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Thorsten Hoffmann – Der CDU-Mann, der die SPD in Dortmund schlagen kann

Thorsten Hoffmann Foto: Falko Wübbecke Lizenz: CC BY-SA 4.0


Die Gerüchte gibt es schon länger, aber sie verdichten sich, auch wenn sie niemand bestätigen mag: Dortmund Oberbürgermeister Ullrich Sierau wird bei der Wahl 2020 nicht mehr antreten. Für die CDU bietet sich damit eine einzigartige Chance.

Dortmund gilt als die Herzkammer der SPD. Eine uneinnehmbare, rote Hochburg, in der das Sozen-Parteibuch noch was gilt. Vieles daran ist eine Legende: Seit den 90er Jahren hat die SPD auch in Dortmund ihre absolute Mehrheit verloren. Und bei der letzten OB-Wahl zwang die CDU-Herausforderin Annette Littmann (CDU) in die Stichwahl, die Sierau für sich entscheiden konnte. Wenn die CDU klug gewesen wäre, wäre Littmann im Rat und würde Sierau und die SPD als Oppositionsführerin jagen. Aber die CDU war dumm und nutzte iher Chance nicht.

Nun bietet sich ihr eine neue Gelegenheit. Die Gerüchte, dass Dortmund Oberbürgermeister als Präsident zum Erstligisten Borussia Dortmund wechselt und Nachfolger von Reinhard Rauball wird, verdichten sich, auch wenn sie noch niemand bestätigen mag. Nachdem man sich nicht auf die Landtagsabgeordnete Nadja Lüders als Nachfolgerin einigen konnte, soll nun Thomas Westphal Sieraus Nachfolger werden. Westphal ist blass und ohne jedes Charisma. Die Dortmunder Wirtschaftsförderung leistet trotz, nicht wegen ihm weiter eine gute Arbeit. Aus dem Schatten seines Vorgängers Udo Mager konnte er nie hervortreten.

Für die CDU bietet sich damit die Chance, künftig in Dortmund den Oberbürgermeister zu stellen. Was ihr bereits immer mal wieder in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und vielen anderen Revierstädten gelang, könnte sie auch in der vermeintlichen Herzkammer schaffen. Hätte sie nach 2014 Littmann aufgebaut, wäre die Sache klar – aber dazu waren die Christdemokraten damals zu dumm und zu intrigant.

Aber sie haben noch ein As im Ärmel und das trägt den unscheinbaren Namen Thorsten Hoffmann. Der Polizeibeamte saß von 2015 bis 2017 für die Union im Bundestag. Hoffmann nutzte die Zeit, war vor allem in Dortmund präsent, besuchte zahlreiche Veranstaltungen, sprach mit den Menschen und kämpfte darum, wieder in den Bundestag einzuziehen. Doch so weit, das ein Christdemokrat in Dortmund ein Direktmandat holen kann ist die Stadt noch nicht.

Aber eine Chance, zum OB gewählt zu werden hätte er mit seiner hemdsärmeligen Art. Sein Thema, die Sicherheitspolitik, wird bei der Wahl sicher wichtig sein. Als Polizeibeamter hat er Ahnung und kennt die Stadt wie seine Westentasche. Den snobistischen Westphal wird Hoffmann auf jeder Veranstaltung in die Tasche stecken.

Die CDU in Dortmund hat – unverdient – in Folge eine zweite Chance bekommen, die SPD zu schlagen. Wenn sie diesmal klug ist, wird sie sie nutzen.

 

 

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6 Kommentare zu “Thorsten Hoffmann – Der CDU-Mann, der die SPD in Dortmund schlagen kann

  • #1
  • #2
    Klaus Lohmann

    Dass ausgerechnet der "Stamokap" Westphal hier den Mager-Stuhl für Schattenhaushaltspflege übernehmen durfte, ist schon Hohn genug für den linken SPD-Stumpf. Dass er sich vor gut einem Jahr arrogant-lästermäulig über das "restliche" Ruhrgebiet entkübelt hatte (https://www.ruhrnachrichten.de/Staedte/Dortmund/Deshalb-erntet-Wirtschaftsfoerderer-Westphal-heftige-Kritik-51598.html), ist typisch für die Sierau’sche Verwaltungsmeschpoke.
    Dass Dortmund lt. prognos-Zukunftsatlas 2016 zu den 10 schlimmsten Verlierern unter Deutschlands Städten und Regionen zählt, ist wohl kein Zufall, wenn Wirtschaftsförderung hier nur noch Hilfsarbeiter-Jobs bei Logistikern bedeutet und die soziale Schere so weit aufklappt wie sonst in kaum einer deutschen Stadt.

    Spannend bleibt, ob Westphal wirklich am Wochenende in den Unterbezirks-Vorstand gewählt und somit die Grundlage für eine Nachfolge-Kandidatur gelegt wird. So oder so hätte die CDU beste Aussichten – wenn, ja wenn sie denn sehr schnell und konsequent einen Kandidaten auf die Kette bekommt. Klappt das nicht zügig, bleibt hier leider wieder alles beim Alten.

    PS: Ob Sierau dann Nachfolger von Rauball wird, wage ich ich zunächst mal zu bezweifeln – es sei denn, Aki Watzke hört definitiv als GF auf und mischt sich auch sonst nicht mehr rein. 2 von diesen Betonköppen gleichzeitig verkraftet der Verein nicht.

  • #3
    Bebbi

    > Die CDU in Dortmund hat – unverdient – in Folge eine zweite Chance bekommen, die SPD zu schlagen.

    Das ist ein wichtiger Satz in dem Zusammenhang, macht die Ratsfraktion doch absolut keine gute Figur.

    Steht Sierau noch nicht auf der Gehaltsliste vom BVB? Das ist doch sein Hauptthema, man könnte fast sagen, es wäre das einzige Thema, das ihm wichtig ist. Verkehrspolitisch ist der Raumplaner komplett abgetaucht, die Rechten bekommt er nicht in den Griff …

    Aber wäre der Wechsel nicht auch Klüngel? https://www.ruhrbarone.de/causa-boerschel-koeln-und-der-kluengel/154198

  • #4
    Dirk Brei

    Sollte Thomas Westphal es schaffen in Dortmund
    OB zu werden würde ich mir wünschen das
    Herr Laurin und dieser
    Weltmeisterleserbriefschreiber K.L. endlich aufhören
    uns mit ihren Dummschwätzergeschreibe zu nerven.

  • #5
    Klaus Lohmann

    @#4 Mit "uns" meinen Sie die Dortmunder SPD-Zombies? Nö, keine Chance, weder mit "aufhören" noch mit "nerven";)

  • #6
    ke

    Hat Dortmund eine CDU?
    Aus dem roten Loch entweicht nichts. Es nimmt alles auf.

    In der Dortmunder DNA ist auch festgelegt, für welche Partei die Stimme abgegeben wird.
    Potenzielle Kandidaten aus anderen Parteien haben bisher immer noch einen Job in anderen Bereichen gefunden, so dass sie wieder aus dem Blickfeld der Bürger verschwanden.

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