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Teamflieger auf der Kippe? Endet im Sommer die Zeit der großen BVB-Dekadenz?

Vornehm geht die Welt zugrunde. Foto: BVB

Der dem BVB seit Mai 2016 von Eurowings zur Verfügung gestellte ‚Mannschaftsairbus‘ polarisiert vom ersten Tag an. Nun soll die Partnerschaft des Fußballklubs und der Fluglinie nach übereinstimmenden Medienberichten etwas überraschend vor dem Aus stehen. Zwischen 2013 und 2016 war Turkish Airlines der Sponsor des Mannschaftsfliegers. Doch auch diese Partnerschaft war keine langfristige.

Wenn der Klub in den nächsten Wochen nicht eine ähnliche Partnerschaft mit einer anderen Airline zur nächsten Saison abschließen kann, dann wird es ab Sommer keinen Flieger in Vereinslackierung der Dortmunder mehr geben. Nicht die schlechteste Aussicht, wie ich finde.

Natürlich ist es auf den ersten Blick ‚cool‘, wenn es ein Flugzeug in Vereinsfarben gibt, dass die Mannschaft zu den Auswärtsspielen fliegt. Ich persönlich kenne das aus dem US-Sport, wo das schon länger üblich ist. Zumindest bei den großen Teams.

Dass es dem Image einer Profimannschaft schmeichelt, das sollte klar sein. Unzählige Fotos und Geschichten rund um den BVB-Airbus zeugen zudem davon, dass ein ‚Vereins‘-Flugzeug prima als Image- und Werbeträger taugt.

Beeindruckend, wenn ein Kader so zu den Champions League-Auswärtsspielen anreist. Das macht was her und ist durchaus sinnvoll, da diese Reisen im Idealfall ja ohnehin per Flugzeug zu absolvieren sind.

Grenzwertig, sprich an Arroganz grenzend, wird es jedoch dann, wenn ein Verein ein solches Vehikel auch immer häufiger für Reisen nutzt, die jeder andere Klub mit anderen Verkehrsmitteln zurücklegen würde.

So flog der BVB zuletzt mit dem Mannschafts-Airbus auch nach Leipzig um im Umland ein Freundschaftsspiel zu bestreiten, oder auch nach Bitburg, für ein Spiel im DFB-Pokal 2016 gegen Eintracht Trier. Samt Zubringerfahrten und Einchecken ist eine Zeitersparnis hierbei kaum noch zu erkennen.

Es musste sogar einmal eine Landung wetterbedingt (Nebel) abgesagt werden, was zum Umkehren des Flugzeugs und zur Absage eines Freundschaftsspiels im Osten der Republik führte.

Hier war ein wirklicher Nutzen eines solchen Flugzeugs endgültig nicht mehr zu erkennen, kam der einmal als Arbeiterverein gegründete BVB eher großspurig und im wahrsten Sinne des Wortes ‚angehobener‘ Klub daher.

Der FC St. Pauli postete kürzlich Fotos von einer ‚lustigen‘ Zugfahrt seiner Profis zum Auswärtsspiel in Heidenheim. Ist das nicht wesentlich sympathischer und auch kaum unbequemer für die Kicker als ein Flug samt Flughafentransfers?

Vor diesem Hintergrund freue ich mich sogar über das kolportierte ‚Aus‘ des Dortmunder Mannschaftsfliegers. Zu den Champions League Spielen oder den weit entfernten Auswärtsspielen in Deutschland kommt der Kader auch ohne ein Flugzeug im Klubdesign. Und innerhalb Deutschlands würde dem BVB die eine oder andere Bus- oder Bahntour mehr zur Erhaltung/Rückgewinnung der Bodenständigkeit sicherlich ganz gut tun.

Zu abgehoben sollte der BVB nicht werden. Ich erinnere mich auch noch gut daran früher die Mannschaft auf ihrer Rückfahrt im Bus nach dem einen oder anderen Auswärtsspiel auf der Autobahn überholt zu haben. Geschadet hat das den Profis sicherlich nicht….

 

 

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8 Kommentare zu “Teamflieger auf der Kippe? Endet im Sommer die Zeit der großen BVB-Dekadenz?

