Fünf Jahre Deutsches Fußballmuseum in Dortmund: Ein Trauerspiel!

Das umstrittene Museum in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Im Oktober 2015 wurde das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund feierlich eröffnet. Schon damals war vielen klar, dass dieses neue Aushängeschild der Revierstadt ein nicht unerhebliches wirtschaftliches Risiko mit sich bringen würde.

Im finalen Zweikampf mit dem ungeliebten Nachbarn aus Gelsenkirchen hatte sich Dortmund letztendlich entschlossen durchgesetzt, musste dem DFB dazu aber weitreichend entgegenkommen. So musste die Stadt sich unter anderem letztendlich dazu verpflichten mögliche finanzielle Verluste durch den Betrieb des Museums zu einem gewissen Teil mitzutragen. Schon an sich für viele Beobachter ein Unding, wenn man als chronisch klamme Stadt mit einem (damals noch) so reichen Verband verhandelt.

Anfangs wurde dieser mögliche Fall auch noch als völlig unrealistisch und nur von theoretischer Natur bezeichnet. Spätestens seit dem Vorjahr ist allen Dortmundern schmerzlich bewusst, dass es schon nach recht kurzer Zeit tatsächlich zu einer solch finanziellen Belastung für alle Bürger der Stadt gekommen ist. In diesem Jahr dürfte es, auch durch Corona, kaum anders aussehen.

Fünf Jahre sind seit der Eröffnung inzwischen ins Land gezogen, und es bleibt als Zwischenfazit festzuhalten, dass die großen Träume von einst auf breiter Front nicht aufgegangen sind. Ganz im Gegenteil!

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Deutschlands wohl peinlichstes Brückenbauprojekt steht endlich vor der Vollendung!

Die Brücke vor dem Schiffshebewerk in Henrichenburg im Sommmer 2019. Foto: Robin Patzwaldt

Eine gute Nachricht gibt es dann doch noch, so kurz vor dem Wochenende: Deutschlands vielleicht peinlichstes Brückenbauprojekt im Kreis Recklinghausen steht in den kommenden Tagen angeblich vor der Vollendung!

Seit Sommer 2017 ist die Straße hier dicht. Foto: Robin Patzwaldt

Die Brücke vor dem ‚neuen‘ Schiffshebewerk in Henrichenburg, direkt an der Stadtgrenze zwischen Datteln und Waltrop gelegen, soll laut Auskünften des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Duisburg noch bis zum Monatsende freigegeben werden. Das bestätigte das WSA in dieser Woche der Lokalzeitung vor Ort.

Eine Nachricht, an die viele Anwohner inzwischen, aufgrund der Erlebnisse der vergangenen drei Jahre, schon gar nicht mehr geglaubt hatten. Der Grund: Aus ehemals nur drei Monaten an vorgesehener Bauzeit sind inzwischen tatsächlich drei Jahre (!!!) geworden. Eine Geschichte, die republikweit wohl ihresgleichen sucht.

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Aquazoo in Düsseldorf – Reizvolles Ausflugsziel und große Geduldsprobe zugleich

Foto(s): Robin Patzwaldt

Wer sich grundsätzlich gerne Zoos anschaut, der kommt im Ruhrgebiet bekanntlich nicht allzu weit. Schon seit Jahrzehnten lockt daher auch der renommierte Aquazoo/Löbbecke Museum im Düsseldorfer Norden sehr erfolgreich Tierfreunde aus dem gesamten Ruhrgebiet zu einem Besuch in die benachbarte Rheinmetropole.

Auch ich habe mit meiner Familie das Gelände am Düsseldorfer Nordpark über die Jahre hinweg regelmäßig besucht und zu schätzen gelernt. Im Herbst 2012 zum bisher letzten Mal, denn seit dem Jahre 2013 wurde die Anlage aufwändig grundsaniert. Die ursprüngliche Wiedereröffnung im Jahre 2015 konnte, ebensowenig wie der Kostenrahmen, eingehalten werden.

Erst im vergangenen September wurde der Aquazoo, also nach ziemlich genau vier Jahren der Schließung, für die Tierfreunde wieder offiziell freigegeben. Bei Wiedereröffnung im Herbst 2017 warteten dort 5000 Tiere aus 560 Arten auf die heranströmenden Besucher.

Anfangs waren die Wartezeiten und -schlangen an den Kassen jedoch nach der langen Sanierungszeit dermaßen lang, dass ich meinen Premieren-Besuch in Düsseldorf nach der Freigabe noch um einige Monate nach Hinten verschoben habe.

