Recklinghausen leuchtet – ein Besuch wider besseres Wissen

‚Recklinghausen leuchtet‘ im Oktober 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, mir den Trip nach Recklinghausen in diesem Herbst zu sparen. Zu enttäuschend waren meine letzten Besuche in unserer Kreisstadt gewesen. Doch auf Wunsch meiner Begleitung machte ich mich am Mittwoch dann doch noch einmal auf den Weg. Schließlich heißt es ja nicht umsonst „Recklinghausen leuchtet“. Vielleicht gab es ja doch noch etwas zu entdecken.

Die Hoffnung war allerdings größer als die spätere Begeisterung. Nach unserem Rundgang stand fest: Auch dieser Besuch hat meine Meinung über die einst so reizvolle Stadt nicht verbessert. „Nächstes Jahr brauchen wir hier aber dann nicht mehr hin“, lautete das ernüchterte Fazit meiner Begleiterin. Widersprechen konnte und wollte ich ihr nicht. Ein paar hübsche Bilder habe ich trotzdem mitgebracht. Genießt sie ruhig. Es könnten meine letzten aus Recklinghausen sein, wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht.

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Gen Z regelt: Die Revolution sucht ihre Verantwortlichen

Teilnehmer einer historischen Nachstellung des russischen Bürgerkriegs in Kruty, Ukraine, am 1. Februar 2008.
Nachstellung des russischen Bürgerkriegs von 1918 in Kruty (Ukraine), aufgenommen am 1. Februar 2008. Symbolbild zum großen historischen Vergleich. (Foto: Sergey Kamshylin / Shutterstock.com)

Die Linke mobilisiert für den 31. Oktober. Bei „Gen Z regelt“ steigen unterdessen Beteiligte aus: Der bisherige Sprecher bezweifelt den friedlichen Rahmen, Berliner Unterstützer fühlen sich mit der Verantwortung nicht wohl. Auf die Straße sollen möglichst viele. Wer dort wofür geradesteht, scheint die weniger zugkräftige Kampagne zu sein.

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Wer beklaut denn das Emscherland?

Im Emscherland in Castrop-Rauxel im September 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt

Zu meinen liebsten Wochenendbeschäftigungen gehört es seit Jahren, die nähere Umgebung zu erkunden. Man muss schließlich nicht jedes Mal ins Auto steigen und drei Stunden fahren, um etwas Neues zu entdecken. Das Ruhrgebiet hat genug Ecken, die sich in den vergangenen Jahren erstaunlich verändert haben. Einige davon habe ich hier im Blog der Ruhrbarone in den vergangenen Jahren schon vorgestellt.

Eine davon ist das Emscherland in Castrop-Rauxel. Auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage in Ickern ist auf rund 30 Hektar ein Naherholungsgebiet entstanden, das eindrucksvoll zeigt, was aus einst wenig einladenden Industrieflächen werden kann. Wo früher Abwasser durch Betonrinnen rauschte, präsentiert sich heute eine erstaunlich grüne Landschaft. Die Emscher wurde renaturiert, Wege wurden angelegt, alte Industrieelemente integriert und neue Aufenthaltsorte geschaffen.

Kurz gesagt: Hier wurde richtig Geld in die Hand genommen – und man sieht es.

Wenn plötzlich die Pflanzen fehlen

Umso größer war mein Ärger am vergangenen Sonntag. Schon auf den ersten Metern meines Rundgangs stieß ich auf mehrere kleine Schilder in Beeten und Rabatten. Der Inhalt sinngemäß: Die dort angepflanzte Pflanze sei leider gestohlen worden.

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Olympia in NRW: Erst gegen München zittern, dann international untergehen?

Start der Olympia-Kampagne Foto: Land NRW

So langsam setzt sich wohl auch in Nordrhein-Westfalen eine Erkenntnis durch, die man hierzulande offenbar möglichst lange und gerne verdrängt hat: Die Olympia-Bewerbung von Köln-RheinRuhr ist keineswegs der große Selbstläufer, als der sie uns in den vergangenen Monaten (unter anderem vom WDR) gerne unkritisch verkauft wurde. Im Gegenteil. Nach dem Abschlussbericht der DOSB-Evaluierungskommission liegt Konkurrent München mit 87 Punkten vor Köln-RheinRuhr mit 85. Berlin folgt mit deutlichem Abstand bei 74,6 Punkten.

Das Rennen um die deutsche Bewerbung ist damit zwar scheinbar eng. Aber selbst wenn NRW diesen Wettbewerb am Samstag in Baden-Baden überraschend für sich entscheiden sollte, wäre das hier im Westen noch lange kein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen.

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Dortmund kann Stadtfest – und zwar ohne Eintrittskasse

Auf dem Lichterfest 2026 im Fredenbaumpark in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt

Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um daran erinnert zu werden, wie unkompliziert ein schönes Stadtfest sein kann. Am vergangenen Wochenende war ich beim Lichterfest 2026 im Dortmunder Fredenbaumpark – und habe dort etwas erlebt, das mir nach den Erfahrungen beim Waltroper Parkfest fast schon wie aus einer anderen Welt vorkam: Ein Fest, bei dem der Besucher tatsächlich noch im Mittelpunkt steht.

Kein Eintritt. Keine Taschenkontrolle. Keine Leibesvisitation. Keine Stimmung nach dem Motto: Erst einmal ordentlich bezahlen, bevor der Spaß beginnen darf. Stattdessen strömten Familien mit Bollerwagen in den Park. Darin: Getränke, Essen und alles, was man für einen entspannten Abend mitbringen wollte. Und genau das fand ich ausgesprochen sympathisch.

