Australischer Wissenschaftler fordert Sitzverbot

Feind Stuhl. Bild: Wikipedia Lizenz: GNU
Feind Stuhl. Bild: Wikipedia Lizenz: GNU

Der australische Wissenschaftler Professor Jonathan Shaw sorgt sich um die Gesundheit der Menschen in Känguruland.  

The News: „The community needed to get serious about weight gain in the same way it got serious about smoking and gun control and water restrictions, Professor Shaw said.“

Und nachdem es in Australien fast fast unmöglich geworden ist zu rauchen und auch die Alkoholregeln ständig verschärft wurden, geht es nun an den nächsten großen Feind des Homo sapiens: Den Stuhl.

Shaw will   verbieten, das künftig länger als zwei Stunden am Stück gesessen wird:

„We need changes to occupational health and safety regulations so it is not allowed for people to sit for two hours at a time without a break.“ 

Wer zu lange sitzt wird dick und bekommt Diabetis, so Shaws Argumente.     

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9 Kommentare

  1. #1 | Nansy sagt am 24. August 2013 um 11:54 Uhr

    Australien, Neuseeland und Kanada scheinen die Vor­rei­ter­rol­le beim Ausbrüten immer absurderer Zwangsvorstellungen zur Gesundung der Menschheit übernehmen zu wollen:
    Schockbilder und Einheitsverpackungen für Fast-Food werden von sogenannten Experten ernsthaft diskutiert, in Neuseeland wird über die Einführung von neutralen Einheitsverpackungen für alkoholische Getränke nachgedacht und in Kanada hat man schon die Entwürfe für Pizzakartons mit Bildern von Fettlebern vorgestellt. Und der “Director of Canberra’s Centre for Research & Action in Public Health” hält Überlegungen für geboten, ob man im Kampf gegen Übergewicht nicht die Beschaffung von ausgewählten Lebensmitteln rationieren sollte.
    Die Frage stellt sich, ob gerade diese von puritanischer Tradition geprägten Länder, jetzt wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen?

    Allerdings kann man vergleichbare Vorstellungen inzwischen auch in Europa ausmachen:
    Die mit EU-Geldern geförderte Alkoholpolitik-Allianz (Eurocare) hat bereits ihre Entwürfe für Schockbilder auf Weinflaschen vorgestellt.
    Und ein Juraprofessor aus Schweden fordert Strafen für Eltern, die in Anwesenheit von Kindern Alkohol trinken.

    Bezeichnend ist, dass hier wieder einmal eine Prognosegrundlage (Übergewicht = Epidemie) für eine düstere Zukunft der Menschheit instrumentalisiert wird und in deren Namen massive Eingriffe in die individuelle Freiheit gerechtfertigt werden.
    Ein weiteres Beispiel dafür, dass Wissenschaftler keine Hemmungen mehr haben, die Freiheit der Menschen auf dem Altar ihrer Zwangsvorstellungen zu opfern..

  2. #2 | Robert Müser sagt am 24. August 2013 um 13:09 Uhr

    Dieser Vorschlag sollte unbedingt von den Grünen noch in ihr Wahlprogramm zur anstehenden Bundestagswahl eingebaut werden, passt doch wunderbar zu Veggie-Day, Rauchverbot und Co.

  3. #3 | KClemens sagt am 24. August 2013 um 14:02 Uhr

    #1 | Nansy

    Irgendwie bleibt einem fast die Spucke weg, wenn man liest, was für Obskuritäten so ausgebrütet werden.

    Wenn man mal bedenkt, daß zumindest A und NZ mal ehemalige Straflager für Gefangene waren, die man in den Heimatländern loswerden wollte, könnte man vermuten, daß hier entweder sehr späte Rache geübt wird, oder man sich sehr späte Sühne und Vergebung für die Schandtaten der Vorfahren erteilen will.

    Die andere Frage ist, gibt es überhaupt Arbeitsplätze, wo Mitarbeiter gezwungen sind stundenlang auf einem Stuhl zu sitzen, ohne die Möglichkeit, sich zu bewegen zu dürfen?

    Falls dem so sein sollte, wäre das ein klassisches Feld der Gewerkschaften. Aber die sitzen (!) wohl auch lieber in Aufsichtsräten, als an der Seite ihrer Mitglieder.

    Soweit ich weiß, gibt es sogar für Computerarbeitsplätze Vorschriften, die nach ca. 1,5 Stunden eine kurze Pause zwingend vorschreiben.

    Ich hocke auch den ganzen Tag im Büro, aber ich kann jederzeit mal kurz rausgehen, wenn mir danach ist. Ich glaube nicht, daß ich damit eine Ausnahme bin. Sogar die Mitarbeiter in Supermärkten sitzen nicht stundenlang an den Kassen, sondern machen auch noch andere Tätigkeiten.

    Ich habe im Internet diese Aussage von Shaw gefunden:

    „One of the biggest contradictions is that we are seeing people living longer but with higher rates of chronic diseases.“

    https://www.abc.net.au/news/2013-08-19/australian-adults-health-status/4894924

    Das muss den ja förmlich verrückt machen.

