Steag: Städte spielen weiter Energiekonzern

Steag Zentrale in Essen Foto: Steag

Das 2010 begonnen Steag-Abenteuer wird für die Städte noch teurer: Die damals über Kredite viel zu teuer gekaufte Steag wird auch in den kommenden Jahren in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Oberhausen und Dinslaken für viele finanzielle Probleme sorgen. Eine gestern veröffentlichte Erklärung zu einem Treffen der Oberbürgermeister und des Bürgermeisters in Essen am Dienstag deutet das an:

Die Energiewirtschaft in Deutschland befindet sich aufgrund der politisch determinierten
Energiewende in einer Umbruchphase. Der STEAG-Konzern ist deshalb – wie die gesamte
im Wettbewerb stehende Energiebranche – schwierigen Marktbedingungen ausgesetzt.
STEAG hat mit dem Programm ,STEAG 2022’ frühzeitig auf diese Marktveränderungen
reagiert. Diese Maßnahmen zeitigen trotz der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen
erste Erfolge, die sich absehbar auch in den Finanzkennzahlen widerspiegeln werden. Die
kommunalen Gesellschafter sind sich ihrer Verantwortung für die STEAG GmbH bewusst
und bekennen sich zur Strategie der Geschäftsführung zur zukünftigen Ausrichtung des
Unternehmens.

Die Oberbürgermeister und Bürgermeister der Städte, deren Stadtwerke über die
Kommunale Beteiligungsgesellschaft (KSBG) an der STEAG beteiligt sind, haben bereits
Ende vergangenen Jahres Einigkeit darüber erzielt, in den kommenden Monaten einen
Prozess zur nachhaltigen finanziellen Ausstattung der KSBG wie auch der STEAG
aufzusetzen. Diese zukunftsorientierte Haltung haben sämtliche Beteiligte im Rahmen ihres
jüngsten Zusammentreffens noch einmal bekräftigt.

Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung des Geschäftes von KSBG und STEAG müssen die
Finanzierung auf der Fremdkapital- wie auf der Eigenkapitalseite integriert und gemeinsam
betrachtet werden. Im ersten Schritt soll ein Prozess zur Refinanzierung des Fremdkapitals
und zur Prüfung des Eigenkapitals auf KSBG-Ebene eingeleitet werden, der auch zu
positiven Finanzierungseffekten auf STEAG-Ebene beitragen wird.

Ferner unterstützen die Oberbürgermeister und Bürgermeister der am StadtwerkeKonsortium
beteiligten Kommunen auch weiterhin den Kurs der STEAG-Geschäftsführung,
projekt- und anlassbezogen Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern zu
bilden, ausdrücklich auch in gemeinsam gegründeten Unternehmen. Im Ergebnis soll
STEAG ein kommunal geprägtes Unternehmen bleiben.

Was steht da?

Die Energiewirtschaft in Deutschland befindet sich aufgrund der politisch determinierten
Energiewende in einer Umbruchphase. Der STEAG-Konzern ist deshalb – wie die gesamte
im Wettbewerb stehende Energiebranche – schwierigen Marktbedingungen ausgesetzt.

Die Steag und somit die Ruhrgebietsstädte leiden unter der Energiewende, denn die macht es einem Unternehmen wie die Steag, das Kohlekraftwerke betreibt, schwer, Geld zu verdienen. Dass das Ruhrgebiet zu den Verlierern der Energiewende gehört, ist nichts neues, nur sagen tun es Politiker ungern. Die Kommunalpolitiker haben die Energiewende, die ja von ihren Parteifreunden beschlossen wurde, beim Steag-Kauf nicht auf der Rechnung gehabt  und sich schlicht verzockt. Das dumme: Am Ende werden die Bürger zahlen, denn Politiker zocken grundsätzlich nicht mit ihrem Geld, sonder mit dem der Steuerzahler.

Und nun?

