So könnt ihr mit Snowflake der iranischen Opposition ganz einfach helfen

Das Regime des Irans geht brutal gegen die Opposition vor Foto: Unbekannt Lizenz: CC0


Das islamische Regime im Iran geht immer brutaler gegen die Oppositionsbewegung vor. Mehr als 600 Menschen wurden von den Mullahs und ihren Mörderbanden umgebracht. Auch die Kommunikation wurde weitgehend unterbrochen. Bei ihren Verbrechen wollen die Kopfwindelträger keine Zeugen, die Koordination des Widerstandes soll verhindert werden. Aber jeder kann einen kleinen Beitrag leisten, die Menschen im Iran zu unterstützen.  

Im Iran hat das Regime in den vergangenen Tagen große Teile des Internets abgeschaltet oder massiv eingeschränkt. Messenger funktionieren nur noch sporadisch, Mobilfunknetze brechen immer wieder zusammen, selbst Satellitenverbindungen wie Starlink werden gezielt gestört. Kommunikation ist für die Machthaber zu einem politischen Instrument geworden. Was viele hierzulande nicht wissen: Man kann von Deutschland aus ganz konkret helfen –  ohne Kosten und ohne technisches Vorwissen.

Möglich macht das ein Projekt namens Snowflake aus dem Umfeld des Tor Project. Die Idee dahinter ist erstaunlich simpel. Menschen in Ländern mit freiem Internet stellen einen kleinen Teil ihrer eigenen Internetverbindung zur Verfügung. Menschen in Ländern mit Zensur – etwa im Iran – nutzen diese Verbindung als Zwischenstation, um gesperrte Webseiten oder Messenger zu erreichen. Snowflake arbeitet nicht mit zentralen Servern, sondern mit tausenden privaten Anschlüssen weltweit. Genau das macht es für autoritäre Regime so schwer, das System vollständig zu blockieren.

Technisch läuft Snowflake ausschließlich im Browser. Wer die Erweiterung installiert, stellt automatisch Bandbreite bereit, solange der Rechner online ist. Man sieht weder, wer die Verbindung nutzt, noch was darüber übertragen wird. Inhalte sind verschlüsselt, persönliche Daten werden nicht weitergegeben, auf Dateien oder Passwörter hat Snowflake keinen Zugriff. Juristisch ist das unproblematisch: Die Nutzung des Tor-Netzwerks ist in Deutschland legal, ebenso das Weiterleiten verschlüsselter Daten. Strafbar ist nur, was man selbst illegal tut – nicht das bloße Bereitstellen von Bandbreite.

Die Installation ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Snowflake funktioniert mit gängigen Browsern wie Chrome, Firefox, Edge, Brave oder Opera und lässt sich in weniger als einer Minute als Erweiterung installieren. Sobald der Browser läuft, hilft man automatisch mit. Ein kleines Symbol zeigt lediglich an, ob gerade jemand verbunden ist – ohne personenbezogene Informationen.

Snowflake ist  digitale Nachbarschaftshilfe. Wer nichts weiter tun will, als seinen Browser offen zu lassen, kann trotzdem einen kleinen Beitrag leisten.

Gerade in Situationen wie im Iran geht es bei Internetsperren nicht nur um Technik. Es geht darum, Proteste zu isolieren, Informationen zu kontrollieren und Menschen voneinander zu trennen. Snowflake kann das Regime nicht stoppen. Aber es kann helfen, eine totale Abschottung zumindest zu erschweren. Oder anders gesagt: Man kann die Repression nicht beenden – aber man kann verhindern, dass sie völlig ungestört bleibt.

Weitere Informationen und die direkte Installation finden sich auf der offiziellen Projektseite:
https://snowflake.torproject.org/

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