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Update: Dortmund und Westfalen – Was denn nun?

Die Verwaltungsvorstände von Dortmund und Münster Foto: Stadt Dortmund

Dortmund und Münster wollen enger zusammen rücken. Auf einem gemeinsamen Treffen der Verwaltungsvorstände der beiden Städte am Dienstag ging es um eine verstärkte Zusammenarbeit der beiden Städte, wie Münster in einer Pressemitteilung bekannt gab:

Es ging unter anderem um Infrastruktur, um den Ausbau der Bahnstrecke Dortmund – Lünen – Münster sowie um Digitalisierung. Durch eine gemeinsame Sicht der Dinge sollen Herausforderungen angepackt und gelöst werden. Entstehen kann zusammen mit anderen Kommunen ein Netzwerk als informeller Westfälischer Städtebund – damit die westfälisch-lippischen Städte eine starke Stimme bekommen.

Wie weit Sierau sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann und welche Konsequenzen sie haben könnte ist offen. Eine Anfrage dieses Blogs, ob Sierau einen – rechtlich langwierigen und komplizierten – Austritt aus dem  Regionalverband Ruhr (RVR) anstrebt, blieb bislang unbeantwortet.

Bekannt ist, dass sich die Stadt Dortmund mit dem Regional des RVR schwer tut. Die Stadt setzt sowohl bei der Bevölkerung wie auch bei der Wirtschaft auf Wachstum – ein Wort, das im RVR unbekannt zu sein scheint. Dort will man eher die Entwicklung des Ruhrgebiets und damit auch der Stadt Dortmund bremsen.    

In der Vergangenheit wurde die Mitgliedschaft im RVR von Dortmund, Hamm, Hagen und dem Kreis Wesel immer wieder mal in Frage gestellt – ausgetreten ist bislang niemand.

Doch trotz gewachsener Kompetenzen hat sich der RVR eher zu einem Schlafwagen denn zu einer Lokomotive entwickelt. Ob eine neue Austrittsdebatte erneut die Gemüter erhitzen würde, darf bezweifelt werden.

Update:

Nun sind die Antworten auf die Anfragen reingekommen. Im Gegensatz zur Pressemeldung der Stadt Münster ist nun von einem Städtebund nicht mehr die Rede:

Die Stadt Dortmund antwortet uns:

„OB Ullrich Sierau hat auf der von Ihnen genannten Sitzung die Gründung eines Westfälischen Städtebundes nicht vorgeschlagen. 
Antworten auf Ihre Fragen 2 und 3 entfallen somit. 

Die Verwaltungsvorstände der Städte Dortmund und Münster haben u.a.  über Themen wie Infrastruktur, den Ausbau der Bahnstrecke Dortmund – Lünen – Münster oder auch über Digitalisierung gesprochen. Dabei wurden gemeinsame Interessen definiert  – wie es unter Kommunen in Netzwerken üblich ist. Alle Initiativen, die dafür sorgen dass NRW-Städte das ihnen zustehende Gewicht in der öffentlichen Wahrnehmung bekommen werden von Dortmund begrüßt. „

Die Stadt Münster antwortet  uns:

Es wurde nicht eine förmliche Gründung eines Westfälischen Städtebundes vorgeschlagen.

Es geht um die Netzwerkarbeit der Städte im Austausch zu Themen von gemeinsamem Interesse.

Oberbürgermeister Markus Lewe begrüßt alle Initiativen, die dafür sorgen, dass die NRW-Städte das ihnen zustehende Gewicht in der öffentlichen Wahrnehmung bekommen

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6 Kommentare zu “Update: Dortmund und Westfalen – Was denn nun?

  • #1
    ke

    Die Städte sind nicht weit auseinander. Leistungsfähige Verkehrsverbindungen und eine Digitalisierung könnten natürlich helfen, zu einem Cluster Westfalen zu kommen.
    Mir fällt im Moment nur nichts ein, worin sich die Region ergänzen könnte, abgesehen von der Logistik-Region mit dem Zubetonieren von Landschaft, um riesige Lagerhallen zu bauen und noch mehr Stau zu produzieren.

    Münster sehe ich immer noch als Verwaltungs- und Uni Stadt, d.h. die gut bezahlten und sicheren Jobs bestehen hauptsächlich aus öffentlicher Förderung. Dann natürlich das Oberzentrum für Landwirtschaft und Windbauern. Also wieder öffentlich geförderte Jobs.

