Schloss Nordkirchen – Das westfälische Versailles als perfektes Ausflugsziel

Zu Besuch am Schloss Nordkirchen im Mai 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt

Die Ausflugssaison läuft wieder auf Hochtouren und gerade jetzt, wenn sich die Natur in sattem Grün zeigt, lohnt sich ein Abstecher ins Münsterland ganz besonders. Wer dem Ruhrgebiet für einen Tag entfliehen möchte, sollte sich ein Ziel unbedingt vormerken: Schloss Nordkirchen. Das imposante Wasserschloss gilt nicht ohne Grund als „westfälisches Versailles“ und zählt zu den beeindruckendsten Schlossanlagen Deutschlands.

Schon die lange Allee, die direkt auf das Schloss zuführt, sorgt für echtes Gänsehautgefühl. Umgeben von Wassergräben, weitläufigen Parkanlagen und barocker Architektur wirkt das Ensemble beinahe wie aus einer anderen Zeit. Besonders an sonnigen Frühlingstagen entfaltet die Anlage ihren ganzen Charme.

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Recklinghausen? Braucht kein Mensch!

Eindrücke aus Recklinghausen im Mai 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt

Es gibt Städte, die man verlässt und sofort denkt: „Da muss ich bald wieder hin.“ Und dann gibt es Recklinghausen.

Über viele Jahre war ich regelmäßig dort. Als Kind sowieso. Mein Vater arbeitete in der Stadt, mein Kieferorthopäde residierte dort, und wer im nördlichen Ruhrgebiet aufwuchs, für den gehörte die Kreisstadt einfach irgendwie dazu. Später, als Teenager und junger Erwachsener, fuhr ich freiwillig hin. Zum Shoppen. Zum Essen. Sogar zum Feiern. Recklinghausen hatte damals etwas, das vielen Städten im Revier fehlte: Atmosphäre. Davon ist heute nicht mehr viel übrig.

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Häme, Hochmut und harte Realität: Rot-Weiss Essen erlebt die ganze Brutalität des Fußballs

Vor dem Spiel in Fürth zeigte sich der Essener Fanblock noch selbstbewusst und gut gelaunt. Foto: Ruhrbarone

Die Bilder vom Dienstagabend in Fürth werden die Fans von Rot-Weiss Essen noch lange verfolgen. Spieler, die völlig entkräftet auf dem Rasen zusammensacken. Mitgereiste Anhänger, die fassungslos ins Leere starren. Und ein Klub, der den Aufstieg in die 2. Bundesliga nach 19 Jahren Sehnsucht auf dramatische Art und Weise verspielt hat.

Ausgerechnet jetzt fällt vielen Beobachtern wieder jene Szene vom Relegations-Hinspiel ein, als Essener Fans demonstrativ einen mutmaßlich aus Duisburg gestohlenen Torpfosten im Stadion präsentierten. Eine Aktion, die damals als kreativer Spott gefeiert wurde. Heute wirkt sie wie ein Sinnbild für die gefährliche Grenzüberschreitung zwischen Rivalität und Überheblichkeit.

Denn der Fußball hat seine ganz eigene Art, Rechnungen zu begleichen.

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Ein Aufstieg von Rot-Weiss Essen wäre ein Lebenszeichen des gesamten Ruhrgebiets

Das Stadion in Essen. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

Wenn an der Essener Hafenstraße am heutigen Freitagabend das Flutlicht brennt, geht es längst nicht mehr nur um zwei Fußballspiele gegen die SpVgg Greuther Fürth. Für Rot-Weiss Essen geht es um die vielleicht wichtigste sportliche und wirtschaftliche Chance der vergangenen Jahrzehnte – und für das gesamte Ruhrgebiet um ein weiteres Stück Fußball-Identität auf großer Bühne.

Das Revier lebt vom Fußball. Es lebt von Rivalitäten, von ausverkauften Stadien, von Traditionsvereinen und von Geschichten, die weit über Tabellenplätze hinausgehen. Genau deshalb wäre ein Aufstieg von RWE in die 2. Bundesliga so bedeutend. Während Vizemeister Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 künftig wieder gemeinsam die 1. Fußball-Bundesliga mit ihrer traditionsreichen Rivalität bereichern werden, könnte die zweite Liga ebenfalls ein echtes Ruhrgebiets-Gesicht hinzubekommen.

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B474n: Während Datteln feiert, wächst in Waltrop der Frust

Die B474n in Datteln kurz vor der Eröffnung im Mai 2026. Foto: Robin Patzwaldt

Nun also ist es endlich soweit – zumindest in Datteln. Dort wird in diesen Tagen unter großem Pomp und mit politischer Prominenz die Fertigstellung des Teilstücks der B474n gefeiert. Nach Jahrzehnten der Diskussionen, geänderter Pläne, verschobener Zeitabläufe und zahlloser Debatten rollt der Verkehr künftig zumindest auf diesem Abschnitt deutlich flüssiger.

