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Verrät der Papst durch seinen Rücktritt den heiligen Geist?

Kein Übermensch: Benni gibt auf, Foto: flickr,(CC BY-NC-ND 2.0) by RegierungBW

Kein Übermensch: Benni gibt auf, Foto: flickr,(CC BY-NC-ND 2.0) by RegierungBW

Heute frag ich mich, ob ich der einzige bin, der es schlimm findet, dass der Papst zurückgetreten ist.

Ich meine, ich komme aus Herne. Ich bin Katholik. Immer gewesen.

Und ich denke, der oberste Katholik von uns allen wird ja nicht wie in meiner Realschule in geheimer Klassensprecherwahl gewählt. Nein: ich dachte immer, für die Papstwahl kamen die weisen Alten zusammen, um den göttlichen Auftrag zu erfüllen, den Stellvertreter des Herrn auf Erden zu finden. Die weisen Alten haben überlegt, geprüft, gebetet und dann haben sie irgendwann den einen, der alles zusammenhalten soll, gefunden, inspiriert vom heiligen Geist.

Die Wahl zum Papst ist eine göttliche Berufung.

Ratzinger hat die Berufung angenommen und ist Benedikt geworden. Er hat nicht nur seinen Namen gewechselt, sondern seine Existenz im göttlichen Auftrag in einen Dienst an alle gestellt. Er hat den Willen des heiligen Geistes verkörpert. Zumindest für mich. Ich kann das gut finden oder schlecht finden. Ich kann mich ärgern oder freuen. Eines ist sicher: Der Papst erfüllt seine Berufung.

Und jetzt geht der Kerl stiften. Einfach so. Kündigt bei Gott seinen göttlichen Auftrag.

Ich meine, die katholische Kirche ist doch keine evangelische Gemeinde, wo die Chefin einmal zuviel säuft und dann abtritt.

Genau so ein Verein wollen wir doch nicht sein.

Der Papst ist ein Symbol für die Entrücktheit der ganzen Kirche vom ganzen weltlichen Geschehen. Egal was um die Kirche herum geschieht, die katholische Kirche ist ewig und unzerstörbar, von Gott selbst inspiriert. Hasse sie oder liebe sie. Scheiß egal. Keiner wird gezwungen mitzumachen. Du willst Frauen als Pastor. Kein Ding, werde Lutheraner. Du willst einen Popen als Boss. Gut, dann werde halt Orthodox. Das alles darf doch die katholische Kirche nicht kratzen. Sie ist immer für die Armen und Gebeutelten da.

Und jetzt haut der Papst ab und kündigt bei Gott.

Was soll man da sagen. Heftiger konnte der Bayer der Kirche nicht schaden.

Meinetwegen ist der Papst hinfällig, körperlich und geistig. Dann hat der Papst das zu ertragen. Meinetwegen stirbt der Papst über Jahre in tiefem Leiden, wie Johannes Paul II. Dann ist das so. Wer ist Ratzinger, dass er sein Wohlbefinden über den göttlichen Willen stellt? Benedikt war berufen – seine Kür war vom heiligen Geist inspiriert. An dieser göttlichen Berufung kann doch der Mensch nichts ändern. Jesus hat am Kreuz auch nicht gesagt: „Ich bin Brian, nehmt mich ab.“ Oder will Ratzinger etwa sagen, der heilige Geist hat sich geirrt? Dann kann man die Nummer mit der katholischen Kirche auch gleich ganz vergessen.

Ich weiß, viele Leute finden es gut und in Ordnung, dass der Papst zurückgetreten ist. Sie sagen, es wäre gut gewesen, dass der Papst nicht das öffentliche Leiden zelebriert. Das Hinwelken seiner einst großen Seele öffentlich zu ertragen, wäre unwürdig gewesen.

Ich finde das schlecht. Das öffentliche Leiden ist der Kern, das Herz und die Seele der Kirche. Genau darum geht es. Jesus hat die Last der Welt auf sich genommen, er ist fast daran verzweifelt, aber er hat es ertragen. Die Märtyrer haben die Last des Glaubens auf sich genommen. Sie sind an ihrem Leiden verzweifelt – aber sie haben nicht gewankt. Sie alle mussten in Unwürde leben und sterben und hofften doch auf das ewige Leben.

Und jetzt geht der Oberste Chef, der Papst weg, weil er Zipperlein hat. Mein Gott, was für eine Pfeife.

Grundsätzlich meine ich ja, man soll über niemanden urteilen, dessen Leben man nicht selbst erlebt hat. Aber das fällt mir jetzt hier echt schwer.

