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Polizei sorgt für Unruhe rund um das Kraftwerk ‚Datteln 4‘

Das umstrittene Kraftwerk zwischen Datteln und Waltrop im Mai 2011. Foto: Robin Patzwaldt

Es sind fast in allen Bereichen komplizierte Zeiten, in denen wir aktuell leben. Auch hier im Ruhrgebiet. Selbst beim Thema ‚Kraftwerk Datteln 4‘, seit Jahren schon ein landesweit in der breiten Öffentlichkeit eher wenig beachtetes Streitobjekt, werden die Zeiten offenkundig von Tag zu Tag deutlich unruhiger.

Aufgeschreckt durch die Tatsache, dass in der vorletzten Woche rund 100 Demonstranten auf das Uniper-Gelände an der Stadtgrenze zwischen Waltrop und Datteln eindringen konnten und dort über Stunden einen Bagger besetzten, ist die Polizei jetzt offenkundig in erhöhter Alarmbereitschaft.

Nachdem die Aktivisten Anfang Februar, obwohl die Polizei auf ihr Ankommen grundsätzlich vorbereitet und schon vor Ort war, die Ordnungskräfte durch diese erfolgreiche Aktion ziemlich alt aussehen ließ, werden Betreiber und Polizei in diesen Tagen offenkundig ziemlich nervös.

Einige Personen aus der Region Datteln/Waltrop berichteten diesem Blog gegenüber in den vergangenen Tagen bereits von spontanen Polizeikontrollen, als sie am Kraftwerksbau vorbeifahren wollten. Etwas, das seit Jahren kein Thema war, sagen sich an dieser Stelle doch sonst sprichwörtlich ‚Fuchs und Hase gute Nacht‘!

Am Montag reagierte dann die Polizei auch mit einer offiziellen Pressemeldung zu dem Thema:

„Nach dem widerrechtlichen Eindringen von über 100 Personen aus dem Umfeld von „Ende Gelände“ auf das Grundstück des Steinkohlekraftwerks „Datteln 4“ hat die Polizei die Präsenz im Umfeld stark erhöht. Neben Streifenwagen und zivilen Fahrzeugen sind nun auch die Reiterstaffel und die Mountainbike-Staffel eingesetzt.“

Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen wird mit den folgenden Worten zitiert: „Auf die aktuelle Situation rund um das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 stellen wir uns in personeller und organisatorischer Sicht ein. Trotzdem verlieren wir die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger und die Sicherheit in den Kommunen nicht aus den Augen.“

Spannend wird auch die Reaktion der Anwohner auf folgende Aussage: „Trotz unserer verstärkten Maßnahmen sind wir auch auf die Unterstützung der Anwohner angewiesen. Wir bitten darum, auch weiterhin verdächtige Personen oder Fahrzeuge so schnell wie möglich der Polizei mitzuteilen. Je schneller wir Kenntnis erhalten, desto größer ist die Chance, weitere Straftaten zu verhindern. Bedanken möchte ich mich bei denjenigen, die uns bereits wertvolle Informationen haben zukommen lassen.“

Vor dem Hintergrund, dass die Anwohner der Region schon seit Jahren bei dem Thema gespalten sind und dem Uniper-Bau gegenüber sehr unterschiedlich eingestellt sind, dürfte diese Aufforderung der Polizei jetzt einmal mehr unterschiedlichste Reaktionen hervorrufen.

Nachdem ein Teil der Nachbarn seinerzeit selber, ganz freiwillig Teile seiner Landflächen an die Kraftwerksbauer verkauft hatte, andere Teile der Nachbarschaft sich hingegen mit Händen und Füßen gegen das geplante Kraftwerk in der Gegend gewehrt hatten, ist die Stimmungslage bei den unmittelbaren Nachbarn ohnehin recht angespannt.

Diese jüngsten Aktivitäten rund um ‚Datteln 4‘ dürften die Lage nun deutlich weiter verkomplizieren.

Es bleibt also spannend in den kommenden Tagen und Wochen rund um Deutschland jüngstes Kohlekraftwerk!

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