regulierungsbehörde Credit Suisse

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23 Kommentare

  1. #1 | Patrick sagt am 27. Mai 2010 um 11:52 Uhr

    die Liste scheint mit (unvollständig und) unsortiert.

    Teilweise sind dort Politiker, die noch aktiv in der Politik tätig sind und Nebenverdiensten nachgehen (zu Peer Steinbrück sollte man sich den aktuellen Eintrag bei https://blog.abgeordnetenwatch.de/ ansehen),

    teilweise sind dort Politiker aufgelistet, die sofort nach Beendigung ihrer politischen Tätigkeit in die Wirtschaft wechselten (teilweise zu Firmen, in dessen Bereich sie vorher Gesetzgeberisch tätig waren),

    und teilweise sind dort Politiker, die längere Zeit inaktiv waren, bevor sie in die Wirtschaft wechselten.

    Mindestens letzteres finde ich nicht moralisch fragwürdig.

    Mir fehlt also irgendwie die Aussage, was kritisiert wird.

  2. #2 | Mao aus Duisburg sagt am 27. Mai 2010 um 11:54 Uhr

    Lockruf des Geldes: Heute großes Thema in allen Zeitungen. In der „Welt“ finden sich weitere Beispiele:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article7796386/Warum-Politiker-dem-Lockruf-des-Geldes-erliegen.html

  3. #3 | Ein Grüner sagt am 27. Mai 2010 um 12:00 Uhr

    Der Vollständigkeit halber, mein (ehemaliger?) Partei“freund“ Mathias Berninger, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium. Jetzt kümmert er sich folgerichtig darum, Mars inc. gesünder und nachhaltiger zu kommunizieren.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Berninger

    Super wäre eigentlich auch eine Auflistung der aktuellen Bezüge, die Parlamentarier_innen von Industrieseite bekommen…

    Grüße

  4. #4 | Christian S. sagt am 27. Mai 2010 um 12:23 Uhr

    Die Liste ist leider sehr schlecht und lieblos formatiert.

  5. #5 | Lars sagt am 27. Mai 2010 um 12:43 Uhr

    Bringt mich auch nicht weiter der Artikel.

    Kaum Neuigkeitswert. Wirkt wie ne Wikipedia-Recherche…
    Außerdem was hat der Autor gegen das Saarland und Hessen? 😉

    Bayern könnt ich ja verstehen… Aber das kleene Saarland? Ist doch süß!

  6. #6 | Lars sagt am 27. Mai 2010 um 12:55 Uhr

    Und noch eine Frage… wird bei „Ruhrbarone“ jetzt auch wie bei „Wir in NRW“ anonym gebloggt? Oder ist Sebastian Flyte nur „zufällig“ eine Romanfigur?

    Gibt ja bestimmt Artikel wo ein Autor sich nicht unbedingt zu erkennen geben muss. Aber dieser gehört nicht, auch wenn vielleicht die Liste nicht schön formatiert ist und ggf. nicht wirklich viel Neues dabei rum gekommen ist,… zu Artikeln für die man sich wirklich verstecken müsste…

    Aber ich als Leser würd wenigstens gern drauf hingewiesen werden… dass ich nicht weiß wer da schreibt.

    Wiegt sich nämlich auf meine Meinungsbildung aus…

  7. #7 | Stefan Laurin sagt am 27. Mai 2010 um 13:11 Uhr

    @Lars: Sebastian Flyte ist Sebastian Flyte und Stefan Laurin ist Stefan Laurin.

  8. #8 | 68er sagt am 27. Mai 2010 um 13:11 Uhr

    Da so wenige ehemals „GRÜNE“ genannt sind, einige Ergänzungen:

    Rezzo Schlauch, die „GRÜNEN“ – EnBW Energiekonzern

    https://www.zeit.de/online/2006/11/schlauch

    Marianne Tritz, die „GRÜNEN“ – Zigarettenverband

    Andrea Fischer, die „GRÜNEN“ – Beraterin der Pharmaindustrie

    Margareta Wolf, 13 Jahre für die „GRÜNEN“ im Bundestag
    Staatssekretärin bei Wirtschaftsminister Werner Müller und Umweltminister Jürgen Trittin. Heute berät Wolf als Prinzipalin der Agentur Deekeling & Arndt auch den „Informationskreis Kernenergie“.

    Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/augen-zu-und-durch;1442287

  9. #9 | Hans Czinzoll sagt am 27. Mai 2010 um 13:22 Uhr

    Gut, dass für diese schmale Liste kein Baum gefällt werden musste. Hier eine kleine Ergänzung zu Herrn Clements Kompetenzen:
    Dussmann AG & Co. KGaA, Berlin, Aufsichtsrat
    M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG, Köln, Vorstand
    Landau Media AG, Berlin, Aufsichtsrat
    RWE Power AG, Essen, Aufsichtsrat
    Wolters Kluwer Germany, Köln-München, Beirat
    Citigroup Global Markets Deutschland AG & Co. KGaA, Frankfurt,
    Chariman Adecco-Institut, London, Beirat
    DIS Deutscher Industrie Service AG, Vorsitzender des Beirats
    Deekeling Arndt Advisors, Düsseldorf

    Das ist nicht der aktuellste Stand – gibt jedoch eine Ahnung von gleichzeitig erzielten Einkünften.

  10. #10 | Lars sagt am 27. Mai 2010 um 13:44 Uhr

    Danke! 😉
    Dann nehm ich alles zurück! 😉

  11. #11 | amo sagt am 27. Mai 2010 um 15:24 Uhr

    Unbestritten haben diese Politiker ihre Kompetenzen und Erfahrungen, so attraktiv sind, dass die Wirtschaft diese nachfragt.
    Leider passt das nicht zu dem Schwarz-Weiss-Denken, das in unserer Gesellschaft so verbreitet ist: Alles Abzocker, so die Meinung der Neider.

    Auch die Wirtschaft ist ein kompliziertes Gebilde. Geld verdienen ist zwar das einheitliche Ziel, aber die Wege sind vielfältig.
    Unbestritten sind viele Branchen sehr von den Entscheidungen der Politik abhängig. Deshalb gibt es natürlich einen strategischen Beratungsbedarf, den viele Ex-Politiker geben.

  12. #12 | walter sauerland sagt am 27. Mai 2010 um 15:49 Uhr

    Waaas? Du bist wirklich Stefan Laurin? DER Stefan Laurin? Wow!
    Wie gut dass ich nicht gewettet habe : ich war sicher , Du wärest der Avatar von
    Martin Bangemann 😉

    Abba : Spass beiseite . Der Revierwechsel von Politikern zum Lobbyismus – Beratung – stinkt schon zum Himmel. So ungefähr als beriete der pensonierte Oberförster die Wilddiebe.
    Nun ist das Leben aber so.Aus dem *krummen Holz* wird nie was anderes.
    Deswegen sind ja Hinweise, wie sie hier gelistet wurden wertvoll.
    Es gibt eben den politisch-industriellen Komplex. Und nicht nur als zweites Politikerleben.
    Aufklärung – Hingucken : das ists was not tut.
    Und *cui bono* bleibt ein Erkenntnisprinzip.
    Wer da Augen hat zu sehen der sehe.

    *Mammonas* ist in der Tat von *aman* >> fest sein ( hebräisch )
    abzuleiten : das auslautende s ist Griechisch ( nereus-regel)
    Ohne auf grammatikalische Details einzugehen heisst es einfach
    übersetzt auf ruhrisch : watt ambach is 😉

    Aus AT und NT lässt sich jedenfalls keine Dämonisierung von Geld und Besitz ableiten.
    Eher schon ein gewitzter Umgang damit:
    Macht euch Freunde mit der ungeliebten Kohle. Damit eure Freunde euch – wenn ihr pleite seid – auf ne Pizza einladen und euch ihr Gästezimmer anbieten ( Lukas 16,9)

  13. #13 | 68er sagt am 27. Mai 2010 um 15:51 Uhr

    @ AMO

    Es geht doch gar nicht darum, dass die Politiker überhaupt in die Wirtschaft gehen, sondern darum, wo die teilweise gelandet sind. Gerade bei den von mir genannten „GRÜNEN“ ist das doch diskussionswürdig.

