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Prostitution in der Corona-Krise: Vogelschutz vor Frauenrechten

Auch für Prostituierte stellt die Corona-Krise ein erhebliches Problem dar.


Auch Prostituierte sind von der Corona-Krise stark betroffen. Das Augenmerk richtet man aber lieber auf die Situation von hungernden Stadttauben. Ein Gastbeitrag vo Mara Hädrich und Lukas Claes.

Die Corona-Krise bestimmt derzeit unser Leben. Mit der Verhängung von Ausgangsbeschränkungen, die die Ausbreitung des Virus verlangsamen sollen, gehen für viele Menschen berufliche Existenzängste einher. Besonders hart trifft es dabei Prostituierte, welche bereits vor der Verbreitung des Virus unter menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigt waren. Mit dem Mitte März zunächst für einige Städte bzw. Bundesländer, später für ganz Deutschland verhängten Prostitutionsverbot wird den in der Prostitution beschäftigten Frauen jegliche Existenzgrundlage entzogen, ohne dass von staatlicher Seite ausreichende Hilfe zur Verfügung gestellt wird. Die schätzungsweise 300.000 Frauen, die in Deutschland Freiern ihre Körper zur Verfügung stellen müssen, sind zu 90% Armutsprostituierte aus vorrangig osteuropäischen Ländern wie Bulgarien oder Rumänien, aber derzeit auch vermehrt aus Nigeria. Wegen der Schließung der Grenzen können sie nicht oder nur mit großen Schwierigkeiten zu ihren Familien in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Ohnehin fehlen den ausgebeuteten Frauen die finanziellen Mittel für ihre Heimkehr.

In der derzeitigen Situation werden sie von den Bordellen, in denen sie oftmals auch leben, auf den Straßenstrich gedrängt. Gerhard Schönborn von der Ausstiegsorganisation Neustart e.V. beschreibt eine Verschlechterung der Lebenssituation wie folgt: „Die Frauen wissen jetzt nicht, wie sie überleben können. Sie brauchen Geld für ihren Lebensunterhalt. Sie brauchen Geld zur Finanzierung ihrer Drogen oder Möglichkeiten zum körperlichen Entzug. Viele der Frauen sind verzweifelt, weil sie nicht wissen, wie sie die nächsten Wochen bewältigen können.” Um irgendwie ein Dach über dem Kopf behalten zu können, sind die Frauen darauf angewiesen, dass die Zuhälter ihnen ihre Bordellzimmer auch weiterhin zur Verfügung stellen. „Ihr Verbleib in den Bordellen sorgt für einen Verbleib an dem Ort, an dem sie Gewalt und Demütigungen erleben und schwere traumatische Erfahrungen machen mussten”, stellt die Vorstehende der Ausstiegshilfe Sisters e.V. Leni Breymaier klar. Es sei damit zu rechnen, „dass die Frauen die jetzige Unterbringung nach Beendigung der Corona-Krise erst einmal abarbeiten müssen.“

Bordellbesitzer als Helden der Krise?

Dass sich die Frauen aktuell also verschulden und sich das Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Zuhältern weiter verschärft, scheint die dem linken Spektrum zugehörige deutsche Tageszeitung taz nicht zu interessieren, wenn sie Bordellbesitzer als Helden der Krise für ihre Großzügigkeit feiert. Offensichtlich verkennt taz-Autorin Patricia Hecht, dass die Zuhälter für ihr Einkommen auf die finanzielle und oft auch emotionale Abhängigkeit der Frauen angewiesen sind. Stattdessen macht Hecht es sich einfach, indem sie einen Bordellbetreiber unwidersprochen die Schuld an der leidvollen Situation der Frauen dem vermeintlich mangelnden Engagement der Ausstiegs- und Unterstützungsorganisationen zuschieben lässt. Grundsätzlich ignoriert wird dabei, dass Organisationen wie etwa Sisters e.V., Terre des Femmes, Netzwerk Ella, aber auch Neustart e.V. seit Jahren auf die prekäre Lage von Frauen in der Prostitution aufmerksam machen und die Politik zum Handeln auffordern. Entsprechend fordern sie die Einführung des nordischen Modells, welches Freier für den Kauf von Sex und sexuellen Dienstleistungen bestraft, während die Prostituierten unbehelligt bleiben und von staatlicher Seite Ausstiegshilfe und Existenzsicherung geboten werden.