    Vielleicht geht es ja gar nicht um Gesundheit. Vielleicht geht es ja insgeheim darum, die Lebensspanne der Menschen zu verkürzen, aus welchen Gründen auch immer. Jedenfalls habe ich diesen Eindruck, zumal sich, wie der gute Professor oben ja selbst erwähnt, die Menschen immer älter werden, und das, obwohl in den letzten 5 Jahrzehnten geraucht, gesoffen und gefressen wurde, das die Schwarte kracht.

    Allerdings hat ein Großteil der Menschheit in den letzten 5 Jahrzehnten auch seine Hirnwindungen stärker beansprucht als heute, sonst würden solche Vorschläge viel eher als Blödsinn entlarvt werden.

  4. #4 | Nansy sagt am 24. August 2013 um 15:20 Uhr

    @KClemens:

    Dabei musste man nach dem Krieg dem Deutschen Volk erst einmal das Sitzen beibringen 😉 aus dem Film Eins Zwei Drei:

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 24. August 2013 um 15:27 Uhr

    Was kommt als nächstes? Ein Arbeitsverbot? Arbeiten soll ja auch gesundheitsschädlich sein. Häufig zumindest…

  6. #6 | der, der auszog sagt am 24. August 2013 um 16:58 Uhr

    als nächstes könnte bei uns in NRW das Verbot, oder zumindest eine Veränderung der Etiketten von Fassbrause kommen. Kein Witz, denn das Zeug ist der Verbraucherschutzzentrale NRW ein Dorn im Auge.

    Ich persönlich habe dieses Gesöff in diesem Jahr bei Radtouren kennen und lieben gelernt, nämlich immer dann, wenn ich aufgrund von Temperaturen um 30 Grad kein Bock hatte ein Bier zu trinken um dann völlig lull zurück zu radeln.

    Fassbrause gibt es seit über hundert Jahren und seit 2009 erlebt das limonadeähnliche Gebräu aus natürlichen Frucht- und Kräuterzusätzen sowie Malzextrakt ein sensationelles Comeback. Als isotonischer Durstlöscher ist Fassbrause gerade nach sportlichen Aktivitäten wunderbar geeignet und es erhält wesentlich weniger Kallorien im Vergleich zu klassischer Limonade oder gar Bier. Wunderbar!… möchte man da denken, zumal es auch zu begrüßen ist, dass die deutschen Brauereien nicht mehr nur auf alkoholhaltige, sondern vermehrt auch auf Getränke ohne Alkohol setzen… wenn da nicht die NRW Verbraucherschutzzentrale wäre, die mit ihrer Kritik besonders das Wohl der Kinder im Auge hat.

    „Fassbrause – Bier oder Brause?“ fragt die NRW Verbraucherschutzzentrale auf ihrer Homepage und stellt folgendes fest:

    „Für Kinder ist Fassbrause mit alkoholfreiem Bier nicht empfehlenswert – zwar sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten, aber sie können so schon frühzeitig an den Biergeschmack gewöhnt werden.“

    Oberster Verbraucherschützer und Chef der Verbraucherschutzzentrale NRW ist Klaus Müller, einst grüner Umweltminister in Schleswig Holstein… Noch fragen?

    hier gehts zur Seite der Verbraucherzentrale NRW:
    https://www.vz-nrw.de/fassbrause-bier-oder-brause

  7. #7 | KClemens sagt am 24. August 2013 um 17:41 Uhr

    #6 | der, der auszog

    Wenn Klaus Müller die Hintergrundgeschichte für Faßbrause kennen würde, würde er den Vater vermutlich noch posthum vors Jugendamt zerren:

    Der Chemiker Ludwig Scholvien erfand 1908 in Berlin Fassbrause für seinen Sohn, um ihm ein in Farbe und Geschmack dem Bier ähnliches alkoholfreies Getränk anzubieten. Zu diesem Zweck enthält das von Scholvien entwickelte Original-Rezept neben den überwiegend in Brauereien verwendeten Zutaten Wasser und Malz ein natürliches Konzentrat aus Äpfeln und Süßholzwurzeln.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fassbrause

    Und wenn dann die Stuhlpolizei kontrolliert, ob wir auch alle brav nach 2 Stunden aufstehen und uns bewegen, dann kommt die Forderung, nicht länger als 2 Stunden am Stück im Bett zu liegen. Immerhin sterben die meisten Menschen im Bett, also müssen Betten einfach ein direktes Sterberisiko haben.

  8. #8 | Nansy sagt am 24. August 2013 um 17:47 Uhr

    @ der, der auszog:

    Zitat: „…zwar sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten, aber sie können so schon frühzeitig an den Biergeschmack gewöhnt werden.”

    Das ähnelt der gleichen absurden Logik, mit der der Gebrauch der E-Zigarette verhindert werden soll: Die WHO sagt, dass die E-Zigarette nicht akzeptabel sei, da sie „so aussehe“ wie eine eine Tabakzigarette und sie aus dem selben Grund nicht zur Denormalisierung von Tabakerzeugnissen beitrage.

    Missionarischer Eifer braucht halt keine wissenschaftlichen Begründungen…

  9. #9 | Arnold Voss sagt am 26. August 2013 um 20:34 Uhr

    Der Zuruf „Sitz“, wir wohlmöglich demnächst auch Tierschützer auf die Barrikaden treiben, denn gerade Hunde in Städten leiden oft unter Bewegungsmangel.

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