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Loveparade, Adolf Sauerland und Duisburgs Image

Adolf Sauerland

In einem WAZ-Interview äussert sich Sauerland zu den Imageproblemen Duisburgs nach der Loveparade.

Einen Gedanken will Duisburgs OB Adolf Sauerland in dem Interview zum schlechten Ruf Duisburgs gar nicht erst aufkommen lassen: Dass er  ein Teil des Problems ist und nicht ein Teil seiner Lösung. Duisburgs Ruf ist auch ruiniert, weil diese Stadt von charakterlosen Gestalten regiert wird, von denen Sauerland die erbärmlichste ist. Sein Verweis auf die Ergebnisse der staatsanwaltlichen Ermittlungen, die er abwarten will zeigt das sehr genau. Verantwortung ist dieser Gestalt fremd. Nach den 21 Toten der Loveparade gab es für ihn nur eine Möglichkeit, seiner Stadt einen Dienst zu erweisen: Der sofortige Rücktritt.

Aber Sauerland ist nicht das einzige Problem und es ist schon spannend zu lesen, wie er auch die anderen nicht nennt. Da ist zum Beispiel die Koalition von SPD, Grünen und Linkspartei im Rat. Das die Fraktion der Linkspartei  mit Hermann Dierkes von einem ausgewiesenen Antisemiten geführt wird, scheint SPD und Grüne nicht zu stören. Übrigens auch nicht den Christdemokraten Adolf  Sauerland. Bei dem Vornamen vielleicht auch kein Wunder.

Doch das ist immer noch nicht alles. Mit dem Djäzz und dem Hundertmeister stehen wichtige Pfeiler der in Duisburg ohnenhin traditionell schwach entwickelten Szenekultur auf der Kippe. Auch das erwähnt Sauerland mit keinem Wort, obwohl das Versagen der von ihm geführten Verwaltung klar ist.

Und wie sehen Sauerlands Projekte aus, mit denen er die Stadt nach vorne bringen will? Möbelbunker und Ramschhändler sollen die Wende bringen. Mein Tipp: Den Namen der Stadt in KiK ändern. Ist auch kürzer.

Nein. Duisburg hat kein Imageproblem. Die Stadt hat ein Problem mit ihren Politikern. In allen Parteien. Nur wie immer gilt: Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken.

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9 Kommentare zu “Loveparade, Adolf Sauerland und Duisburgs Image

  • #1
    Bernd Berke

    Die alten Verse stimmen doch immer wieder mal:
    „Und ist der Ruf erst ruiniert, / so lebt sich’s gänzlich ungeniert.“

  • #2
  • #3
    manni

    „Übrigens auch nicht den Christdemokraten Adolf  Sauerland. Bei dem Vornamen vielleicht auch kein Wunder.“

    Unter der Gürtellinie und niveaulos.

  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Manni: „Unter der Gürtellinie und niveaulos.“ Ich weiß, passt aber zu Sauerland.

  • #5
    KlePeter

    Ob Gürtellinie oder nicht, das ist hier nicht von Bedeutung. Wie soll jemand das Image der Stadt verbessern, wenn noch nicht mal die Einsicht da ist, dass es für die Misere auch eine politische Verantwortung gibt. Einen Neuanfang und eine Chance für Duisburg kann es nur mit einer personellen Veränderung geben. Die Entscheidungsträger rund um die loveparade müssen endlich zur Verantwortung gezogen werden. Personelle Konsequenzen sind unvermeidlich.

  • #6
    Bernd Berke

    @Joel
    Also, wer die Frage nach dem Existenzrecht Israels als „läppisch“ bezeichnet, wird sich schon einiges nachsagen lassen müssen.

