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Um zu bemerken was mit den ÖPNV im Ruhrgebiet nicht stimmt braucht es keine RVR-Studie

Warten am Flughafenbahnhof in Düsseldorf. Foto: privat

Es ist in den sozialen Medien derzeit eine recht emotionale Diskussion im Gange, seitdem zum Wochenbeginn folgende Meldung landesweit die Runde machte: „Eine am Montag vorgestellte Studie des Regionalverbands Ruhr (RVR) kommt zu dem Schluss, dass vor allem am Rande des Ruhrgebiets mehr S-Bahnhöfe gebaut und das Netz erweitert werden müsste. Nur zehn Prozent aller Wege werden im Ruhrgebiet mit Bussen und Bahnen zurückgelegt. „Das ist für eine Metropolregion ein dramatisch schlechter Wert“, sagte RVR-Planungsdezernent Martin Tönnes. Das dominierende Verkehrsmittel sei das Auto, mit dem 58 Prozent aller Wege zurückgelegt würden.“

Zunächst einmal verwundert es natürlich, dass man es beim RVR offenbar wirklich für nötig hält für diese banal anmutende Aussage eine Studie in Auftrag zu geben. Jeder der im Ruhrgebiet lebt, hätte grundsätzlich zu diesem Ergebnis kommen können, ja fast müssen. Zum Anderen erstaunt der Zeitpunkt, denn neu ist dieser beklagenswerte Zustand des ÖPNV in dieser Region ja nun wahrlich auch nicht.

Schon als ich 1990 mein Geographie-Studium an der Ruhr-Universität in Bochum aufnahm, also vor fast 30 Jahren, da kam eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dafür nicht wirklich ernsthaft in Betracht. Von Waltrop (Kreis Recklinghausen) aus zur Uni nach Bochum? Das hätte inklusiver aller Warte- und Umsteigezeiten weit über zwei Stunden gedauert. Pro Weg, wohlgemerkt. Mit dem Auto waren es hingegen nur rund 45 Minuten. Keine Frage also, welche Lösung man wählte.

Verändert hat sich seither quasi nichts. Will ich zum Ruhrbarone-Sommerfest nach Bochum, um mal ein ganz praktisches Beispiel aus der Gegenwart zu wählen, mit Bus und Bahn wäre es auch heutzutage noch schlicht eine Katastrophe. Von Waltrop aus bis Dortmund-Mengede, von dort aus mühselig weiter in Richtung Bochum. Dort dann entweder noch ziemlich weit laufen, oder einige weitere Male umsteigen. Ich käme ehrlich gesagt gar nicht ernsthaft auf die Idee das ganze mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erledigen.

Von den unverhältnismäßig hohen Kosten des ÖPNVs hier im Revier einmal ganz zu schweigen. Kürzlich bin ich einmal wieder mit einem Regionalexpress zum Flughafen nach Düsseldorf gefahren. Kostenpunkt 15.30 Euro! Pro Weg!

In diesem Falle aber leider ziemlich alternativlos, weil einfach nicht anders zu regeln, wenn man das Dauerparken am Flughafen umgehen will. Glücklich kann ein Bürger mit dieser Lösung trotzdem kaum sein. Ich bin einfach froh, dass ich das Ganze nur sehr selten in Anspruch nehmen muss. Wenn immer möglich wähle ich als Transportmittel durch das Ruhrgebiet unverändert das Auto. Ist einfach schneller, und nervenschonender. Trotz der ebenfalls kritischen Situation auf den Straßen der Region.