Besonders grotesk erscheint der Artikel der taz, wenn nur wenige Tage später die Futtersituation von Stadttauben, die aufgrund fehlender FußgängerInnen in den Einkaufsstraßen der deutschen Städte keine Pommes mehr fressen können, betrauert wird. Die Petition des NABU wird von der taz als „Petition der Woche” auserkoren. Schließlich geht es hier um Straßentiere, deren Existenzsicherung weit wichtiger zu sein scheint, als die der Frauen, die tagtäglich die sexuellen Bedürfnisse von Männern befriedigen müssen. Es verdichtet sich der Eindruck, dass der taz jegliches Taktgefühl und jegliche Achtung vor Frauen fehlt.

Ausbeutung wird auch die Corona-Krise überdauern

Um dem Ganzen noch ein i-Tüpfelchen zu verleihen, lässt die taz in ihrer aktuellen Wochenendendausgabe in dem Artikel „Sexarbeiterin über Corona-Kontaktsperre. Bedrohte Kultur der Berührung” eine selbstständige „Sexarbeiterin” zu Wort kommen, die aufgrund der aktuellen Corona-Krise neben ausbleibenden Einnahmen auch die fehlende Freude am Sex beklagt. Dies ist jedoch keineswegs repräsentativ für das Gros der prostituierten Frauen, die in der niedrigpreisigen Bordell- und Straßenprostitution tätig sind. Für diese Armutsprostituierten stellt der tägliche Geschlechtsverkehr mit verschiedenen Männern eine finanzielle Notwendigkeit dar, die mit immensen physischen und psychischen Belastungen einhergeht. Dass die taz an diese tragischen Schicksale nicht denkt, zeigt der Aufruf, den Fond des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen (BSD) zu unterstützen. Anstatt die Interessen der Armutsprostituierten zu vertreten, macht dieser nämlich vor allem Lobbyarbeit für Deregulierung.

Während also über das Leid hunderttausender in der Prostitution tätiger Frauen in Deutschland geschwiegen wird, spricht die taz über die Rettung von Stadttauben. Eine kritische Analyse der frauenfeindlichen Natur von Sex-Kauf hingegen wird versäumt. Unter der verbreiteten Auffassung, dass Männer käuflichen Zugang zu Frauenkörpern haben sollten, wird die großflächige Ausbeutung von Prostituierten auch die Corona-Krise überdauern können.

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18 Kommentare zu “Prostitution in der Corona-Krise: Vogelschutz vor Frauenrechten

  • #1
    Bochumer

    Der taz-Artikel war wirklich übel. Das Schicksal dieser Frau ist ganz sicher nicht repräsentativ.

    In Bonn wurden 2 Prostituierten je 5000 Euro Strafe auferlegt. Ein schlechter Witz! Es müssten doch die Freier zahlen!

    Deutschland ist durch das gut gemeinte Gesetz zu einem Reiseziel für Sextouristen geworden.

    In meiner Sicht sollten alle Prostituierten in die Sozialversicherung aufgenommen werden und Freier hoch belangt werden, wenn sie dann illegale Angebote wahrnehmen. Das könnte die Auswüchse stoppen – ohne der Illusion anzuhängen, dass Prostitution verboten werden kann.

    Aber die Freier, die Armutsprostitution ausnutzen, begehen letztlich Vergewaltigungen. Das sie nicht belangt werden, liegt wohl daran, dass überwiegend Männer an den Schalthebeln der Macht sitzen.

