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Topstürmer Paco Alcácer überzeugt beim BVB: Sorry, Michael Zorc! Da lag ich wohl falsch!

Foto: BVB

Wie fast jeder Fußballfreund im Lande, halte ich meine persönlichen Einschätzungen in Sachen Fußball im Regelfall für sachlich gut begründet und daher nachvollziehbar und ‚richtig‘. Dass das in der Realität vielleicht seltener der Fall ist, als ich glaube…. geschenkt.

Es gibt jedoch auch Zeiten, da wird einem die eigene Einschätzung sprichwörtlich mal so richtig um die Ohren gehauen. In der Frage der Stürmersuche bei Borussia Dortmund ist das bei mir gerade so.

Offensichtlich schlecht vorbereitet auf die Suche eines Nachfolgers für den nach Arsenal London abgewanderten Pierre-Emerick Aubameyang präsentiere sich der BVB schon im vergangenen Winter. Es kam nur zu einer notdürftig wirkenden Ausleihe von Michy Batshuayi vom FC Chelsea. Dieser enttäuschte in Dortmund nicht, lieferte eine zumindest als ordentlich zu bezeichnende Torausbeute in der Bundesliga-Rückrunde ab.

Trotzdem wollt/konnte der Klub den Belgier nicht über den Sommer hinaus behalten. Abermals wirkten die Verantwortlichen an der Strobelallee auf diese Situation schlecht vorbereitet. Diesmal völlig unverständlicher Weise, wusste man doch spätestens seit Januar, dass im Sommer ein neuer Torgarant in Dortmund vonnöten wäre, der internationalen Anspüchen genügen würde.

Der Stürmer-Markt war grundsätzlich eng. Die prominentesten Stürmer, die zu haben gewesen wären, fanden rasch neue Vereine. Für den BVB schien niemand namhaftes mehr zu bleiben. Ich war, wie tausende andere auch, in großer Sorge, dass ‚mein‘ BVB ohne einen wirklich guten Mittelstürmer in die neue Saison gehen müsste.

Als dann auf den letzten Drücker die Ausleihe von Paco Alcácer vom FC Barcelona bekanntgegeben wurde, da hielt ich das erneut für eine riskante Notlösung. Ein Stürmer der in den letzten Jahren kaum zum Einsatz kam sollte die Borussia zurück an die Ligaspitze schießen, sollte dafür sorgen, dass der BVB eine realistische Chance hat in der UEFA Champions League zu überwintern? Wenig sprach aus meiner Sicht dafür, dass das eine wirklich gute, eine tragfähige Lösung wäre.

Jetzt, nach den ersten sieben Ligaspielen, muss ich diesbezüglich meinen Hut ziehen. Lucien Favre und Michael Zorc scheinen tatsächlich genau gewusst zu haben, was sie da tun. Respekt für diese zunächst wenig glanzvoll erscheinende Lösung von meiner Seite aus.

Wie wertvoll Paco Alcácer in Wirklichkeit schon für sein neues Team ist, das zeigte gerade der heutige Heimauftritt der Schwarz-Gelben gegen den FC Augsburg. Drei Tore in gut 30 Spielminuten beim spektakulären 4:3-Heimerfolg der Westfalen. Der Spanier erledigte die Augsburger fast im Alleingang. Und das einmal mehr als Einwechselspieler wohlgemerkt.

Insgesamt noch keine 100 Bundesligaminuten für Dortmund auf dem Platz, schon sechs eigene Treffer auf dem Konto. Dazu auch in der Champions League gegen Monaco eingenetzt. Der ausgeliehene Torjäger, für den Dortmund über eine Kaufoption verfügen soll, zeigt allen im Lande in kürzester Zeit, welche Klasse er in sich hat. Zusätzliche Belohnung für ihn: Alcácer wurde erstmals nach über zwei Jahren wieder für die Nationalmannschaft Spaniens nominiert.

Selten sah man in Dortmund und Umgebung so viele glückliche Gesichter wie in diesen Tagen. Der neue Mittelstürmer ist daran nicht gerade unbeteiligt. Manchmal macht sich Ruhe in der Personalplanung eben doch bezahlt. Sorry, Michael Zorc, in diesem Punkt habe ich mich im Sommer echt in Ihnen getäuscht!

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4 Kommentare zu “Topstürmer Paco Alcácer überzeugt beim BVB: Sorry, Michael Zorc! Da lag ich wohl falsch!

  • #1
    walter stach

    Robin,
    ja, großartig, was "der Neue" aus Spanien für den BVB leistet . Ein Glücksgriff von Zorc und Co. oder…?
    Egal. Im Moment läuft alles Bestes -Können, Glück…..?!

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Der Stimmungsumschwung ist bemerkenswert. Im Vorjahr noch dieses Grundgemecker im Umfeld, im Moment viel Optimismus und Freude. Ich bin angenehm überrascht, wie schnell das möglich war. Hoffentlich ist das, bei der Schnelllebigkeit in diesen Tagen, nicht in ein paar Wochen schon wieder umgekehrt 😉

  • #3
    Klaus Lohmann

    Alcácer hat ein ähnliches Schicksal erlitten wie Götze, als der nach München ging – nach überragender Leistung bei Getafe und Valencia hat man ihn bei Barcelona nicht an den großen Messi und Neymar vorbeigelassen und selbst als Perspektivspieler war er nur sporadisch im Kader gelitten. Eine auch für spanische Verhältnisse eher seltene Fehlentscheidung, wie man jetzt sieht. Wenn es bei den 23 Mio. Kaufoption nä. Jahr bleibt, hat Susi endlich mal wieder alles richtig gemacht, da muss auch ich den Hut ziehen.

  • #4
    walter Stach

    Robin -2-,
    ich denke, wir BVB-Fans verfallen nicht in Grpßenwahn angesichts der momentan Situation "unseres BVB"; in der Tat kann das "morgen" schon wieder ganz anders aussehen. Ich neige allerdings zur Zeit dazu, optimistisch zu sein angesichts dessen, was die Mannschaft leistet und nach meiner Meinung noch besser zu leisten in der Lage sein dürfte, u.a. angesichts des "breiten Kaders" und angesichts des Potentiales, das alle (!) Neuen zu haben scheinen. Zudem, so scheint es mir jedenfalls, muß ich meine Vorbehalte -nicht meine Ablehnung- gegenüber Favre- wohl zurücknehmen, mindest stark reduzieren!

    Klaus Lohmann -3-,
    mir war nicht bekannt, daß die Kaufoption des BVB eine betragliche Festlegung von "nur" 23 Mio € beinhaltet. Wenn Alcacer so weit macht wie bisher, wäre das dann ein "Schnäppchen" und eine anerkennens-/lobenswerte Entscheidung von Zorc und Co.

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