Aufgaben, die einem das Gewissen auferlegt, hat man zu erfüllen, egal wie schwer und tragisch die Folgen sind. Und wenn der göttliche Willen diese Aufgabe bestimmt hat, dann hat man erst recht diese Aufgabe zu erfüllen.

Ich habe den polnischen Papst Johannes Paul gesehen. Ich habe ihn leiden gesehen. Ich habe ihn reden gehört. Ich habe seine Inspiration gespürt. In unserer Zeit, in der Bilder und Gesten alles überschwemmen, hat er ein Beispiel gegeben, dass es auch anders geht.

Naja – und dann kommt der Deutsche Papst.

Mich hat der Papst-Rücktritt schwerer getroffen, als alle Mißbrauchsskandale zusammen. Verbrecher kann man verfolgen und aussondern. Aber den göttlichen Willen zu verraten ist eine andere Nummer. Der Rücktritt beschädigt in meinen Augen die Grundfesten der katholischen Kirche. Und den Papst kann man nicht mal verfolgen.

Der Papst macht den Job als Chef aller Katholiken zu einer Karrierestufe auf dem Weg zur Rente.

Mein Gott.

Die nächsten tausend Jahre muss kein Deutscher mehr versuchen, Papst zu werden. Pfeifen haben wir nun genug nach Rom geschickt.

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48 Kommentare zu “Verrät der Papst durch seinen Rücktritt den heiligen Geist?

  • #1
  • Pingback: Eine Frühkritik, ein Rücktritt und die Krise des Katholizismus

  • #3
    68er

    Als Katholik finde ich diesen Schritt den einzig wirklich ehrenvollen, den ich bei Herrn Ratzinger erleben durfte.

    Anders als Herr Kontekakis meint, geht dieser Schritt auch gut mit der katholischen Lehre überein, denn als Papst handelt Herr Ratzinger durch Gott und der Allwissende meint eben, dass der Papst die Ferula nicht erst aus der Hand legen sollte, wenn ihm auch die Ligula aus der selben fällt.

    Im Übrigen denke ich, wenn ich Sätze wie:

    „Aufgaben, die einem das Gewissen auferlegt, hat man zu erfüllen, egal wie schwer und tragisch die Folgen sind.“

    höre, immer an die Posener Rede von Heinrich Himmler.

  • #4
    Ruhrgeorg

    „Ich meine, die katholische Kirche ist doch keine evangelische Gemeinde, wo die Chefin einmal zuviel säuft und dann abtritt.“

    Das ist die typische katholische Überheblichkeit.

    Das ist das, was viele Katholiken und Nichtkatholiken von vielen Päpsten gepredigt bekommen haben: Wir sind die moralisch besseren und können auf die Sünder mit dem Finger zeigen.

    Deswegen wäre es mir am liebsten, wenn ein Papst zurücktreten würde und keine Zeitung, kein Fernsehsender würde nur eine Nachricht dazu senden. Dann wäre für mich die Welt in Ordnung.

  • #5
    discipulussenecae

    Lese ich da heraus, daß wir die größte deutsche Pfeife 1511 nach Rom geschickt haben?

  • #6
    discipulussenecae

    Und zu Ruhrgeorg:

    Wenn eine Konfession überheblich ist, dann doch der Protestantismus! Wer predigt den Katholiken denn ständig, was sie anders, besser und vor allem politisch korrekt machen sollen? Zölibat? Da wähnen die ProtestantInnen sich im Recht. Frauenordination? Da glauben ProtestantInnen, alles richtig zu machen. Sakramente, religiöse Symbole oder Gottesdienste, die ihren Namen verdienen? Das haben aufgeklärte ProtestantInnen doch schon längst hinter sich. Und das muß den dummen, rückständigen und mittelalterlichen Katholiken eben beigebogen werden!

    Daß trotz aller Anbiederungen an den Zeitgeist die protestantischen Kirchen noch weniger besucht werden als die katholischen, wird dabei gern übersehen.

    Der deutsche Protestantismus ist letztlich zu einer spirituellen Politikbegleitung von rot-grün degeneriert, der mit missionarischem Eifer versucht, sein Scheitern als tiefe theologische Einsicht zu verkaufen.

  • #7
    Arnold Voß

    Der Gott der Katholiken hat also einen Stellvertreter, und der hat wiederum einen Stellverteter, falls dieser Stellvertreter abnippelt oder auf Altersteilzeit geht, damit Gott auch dann nicht ohne Stellvertreter ist, wenn gerade kein Stellvertreter zur Hand, bzw. noch nicht neu gewählt ist. Ergo kann dieser Gott keine Sekunde ohne Stellvertreter auskommen.