  • #2
    Nina

    Wenn Wohlstandskinder über Dinge schreiben, von denen sie keine Ahnung haben. 😀
    Woher stammen die Zahlen, 90 % von geschätzten 300.000 Anbieterinnen seien "Armutsprostituierte"? Ich bitte um Angabe von Studien und Belegen.
    Was verstehen die Autoren unter dem Begriff "Armutsprostituierte"?
    Das Männerbild in diesem Beitrag kommt ja elendig weg. Männer würden Frauenkörper benutzen, sich käuflichen Zugang verschaffen, die bösen, bösen Männer und wir Frauen seien die armen, armen Opfer.
    Ich war Jahre hauptberuflich in der Prostitution und bin immer noch nebenberuflich tätig. Ich kenne unzählige Kolleginnen. Wir gehen unserer Arbeit nach weil wir es können. Die 6arbeit ist nicht für jeden geeignet. Es gibt nunmal Frauen (und Männer), die diese Arbeit machen, die mit ihrem Körper arbeiten, mit Mund, Händen, Vagina, Po und mit unseren Brüsten. Der Großteil der Gäste-das sind völlig normale Männer. Dies sage ich aus meiner Erfahrung mit immerhin Kundenkontakt im 5stelligen Bereich und aus der Erfahrung vieler Kolleginnen. Es sind keine Monster.
    Aktuell arbeite ich nicht, leider. Das Geld fehlt, aber bei mir ist es nur ein Nebenverdienst. Mir fehlen auch die Kontakte zu den Gästen, es ist einfach meine Arbeit und jeder, der gerne arbeitet weiss was ich meine wenn ich sage, dass ich den Job vermisse.
    Ich bin keine Feministin, aber ich halte den obigen Beitrag für absolut anti-feministisch. Feminismus sollte bedeuten, dass eine Frau mit ihrem Körper machen kann, was sie will. Das beinhaltet selbstverständlich, dass sie auch sexuell damit arbeiten kann. Feminismus bedeutet kein Opfer zu sein. Und richtig guter Feminismus mag Männer und stellt sie nicht als Täter dar.
    Ich bin gespannt, ob Mara Hädrich und Lukas Claes hier noch Fakten liefern werden oder ob sie nur ihre reaktionäre Verbotspolitik propagieren.
    Übrigens, liebe Ruhrbarone, ich bin sehr enttäuscht-ausgerechnet dieses Blog bieten Abolitionisten eine Bühne.

  • #3
    Minerva

    Danke für diesen wahnsinnig wichtigen Beitrag! Die taz sollte wirklich mal ihre Prioritäten neu orientieren – und vor allem aus ihren „theoretischen“ Redaktionsblasen heraustreten und auf die praktische Wirklichkeit der Frauen schauen.

  • #4
    Jasmina

    @Nina
    Wie kann man jemandem „Wohlstandskinder“ vorwerfen, wenn sie genau aus ihrem Privileg aussteigen, um auf die Missstände hinzuweisen? Wenn du sie als „Wohlstandskinder“ bezeichnest, sagst du damit nicht genau, dass sie es „nicht nötig“ haben, reale Erfahrungen in der Prostitution zu machen?

    „Und richtig guter Feminismus mag Männer und stellt sie nicht als Täter dar.“ Hahahahahahahahah? Was? Was ist Feminismus, wenn nicht das Aufzeigen der Geschlechterhierarchie? Bei „meine freie Wahl“ kann Feminismus nicht enden, wenn eine Frau freiwillig zurück zu ihrem gewalttätigen Mann geht, sollten wir sie dennoch schützen und ihr helfen, nein?

    Finde das Gefrage nach Quellen super: Verschiedene Hilfsorganisationen, die Polizei und vereinzelte ausgestiegene Prostituierte belegen genau obige Sachen. Aber das ist egal. Denn die Quelle solltest du sein und deine einzeln ausgewählten Vertrauten oder deine eine Organisation. Die Aussagen anderer Prostituierten zählen für euch n i e. Es ist einfach ein Scherz. Sagen wir, selbst wenn nur die Hälfte, oder gar, selbst wenn es umgekehrt bloß 10 % wären, die zu den hiesigen Beschreibungen passen würden – ist es dann nicht trotzdem wichtiger, denen zu helfen? Wie kann der Wunsch nach der Ausübung dieses „perfekten Traumjobs“ so viel wichtiger sein als der Schutz von Schutzbedürftigen?