Am Dienstag dieser Woche war es dann jedoch endlich soweit. Ich wollte die frisch überarbeitete Anlage endlich auch persönlich einmal wieder in Augenschein nehmen, mir einen eigenen Eindruck vor Ort verschaffen, was denn wohl aus den gut 20 Mio. Euro geworden ist, die dort ausgegeben wurden, warum sich der Zeitrahmen der vorgesehenen Überarbeitung denn um rund zwei Jahre über den angedachten Eröffnungstermin hinaus ausgedehnt hat.

Und was liegt dann näher, als meine neu gesammelten Eindrücke hier bei uns im Blog mit unseren Lesern zu teilen? Schließlich ist ja bald Ostern, und der eine oder andere ist sicherlich noch auf der Suche nach einem geeigneten Ausflugsziel für die Feiertage/Ferien.

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Fußballmuseum in Dortmund: Großer Auflauf für recht wenig wirklich Neues

Tönnies, Rauball, Grindel (von links) heute in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt

Großer Promi-Auflauf heute in Dortmund. Anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung „Schichtwechsel- FußballLebenRuhrgebiet” kam es am Mittag zu einem wahren Gipfeltreffen von Führungspersönlichkeiten des (Ruhrgebiets-)Fußballs.

DFB-Präsident Reinhard Grindel, DFL- und BVB-Präsident Reinhard Rauball und der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04, Clemens Tönnies, erörterten im Deutschen Fußballmuseum mit Blick auf die einst enge Verzahnung von Vereinen und Zechen vergangene, gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen des Fußballs im Ruhrgebiet und darüber hinaus.

Olaf Thon im Interview.

Zur Einstimmung erinnerten die Revier-Legenden Willi „Ente“ Lippens, Bernard Dietz und Olaf Thon an ihre Wurzeln im Ruhrgebiet und die Gültigkeit von Werten wie Tradition und Identifikation im Fußball. Das war spannend und tatsächlich lohnend für wohl alle Anwesenden.

Fast geriet dabei schon in Vergessenheit, dass es doch hier und heute noch eine Sonderausstellung zu eröffnen galt, die in den nächsten Monaten an das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus hier im Revier thematisch anknüpfen, an die enge Verbundenheit von Fußball und Bergbau, gerade hier in unserer Region, erinnern soll.

Und um ehrlich zu sein, diese ‚Sonderausstellung‘ verdient ihren Namen kaum. Lediglich rund ein Dutzend Sonderexponate sind der ’normalen‘ Dauerausstellung im DFB-Museum nämlich etwas uninspiriert wirkend untergemischt worden. Das war enttäuschend zu sehen.

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Umbrüche: Industrie – Landschaft – Wandel

Vom 7. September 2017 – 25. März 2018 zeigt die Stiftung Situation Kunst Fotografien von Rudolf Holtappel, Bernd und Hilla Becher, Joachim Brohm und Jitka Hanzlová sowie Filme von Marco Kugel und Richard Serra im Museum unter Tage. Die sieben genannten Künstler nähern sich dem Ruhrgebiet als Region des steten Wandels fotografisch und filmisch in verschiedenen Jahrzehnten seit den 1960er Jahren des 20. Jahrhunderts an.

Rudolf Holtappel

Durch eine Schenkung von Herta Holtappel, der Witwe von Rudolf Holtappel (1923-2013), verfügt die Stiftung Situation Kunst über ein umfangreiches Konvolut von Holtappels Ruhrgebietsfotografien. Diese bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung und nehmen mit 110 der insgesamt 170 in der Ausstellung gezeigten Fotos dabei auch den meisten Raum ein.

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„Stopover – Zwischenhalt“. Arbeiten der Masterstudierenden Fotografie im Folkwang Museum

 

Arbeiten von Yanyi Gu und Sophia Maria Lanzinger (Foto: Honke Rambow)

Vom 14.4. bis zum 21.5. zeigen die Masterstudierenden des dritten Semesters an der Folkwang-Universität in den Projekträumen im Untergeschoss des Folkwang Museums den aktuellen Stand ihrer Arbeit. Zu sehen sind neun sehr unterschiedliche Positionen, die teilweise deutlich über den Bereich der klassischen Fotografie hinausgehen und ihr Thema in verschiedenen Medien bearbeiten. Die Ausstellung im Rahmen eines professionellen Museumsbetriebes gehört dabei integral zum Studium. In dieser Form zeigen nun schon zum zweiten Mal Studierende der Folkwang-Universität im Folkwang Museum ihre Arbeiten. Die Auswahl und Hängung der Arbeiten wird dabei von den Studierenden selbst vorgenommen, so dass sie nicht nur Erfahrungen in der

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Ein Besuch beim ‚National September 11 Memorial und Museum‘ in New York

Foto(s): Robin Patzwaldt

Wem, wie mir selber auch, die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA damals persönlich sehr nahe gegangen sind, der wird sicherlich von Zeit zu Zeit auch heute, inzwischen immerhin rund 16 Jahre danach, noch immer hin und wieder zumindest mal darüber nachdenken.

