Waltrop: Freifunk aus ‚Angst vor Flüchtlingen‘ abgeschaltet? Viel Aufregung um wenig!

Freifunker Michael Kamps. Foto: privat
Freifunker Michael Kamps. Foto: privat

‚Freifunk‘ ist bekanntlich ja eine tolle Sache. Ein kostenloses, unabhängiges Internet in Ballungsräumen nutzen zu können, das erleichtert das Leben vieler Menschen ungemein. In etlichen Städten ist das Projekt daher auch schon länger auf dem Vormarsch.
Nachdem rechtliche Bedenken im Laufe der Zeit mehr und mehr ausgeräumt werden konnten hat sich das Ausbreitungstempo noch einmal deutlichgesteigert. Immer mehr Freifunk-Unterstützer schlossen sich in letzter Zeit in vielen Regionen Deutschlands zusammen. Auch hier bei uns im Ruhrgebiet.

Da kommen Negativmeldungen, wie sie aktuell im Kreis Recklinghausen die Runde machen, natürlich sehr ungelegen. So schreckte nun ganz aktuell eine vermeintlich zunächst eher beiläufige, kleine Nachricht viele engagierte Bürger in der Region auf, welche von der Stilllegung einiger Router im Stadtgebiet berichteten, weil deren bisherige Betreiber diese Router in der Innenstadt von Waltrop ausgerechnet aufgrund der ‚Angst vor Flüchtlingen‘ nun nicht länger betreiben wollten und ihre Router in den letzten Tagen daher kurzerhand rigoros wieder vom Netz genommen hatten.

Und auch wenn es sich dabei bisher wohl nur um Einzelfälle zu handeln scheint, ist das natürlich eine Nachricht bzw. eine bedenkliche Entwicklung, die einen so erst einmal kräftig aufhorchen lässt.

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Sebel im Interview: „…keine Menschenseele…und der Himmel…der ist grau!“

Sebel single-coverMultitalent Sebastian Niehoff, alias ‚Sebel‘, ist ein klassisches Kind des Ruhrgebiets.  Ursprünglich aus Wanne-Eickel stammend, zog es ihn vor einigen Jahren nach Recklinghausen. Dort wohnt er aktuell in einer kunterbunten WG direkt über der dortigen Diskothek ‚Moondock‘. Der ambitionierte Musiker betätigt sich übrigens seit Jahren schon quasi ’nebenbei‘ auch noch als Fotograf und Filmemacher.

Für Mitte Februar 2016 hat ‚Sebel‘ aber nun ganz aktuell eine neue Single angekündigt.  Im Ruhrbarone-Interview wirft der Wahl-Recklinghäuser mit uns heute zudem einen kurzen Ausblick auf seine ganz persönlichen Pläne für das Jahr 2016, und es gibt von ihm auch eine kurze Einschätzung zur derzeitigen Lage im ‚Pott‘.

Ruhrbarone: Hallo Sebel! In wenigen Tagen erscheint also Deine neue Single `Nicht tot‘. Erzähl uns doch bitte einmal kurz etwas darüber. Was verbindest Du mit diesem Song?

Sebel: Vor ein paar Jahren sagte mal ein einflussreicher Mensch aus der Musikbranche zu mir: „Sebel…einen Song wie HEIMAT schreibt mal nur 1x in seinem Leben“. Ich liebe diesen Song, klar, und ich spiele ihn auch sehr, sehr gerne, doch ich konnte diese Aussage von Anfang an nie richtig nachvollziehen, weil ich persönlich (vielleicht sehen es andere anders) nie das Gefühl hatte mit „Heimat“ einen richtig großen Song geschrieben zu haben.
Mit „Nicht Tot“ hatte und habe ich dieses Gefühl endlich.

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Internetfundstück: „Die 80er im Ruhrgebiet“ von Reinhard Krause

Essen 1982. Foto: Reinhard Krause
Essen 1982. Foto: Reinhard Krause

Hin und wieder stolpert man im Internet über ganz bemerkenswerte Fundstücke. Ein ebensolches möchte ich heute unseren Lesern einmal kurz vorstellen, nachdem es uns ‚Ruhrbarone‘ hinter den Kulissen in dieser Woche sehr amüsiert hat.