  • #5
    Nina

    Ich warte weiterhin auf Belege der in dem Beitrag genannten Zahlen. Als Studenten sollten Mara Hädrich und Lukas Claes wissenschaftliches Arbeiten gewohnt sein und Rede und Antwort stehen.

  • #6
    Bochumer

    @Nina
    In Bonn ist eine Rewe neben der Mülldeponie, wo passenderweise das Rotlichtviertel ist. Auf dem Weg dahin habe ich einmal vom Auto aus die glücklichen Wohlstandskinder aus Rumänien gesehen, die hier arbeiten.
    Das belegt keine Zahlen von 90 Prozent. Aber wiederlegt hast du sie auch nicht. Anzweifeln kann man alles. Auf jeden Fall ist ein Fall davon schon zu viel und in meinen Augen sollte sich jemand strafbar machen, der Armut und Not ausnutzt. Nicht jedoch sollte die Prostitution verboten werden. Dann müssen nämlich Anbieter und Nachfrager sich etwas ausdenken, um die Strafbarkeit zu sicher verhindern. Soll der Markt das dann regeln…

  • #7
    ke

    Werden da nicht einfach viele Themenbereiche miteinander verbunden, ohne sie differenziert zu betrachten?

    Ja, wir haben ein Problem mit den Stadttauben.
    Die Eisbären auf der kleinen Scholle sorgen auch für mehr Mitgefühl als die Corona-Opfer am anderen Ende der Welt.

  • #8
    Nina

    @#6 Bochumer
    Es ist nicht mein Job, den Job von Studenten zu machen, die an der Uni eine wissenschaftliche Ausbildung genießen. Aber gut. Gerne führe ich Zahlen zu Gewalt und Menschenhandel an. Vorab sollte man jedoch klarstellen, worüber wir reden. Wenn wir über Prostitution reden, dann reden wir über eine Dienstleistung und eine Reihe von Jobs, in denen sexuellen Handlungen gegen Entgelt angeboten werden. Das ist Arbeit. Wenn wir von Gewalt reden, dann reden wir über Missbrauch, Nötigung, Menschenhandel. Das muss sauber getrennt werden, ansonsten wird nichts als Meinungsmache und Stigmatisierung betrieben.
    Zahlen vom BKA, der Europäischen Union und anderen:
    https://menschenhandelheute.net/zahlen-daten-und-fakten/

    Fakten zu Abgrenzung zwischen Menschenhandel und Sexarbeit:
    https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/sexarbeit/berufsbild-2/abgrenzung-menschenhandel-und-sexarbeit/

    Zahlen zur Sexarbeit in Deutschland:
    https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/sexarbeit/berufsbild-2/zahlen-zur-sexarbeit/

    Ich warte immer noch auf die Belege und Quellenangaben von Hädrich und Claes.

  • #9
    Gerhard Schönborn

    Von den aktuell 32.000 angemeldeten "in der Prostitution Tätigen" kommen 55% aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Dann kommen noch über 20% aus anderen europäischen Staaten (v.a. Osteuropa), ein paar Prozent aus Asien, Lateinamerika und Afrika. Nur jede fünfte Frau (etwa 95% sind Frauen) kommt aus Deutschland. Tatsächlich ist der Anteil der deutschen Frauen weit geringer, denn die Anmeldequote ist bei ihnen viel höher als bei den Frauen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Insgesamt gibt es etwa 150.000 bis 200.000 Prostituierte. Die meisten dieser Frauen sind Armutsprostituierte oder werden zur Prostitution gezwungen. Die Grenzen zwischen Zwang und Zwängen sind fließend. Übrigens werden die meisten Frauen in Bordellen, Laufhäusern und im Rahmen von Begleitagenturen zur Prostitution gezwungen: 85-90% aller Betroffenen von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung.

  • #10
    Realmika

    Das wird hier nix mit einer Diskussion im Sinne von „Austausch von Argumenten“. Die einen wissen halt, was Sache ist – und die andere hat umfassend persönliche Erfahrungen.
    Man kann offenbar die EU mit all dem Zauber der offenen Grenzen toll finden und sich dann wohlfeil ereifern, dass die Nutten aus Rumänien sind. Das ist mindestens ein Nebenwiderspruch.