    Wie fänden Sie es denn, wenn Herr Mixa, der ja nun Zeit für neue Aufgaben hätte, plötzlich eine Abtreibungsklinik beraten würde?

  14. #14 | amo sagt am 27. Mai 2010 um 17:23 Uhr

    @68er

    Warum darf denn kein Rezzo Schlauch aus Gründen, die nur seine persönliche Glaubwürdigkeit betreffen (darum geht es und nicht um wahltaktische Gründe für seine Partei, die ja sehr wohl z.B. von dem Feindbild Energiewirtschaft lebt), für einen Energiekonzern arbeiten. Sicherlich gibt es auch in den Konzernen Veränderungen im positiven grünen Sinne, die von Menschen ausgehen. Warum darf man dort nicht tätig sein und für Veränderungen aktiv sein, wenn man für die „Grünen“ ein Mandat inne hatte.
    Es wird meiner Meinung nach eben der Widerspruch in der öffentlichen Wahrnehmung produziert. Z.B. regenerative Energie und Profite, für viele darf das nicht zusammen kommen; Profite können nur durch Betrug am Kunden und auf Kosten der Allgemeinheit (Umweltverschmutzung) entstehen.
    Es liegt das Denken zugrunde, Gewinne sind nicht Resultat (gutem) unternehmerischen Handelns sondern dem Kunden abgezockte Gelder. Demnach wäre auch die Arbeit für diese Unternehmen nicht legitim.

    Ähnliche Logik (Klischees) gibt es immer noch weit verbreitet, obwohl unsinnig:

    Bist Du gegen eine neue Autobahn, darfst Du nicht mit dem Auto fahren.
    Bist Du für gesunde Lebensmittel, isst Du auch immer Musli zum frühstück, weil dies gesund ist.

    Ihr Beispiel mit der Abtreibung ist auch sehr gut, weil es dieses Thema in der rk Kirche schon gab. Die dogmatische rk Kirche hatte eben Probleme mit der Beratung von Frauen, die eine Abtreibung vornehmen wollen. Dass sie sich daraus zurückziehen wollte, haben viele nicht gewollt.

  15. #15 | 68er sagt am 27. Mai 2010 um 17:43 Uhr

    @ AMO

    Mein Argument mit der Abtreibung passt, weil Herr Mixa eben gegen die Beratung der Schwangeren war.

    Diese schwäbischen Metzger (Oswald), Metzgerssöhne (Joschka Fischer), Özdemirs, Schlauchs und Co. machen auf mich immer den Eindruck als hätten sie Angst zu kurz zu kommen.

    Politik scheint für diese Herren nur eine mögliche Karriereart zu sein, die vor allem dem eigenen Wohl dienen soll.

  16. #16 | amo sagt am 27. Mai 2010 um 18:02 Uhr

    @68er

    Richtig, Ihr Argument passt, Hr. Mixa ist aber auch ein Dogmatiker.
    Die aufgezählten schwäbischen Grünen waren das aber nie. Es gibt aber das Klischee des Grünen, das bei einer dogmatischen Betrachtungsweise Widerspüche hervorruft.
    Was Hrn. Fischer betrifft, arbeitet er eben als Berater für RWE in einem Erdgas-Projekt, das eben die europäische Abhängigkeit von den russischen Erdgas veringern soll. Nicht, weil er so ein toller Ingenieur ist, sondern er außenpolitisch Erfahrungen in hat, die in den Konzernen so nicht vorhanden sind, und die Regierungschefs in der Türkei, Georgien, Aserbaidschan und nicht private Unternehmen Verhandlungspartner sind.