Ich hatte nun kürzlich bei einem privaten Besuch in New York endlich einmal die Gelegenheit das bereits im Jahre 2014 offiziell eröffnete, und überwiegend unterirdisch gelegene ‚National September 11 Memorial und Museum‘ im Süden Manhattans zu besuchen, dabei erneut in den Erinnerungen und Gedanken rund um die Geschehnisse zu versinken.

Und, obwohl ich eigentlich wahrlich kein klassischer und routinierter Museumsbesucher bin, hat mich der Besuch dort tatsächlich erneut sehr bewegt. Die Spuren der Ereignisse von damals, die Fundamente der Gebäude, geborgene Utensilien von Helfern und Opfern, persönliche Briefe und Dokumente, ja selbst diverse Tonaufzeichnungen, noch einmal so nah vorgeführt zu bekommen, das hatte ich in dieser Intensität in dieser Massivität und Emotionalität ganz sicher nicht erwartet.

Die Umsetzung des Konzeptes im Finanzdistrikt der US-Metropole an der Ostküste erscheint auch mir als fachlichem Laien insgesamt sehr gelungen. Die Art und Weise wie dort mit diesem überaus sensiblen Thema umgegangen wird, die weckte auch bei mir so erneut große Emotionen, ohne dabei jedoch zu sehr auf die nationale Karte zu setzen o.ä.. Die Trauer und der Schrecken standen dort eindeutig im Mittelpunkt der Präsentationen. Nicht etwa Hass und evtl. sogar Rachegelüste, was man ja vielleicht auch hätte befürchten können.

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Naturkundemuseum Münster: lohnt das?

Dinos, Wasser, Indianer. Naturkundemuseum Münster.

Münster – was gibt´s im Naturkundemuseum zu entdecken? Ist es cool? Langweilig? Teuer? Vielleicht ist dies der Beginn einer neuen, unregelmäßigen Reihe zu Museen im und ums Ruhrgebiet. Lasst mich mal wissen, was ihr dazu meint. Wer Wissenschaft mag,

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Dortmund: BVB-Trainer Thomas Tuchel kommt ins Deutsche Fußballmuseum

BVB-Trainer Thomas Tuchel. Foto: Robin Patzwaldt

Zum Auftakt der neuen Gesprächsreihe SPIELKULTUR der DFB-Kulturstiftung treffen sich am Sonntag, 12. Februar, 19 Uhr, zwei Fußball-Visionäre im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund: BVB-Coach Thomas Tuchel und Hans Ulrich Gumbrecht, einer der international anerkanntesten Geisteswissenschaftler, diskutieren mit Moderator und 11-Freunde-Chefredakteur Christoph Biermann über fußballkulturelle Fragen, die weit über die Tagesaktualität hinausgehen.

In seinem Buch „Lob des Sports“ bekannte Hans Ulrich Gumbrecht, dass ihn außerhalb seines Berufes „die Welt des Sportes und der Stadien“ wegen der „Momente der Intensität und des ästhetischen Genusses“ am meisten faszinierten. Lieblingsobjekt seiner Fußball-Leidenschaft ist seit Jahrzehnten der BVB. Der Romanist und Publizist wurde 1989 auf den Lehrstuhl für Komparatistik an die Stanford University berufen. Zahlreiche Ehrendoktorwürden, unter anderem von den Universitäten in Montreal, Sankt Petersburg und Lissabon, dokumentieren seinen Ruf als weltweit anerkannter Geisteswissenschaftler.

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Dortmund: Steffen Freund im Fußballmuseum – „Am Ende gewinnen immer die Deutschen“

Das DFB-Museum in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Das DFB-Museum in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Ein berühmtes Zitat von Englands Stürmer-Legende Gary Lineker – „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen“ – ist titelgebend für eine prominent besetzte Gesprächsrunde, die das Deutsche Fußballmuseum am Mittwoch, 24. August 2016 ab 20 Uhr durchführt.

Ex-BVB-Spieler Steffen Freund, mit langjähriger Erfahrung als Profi und Trainer in der Premier League, und der in England lebende deutsche Journalist und Buchautor Raphael Honigstein diskutieren dann über das spezielle Verhältnis zwischen dem deutschen und englischen Fußball.

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