Typisch DFB: Der bei den Fans ungeliebte Werbeclaim ‚Die Mannschaft‘ stirbt nur in Raten

Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Sie haben sich dann doch noch dazu durchgerungen. Der spätestens nach der gescheiterten Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland beim DFB in der Diskussion stehende Werbeclaim ‚Die Mannschaft‘, der symbolisch für die schleichende Entfremdung zwischen der deutschen Nationalmannschaft der Männer und deren Fans steht, wird nun doch noch abgeschafft.

Doch ganz typisch für den vielfach sehr träge wirkenden und häufig geradezu aus der Zeit gefallen zu scheinenden Verband, wird die endlich getroffene Entscheidung nicht sofort umgesetzt.

Nach sieben Jahren im Einsatz hat der DFB nach einer Analyse wird den Marketingslogan für das Nationalteam zukünftig nicht mehr verwenden. Allerdings verschwindet der umstrittene Begriff nicht sofort, so wird er etwa bei der Winter-WM in Katar noch auf den Trikots zu sehen sein. Das berichtete unter anderem die Frankfurter Rundschau jetzt.

“Umfragen und Analysen haben ergeben, dass der Name ‘Die Mannschaft’ einen hohen Bekanntheitsgrad hat und besonders im Ausland Anerkennung findet. Da steht er für Werte wie Teamgeist und Erfolg”, wird DFB-Präsident Bernd Neuendorf zitiert. Fakt sei “aber auch, dass er in Fankreisen hierzulande mitunter kritisch gesehen und emotional diskutiert wird. Bedeutender als der Name ist aber ohnehin das Auftreten der Nationalmannschaft.“

Erschreckend, wie langsam die Mühlen beim DFB auch nach unzähligen personellen Umbesetzungen im Verband über die vergangenen Jahre noch immer mahlen. Hier im Blog haben wir schon vor Jahren darüber diskutiert, welch fatale Wirkung der Slogan im Zusammenwirken mit einem immer weltfremderen Verhalten der Auswahlmannschaft unter der Führung eines Oliver Bierhoff hatte.

Immer mehr Kommerz, immer weniger Fan-Nähe waren in den Augen vieler die Folge. Der Slogan ‚Die Mannschaft‘ zeugte dabei aus Sicht der großen Mehrheit der Fans nicht nur von einer ungeheuren Arroganz, er stand förmlich sinnbildlich für die Selbstüberhöhung des Weltmeisters von 2014, der sich durch diesen Claim selber mit einem Alleinstellungsmerkmal ausstattete, die viele nicht gutheißen konnten und wollten.

Dass jetzt das Argument angeführt wird, dass sich der Begriff in erster Linie auch im Ausland gut durchgesetzt habe, verwundert nicht, ist die volle Bedeutung im Regelfall nicht Deutsch sprechenden Personen wohl gar nicht vollauf bewusst.

Ob das reine Abschaffen des Claims nach der WM zum Jahresende hin die Lösung für die schwindende Beliebtheit der Nationalmannschaft führen wird, muss bezweifelt werden. Es ist ein erster Schritt, für den der DFB allerdings über vier Jahre benötigte.

Wann die Entwicklung abgeschlossen sein wird, lässt sich bei diesem Tempo der Veränderungen nicht absehen. Oliver Bierhoff steht noch weit vor der Rente. Es steht zu befürchten, dass erst danach wirklich frischer Wind beim DFB Einzug halten wird. Wenn überhaupt….

 

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[…] Insofern machte eine gleiche Bezahlung für Männer- und Frauen-Nationalmannschaft beim DFB, bei bisher völlig unterschiedlichem Interesse auf dem ‚Markt‘, auch keinen […]

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