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Schon wieder Fans in den Stadien? – Die Fußball-Bundesliga auszubremsen ist vernünftig

Ultras in Aktion. Foto: Daniel Jentsch

Der Druck der Deutschen Fußball-Liga (DFL) war groß, schon zum Start der neuen Fußball-Bundesliga-Saison 2020/21 Mitte September wieder Zuschauer in die Stadien zu lassen. Entsprechende Konzepte wurden in den vergangenen Wochen erarbeitet und präsentiert.

Überzeugt haben sie die Verantwortlichen in der Politik aber wohl nur teilweise. Gestern Abend hieß es dazu auf der Internetseite der Tagesschau: „Die Fußball-Bundesliga muss sich weiter gedulden. In absehbarer Zeit wird es keine Spiele vor Fans in den Stadien geben. Die steigenden Corona-Zahlen sprechen dagegen, heißt es in einer Empfehlung der Gesundheitsminister.“

Eine Empfehlung, wie sie sicherlich viele besorgte Fußballfreunde in diesem Lande gut nachvollziehen können, auch wenn sie es sich natürlich grundsätzlich anders wünschen würden.

„Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ist vorerst mit ihrem Konzept für Bundesligaspiele mit Fans gescheitert. „Tausende Zuschauer in den Stadien – das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter. Das Konzept der DFL sei zwar in der Theorie gut, während einer Pandemie sei aber die Praxis entscheidend. Es gehe darum, keine vermeidbare Risiken einzugehen, teilte Spahn weiter mit“, so die Tagesschau am Montag.

Die Profiklubs in diesem Lande befinden sich seit März in einem großen Dilemma. Ohne Zuschauereinnahmen ist ihre Existenzgrundlage bedroht. Nun befindet sich der Fußball hier noch in einer vergleichbar günstigen Lage. Im Vergleich zu anderen Sportarten kann er sich ziemlich hoher TV-Gelder erfreuen. Dies ermöglichte es der Bundesliga, im Gegensatz zur Eishockeyliga DEL zum Beispiel auch, ihre im März unterbrochene Saison nach einer Zwangs-Pause noch zu Ende zu spielen.

Dass man sich seitens des Fußballs nun nach Kräften darum bemüht in der anstehenden Spielzeit zumindest einen Teil der bedrohten zuschauereinnahmen doch noch zu erlösen, ist vor diesem Hintergrund erst einmal völlig verständlich.

Andererseits hat sich an der gesundheitlichen Bedrohung durch Corona seither eben noch nichts geändert. Und Spiele vor nur zu einem Bruchteil gefüllten Tribünen, ohne Stehplätze, ohne Fanblöcke, ohne Fangesänge usw. durchzuführen, dass würde doch eh keinem Fußballfreund wirklich Freude bereiten. Zumindest mit keiner Freude, die mit dem Fußballerlebnis aus der Zeit vor Corona vergleichbar wäre.

So verständlich der Versuch der Klubs bzw. der DFL daher auch ist, möglichst rasch wieder an mehr Einnahmen zu kommen, eine Teilzulassung von Fans in den Stadien, sie würde nicht nur von den Ultras abgelehnt, die dann zu einem Großteil eh nicht an Karten kämen, sie würde auch ansonsten keinen wirklichen Sinn machen.

Es wäre lediglich eine völlig unnötige Erhöhung des Infektionsrisikos.

Dass die Bundesliga in Notzeiten auch ohne Zuschauer funktionieren kann, das haben wir von Mai bis Juni gesehen.

Fans hingegen sollten wir erst wieder in den Stadien sehen dürfen, wenn Corona für uns alle keine tödliche Bedrohung mehr ist. Also vermutlich erst zu Beginn der nächsten Spielzeit, im Spätsommer 2021. Wenn denn überhaupt….

Update 21.21 Uhr: Offenbar wurde die Entscheidung der Politik inzwischen seitens der Liga auch so akzeptiert. Das berichtet zumindest gerade Transfermarkt.de.

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