  • #7
    Werner Jurga

    @ Joel (# 2)
    Kurz nach dieser Frage werfen Sie Stefan Laurin an anderer Stelle vor,
    http://www.ruhrbarone.de/linkenpolitiker-dierkes-das-lappische-existenzrecht-israels/comment-page-1/#comment-72665
    „aus der `läppischen Frage über das Existenzrecht Israels´ mal eben `das läppische Existenzrecht Israels´ gemacht (zu haben).“ Aber klar: „ ich bin völlig unvoreingenommen“, schreiben Sie. Fällt Ihnen in Ihrer Unvoreingenommenheit eigentlich auf, dass auch schon in dem Moment, in dem ich mit Ihnen die läppische Frage über das Existenzrecht Polens diskutieren möchte, Polen irgendwie anders dasteht als bspw. Ungarn, Schweden oder Irland. Nämlich läppischer.
    Sie werden verstehen, lieber Joel, dass allein die Art und Weise, in der Sie Laurins vermeintliche Zitatfälschung scheinbar super-aufmerksam bemängeln, bei mir Zweifel an Ihrer Unvoreingenommenheit aufkommen lassen. Nebenbei: ich selbst bin keineswegs unvoreingenommen. Ich bin entschiedener Befürworter des Existenzrechts Ungarns, Schwedens, Israels oder Irlands.
    Dass Herr Dierkes ein ausgewiesener Antisemit sein soll, hätten Sie gern belegt, schreiben Sie. Richtig daran ist, dass man nicht einfach so irgendjemanden als Antisemiten beschimpfen kann, ohne dafür Belege anzuführen. Schwierig wird in diesem Fall die Sache dadurch, dass Herr Dierkes sich entschieden dagegen wehrt, ein Antisemit zu sein.
    Wenn Sie ein wenig im Internet surfen, werden Sie – was Laurin betrifft – bei den Ruhrbaronen eingestellte Videos finden, die Herrn Dierkes „auf Betriebstemperatur“ mit Entgleisungen zeigen, die sich hart an der Kotzgrenze bewegen. Von mir finden Sie auf meiner Website jurga.de einige Beiträge, die Dierkes´ Antisemitismus nachzuweisen versuchen, insbesondere im Januar 2009.
    http://archiv.jurga.de/html/januar_2009.html
    Es wäre müßig, die ganze Debatte noch einmal von vorn zu beginnen. Nun ist das mit dem Belegen insofern so eine Sache, weil es schwierig sein dürfte, Einigung über den Punkt zu erzielen, ab dem Dierkes´ Antisemitismus als belegt gilt. Jeder Jude, der für Dierkes Partei ergreift, wird gleichsam als Entlastungsargument gewertet. Ich werde mich hüten, allein schon diesen Umstand als Antisemitismus zu interpretieren.
    Ich begnüge mich – für mich selbst (!), damit, dass ich jeden Antizionismus, also jedes Bestreiten des Existenzrechts Israels als jüdischen Staat, als Antisemitismus definiere. Würden Sie mir also das Recht zubilligen zu definieren, was als Beleg anzuerkennen ist, mithin die „Deutungshoheit“, wäre Herr Dierkes zweifellos ein Antisemit.
    Nun werden Sie, lieber Joel, mir jedoch nicht diese Deutungshoheit zubilligen. Wem aber dann? Einem Forschungsinstitut? Wenn ja, welchem? Lassen wir das also!
    Unstreitig ist, dass Dierkes den Palästinensern das Recht auf „bewaffneten Kampf“ nicht nur zubilligt, sondern ihn ihnen dringend empfiehlt. Den Palästinensern im Westjordanland als „legitimen Widerstand gegen die Besatzer“, aber auch den Palästinensern – vermutlich als Protest gegen die Blockade.
    Ich halte es für unwahrscheinlich, das ein Ende der Blockade, das ich – nur nebenbei bemerkt – begrüßen würde, Herrn Dierkes dazu veranlassen könnte, militärische Aktionen der Hamas für illegal und / oder illegitim zu erklären. Herr Dierkes erläutert häufig im einzelnen, welche Formen des „bewaffneten Kampfes“ er für illegal hält. Ich hatte vor einigen Monaten die Gelegenheit, ihn auf einer Veranstaltung zu fragen, welche Formen er denn für legal und legitim halte.
    Meine Frage blieb unbeantwortet. Sie wurde anschließend im Internet als selten dümmlich und äußerst reaktionär eingestuft. Blieb aber auch hier unbeantwortet. Wir wissen also nichts Genaues. Doch wenn wir uns die Gesichter ansehen, das von Dierkes, und die von seien Fans, wenn er in einem dramaturgischen Kontrapunkt den bewaffneten Kampf der Palästinenser beschwört, können wir uns eine Menge denken.

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