    Scheint ne faule Socke zu sein.

  • #8
    Jan W.

    Sowohl der Artikel als auch Mitkommentator discipulussenecae sind etwas, was ich so bei den Ruhrbaronen nicht erwartet hätte … Ihr seid doch ein Stück weit Konfessionsfundamentalisten.
    Der Papst ist zwar nicht demokratisch vom Kirchenvolk gewählt, sondern von den U80-Kardinälen, die sein(e) Vorgänger ausgewählt haben, aber selbst wenn man von einem göttlichen Mandat ausgeht, so kann ein gebrechlich-dementer Papst (und darauf läuft eine Amtszeit bis zum Ende in etlichen Fällen hinaus), dessen Hand geführt wird, dieses Mandat nicht mehr ausüben und der Apparat entwickelt ein Eigenleben, in dem immer mehr Aufgaben auf Nichtgewählte übergehen.
    Also wenn schon der „Heilige Geist“ ins Felde geführt wird, so sollte doch bedacht werden, dass er „Erwählte“ auch die Fäden in der Hand behält und er nicht von irgendwelchen Marionettenspielern fremdgesteuert wird.

  • #9
    torsten

    „Mich hat der Papst-Rücktritt schwerer getroffen, als alle Mißbrauchsskandale zusammen. Verbrecher kann man verfolgen und aussondern. Aber den göttlichen Willen zu verraten ist eine andere Nummer“

    Tschuldigung, wenn das Satire sein soll, und an Anderes mag ich kaum glauben, dann ist sie gut versteckt.

  • #10
    Arnold Voss

    @ Jan W.

    Ein göttliches Mandat? Was ist das? Wird das einem von Gott persönlich ausgestellt? Oder per Boten (z.B. Engel) zugesandt? Wie kann man überhaupt feststellen, ob es echt ist? Was macht man, wenn mehrere behaupten, sie hätten ein solches Mandat? Ist das der Beweis, dass es mehrere Götter gibt, oder kann es nur einen geben, der ein solches Mandat bekommt, weil es nur einen Gott gibt? Oder kann eine Person sogar zwei oder mehrere Gottesmandate auf sich vereinigen?

    Kann (ein) Gott das Mandat wieder zurückholen? Und wenn, wie geschieht das? Darf man, obwohl er einem das Mandat wieder entzogen hat, weiter behaupten, dass man das Mandat noch hat oder wird man dann durch Gott bestraft? Oder ist ein Gottesmandat von vorneherein zeitlich begrenzt? Oder gilt es ewig, weil (ein) Gott ewig ist?

    Wenn man ein echtes Gottesmandat hat, wozu ist man dann berechtigt? Kann man dann alles machen was man will? Ist das eine Art Freibrief? Oder darf man nur das machen was der Gott einem sagt, der es einem gegeben hat? Oder kann einem jeder Gott dann sagen was man tun soll?

    Ein Mandat Gottes ist eindeutig keine einfache Sache. Vielleicht ist ja Papst Benedikt genau daran gescheitert.

  • #11
    Walter Stach

    „……nachdem ich wiederholt m e i n G e w i s s e n vor Gott geprüft habe….“
    -so Papst Benedikt-.

    Und nun machen sich Andere darüber her, diese Gewissensentscheidung ihrerseits zu hinterfragen, zu prüfen, zu kritisieren, offensichtlich unfähig, das Anmaßende ihres Tuns auch nur im Ansatz bedenken zu können.

    Intellektuelle Zumutungen , wie sie auch in diesem Zusammenhang zu registrieren, sollten in Demut ertragen werden.

    Helfen kann dabei das Vorbild des Papstes durch seine immer wieder vorgelebte
    und zu spürende Demut vor Gott und jedem Menschen.

    Ob mir in meinem Bemühen, um „ein Ertragen in Demut“ -auch aus aktuellem Anlaß- neben dem Vorbild des Papstes auch der Heilige Geist -sh.Georg Kontekakis- beisteht, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß weder das Vorbild des Papstes noch die denkbare Hilfe des Heiligen Geistes dazu geführt haben, daß Demut ein mein alltägliches Leben bestimmendes Charakteristikum ist-leider-.

    Aktuell bemühe ich mich ganz besonders und ganz angestrengt um Demut gegenüber……………!

    Meine Bemerkung im zweiten Absatz dieses Beitrages
    kann jedoch -leider-als Beweis des Scheiterns meiner diesbezüglichen
    aktuellen Bemühungen gewertet werden.