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Unruhig wird es längst nicht nur im Osten – Plötzlich hängt die Wut über der Straße

Überraschung am Samstagvormittag in Waltrop. Foto: Robin Patzwaldt (Zum Vergrößern anklicken.)

Manchmal reicht ein kleines Erlebnis, um einem ziemlich deutlich vor Augen zu führen, wie sehr sich die Stimmung im Land verändert hat. Mir ist das am Samstagvormittag passiert. Auf meinem Weg in die Waltroper Innenstadt hing an einer Brücke ein Plakat, das man wohl ohne große Mühe der Querdenker-Ecke zuordnen könnte. Ich will mich an dieser Stelle gar nicht lange mit dessen konkretem Inhalt beschäftigen. Viel interessanter fand ich die Tatsache, dass es überhaupt dort hing.

Denn Waltrop ist nun wirklich nicht der Ort, den man spontan mit politischer Aufruhr, Protestbewegungen oder radikalen Botschaften verbindet. Hier geht es normalerweise eher gemütlich zu. Die Stadt ist traditionell verschlafen, das Ruhrgebiet sowieso. Viele Menschen haben sich über Jahre an den schleichenden Niedergang gewöhnt und ihren Frust eher beim Stammtisch, im Freundeskreis oder stillschweigend für sich selbst verarbeitet. Doch offenbar verändert sich etwas.

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Bellevue für eine Milliarde – und im Ruhrgebiet freuen sie sich über ein zugestopftes Schlagloch

Straßen voller Schlaglöcher gehören im Ruhrgebiet inzwischen längst zum Alltag. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt in diesen Tagen inzwischen tagtäglich Nachrichten, bei denen ich mich ernsthaft frage, ob ich eigentlich noch in derselben Republik lebe wie die Menschen, die solche Entscheidungen treffen. Die geplante Generalsanierung von Schloss Bellevue gehört für mich eindeutig dazu. Eine Milliarde Euro soll das Ganze kosten. Eine Zahl mit neun Nullen. Da schluckt selbst der Taschenrechner.

Natürlich kann man jetzt einwenden: Das Gebäude muss saniert werden. Es ist historisch, denkmalgeschützt, technisch veraltet und muss modernen Sicherheits- und Energiestandards entsprechen. Und natürlich entscheidet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht persönlich, ob irgendwo ein Bauauftrag vergeben wird. Die Bundesverwaltung plant, der Bundestag bewilligt die Mittel.

Alles richtig. Und trotzdem bleibt bei mir ein ziemlich ungutes Gefühl.

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Dortmund zeigt, wie rückständig das Ruhrgebiet ist – Willkommen im Hitzetest der DSW21

Der Hauptbahnhof in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt Meldungen, bei denen man sich zunächst fragt, ob man sie richtig gelesen hat. Neue Stadtbahnen in Dortmund – und keine Klimaanlage. Im Sommer 2026. In einer Zeit, in der uns Politiker im gefühlt täglichen Wechsel erklären, dass wir uns wegen des Klimawandels auf mehr Hitzetage einstellen müssen.

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Waltrop als Negativbeispiel: Wenn die Stadt nur noch mäht, statt zu pflegen

Grünpflege in Waltrop im Jahr 2026. Foto: Robin Patzwaldt
Die gleiche Stelle im Jahr 2013. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

OK, ihr habt es so gewollt! Nachdem mein Text über die aus meiner Sicht teilweise erschreckenden Qualitätsverluste bei den Handwerksbäckern in dieser Woche erstaunlich viel Aufmerksamkeit und Zustimmung bekommen hat, lege ich heute noch einmal nach.

Sommerloch? Von wegen! Wenn einem die Realität genügend Steilvorlagen liefert, braucht es schließlich keine künstlich aufgeblasenen Aufreger. Und deshalb geht es diesmal um ein Thema, das auf den ersten Blick vielleicht noch unspektakulärer klingt: die städtische Grünpflege.

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21 Euro Tageseintritt für ein Stadtfest? Das Waltroper Parkfest spielt mit dem Feuer!

Schon der Vorverkauf für das Waltroper Parkfest 2024 verlief überwiegend schleppend. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Das Waltroper Parkfest war einmal das, was ein Stadtfest sein sollte: unkompliziert, bezahlbar und ein Treffpunkt für die ganze Stadt. Man ging hin, weil man Bekannte traf, ein Bier trank, über das Gelände schlenderte und nebenbei noch ein paar Livebands mitnahm. Heute scheint dagegen immer häufiger der Eindruck zu entstehen, dass die Besucher vor allem eines sein sollen: zahlungskräftige Kunden.

Die jetzt veröffentlichten Preise für die Ausgabe 2026 sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache. 21 Euro für eine Tageskarte, 35,50 Euro für das Wochenendticket. Dazu Getränkepreise, die sich inzwischen mit denen in manchem Bundesligastadion messen können. Für ein Stadtfest in einer 30.000-Einwohner-Stadt ist das schon eine bemerkenswerte Ansage – und ein ziemlich riskantes Spiel.

Denn ausgerechnet jetzt, nachdem erstmals auch offiziell von wirtschaftlichen Problemen die Rede ist, drehen die Verantwortlichen erneut kräftig an der Preisschraube. Das wirkt ungefähr so, als wolle man ein leckgeschlagenes Boot retten, indem man noch mehr Ballast hineinlädt.

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