Die Seite „Die 80er im Ruhrgebiet“ vom Fotografen Reinhard Krause ist nämlich ein wahres Kleinod. Krause zeigt darin dutzende Fotos aus einer längst vergangenen Zeit hier im Westen der Republik. Wer alt genug ist, bei dem wecken die Schwarzweiß-Aufnahmen bestimmt einige Erinnerungen.

Ich habe dieses Internetfundstück nun einmal zum Anlass genommen mit Reinhard Krause direkt Kontakt aufzunehmen, und mir das bemerkenswerte Projekt etwas näher erklären zu lassen.

Hier nun das Ergebnis:

Ruhrbarone: Hallo Reinhard! Schön, dass Du dir für uns ein paar Minuten Zeit nimmst. Wir sind ja kürzlich eher zufällig auf Deinen Blog aufmerksam geworden. Uns haben die alten Ruhrgebiets-Fotos dort sehr gefallen. Vielleicht erläuterst Du uns mal kurz ein paar Hintergründe zu Deiner Person und zu Deinem Projekt…

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Essen im Hosentaschenformat: Krimmini – Ruhr 1

DSC05666 (527x600)Dass man das Ruhrgebiet natürlich längst nicht nur in Bildbänden und Reiseführern in Buchform thematisieren kann, sondern auch in Krimis, das beweist ganz aktuell ein kleines Büchlein aus dem Essener Verlag ‚hellblau‘.

Im ersten Teil ihrer ‚Krimmini‘-Serie ‚Ruhr 1‘ ermöglichen die Autoren Arnd Rüskamp und Jörg Stanko dem Leser hier einen kurzweiligen Besuch in Essen. Nett geschrieben, mit viel Lokalkolorit und Ruhrgebietscharme angehaucht, geben die Autoren hier der pensionierten Klatschreporterin Antonie Hasenäcker und dem Reiki-Meister und Privatermittler Kalle Krusenberg den Raum, den die skurrilen aber durchaus liebenswürdigen Figuren bei ihren Erlebnissen in der westlichen Reviermetropole benötigen.

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‚Faszination Ruhrgebiet‘: Ein schöner Versuch das Revier zu verkaufen

Foto(s): Gerhard Launer/Verlag 'Ellert&Richter'
Foto(s): Gerhard Launer/Verlag ‚Ellert&Richter‘

Was macht man, wenn ein Objekt aus der Nähe betrachtet vielleicht nicht ganz so faszinierend aussieht, man es aber trotzdem möglichst positiv darstellen und verkaufen möchte? Man bildet es besser nur aus relativer Ferne ab. Dann sieht man die durchaus vorhandenen kleinen Makel nicht so sehr.

Und genau so haben wohl auch die Macher des neuen Ruhrgebiet-Bildbandes ‚Faszination Ruhrgebiet‘ gedacht und dann auch entsprechend gehandelt, als sie ihr im Oktober 2015 frisch vorgelegtes Buch zusammengestellt haben. Mit Erfolg!

Wer das frisch erschienene Werk einmal in Ruhe zur Hand nimmt, der sieht das Ruhrgebiet hier ausschließlich von seiner schönen Seite, als Ballungsraum voller scheinbar attraktiver Gegensätze, mit viel Grünflächenanteil und zahlreichen architektonischen Besonderheiten.

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‚Wo es im Ruhrgebiet am schönsten ist‘ – Ein Revierbuch in Basisausstattung

DSC04783 (477x600)In den letzten Monaten haben wir hier im Blog relativ viele neue Ruhrgebiets-Bücher vorgestellt. Die meisten davon waren großformatig, recht umfangreich, reich bebildert und somit am Ende häufig dann auch recht kostspielig.
Dass es grundsätzlich aber auch anders gehen kann, das beweist ein kleines Taschenbuch, welches im zurückliegenden Sommer im Verlag E&R neu erschienen ist, und welches ich hier heute auch einmal kurz vorstellen möchte.
Wer auf große Bilder, Hardcover und viele Illustrationen grundsätzlich auch verzichten kann, für den ist das Büchlein ‚Wo es im Ruhrgebiet am schönsten ist‘ von Rolf Kiesendahl nämlich vielleicht die richtige Wahl. Der Preis hierfür ist mit 9,95 Euro jedenfalls dementsprechend auch vergleichsweise günstig ausgefallen.