  • #12
    Grabotki

    Dieser Papst hat längst die Weichen so gestellt, das es wahrscheinlich stockkonservativ weitergeht, durch Ernennung der Kardinäle.

  • #13
    Jan W.

    @Arnold Voss
    Bitte folgende Formulierung von mir beachten: „aber selbst wenn man von einem göttlichen Mandat ausgeht“ …
    Ich halte das persönlich für reichlich absurd, aber das sind nunmal die dogmatischen Grundlagen, nach denen der Posten besetzt wird.

  • #14
    Thomas Schweres

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das als Satire gemeint war. Wenn wir es mal als ernsthaften Beitrag lesen, ist es erstaunlich. Weil sich selten ein Autor und ein Medium trauen, so eine dezidierte (Minder-)Meinung zu veröffentlichen. Egal, ob ich sie jetzt teile oder nicht – ich finde es erfrischend, mal etwas lesen zu können, das so abseits vom mainstream ist. Das macht die Qualität der Ruhrbarone aus.

  • #15
  • #16
    Tom

    Zuallererst mal freue ich mich durchaus auf das Ende seiner Amtszeit, denn am 28.02.2013 beginnt um 20:00 Uhr eine großartige Zeit: eine Zeit, in der es keinen Menschen auf der Welt gibt, der sich für unfehlbar hält. 😉 Lediglich die Tatsache, dass diese Zeit aufgrund seines Rücktritts kürzer ausfällt, als wenn er den Posten auf „natürlichem Weg“ hätte abgeben müssen, finde ich ein wenig schade.

    Abgesehen davon kam mir der Artikel, wie auch einigen anderen Postern vor mir auch, tatsächlich wie eine Art Satire vor. Ich kann mir jedenfalls ein ungläubiges (sic!) Kopfschütteln nicht verkneifen angesichts der Feststellung, dass jemand am Beginn des 21. Jahrhunderts offenbar noch derart tief in dem von dieser fragwürdigen Institution und ihren noch viel fragwürdigeren Führern propagierten Aberglauben verankert sein kann.

    Und was die Zukunfsperspektiven angeht, möchte ich hinzufügen, dass ich recht skeptisch bin, denn immerhin hat der Herr Ratzinger (vermutlich in weiser Voraussicht) durch die Berufung einer relativ großen Anzahl von Kardinälen im Verlaufe seiner Amtszeit dafür gesorgt, dass die ihm potentiell wohlgesonnenen Kardinäle im Konklave in der Mehrheit sein werden (siehe auch http://bit.ly/YmP4s9). Wohlgesonnen deshalb, weil er kaum irgendwelche Reformer oder „modernen“ Leute berufen haben wird, sondern eher ihm inhaltlich nahestehende, die dementsprechend auch im Konklave „passend“ abstimmen würden.
    Dieser Zustand zementiert nur noch weiter den Umstand, dass ein alter Mann durch einen andern alten Mann in seltsamen Klamotten und mit albernem Hut ausgetauscht wird, der genauso weitermachen wird, wie der vorige, und insofern ist m.E. keinerlei Beitrag zu einer Weiterentwicklung der Kirche oder gar einer Anpassung ihrer Lehren an die Realität zu erwarten.

  • #17
    Hannes

    Mein Senf dazu:

    1. Das ist Satire

    2. Satire im Internet -und nicht nur dort- führt oft zu Missverständnissen, wenn man als Autor nicht ein großes Etikett „SATIRE“ dran klebt, außer man heißt:

    a) Kurt Tucholsky b) Horst Tomayer c) Frank Zappa <- diese Zeile ist ironisch gemeint 😉

    So long …

  • #18
    Coskun Deniz

    Ist es möglich, dass der Papst der Menschheit ein unmissverständliches Zeichen gibt?

    Ist es denkbar, dass sich der Papst von der katholischen Lehre distanziert?

    Wird hier nicht die so umstrittene Dreifaltigkeitslehre geradezu. widerlegt?

    Kann einen Mann in diesem Alter überhaupt etwas anderes leiten als sein Gewissen?

    Darf Dr. Ratzinger nicht das von Kaiser Konstantin mutwillig errichtete Konstrukt zerstören?

    Warum wird diese Handlung pauschal als falsch qualifiziert?

    Dieser Schritt ist womöglich ein Schritt zu Jesus und keine Distanzierung?

    Die geweihten Männer in Rom leben wider der Natur und handeln wider der Natur!

    Wer so sein will wie Jesus der möge sich beschneiden und vom Schweinefleisch lassen?