Ganz anders stellt sich die Situation natürlich für Leute dar, die im Alltag häufiger auf den VRR angewiesen sind. So schimpfte die freischaffende Künstlerin Susanne Scheidle, ihres Zeichens treue Stammleserin der Ruhrbarone, unter meinem Facebook-Post zum Thema am Montagabend:

„Gerade heute habe ich mir wieder mal überlegt, ob ich das Abo kündigen soll. Ich fahre jeden Tag von GE nach E und zurück. 11 km, dafür braucht man mit dem Wagen 20 Min. Mit VRR 1 Std. – wenn alles gut geht. Meistens geht nix gut. Heute Abend typischer Fall: Straßenbahn 107 hat Verspätung, den Anschluss in Katernberg zum Bus nach GE verpasse ich garantiert, also ab zu Bahnsteig 22, da gibt es seit 2 Jahren im Hbf E eine Baustelle, also muss man über Bahnsteig 1, ganz bis hinten durch, dann eine Treppe runter, durch den Gang, Treppe wieder rauf. Der Zug um 18.33 kommt nicht. Keine Ansage, kein Ticker, nix. Man steht so rum und friert sich den Allerwertesten ab. Um 18.40 beschließe ich, den Zug um 18.44 Richtung Münster zu nehmen, also Treppe wieder runter, durch den Gang zu Bahnsteig 4. Der Zug ist pünktlich (!), fährt aber trotzdem verspätet ab und weil er aus unerfindlichen Gründen nur ein Tempo drauf hat wie ein Bimmelbähnchen von anno pips verpasse ich im Hbf GE wieder den Anschluss zum Bus. Gesamtzeit für den Weg nach Hause: 1 1/2 Std., davon 30 Minuten warten bzw. hin und her rennen im Bahnhof.“

Erfahrungen, wie sie alleine in meinem persönlichen Umfeld etliche Leute tagtäglich machen müssen. Und da wundert man sich an anderer Stelle ernsthaft über die geringe Akzeptanz des ÖPNV im Ruhrgebiet, gibt noch Geld für Studien aus? Irre Zeiten sind das hier!

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27 Kommentare zu “Um zu bemerken was mit den ÖPNV im Ruhrgebiet nicht stimmt braucht es keine RVR-Studie

  • #1
    mt

    Danke für diesen Beitrag. Das ist exakt meine Erfahrung.

    Ich pendele täglich aus einem miserabel angebundenen nördlichen Vorort Dortmunds in die Innenstadt von Essen (und zurück). Pro Tag spare ich mit dem Auto (trotz ständiger Staus auf der A40) aufgrund mangelhafter Anschlüsse, maroder Technik und permanent ausfallenden Zügen mit dem Auto mindestens 1,5 Stunden.

    Bei einem Arbeitstag von 10 Stunden und 8 Stunden Schlaf sind das also 25% meiner täglich verfügbaren Freizeit. Und da soll ÖPNV fahren?! So teuer kann Auto fahren gar nicht werden, dass das zur Option werden könnte.

  • #2
    Klaus Lohmann

    Anscheinend ist das Pendeln per PKW an der Ruhr doch nicht so katastrophal, so "dauergestaut" wie uns die Medien und wählersuchende Politniks immer wieder weismachen wollen. Die Preise im ÖPNV sind erheblich zu hoch, um den Nachteil der längeren Fahrzeiten irgendwie auszugleichen, also hilft nur, entweder die Kosten für den Individualverkehr stark zu erhöhen oder die Ticketpreise endlich drastisch zu senken. Ich will keine 1.-Klasse-RundumWellness-Ausstattung mit Sitzplatzgarantie in S-Bahnen, ich möchte ohne langes Warten und häufiges Umsteigen von A nach B – so wie in anderen Ballungsgebieten der Welt.

    Takte erhöhen auf den Hauptstrecken, Nadelöhre beseitigen, bessere Koordination zwischen den kommunalen Betreibern im VRR – so wird kurzfristig ein echter Wettbewerb zwischen Straße und Schiene möglich.

  • #3
    Stefan Laurin

    @Klaus Lohmann: In Bochum gibt es Bürgerinitiativen gegen Taktverdichtung und neue Straßenbahnlinien. Es plant sich nicht einfach in diesem Land.

  • #4
    Nils

    @Stefan Laurin Das sind dann bestimmt dieselben Leute, die sagen, sie würden nur mit dem Auto fahren, weil der Nahverkehr nix taugt…

  • #5
    Zweifler

    @Nils
    Danke. Das Benennen von Gründen für die Autoaffinität wird natürlich zu leicht gemacht. Insgesamt kommt man aber leidlich rum mit Bus und Bahn. Da gibt es Gegenden, wo das viel schwieriger ist. Aber wie gesagt: wer Gründe zur Gewissensberuhigung braucht, findet sie. Machen wir den ÖV besser – und um da mitzureden, sollte man ihn nutzen, statt ihn nur zu verdammen. Sonst ist man zu schnell Teil des Problems.