  17. #17 | Juergen Scheer sagt am 27. Mai 2010 um 18:14 Uhr

    Die Bundesregierung hat vor zwei Jahren den Wechsel aus dem Amt des Vorstandsvorsitzenden auf den Posten des Aufsichtsratschefs in einem Unternehmen untersagt. Künftig gibt es eine cooling off-periode von zwei Jahren. Damit wollte die Politik Interessenkonflikte vermeiden. Bei sich selbst hingegen gibt es eine solche Wartezeit nicht – im Gegenteil: Hier können Minister, Staatssekretäre und Referenten ohne große Wartezeit aus der Politik in die Wirtschaft gehen – wie etwa der frühere Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Tacke, um inhaltlich seine Arbeit dort forzusetzen, wo er sie beim Aufräumen eines Behördenschreibtisches verlassen hatte. Unzählige Beispiele dafür gibt es. Die Politik täte gut daran, einen Verhaltenskodex einzuführen – genau das, was sie von der Wirtschaft verlagt.

  18. #18 | HeldDerArbeit sagt am 27. Mai 2010 um 21:52 Uhr

    Leider fehlt Euch Bauern aus dem Ruhrgebiet das Gespür für’s Feine. Denn wer das Saarland als „entbehrlich und uncharismatisch“ bezeichnet, disqualifiziert sich sofort als ahnungsloser Proll.

  19. #19 | Frank sagt am 28. Mai 2010 um 07:29 Uhr

    Wenn Politiker nach ihrer Amtszeit in die „freie“ Wirtschaft gehen – ist das ein indiz dafür, dass sie während ihrer Amtszeit nachhaltig deren Interessen vertreten haben.

  20. #20 | amo sagt am 28. Mai 2010 um 14:50 Uhr

    #19 Frank,

    Machen Sie es sich da nicht zu einfach.
    Auch wenn es nur ein Indiz sein sollte, finde ich das schon übertrieben.
    Würden Sie es umgekehr auch so formulieren oder bei einem Wechsel von einem Unternehmen ins andere.
    Vor allem die Worte „nach ihrer Amtszeit“ sollte Sie überdenken. Ich wünsche mir kein Berufspolitikertum, ein Wechsel nach seiner 1. oder 2. Amtszeit sollte normal sein.

  21. #21 | Mao aus Duisburg sagt am 28. Mai 2010 um 17:26 Uhr

    @Amo: Die Politik kann für sich keine anderen Maßstäbe setzen als etwa in der Wirtschaft. Das wäre eine Lex politicus – und doch wohl sehr problematisch. Wenn ich einen Interessenkonflikt in der Wirtschaft sehe, dann muss ich auch ähnliches in der Politik überprüfen. Ein Alfred Tacke etwa, der zuerst die Genehmigung für die Ruhrgas-Übernahme durch Eon durchwinkt, dann zur Ruhrkohle AG geht, eine Beteiligung von Eon, und im gleichen Bereich arbeitet wie zuvor, müsste eigentlich eine Wartezeit haben. Ansonsten bekommen wir hier irgendwann amerikanische Verhältnisse und die beiden Bereich Staat und Wirtschaft verschwimmen immer mehr, damit auch die Korrektiv-Funktion des Staates. Das darf nicht sein. Wohin diese Verwischung der Grenzen und Funktionen führt, sieht man derzeit vor den Küsten der USA – eine Ölpest sondergleich, verursacht, durch einen völligen Ausfall der staatlichen Kontrollen, die wiederum zuvor von Personen gelockert wurden, die nach ihrer Amtszeit bei Ölkonzernen auf der Gehaltsliste gelandet sind.

  22. #22 | Frank sagt am 28. Mai 2010 um 19:21 Uhr

    #20 AMO
    #21 MAO

    MAO’s Beispiel von Alfred Tacke ist besonders krass. Ebenso krass wie Wolfgang Clement, Otto Schily und Bert Rürup.

  23. #23 | Frederik sagt am 2. Juli 2010 um 00:24 Uhr

    Nun ist es soweit, Wulf wurde gewählt – mal schauen, was uns erwartet! LG frederik

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