Die Oberbürgermeister und Bürgermeister der Städte, deren Stadtwerke über die
Kommunale Beteiligungsgesellschaft (KSBG) an der STEAG beteiligt sind, haben bereits
Ende vergangenen Jahres Einigkeit darüber erzielt, in den kommenden Monaten einen
Prozess zur nachhaltigen finanziellen Ausstattung der KSBG wie auch der STEAG
aufzusetzen.

Die Steag braucht mehr Geld um über die Runden zu kommen und sie braucht mehr Geld, um irgendwann einmal, theoretisch, Geld verdienen zu können. Anstatt Geld aus der Steag rauszuziehen, wie es einmal geplant war, müssen Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Oberhausen und Dinslaken – Städte, die eigentlich mehr oder weniger finanziell am Ende sind – Geld in die Steag stecken. Wird wenigstens die Rechnung aufgehen? Wird die Steag irgendwann Geld verdienen? Das weiß niemand. Sie Oberbürgermeister wissen es nicht, die Ruhrbarone-Leser wissen es nicht und der Autor dieser Zeilen weiß es nicht. Die Städte zocken weiter, hoffen, dass die Bundesregierung irgendwann einmal Geld dafür zahlt, das Kohlekraftwerke bereit stehen, um die Lücken der Erneuerbaren Energien zu füllen. Nötig ist dass, denn der Glaube an die Erneuerbaren hat mehr mit Religion als mit Energieversorgung zu tun. Aber dem Öko-Glauben hängen viele Politiker an. Kann gut sein, dass die Steag gegen die Wand fährt. Ach so: Das Geld, dass die Städte in die Steag stecken, müssen sie sich leihen – das für den Kauf haben sie sich ja auch geliehen. Wie genau sie das machen, wird sich zeigen. Kredit? Anleihe? Wir werden es sehen.

Ferner unterstützen die Oberbürgermeister und Bürgermeister der am StadtwerkeKonsortium
beteiligten Kommunen auch weiterhin den Kurs der STEAG-Geschäftsführung,
projekt- und anlassbezogen Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern zu
bilden, ausdrücklich auch in gemeinsam gegründeten Unternehmen. Im Ergebnis soll
STEAG ein kommunal geprägtes Unternehmen bleiben.

Die Städte wollen die Steag behalten und keine Anteile verkaufen. Was sie nicht schreiben: Wollen sie keine Anteile verkaufen oder finden sie niemanden, der ihnen dafür genug zahlt? Nun, das werden wir bald erfahren. Anscheinend sollen private Partner sich aber an neuen Geschäften beteiligen – den Städte ist immerhin klar, dass sie die für so etwas nötigen Summen nicht aufbringen können. Oder es schlicht niemanden gibt, der ihnen soviel Geld leiht.

Die Steag wird also ein teurer Spaß kaufen. Unsere Leser aus den Geberländern sehen an diesem Beispiel, für was ihr Geld hier von der Politik verdaddelt wird.

Die ganze Steag-Geschichte gindet ihr hier:

Der Steag-Deal: Narren unter Strom

 

 

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3 Kommentare

  1. #1 | ke sagt am 1. Februar 2018 um 22:03 Uhr

    Es bleibt nur zu hoffen, dass die OBs für dieses Abenteuer die Quittung vom Bürger bei der nächsten Wahl bekommen. Was soll diese Liebhaberei?

    Hilft "Follow the money" für die Motive?

    Wenn dann die Städte noch Zusatzgelder für teuren Öko Strom ausgeben, um trotz katastrophaler Finanzen ein Öko Image zu erzeugen, ist jede Glaubwürdigkeit verloren.

  2. #3 | Steag-Ausstieg: Aus der Traum vom volkseigenen Energieriesen an der Ruhr | Ruhrbarone sagt am 6. Juli 2019 um 13:04 Uhr

    […] für Steag immer wichtiger…Welt 2018: Steag: Städte spielen weiter Energiekonzern…Ruhrbarone 2018: Der Steag-Deal: Narren unter Strom…Ruhrbarone 2013: The Great […]

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