  • #6
    Björn Wilmsmann

    > Insgesamt kommt man aber leidlich rum mit Bus und Bahn. Da gibt es Gegenden, wo das viel schwieriger ist.

    "Woanders is‘ auch scheiße" ist leider zum Motto des Ruhrgebiets geworden. Das darf kein Maßstab für eine Stadt sein, die immer so gerne Metropole sein möchte.

  • #7
    ruhrreisen

    Da schwillt mir genauso der Kamm
    Für vier Stationen von Gelsenkirchen nach Düsseldorf-Flughafen zahlt man ebenso 15.30 Euro. Und es ärgert immer wieder. Womit ist das zu rechtfertigen? Meines Erachtens nur weil sich immer noch jeder Oberstadtdirektor einer kleinem bis mittleren Großstadt in der Region Ruhrgebiet nebenher einen fünfstelligen Vorstandsposten bei den Verkehrsbetrieben fürstlich bezahlen lassen kann. Mit welcher Berechtigung – wie kann das endlch abgeschafft werden?

  • #8
    Zweifler

    @Björn Wilmsmann
    Klar, relativ zu Anspruch und auch zum Bedarf ist der ÖV weit zurück. Aber unbenutzbar ist er nicht. Ohne Auto mag in einigen Fällen mühsam sein, und es ist eine individuelle Entscheidung, den ÖV zu meiden. Dazu sollte man auch stehen, statt das System schlechter zu machen, als es ist. Weil: sowas macht es halt auch nicht besser.

  • #9
    Thomas Weigle

    Dem RVR Vorwürfe zu machen, dass er eine Studie in Auftrag gibt, um genau zu erfahren, was schief läuft, ist m.E typisch für eine Art Kritik, die hier ständig am Ruhrgebiet und an den dafür Verantwortlichen geübt wird. Wenig sachdienlich.
    Wenn ich Millionen oder wahrscheinlich Milliarden ausgebe um ein komplexes System zu verbessern, muss ich genau wissen, was dem Nutzer und dem System frommt. Da genügt es nicht festzustellen, dass man schlecht von a nach b kommt, und dass es obendrein zu teuer sei. Dann geht das Genörgel weiter. Zumal es auch so sein mag, dass so manche Kritik auch damit zutun haben kann, dass dem Kritiker mindestens das kleine Fahrplanlatinum fehlt, wie ich es anderswo immer mal wieder erlebe.
    Dass es halt nicht immer so laufen tut, wie sich dies alle wünschen, hat auch damit zu tun, dass drei Jahrzehnte mindestens die autogerechte Stadt/Metropole die Endstation Sehnsucht von Planern und einer Mehrheit der Bürger war. Heute sind aus Paradiesfrüchten Früchte des Zorns geworden, die ungenießbar für viele sind.

  • #10
    Helmut Junge

    @Zweifler , Zitat " Dazu sollte man auch stehen, statt das System schlechter zu machen, als es ist. Weil: sowas macht es halt auch nicht besser."
    Kritik macht es also nicht besser?
    Ach so, unsere Politiker wissen schon selber, wo sie was und wie machen müssen?
    Das glaub ich aber nicht.
    In welcher Welt soll das so sein?

  • #11
    ke

    Die Regionalexpresse durchs Ruhrgebiet kenne ich eigentlich nur überfüllt. Abgesehen von der 1. Klasse.
    Die S-Bahnen sind mir zu langsam.

    Final fehlen Ost-West-, ein paar Nord-Süd-Verbindungen. Waltrop ist ein Dorf am Rande des großen Feldes nördlich von Dortmund. Mit Mengede ist ein leistungsfähiger Bahnhof in der Nähe. Nur ist es natürlich schwierig, von Randlage zu Randlage zu kommen.

