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Reichspogromnacht: Nazis wollen in Essen demonstrieren

Nazi-Demonstration in Dortmund

Wie schon im vergangenen Jahr wollen Nazis auch 2010 wieder am 9. November in Essen-Borbeck demonstrieren. Die Polizei hat bislang nicht versucht, die Veranstaltung zu verbieten.

Am 72. Jahrestag der Reichpogromnacht will die NPD mit einer Demonstration in Borbeck an die Toten an der innerdeutschen Grenze erinnern. “Dass dies nur ein Vorwand für eine gezielte Provokation gegen das Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht ist, ist für uns offensichtlich” so Tessa Kuijer, Pressesprecherin der Antifa Essen Z. Proteste gegen die Nazidemo seien bereits in Planung.

Der Anblick von Nazis am 9. November ist in Essen nichts Neues: Bereits im vergangenen Jahr wurde den Nazis eine Kundgebung mit brennenden Fackeln in Borbeck nicht untersagt.

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7 Kommentare zu “Reichspogromnacht: Nazis wollen in Essen demonstrieren

  • #1
    Uwe-Jürgen Ness

    Ich vermute mal, dass die Neonazis nicht nur wegen des Jahrestags der sog. “Reichsprogromnacht” sich just den 9. November ausgesucht haben, sondern auch weil sich an jenem Tag der “Marsch auf die Feldherrnhalle” ebenfalls jährt. Adolf Hitler versuchte am 09.11.1923 im Bündnis mit einer antisemitischen Militärjunta in Bayern die Macht an sich zu reißen. Der Putsch scheiterte und lieferte zugleich mit den sog. “Novembergefallenen” der NSDAP einen Bezugspunkt für ihre Mythenbildung, an die nunmehr die Neonazis anknüpfen.
    Die juristische Aufarbeitung hingegen geriet damals mit den allzu milden Urteilen gegen die Putschisten zu einer Justizposse und bewies abermals, wie sehr Justiz und Staatsapparat der Weimarer Republik nicht nur auf dem rechten Auge blind waren, sondern sich in einigen Fällen sogar zu Erfüllungsgehilfen von Nazis, Freikorps und anderen reaktionären Gruppen machten.

  • #2
    Thorsten

    Auf dem rechten Auge zumindest hochgradig sehbehindert ist die Justiz ja heute auch noch, oder wie ist zu erklären das der Mörder von Thomas Schulz nach etwas mehr als 5 Jahren den Knast wieder verlassen hat. Wahrscheinlich mit günstiger Sozialprognose und stabilen Umfeld. http://bit.ly/c8NURo

  • #3
    Dirk Westermann

    Eine Demokratie muss auch die Meinung der Schwachköpfe ertragen können.

    Es ist doch erst das Ritual aus Demonstration und Gegendemonstration, dass für die mediale Aufmerksamkeit sorgt. Das diese Leute weder mit dem Pogrom von 1938 noch mit dem Marsch auf die Feldherrenhalle etwas anfangen können ist offensichtlich.
    Man sollte sogar auf den Jahrestag des Marsches konkret hinweisen, den dieser dilettantische Umsturzversuch sagt viel über die geistigen “Fähigkeiten” der rechten Elite.

  • #4
    Frank (Frontmotor)

    @Dirk: Kann man sagen, dass, wer politik unfähig ist, eigentlich auch nicht politisch ist, sondern Politik nur missbraucht (z.B. zum Ausagieren persönlichen Frusts)?

    Siehe auch:
    http://www.welt.de/die-welt/politik/article9920746/Spassfaktor-Terror.html

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