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Das etwas andere Revier-Buch: ‚Fotografieren im Ruhrgebiet‘

Rheinwerk_Fotografieren-im-Ruhrgebiet_Cover_2D (519x600)Bücher die sich mit den Sehenswürdigkeiten des Ruhrgebiets beschäftigen haben wir hier in den letzten Monaten schon häufiger mal kurz vorgestellt. In dieser Woche kam nun ein Buch neu auf den Markt, welches dabei mal einen etwas anderen Ansatz wählt, nämlich den Blickwinkel eines Fotografen.

Herausgekommen ist eine Mischung aus Reiseführer und Fotohandbuch. Eine spannende Kombination, auch für mich als bisher weitestgehend autodidaktischen ‚Gelegenheitsfotografen‘ des Ruhrgebiets. Thomas Pflaum ging das Ganze in seinem nun vorliegenden Buch-Projekt nämlich, was die Fotos betrifft, deutlich ambitionierter und auch professioneller an. Er hat ursprünglich in Dortmund und Bielefeld Fotodesign studiert und arbeitet seit 1983 als freiberuflicher Fotograf. Pflaum lebt seit über 20 Jahren schon in Castrop-Rauxel und dokumentiert u.a. den Wandel des Ruhrgebiets in einem Langzeitprojekt (www.ruhrfoto.com).

Logisch, dass er als echter Profi der Fotografie da auch sehr detailliert seine Fotos plant und Standorte und Motive auswählt. Das merkt man seinem neuen Buch erfreulicher Weise dann auch so an. Da hat jemand offenkundig viel Spaß am Fotografieren. Und offensichtlich eben auch am Ruhrgebiet. Eine schöne Kombination.

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Dortmund: Heidefest im Rombergpark

Im Rombergpark in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Im Rombergpark in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Nachdem ich ja hier im Blog kürzlich schon einmal auf die Schönheit des Dortmunder Romberparks hingewiesen habe, möchte ich es nun auch nicht versäumen auf das nun anstehende Heidefest dort zumindest kurz aufmerksam zu machen.

Dieses findet nämlich heute und am morgigen Sonntag nahe der weltgrößten, künstlich angelegten Moorheide Europas im Botanischen Garten Rombergpark statt.
Die Veranstalter werben dafür aktuell folgendermaßen:

„In dieser reizvollen Umgebung werden über 80 Aussteller an Fach- und Informationsständen ihre reizvollen Angebote ausbreiten: allerlei Pflanzen, Stauden, Zier- und Obstgehölzen sowie Blumensamen und Zwiebeln fürs kommende Frühjahr. Zahlreiche Stände und Vereine bieten Fachinformationen zu allen Themen rund um die Botanik. Es ist vor allem die einzigartige, harmonische Atmosphäre des Botanischen Gartens mit seinen zahlreichen Wegen und Pfaden, die zum Besuch und zum Verweilen einlädt. Phantasievoll dekorierte Stände wirken zusätzlich einladend.

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Sascha Pallenberg: „Als Blogger musst Du ab und zu einfach mal so richtig auf die Kacke hauen!“

Sascha Pallenberg zu Besuch in seiner Heimatstadt Waltrop. Foto: Robin Patzwaldt
Blogger Sascha Pallenberg zu Besuch in seiner alten Heimat im Ruhrgebiet. Foto: Robin Patzwaldt