    Da haben es die grünen Freunde aus dem Ämter und Gerichten einfacher. Ihre Arbeitsstellen sind meistens traditionell direkt im Zentrum, und ein Wechsel des Arbeits-Ortes passiert während einer Lebenszeit im Regelfall auch nicht.

    Wenn ich meinem Arbeitgeber ständig hinterher ziehen würde, wäre ich ständig am Umziehen.
    Also bleibt aktuell das Auto. Dann gibt es ja auch Kundentermine.

    Es bleibt die Hoffnung auf den RRX, aber gegen neue Gleise gibt es Käfer, Öko-Hilfen und Dagegen-Parteien und das Baurecht. Seit vielen Jahren geht das so, und auch das Ufo ist nie in DO gelandet..
    Mit der stärkeren Automatisierung des Individualverkehrs lassen sich natürlich viele Verkehrsprobleme lösen. Schon 10% Automatisierung hat erstaunliche Effekte auf Staus. Der Weg zu den Knotenbahnhöfen könnte auch einfacher gehen, in dem individuell buchbare E-Einheiten genutzt werden.

    Alternativ merkt man natürlich auch, dass unsere Infrastruktur auch mit Bus-/Bahn nicht für die aktuelle Anzahl der Werktätigen ausgelegt ist. Also muss ausgebaut werden.
    Alternativ kann man sich auch überlegen, ob man wirklich Zuwanderung braucht, wenn die Infrastruktur fehlt und man keine Wohnungen, Telefonmasten, Strassen, Bahnen bauen will.

    Der Staat kann ja vorangehen und mehr Landes-Organisationen ins Revier legen. Das würde auch den Pendlerstrom Richtung Rheinland reduzieren. Die Schwäche des Ruhrgebiets ist an den Pendlern zu sehen.

  • #12
    k,e

    Ach ja:
    Im Vergleich zu anderen Städten die ich kenne finde ich den ÖPNV im Ruhrgebiet immer noch OK.
    Insbesondere der ÖPNV in Dortmund ist für mich sehr gut.

    Natürlich hätte man sich die STudie – wie so viele Studien – sparen können, wenn man etwas mit offenen Augen durch die Welt zieht.

  • #13
    Zweifler

    @Helmut Junge
    Nein, eine Generalkritik der Art "alles so schlecht, als fahre ich erst gar nicht Bus und Bahn" hilft überhaupt nicht. Man muss schon genau analysieren, was ja die Studie versucht. Oder man setzt weiter oben an, und versucht die politische Grundhaltung zu ändern.

  • #14
    Helmut Junge

    @Zweifler, Sie sollten versuchen, die Leute davon zu überzeugen, nicht mit dem Wagen, sondern mit Bus und Bahn zu fahren. Die haben nämlich nie darüber nachgedacht. Wenn die erst einmal im Bus oder in der Bahn sitzen, haben sie viel mehr Zeit, nachzudenken. Längeres Frühstück führt nur zum Schimpfen, sonst nichts.

  • #15
    Thomas Weigle

    @ke Googlen Sie mal die Verkehrsplanung für Berlin. Da werden Sie-hoffentlich-erkennen, dass es ziemlich nötig ist, Planungen und Studien zu machen, weil es oftmals mehrere Lösungsansätze gibt, die genau bedacht sein wollen.
    Berlin ist insofern ein schöne Beispiel, weil sich da 1990ff einiges verändert hat, andererseits selbst Planungen aus der Zwischenkriegszeit, nicht die Größenwahnplanungen der Nazis, die u.a. vom damaligen zuständigen Verkehrschef Ernst Reuter eingestielt wurden, auch heute noch tw. Grundlage für Planungen sein können. Es gibt einfach für viele Verkehrsprobleme mehrere sinnvolle Lösungen, besonders bei der Linienführung der verschiedenen Verkehrssysteme und deren Verknüpfungen.
    Auf die Idee Studien für unsinnig zu erklären, ist man da eher nicht gekommen, im Gegenteil.
    Nochmal: ein komplexes Verkehrsystem verbessern zu wollen, ohne die Schwachstellen zu kennen, diese zu analysieren und mögliche Lösungsansätze durchzuspielen, ist schlicht und ergreifend unsinnig, schlimmer noch, es ist arschteuer, weil es die Schwachstellen in Beton und Eisen für Jahrzehnte, wenn nicht länger, festschreibt. Muss nicht sein.