    Ein paar öffentliche Einrichtungen könnten ja nach Dortmund oder ins Revier kommen, das würde sicherlich den Wohnungsmarkt in Münster entlasten und hier für Kaufkraft sorgen.

  • #2
    walter stach

    Stefan Laurin,
    ein bemerkenswertes Treffen, das Anlass zu Spekulationen bietet über die Motive, insbesondere für die "der Dortmunder" und über deren "strategische Ziele".
    Als Bürger der Stadt Waltrop -nördlicher Vorort von DO-, zugleich benachbart mit dem südlichen Münsterland- habe ich stets mit den beiden Großstädten und wörtlich/bildlich zwischen ihnen gelebt.
    Ich könnte also meinerseits auf diesem Hintergrunrd damit beginnen, über "Sinn und Unsinn", über denkbare Motive der Protagnisten -vornehmlich auf Dortmunder Seite-zu spekulieren und mich über Gemeinsamkeiten und Gegensätzlichkeiten der Städte, der Menschen, ihrer Geschichte, ihrer Kultur auslassen. Mache ich nicht, weil ich derzeit -noch- nicht zu erkennen vermag, ob über eine denkbare Zusammenarbeit in einigen wenigen "Themenfelder hinaus" , wie sie für Großstädte dieser Art , insbesondere aufgrund ihrer unterschiedlicher Ressourcen und ihrer unterschiedlichen politischer/adminstrativer "Kulturen" naheliegt; jeder könnte von den Stärken des Anderen profitieren und eigene Schwächen abbauen.
    Ich bin gespannt, ob , wann und wie über Einzelfragen hinaus so etwas wie eine "strategische Partnerschaft" angegangen werden wird. Dann könnte sich in der Tat etwas ergeben, was die derzeitige regionale Verfaßheit in den Großräumen Dortmund/Münster in Frage stellen dürfte -RP Münster -u.a. mit Waltrop-, RP Arnsberg -u.a. mit DO-, RVR oder "neuer Regierungsbezirk" Ruhrgebiet mit DO " als Hauptstadt" oder, oder……
    Nach meinen administrativen und (kommunalen/regionalen) politischen Erfahrungen zweifle ich allerdings daran, daß die kommunalen Akteure, die politischen Protagonisten in den Regionen (Münster/DO) und "die" Landespoltiker irgendwann fähig/willens sein könnten, z.B. ausgehend von entsprechenden Aktivitäten der Städte Münster und Dortmund zuj einer völligen Neuordnung der staatlichen /regionalen Ebene zwischen der staatlichen hier und der kommunalen dort zu kommen.

    PS
    Und noch eine sehr subjektive Anmerkung:
    Zwischen den Menschen in Münster und denen in Dortmund und, zwischen dem, was man gemeinhin "die Kultur einer Stadt" nennt, liegen bezogen auf Münster und Dortmund Welten Für mich als Waltroper, der zwischen diesen Welt lebt, ist das ein "guter Zustand", denn ich profitiere ideell und materiell von diesen Gegensätzlichkeiten.

  • #3
    JoRi

    Eine Menge der Probleme des Ruhrgebietes resultieren aus der mangelnden Kooperation der Kernstädte des Ruhrgebietes: Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Essen usw.
    Eine Zusammenarbeit mit Städten jwd wie Münster erscheint da wie eine Übersprungreaktion. Warum nicht gleich mit Bad Salzuflen?

  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @walter stach: Mir ist es eigentlich egal. Der RVR hatte seine Chance, er hat sie nicht genutzt.

  • #5
    Helmut Junge

    Die äußeren Ruhrstädte Dortmund und Duisburg machen das, was sie bisher auch schon gemacht haben, und der Rest dazwischen muß sich entscheiden, ob er sich zusammenschließt, oder sich Grßdortmund oder Großduisburg anschließt. Nur ein zusammenwachsen des Ruhrgebiets wird es wohl nie geben.

  • #6
    Dortmund Ruhrpott

    Dortmund ist Ruhrpott und schluss ! Dortmund ist eine Ruhrgebietsmetropole und zählt zu den größten vier Ruhrgebietsstädten ! Ich kenne Leute aus Münster und die sind GANZ anders von der Mentalität her. Das sind zwei Welten.

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