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Das ‚Deutsche Fußballmuseum‘ in Dortmund wurde heute offiziell den Medien vorgestellt

Sebastian Schweinsteiger als 'Hologramm' im Fußballmuseum. Foto(s): Robin Patzwaldt

Bastian Schweinsteiger als ‚Hologramm‘ im Fußballmuseum. Foto(s): Robin Patzwaldt

Ob das prominent, direkt am Dortmunder Hauptbahnhof errichtete Gebäude letztendlich so wirklich schön ist? Da gehen die Meinungen bekanntlich doch arg auseinander. Ob der Eintrittspreis von immerhin bis zu 17 Euro pro Person am Ende denn tatsächlich gerechtfertigt ist? Wer will das schon beurteilen? Geschmäcker und Wertschätzungen sind halt sehr individuell und somit natürlich auch unterschiedlich.

Wenn der DFB ein nationales Museum des Fußballs errichtet, dann dürfte es ohnehin nur sehr schwer möglich sein dabei allen Erwartungen und allen Geschmäckern gerecht zu werden. Dass das Museum nun ausgerechnet in Dortmund errichtet wurde war ebenfalls lange in der Diskussion. Auch hierfür lassen sich sowohl das Pro als auch das Contra relativ leicht und gut begründen. Aber diese Diskussionen aus der Vergangenheit über das Projekt sind ohnehin alle recht müßig. Denn wenn am nächsten Sonntag das DFB-Museum in Dortmund nun auch offiziell eröffnet wird, dann ist all dies eben längst so wie es nun letztendlich vor Ort errichtet und aufgebaut wurde. DSC05462 (600x450)

Gründe genug also, sich dieses direkt vom Anfang der Planungen an, ganz und gar nicht unumstrittene Projekt nun einmal persönlich vor Ort anzusehen, kurz bevor es am Sonntag dann auch für die Massen seine Pforten öffnet.
An diesem Montag hatten die Medienvertreter vorab schon einmal die Möglichkeit sich das frisch fertiggestellte Projekt in Dortmund, kurz vor seiner offiziellen Eröffnung, einmal in Ruhe anzusehen. Auch wir Ruhrbarone standen dabei mit auf der Gästeliste.

Hier und heute zeigen wir daher an dieser Stelle auch schon mal ein paar tagesaktuelle Eindrücke vom Inneren des Gebäudes am Dortmunder Hauptbahnhof, welches erst am 25. Oktober 2015 offiziell seine Pforten für das breite Publikum öffnen wird, heute aber u.a. von DFB-Chef Wolfgang Niersbach und Dortmunds OB Ullrich Sierau den Medien präsentiert wurde.
Auf 3.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche sind hier nun rund 1.600 Exponate der deutschen Fußballgeschichte versammelt worden. Vom Mannschaftsbus der DFB-Elf des Jahres 2014 bis hin zu diversen Trikots und Bällen der letzten Jahrzehnte. Da kann man auf einem Rundgang schon so einiges entdecken. Und jeder Besucher dürfte da seine ganz eigenen Interessenschwerpunkte haben.

DSC05410 (600x450)Mich hat das Ganze heute von den ersten Metern an, von der Aufmachung her, doch sehr an die ‚Hockey Hall of Fame‘ in Toronto erinnert. Jede Menge interaktive Spielereien, Projektionsflächen und optische Animationen. Das wird vielen vermutlich besonders gut gefallen, entspricht es doch dem neuesten Stand der Technik. Mit einem klassischen Museumsbesuch hat das Ganze so nicht mehr viel zu tun.

Kritiken, es handele sich hierbei jedoch um nicht viel mehr als eine gigantische Werbeveranstaltung der DFB-Sponsoren, halte ich zwar für überzogen, ganz von der Hand zu weisen sind diese Vorwürfe allerdings auch nicht. Schon sehr massiv und auffällig, die ständige Präsenz der großen Sponsoren in der Ausstellung.

Wie man dann trotzdem noch auf den stolzen Preis von bis zu 17 Euro für einen Erwachsenen Besucher kommt? Zumal über 250.000 zahlende Besucher zur Kostendeckung notwendig sind? Nicht ganz einfach das Alles so positiv darzustellen, wie es die Macher heute bei der Präsentation getan haben.

DSC05329 (600x450)Vielen Fußballfans dürfte der Besuch hier trotzdem ein ungewöhnlich großes Loch in die Tasche reißen. Zumindest im Verhältnis, bei einem vermutlich im Durchschnitt rund 2-3 stündigen Aufenthalt mit der gesamten Familie. Zumal wenn man auch noch die zusätzlichen Angebote des Hauses in Anspruch nimmt, ein Souvenir erwirbt, oder etwas isst bzw. trinkt. Für eine finanzschwache Region wie das Ruhrgebiet erscheint der aufgerufene Eintrittspreis für ein massiv von Sponsoren unterstütztes Museum schon sehr happig. Aber sei es drum.
Lassen wir an dieser Stelle daher heute auch hier zunächst einmal ein paar Bilder vom Tage sprechen.