  • #16
    Klaus Lohmann

    @Nils #4: Nein, das sind Leute, die als Nur-Autofahrer Schiss haben, dass sie wegen "mehr" Straßenbahn nun länger bzw. öfter an den Bahnkreuzungen und Haltestellen warten müssen. Ernsthaft.

  • #17
    ke

    @15 Thomas Weigle:
    Sie Widersprechen sich eigentlich selber :-).
    Wie soll ich in einer globalisierten und sich schnell ändernden Welt für Jahrzehnte planen?
    Was ist mit den Verkehrsprognosen der vergangenen Jahre?
    Was ist mit dem aussterbenden Ruhrgebiet, dem noch vor ein paar Jahren riesige Bevölkerungrückgänge prognostiziert wurden.

    Dass wir Probleme haben sehen wir. Wie sich die Ströme entwickeln, wissen wir nicht. Da müssen wir flexibel reagieren können. ThyssenKrupp in Essen, die Lagerhäuser auf der Westfahlenhütte, das IKEA Lager usw. führen zu vielen neuen Bewegungen von vielen Menschen in komplett neue Richtungen. Da muss Flexibilität her.
    Wer hat bspw. mit einem Hyperloop gerechnet?
    Was ist wenn der Hyperloop Germany errichtet wird? OK, da wird es viele Fledermäuse und Käfer geben, die so etwas verhindern.

    Dann gibt es Planung, Fakten und die politische Entscheidung:

    Nehmen wir Berlin und den Großflughafen. Da war der aktuelle Standort eine schlechte Alternative. Aber es gibt die Politik. Das führt dann zu Entscheidungen wie den Halt in Siegburg und Monte…

    Es ist im Gegensatz arschteuer ständig zu planen und nichts zu machen.

  • #18
    Jürgen

    Naja, es ist schon berechtigt zu fragen, weshalb eine solche Studie vom RVR in Auftrag gegeben wurde. Der RVR hat einen eigenen Planungsbereich mit einem Referat für Regionalentwicklung sowie einem Referat für Geoinformation und Raumbeobachtung. Ist die Zusammenarbeit zwischen dem RVR, den Betreibern des SPNV/ÖPNV und den kommunalen Planungsbehörden so schlecht, dass bei jenen nicht ankommt, wo beispielsweise ggfs. weitere Einstiegsmöglichkeiten zu planen sind oder wo eine Taktverdichtung sinnvoll ist?

  • #19
    Thomas Weigle

    @ke Meines Wissens haben in Berlin noch keine Fledermäuse und ähnliches Getier Bau von Anlagen des ÖPNV verhindert. Fakt ist, auch wenn sich Bevölkerungszahlen bzw. Wohnorte ändern, die Leute müssen transportiert werden, also muss geplant und gebaut werden. Und nicht alles ändert sich.
    Da sich die Zahl der PKW/LKW weiter massiv erhöhen wird, von einer Verdoppelung in den nächsten 2 Jahrzehnten ist manchmal schon die Rede, wird der ÖPNV ausgebaut werden müssen. Selbst neue Straßen und Autobahnen werden diese Flut nicht vernünftig kanalisieren können. Globalisierung hin oder her.
    So oder so, die Verkehrssituation ist jetzt schon auf Straße und Schiene dramatisch, auch weil nicht rechtzeitig geplant wurde, Beispiel "eiserner Rhein", der ja eine Folge der Globalisierung, den verstärkten Güterverkehr von Süd nach Nord und umgekehrt bewältigen sollte, nach wie vor bestenfalls eine gezeichnete Idee.
    Das hat nicht nur mit Getier zu tun, sondern auch mit Lärmproblemen. Ich möchte an einer solchen Strecke nicht wohnen und viele andere auch nicht.
    Sie haben natürlich recht, dass es Planungen und "Erkenntnisse" gab und gibt, die sich als völlig falsch herausstellten. Das kann aber nicht der Grund sein, darauf zu verzichten.