    So wird das nix. Die Typen im Pizzaimbiss sind aus Indien, dem Iran oder von sonstwo außer Italien. Da spricht auch niemand von Armutsbäckerei. Oder die Spülkräfte in Restaurants – Türkei, Afrika usw. ? Elendsabwäscher? Ich bin froh über jeden und jede, der hier zunächst mal für seinen Lebensunterhalt aufkommt. Wer das durch bezahlten Sex tut, der mag das gerne tun. Ist nicht per se unanständig und es ist auch ok, das zu kaufen. Oder es zu lassen. Egal. Geht keinen was an.

    Leider taugt die Verquickung kulturmarxistischer Überzeugungen mit irgendwas zum Thema Prostitution noch immer für Artikel in der Asta-Zeitung. Solange man den Dreiklang Prostitution-Schmuddelecke-Ausbeutung korrekt spielt reicht es für wohliges Schaudern oder eine kleine Kontroverse bei den Ruhrbaronen.

  • #11
    Daniel

    Manche Menschen halten es offensichtlich für legitim, anderen ihre Moralvorstellungen aufzuzwingen 😂
    @#4: die Autoren "steigen aus ihrem Privileg aus", indem sie Zusammenhänge beurteilen, zu denen sie nur Zugang in der Theorie haben? Steile These! 😂
    Was ein Missstand ist, muss wohl individuell bewertet werden.
    Wie sieht die Geschlechterhierarchie deiner Ansicht nach denn aus? (frage für eine Freundin!!)

    Du solltest dich evtl erstmal mit dir selbst auseinandersetzen, bevor du andere zu "schutzbedürftigen" degradierst. Die "Belege" kannst du wohl nicht belegen, oder? 😉

  • #12
    Verena

    Nur weil dazu aufgerufen wird, die Stadttauben zu füttern, heißt das ja nicht, dass andere Schicksale egal sind!Füttert Ihr Eure Haustiere jetzt auch nicht mehr, weil es bestimmten Menschen gerade schlecht geht?
    Es gibt sehr viele Dinge, die in der Welt grausam und scheiße sind. Aber nur weil man nicht den ganzen Tag über ALL DAS spricht, geht es doch nicht jedem am Arsch vorbei…
    Ich mag selbst auch Tiere und füttere Tauben. Das sind auch Lebewesen, die ebenfalls ein schweres Leben haben. Nicht nur wir. Nur weil Ihr glaubt, dass wir Menschen ja die Krone der Schöpfung sind und so viel wichtiger sind als alles andere, müssen das andere nicht genauso sehen.
    Wenn man einmal am Tag in der Umgebung ein bißchen Futter irgendwo hinstreut, ist das ja kein großer Aufwand. Danach hat man immer noch genug Zeit, um anderen Menschen zu helfen. Das schließt sich beides nicht aus…
    Und wenn Ihr selber mal eben so schnell eine Lösung für die Frauen habt, die sich prostituieren müssen und jetzt auch noch unter den Coronamaßnahmen zu leiden haben, dann legt doch mal los!

  • #13
    Gerhard Schmidt

    Immer die gleichen Vorurteile: 90 Prozent unfreiwillig, 90 Prozent drogenabhängig, 90 Prozent mit bösem Zuhälter…Das entspricht nicht der Realität.

    Natürlich muss auch diesen Soloselbständigen geholfen werden. Leider müssen sie wie wie alle Soloselbständigen ohne Betriebsausgaben nun Alg 2 beantragen. Darauf haben sie Anrecht wenn sie einen Wohnsitz in Deutschland haben.

    Schwer benachteiligt sind Frauen die diesen Wohnsitz in Deutschland nicht haben…

    Aber jetzt wieder die " Jede Prostituierte ist ein Opfer" Leier anzustimmen….DAS ist diskriminierend!