Die Meinungen der zukünftigen Besucher dürften vermutlich auseinandergehen. Es erwartet die Gäste hier halt eine Mischung als klassischem Museum, moderner Erlebniswelt, ‚Kosumtempel‘ und großer Werbefläche.

Ich fand den Rundgang heute an sich schon sehr spannend, richtig begeistert hat mich die Ansammlung von Ausstellungsstücken aber nicht, ehrlich gesagt.

DSC05407 (600x450)Gerade bei jungen Fußballfreunden, die gerne einmal in einer Kommentatoren-Box den Fernsehkommentator spielen möchten, oder das Trikot von Mari Götze aus dem WM –Finale 2014 ganz aus der Nähe anschauen mögen mag die Begeisterung größer sein. Ältere Mitmenschen werden sich hier hingegen wohl eher vorkommen wie auf einer zur eigenen Reizüberflutung beitragenden Videoshow. Unzählige Filmchen und Hörproben warten auf die Besucher. Ein Aufenthalt kann so auch leicht auf den ganzen Tag ausgedehnt werden, wenn man sich all dem in größerem Umfang ‚aussetzen‘ mag. Ist halt auch irgendwie eine Art ‚Konditionsfrage‘.

Man darf daher gespannt sein, ob die Erwartungen der Macher in Sachen Zuschauerzuspruch auch auf Dauer erfüllt werden können. Am Anfang werden sie das ganz bestimmt. Die neue, große Attraktion des Ruhrgebiets wird die Massen ab Sonntag anziehen. Ganz bestimmt. Wie das Ganze sich dann in 4-5 Jahren darstellen wird, wenn jeder Fußballfan die Sammlung einmal gesehen haben dürfte, das steht dann auf einem anderen Blatt…

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9 Kommentare zu “Das ‚Deutsche Fußballmuseum‘ in Dortmund wurde heute offiziell den Medien vorgestellt

  • #1
    Klaus Lohmann

    Und ich bleibe dabei – das Ding sieht – sogar unten im Eingangsbereich – auch jetzt genau so potthässlich aus wie die gute, alte Ischeland-Halle in Hagen (http://www.yelp.de/biz_photos/ischelandhalle-hagen).

    Die einzig Leidtragende an viel zu optimistischen Besucherzahlen, hohen Investitions- und Wartungskosten ist die Stadt, die sich zumindest den passenden "Klotz" als Ensemble-Ergänzung zum gruseligen Hauptbahnhof hat andrehen lassen. Allerdings ist die Turnhallen-Architektur in direkter Nachbarschaft zur Botta-Landesbibliothek trotzdem eine peinliche Frechheit.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Klaus: Mir gefällt das Gebäude auch nicht. Wirkt an der Stelle zudem wie ein Fremdkörper. Ich bin immer wieder erstaunt mit welchen Entwürfen mal als Architekt so eine Ausschreibung gewinnen kann…. Aber innen gibt es zum Glück dann doch ein paar ’nette Anblicke‘ zu genießen. 😉

  • #3
    Martin Kaysh

    Bastian Schweinsteiger als ‚Hologramm‘ im Fußballmuseum. Foto(s): Robin Patzwaldt
    Das heißt in dem Fall auf jeden Fall Hohl-o-gramm

  • Pingback: Links anne Ruhr (20.10.2015) » Pottblog

  • #5
    KeineEigenverantwortung

    Wenn ich an meine letzten Museumsbesuche denke, überraschen 17 Eur nicht.
    Der Standort ist gut, das Gebäude gefällt mir auch nicht.

    Ich werde mir das Museum zeitnah anschauen und hoffe auf viele Besucher.

    Es bleibt zu hoffen, dass es immer wieder gute Neuheiten gibt, um dauerhaft attraktiv zu bleiben.

  • #6
  • #7
    Hapi

    17 Euro finde ich ziemlich happig. Mal als Vergleich zwei Zahlen aus Köln:

    Deutsches Sport & Olympia Museum (wohl eine Art Mischform öffentlich und privat)
    6 Euro für Erwachsene

    Schokoladenmuseum (privat):
    9 Euro für Erwachsene

  • #8
    Robert

    Also ich muss doch sagen, dass ich etwas enttäuscht bin, weil man kaum was über Fußball lernt.
    Auch interaktiv ist dieses "Museum" nicht wirklich.
    Ich hoffe, dass sich das Museum auf Dauer etwas am Deutsches Sport & Olympia Museum in Köln orientiert und mehr Informationen und Interaktionen bietet. Ich fänd‘ bspw. ein paar Informationen zur Sportmedizin oder zur Physiologie interessant.

    Mich begeistert ein Raum namens "Hallo of Fame", in dem 4 nahezu gleiche Pokale stehen nicht. Das, was momentan in dem Museum ist, wäre ein netter Aufsatz auf einem Sportmuseum. Ein eigenständiger Museumsinhalt ist es in meinen Augen nicht.

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