Für viele Menschen in der Region ist das eine gute Nachricht. Für viele Waltroper hingegen ist es vor allem ein schmerzhafter Blick auf die eigene politische Realität.

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Warum die Olympia-Bewerbung von NRW schon jetzt gescheitert wirkt

Start der Olympia-Kampagne Foto: Land NRW

Die aktuelle Berichterstattung im Vorfeld der bevorstehenden FIFA-Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada macht noch einmal ganz deutlich, warum sich NRW die Kosten für seine Bewerbung um Olympische Spielen in dieser Region eigentlich besser komplett gespart hätte. Wer in diesen Tagen noch ernsthaft glaubt, Nordrhein-Westfalen könne mit (s)einer vergleichsweise bodenständigen, nachhaltigen und finanziell zurückhaltenden Olympiabewerbung auf internationalem Parkett glänzen, der ignoriert ganz einfach die Realität des modernen Weltsports.

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Warum sich die Fußball-Bundesliga auf Rückkehrer Schalke 04 freuen darf

Eindrücke vom Spiel der Schalker am Samstagabend in Nürnberg. Foto(s): Kilian Marx

Der FC Schalke 04 ist endlich zurück in der 1. Fußball-Bundesliga – und auch wenn sportlich noch viele Fragen offenbleiben, ist eines bereits jetzt sicher: Die Rückkehr der Königsblauen ist ein echter Gewinn für den deutschen Fußball.

Nach dem Wiederaufstieg als Zweitliga-Meister 2025/26 kehrt einer der emotionalsten, traditionsreichsten und fanstärksten Vereine des Landes zurück auf die große Bühne. Dass Schalke in der abgelaufenen Zweitligasaison nicht durchgehend glanzvollen Fußball spielte, rückte angesichts des Saisonausgangs letztlich in den Hintergrund. Entscheidend war der von Millionen herbeigesehnte Wiederaufstieg – und vor allem die Art und Weise, wie Verein und Anhängerschaft diesen begleiteten.

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Brücken-Bingo in NRW: Freie Fahrt? Nur noch Wunschdenken!

Brückenschäden bremsen NRW aus. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Die große Feier rund um den Neubau der Rahmedetalbrücke bei Lüdenscheid war noch nicht verklungen, da hätte man eigentlich schon die nächste Dauerbaustelle einweihen können. Politiker grinsen in Kameras, Bänder werden durchschnitten, mediale Selbstbeweihräucherung inklusive – und der gebeutelte Autofahrer fragt sich nur noch: „Welche Brücke kracht als Nächstes?“

Denn eines war bereits damals offensichtlich: Mit der neuen Rahmedetalbrücke endet das Infrastrukturdrama entlang der A45 keineswegs. Im Gegenteil. Die Sauerlandlinie entwickelt sich mehr und mehr zum Symbol einer jahrzehntelang verschleppten Verkehrspolitik, bei der notwendige Sanierungen so lange aufgeschoben wurden, bis nur noch Vollsperrung, Abrissbirne und Verkehrschaos bleiben.

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Graue Maus mit Tradition: Warum der VfL Bochum wieder keinen interessiert

Das Ruhrstadion in Bochum. Foto: Roland W. Waniek

Der VfL Bochum ist zurück in seinem natürlichen Biotop: irgendwo zwischen gepflegter Zweitliga-Langeweile, rostigem Ruhrstadion-Charme und der erschütternden Erkenntnis, dass außerhalb der eigenen Stadtgrenzen kaum noch jemand Notiz von diesem Traditionsverein nimmt.

Während ringsum im Revier gerade die großen Fußball-Geschichten geschrieben werden, ist Bochum mal wieder das, was es über Jahrzehnte so zuverlässig war: die graue Maus des Ruhrgebiets.

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Kaputtgespart, schöngefärbt: Warum Ruhrgebietsstädte wie Waltrop lieber glänzen als sanieren

Der Kiepenkerlbrunnen in Waltrop wird durch einen ‚Klimaplatz‘ ersetzt – Fördergeld macht es möglich. Foto(s) Robin Patzwaldt

Dass viele Städte im Ruhrgebiet finanziell längst nur noch auf dem Zahnfleisch kriechen, ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Doch was sich aktuell wieder zwischen klammen Stadtkassen, grotesken Förderprogrammen und kommunalpolitischer Realitätsverweigerung abspielt, lässt einen als halbwegs denkenden Bürger regelmäßig zwischen Fassungslosigkeit und Galgenhumor pendeln.

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