  • #14
    Wolfram Obermanns

    #13
    Darum, daß "alle" Prostituierte Opfer sind kann es nicht gehen.
    Aber darum ob sich der Arbeitsschutz eher an den Bedürfnissen der armen Schlucker oder der der Spitzenverdiener orientiert, das ist im Grundsatz die zu verhandelnde Frage.
    Die Zunahme von Menschenhandel in die Prostitution ist in absoluten Zahlen meines Wissens belegt. Als Gesellschaft sollten wir uns fragen, was geschehen muß, damit diese Hundertschaften leidlich geschützt werden und welche Einschränkungen dafür bei Freischaffenden hinnehmbar sind.

  • #15
    Helmut Junge

    @Wolfram Obermanns, (14) Menschenhandel ist in Deutschland verboten und muß bestraft werden.
    Ich benötige die angebotenen Dienstleistungen nicht, hab ich nie in Anspruch nehmen wollen. Helfen?
    Wieso? Wie? Womit? Wenn Du, die @Jasmina und die @Bochumer helfen wollen, sollen sie das tun. Es wird niemanden geben, der, die das verhindern will. Und ich halte nichts davon, Enigen zu "helfen" indem ich andere einschränke. Wozu soll das gut sein?
    Geld für den Unterhalt heißt für alle gleich eben Hartz4. Geld für Drogen gibt es für niemanden.
    Da ist auch nichts mit "helfen". Der logische Widerspruch des Autorenduos ist der, daß sie die Frauen als von Männern Unterdrückte sehen, dann aber, wenn die männlichen Unterdrücker ausbleiben, von einer Katastrophe für die unterdrückten frauen sprechen, statt Hosianna zu rufen. Jetzt haben diese frauen die Chance zum Ausstieg. Der ist Drogenabhängigen hart. Das trifft andere Drogenabhängige mit anderem Hintergrund aber auch. Die Lösung heißt Methadon oder einfach entzug. Auch da hilft der Staat.

  • #16
    Meyer

    Laut Gewerbeamt Montabaur in Rheinland-Pfalz: https://www.vg-montabaur.de/vg_montabaur/B%FCrgerservice/Ordnungsamt/Gewerbeamt/

    Nicht zum Gewerbe zählen:
    sozial unwertige Betätigungen (z.B. Prostitution, Bordellbetrieb)

    Es kann ja auch nicht angehen, daß viele Prostituierte, die noch nicht einmal hier in D ein unzulässiges Gewerbe angemeldet haben, geschweige gemeldet sind, geschweige Steuern zahlen, sondern eher die Luden, plötzlich aus Liquiditätsengpaß einen Corona-Zuschuß in Höhe von 9.000€ erhalten sollen, während eigentlich nur langjährige Steuerzahler als Selbständiger mit einer Umsatzsteuer-Ident-Nr. und langjährig auch Steuern bezahlt diesen Zuschuß auch nur bei nachweislichem Liquiditätsengpaß erhalten dürften! Viele Antragsteller werden sich bei der nächsten Steuerprüfung wundern, daß eine Strafanzeige in´s Haus flattert wegen Betrug.

  • #17
    Wolfram Obermanns

    "@Wolfram Obermanns, (14) Menschenhandel ist in Deutschland verboten und muß bestraft werden."
    Was aber offensichtlich sehr schwer zu beweisen ist, und durch die geänderte Rechtslage soll die Beweislage zusätzlich erschwert worden sein. Seit dieser Gesetzgebung haben sich die Verkehrströme die ehedem aus Deutschland raus führten umgekehrt. Die Freier fahren nach Deutschland.

  • #18
    Peter Alt

    Das älteste Gewerbe der Welt sollte niemand in die Illegalität zwingen, wie es im ver-
    gangenen Jahrhundert noch üblich war, ohne medizinische Kontrolle und ohne steuer-
    liche Aspekte. Wer sich damit als Moralapostel selbst auf den Rücken klopft kann aus
    den Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte nichts gelernt haben. Vielmehr sollte
    der Missbrauch bekämpft und wie in anderen Professionen auch nur Freiwilligkeit
    akzeptiert werden. Das der Mann in 90 Prozent der Fälle der Zahler ist und in kaum zehn Prozent der Empfänger ist auf dieser Ebene Fakt. Das Geld wandert oft als Unter-
    Stützung in die ärmere Heimat und hilft dort viel. Gönnen wir`s ihnen.

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