  • #20
    Wolfram Obermanns

    Ich glaube nicht, daß der Autor des Artikels ernsthaft denkt, eine Lageanalyse sei für die Planung überflüssig.
    Was jeden frustrieren kann, ist der Umstand eines Analyseergebnisses, das genau so schon vor Dekaden vorgelegen hat. Die Tatsache, daß die Babysteps bestehende Defizite zu beheben zwischenzeitlich bereits wieder rückgängig gemacht wurden, Taktausdünnung statt Verdichtung, Ortsgrenzen sind vermehrt wieder Liniengrenzen, kann den Enthusiasmus für den ÖPNV eben nicht steigern.

  • #21
    cp

    Entschuldigung aber wenn ich das lese muss ich mich schon schwer wundern.

    Da wird über 15,30 Euro gejammert? Da kommt wieder diese typisch deutsche Meckermentalität zum tragen.

    Ihr könnte die Wege ja mal mit dem Taxi fahren. Dann wisst ihr was das teuer ist.

    Auf der einen Seite wird ständig für besseren Umweltschutz protestiert, auf der anderen Seite fährt man lieber Auto, weil ÖPNV ist ja viel zu teuer und dauert alles viiiel zu lang.

    Ja nee, is klar. Umweltschutz Kostet liebe Leute! Und das nicht nur Geld, sondern auch Eigeninitiative.

  • #22
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @cp: Den Standpunkt kann man sicher vertreten. Aber dann darf man sich eben auch nicht darüber wundern, dass 90% der Fahrten hier nicht mit dem ÖPNV zurückgelegt werden.

  • #23
    Wolfram Obermanns

    Da wir ein Fahrtenbuch führen, kann ich die Gesamtkosten (Anschaffung, Betrieb, Instandhaltung, Steuern, Versicherung, Gebühren) unseres letzten PKW (Caddy), mit dem Ticketpreis vergleichen. Auf alle gefahrenen km kommen wir auf einen Kilometerpreis von -,26€.
    Von meiner Haustür bis zum Flughafen spuckt Tante Gugel 60km aus.
    Für uns ständen also 15,30€ pro Person im ÖPNV 15,60€ im PKW gegenüber.
    Der ÖPNV im VRR ist zu teuer. Vergleiche mit einem Car-sharing Modell mit Fahrer sind (haus)wirtschaftlich unsinnig.

  • #24
    Thomas Weigle

    @ Wolfram Obermanns Schöner Tag Ticket NRW 30 Euro für einen Single, für 2-5 Personen 44 Euro, Hunde werden im Nahverkehr NRW generell umsonst befördert. Mitreisende Personen dürfen, wenn nötig, auch unterwegs zusteigen. Das Ticket gilt auch für ausgewählte Destinationen in den NL und anderen Verkehrsverbünden. Online ist`s noch zwei Euro preiswerter.
    Einschränkung: ICE und IC können nicht benutzt werden.

  • #25
    Thomas Weigle

    Noch eine Einschränkung gilt mo-fr erst ab 9.00 Uhr, an Wochenende und Feiertagen ab 0.00 Uhr und immer bis 3.00 Uhr des Folgetages

  • #26
    Wolfram Obermanns

    Das Tagesticket reißt es auch nicht raus.

    Die Frage, die sich der VRR gefallen lassen muß, ist die, wieso eine individualisierte Tür zu Tür Lösung das selbe kostet, oder sogar günstiger ist, als eine standardisierte Massenabfertigung?
    Der ÖPNV müßte signifikant günstiger sein um ein plausibles Preis-Leistungsverhältnis anzubieten.

  • #27
    APE Park & Fly

    Ich fahre schon seit Jahren mit dem Auto, obwohl früher bin ich gerne mit dem Bus und Bahn gefahren. Lieber zahle ich bisschen mehr und suche Parkplätze in der Innenstadt als die ganze Bahnhofselend zu sehen. Da muss überall mehr investiert werden.

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