  • #1
    Chaoskatze

    In den USA … okay, da sind ja auch noch ganz andere Entfernungen zu überbrücken – ebenso wie in anderen Riesenländern. Aber in diesem Winzland hier ist das einfach nur elitärer Tulux – die können Bahn oder Bus fahren, ist auch besser für den ök. Fußabdruck.

    Und, wie im Artikel richtig dargestellt: wenns denn mal "weiter weg" gehen soll, also europa- oder weltweit, tut ein Flugzeug in neutralen Farben denn auch nicht wirklich weh.

  • #2
    Kai

    Nun, der Eurowings Flieger in den Vereinsfarben wurde für einige innerdeutsche Flüge nicht genutzt – es war in den Fällen ein Charterflug, im Fall Leipzig sogar ne Turboprop.
    Das Unverständnis teile ich – wobei der Teambus in jedem Fall vor Ort bereitgestellt wird (also auch in weiter entfernten Spielorten) und praktisch leer fährt. Vielleicht ist das MAN Sponsoring das grössere Problem?

  • #3
    ke

    Ich habe nie verstanden, was denn jetzt genau der BvB Flieger ist.
    Ein normaler Flieger im BvB Design?
    Ein Business Flieger im BvB Design?
    Ein exklusiv für den BvB zur Verfügung gestellter Flieger?

    Wenn ich daran denke, dass auch die lokale Wirtschaft eine Flugverbindung nach Berlin gefordert hat, kann ich es nachvollziehen, dass auch innerdeutsch eine Anreise via Flugzeug sinnvoll ist. Unsere Beamten schaffen Berlin<->Bonn doch auch nicht ohne Flieger.

  • #4
    GMS

    Wo ist das Problem? Ob der Flieger nun in BVB Farben lackiert ist oder nicht wird NICHTS am Reiseverhalten des Clubs ändern.
    Es wäre wohl sinnvoller die Bits für diesen Artikel für umgekippte Reissäcke auzuwänden…

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @GMS: "Wo ist das Problem?"

    Das ‚Problem‘ ist, dass der BVB als ein ursprünglich von Arbeitern und ‚kleinen Leuten‘ gegründeter Verein nicht gerade vorne weg gehen müsste, wenn es um solche Dinge geht. Etwas mehr Demut wäre da aus meiner Sicht nicht verkehrt. Vor rund 10 Jahren hat sich die Mannschaft noch per Bus auf den Weg nach Nürnberg gemacht. Heute wird geflogen. Von Flugreisen nach Trier einmal ganz zu schweigen.

  • #6
    GMS

    @Robin Patzwaldt

    Nun ist der BVB aber kein kleiner Verein mehr, sondern ein international tätges Unternehmen mit einem Millionenumsatz.
    Was ich nicht als Problem sehe, denn so bekommt man besseren Fußball zu sehen als wenn es ernst gemeint und gelebt würde mit dem "Wir sind kleine Leute". Es steht ja jedem/r frei Rot-Weiß Essen oder ähnlichen zuzujubeln.

    Davon mal ganz abgesehen, wer sich die Woche über Morgens oder Abends an Flughäfen aufhält wird noch viel mehr Wahnsinn in Sachen GGeschäfts-) Reisen erleben. Und das ist der eigentliche Skandal.

  • #7
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @GMS: Soweit einverstanden. Allerdings ist der BVB weit und breit immer noch der einzige Verein mit einem solchen Teamflieger. Ob man ausgerechnet in diesem Bereich seine herausragende Stellung unter Beweis stellen muss? Ich finde nicht.

  • #8
    Thommy

    @7 Nicht nur da.
    Vor einigen Jahren meinte "We have played a grandios saison"-Weidenfeller sich entblöden zu müssen und gegen das Nachtflugverbot zu Felde zehziehen zu müssen.

    Hintergrund ein BV-flieger war zu spät dran und musste umgeleitet werden. SeimArgumrn: man sei schließlich ein Wirtschaftsfaktor in Dortmund, da müsse man auch mal später landen dürfen. Anfere Leute fann aber micht, oder?

    Abgehoben und den Bodenhaftung offensichtlich verloren….symptomatisch für den BVB der letzten Jahre

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