Der 43-jährige Sascha Pallenberg gehört seit Jahren schon zu Deutschlands bekanntesten Bloggern. Sein aktuelles Blog ‚Mobilegeeks‘ ist dabei nicht das erste erfolgreicher Projekt des gebürtigen Dortmunders. Mit Hauptwohnsitz inzwischen seit Jahren in Taiwan lebend, bereist der begeisterte Technikfan inzwischen die gesamte Welt, sucht ständig nach neuen, spannenden Entwicklungen in diesem Bereich und hält zahlreiche Vorträge über seine dabei gewonnenen Erkenntnisse.
Ursprünglich stammt Pallenberg aber eben hier aus dem Ruhrgebiet, besuchte in den 1980er-Jahren zusammen mit Ruhrbarone-Autor Robin Patzwaldt das örtliche Gymnasium in Waltrop. Nun kehrte der Weltreisende für wenige Tage mal wieder in seine alte Heimat im nördlichen Ruhrgebiet zurück. Bei einem persönlichen Treffen der beiden, dem ersten seit etlichen Jahren, diesmal im Vorfeld des ‚Waltroper Parkfestes‘, stand Pallenberg den Ruhrbaronen so ausführlich Rede und Antwort, sprach u.a. über Privates, das Ruhrgebiet, seine Vorliebe für Taiwan, seinen Alltag als Blogger, das Internet und auch über seine alte, große Liebe, den FC Schalke 04.

Ruhrbarone: Hallo Sascha! Schön dich mal wieder persönlich hier in Waltrop zu treffen. Ist ja schon Jahre her, dass wir uns hier gesehen haben. Erkläre mir und unseren Lesern doch mal kurz in ein paar Sätzen was hast Du eigentlich nach der Schule alles so getrieben hast. Wie wurde aus Dir der bekannte Technik-Blogger von heute?

Pallenberg: Also, nach der Schule bin ich zur Bundeswehr gegangen und musste mich dann dort zum ersten Mal mit Autoritäten auseinandersetzen, was dann ganz schon spannend war (grinst). Ich hatte mich direkt für vier Jahre verpflichtet, weil ich dachte, dass ich auch beim Bund studieren werde. Dann habe ich aber zum Glück die Kurve gekriegt und bin 1996 beim Bund raus. Danach habe ich dann fünf Jahre lang gejobbt, dabei dann immer schon recht viel mit Computern gemacht. Meinen ersten Computer habe ich schon 1981 bekommen und 1985 war ich glaube ich schon zum ersten Mal online.

An meinem 30. Geburtstag habe ich dann zusammen mit meinem besten Freund damals hier in Waltrop zusammen vor dem Rechner gesessen und dabei dann einen total moralische Selbstreflektion gestartet. Die Erkenntnis damals für mich war: Irgendetwas läuft in meinem Leben falsch. Ich muss was tun. Und eine Woche später habe ich dann zusammen mit einem anderen Kumpel aus Waltrop hier zusammen eine Firma gegründet.

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Fan-Fest des FC Schalke 04 zeigt warum Fußball im Revier etwas ganz Besonderes ist

Heute in der Arena auf schalke. Foto(s): Michael Kamps
Heute in der Arena auf Schalke. Foto(s): Michael Kamps

Wie besonders der Fußball hier gerade hier bei uns im Ruhrgebiet doch ist, das konnte man heute mal wieder ideal in Gelsenkirchen direkt miterleben. Und auch Leute die sonst mit Profifußball vielleicht persönlich eher wenig anfangen können, konnten hier einmal mehr sehen, dass dieser Sport hier in der Region die Massen zu bewegen vermag, wie kaum irgendwo anders.
Gut 100.000 Besucher sollen es nämlich auch in diesem Jahr letztendlich wieder gewesen sein, welche heute rund um die Arena des FC Schalke 04 die Saisoneröffnung des Bundesligisten besucht haben. Kein Vergleich also, zu Bildern und Meldungen wie sie uns zuletzt etwa bei vergleichbaren Anlässen aus Hoffenheim oder Bremen erreichten, wo bei den Fanfesten der dortigen Clubs vergleichsweise wenig Trubel zu sehen und mitzuerleben war. Und während die Saisoneröffnung des BVB vor vier Wochen noch darunter litt, dass es viel zu heiß war an diesem Tag, hatten die Königsblauen Glück und erwischten ideales Wetter.

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