    War die symbolische und klar sichtbare Beschneidung Jesu ein Irrtum?

    Ratzinger setzt ein Zeichen…..ich habe ihn verstanden.

    Der Großteil der Menschen ist scheinbar nicht mehr in der Lage die Wahrheit zu erkennen.

    Jeder der diesen Papst nach dessen Wahl überschwänglich feierte möge nun ernsthaft nachdenken.

  • #19
  • #20
  • #21
    crusius

    Man könnte es in Zukunft auch einfach auslosen:

    „Und sie stellten zwei auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias, und beteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst, zeige an, welchen du erwählt hast von diesen beiden, damit er diesen Dienst und das Apostelamt empfange, das Judas verlassen hat, um an den Ort zu gehen, wohin er gehört. Und sie warfen das Los über sie und das Los fiel auf Matthias; und er wurde zugeordnet zu den elf Aposteln.“ (Apg 1, 23-26)

  • #22
    Adrian

    Davon abgesehen, dass dieser Beitrag jeden modernen und säkularen Geist fassunglos stehen lässt und von unglaublicher, religiös motivierter Naivität strotzt, finde ich wie einer meiner Vorredner auch die Aussage:

    „Mich hat der Papst-Rücktritt schwerer getroffen, als alle Mißbrauchsskandale zusammen“

    abstoßend und menschenverachtend. Aussagen dieser Art können nur von Menschen stammen, die in religöser Verblendung jede menschliche Ethik über Bord werfen. Religion ermöglicht es Menschen, abscheuliche, unmoralische und unethische Dinge zu sagen und zu tun, worauf sie ohne diese Ideologie nicht gekommen wären.
    Ein weiteres Beispiel in dieser Richtung im Artikel ist die Absprechung des Rechts des Papstes, sein Leben selbst zu bestimmen und nicht vor sich und jedermanns Augen hin zu leiden und dem Tode entgegenzusiechen. Ein freier Mensch hat die Wahl, Ämter aufzugeben, insbesondere aus gesundheitlichen Gründen. Zu verlangen, unter Inkaufnahme von Sichtum und Gebrechen, dass ein anderer Mensch sich einer Doktrin unterwirft, nur weil es der eigenen „moralischen“ Auffassung entspricht, ist entmenschlichend und entwürdigend, es verletzt die Menschenwürde, das Menschenrecht und nebenbei bemerkt auch jedwige Norm, die nicht verblendete Menschen als selbstverständlich ansehen. Ich kann den Papst (diesen oder jeden anderen) nicht ausstehen. Aber er genießt diesselben Rechte wie jeder andere. Gott (??) sei Dank leben wir in einer Gesellschaft, die sich diese Rechte von der Kirche zurückerkämpft hat. Und selbst innerhalb der kirchlichen Denkmuster (und dem Kuirchenrecht) argumentiert kann der Papst natürlich abdanken. Denn er kann ja alles tun und ist dabei unfehlbar und folgt Gottes Gebot. Wer wären wir, es besser zu wissen als der Papst?!
    Leute wie der Autor dieses Artikels denken in Mustern, die die Erungenschaften der säkularen Welt angreifen. Sie sollten sich schämen und über ihr Menschenbild nachdenken: es trifft sie mehr wenn ein Mensch sein Leben nach kirchlichen und weltlichen Selbstverständlichkeiten lebt als es sie trifft, wenn unzählige Kinder vergewaltigt werden?! Das ist unethisch und unmoralisch.

  • #23
    Hannes

    @leser345: nein.

    Mein Gedanke war: solch ein Artikel bei den Ruhrbaronen kann nur Satire sein, ansonsten bin ich ratlos.

  • #24
    Novinky Schleich

    Auweia! Jetzt geht’s hier aber wieder los mit den guten alten -sogenannten- atheistischen Profilierungsreflexen.

    Ich weiß nicht woran’s liegt, aber immer wenn es bei den Ruhrbaronen um Religion – im weitesten Sinne geht – rasten hier regelmäßig Leute aus.

    Vollkommen egal, ob der Artikel jetzt ernst gemeint ist wird hier in den Kommentaren wieder die altbekannte Sau durch’s Dorf getrieben.

    Man will sich ja nicht von einer Kirche vorschreiben lassen, wie man zu leben habe!

    Da wird nach Herzenslust über religiöse Dogmen, göttliche Mandate, Ethik und Moral spekuliert – alles unter den wehenden Fahnen von Säkularismus und Modernität – und achja: Individualität.

    Und wie so oft werden Institutionen wie Kirche und Papst mit Sinnbegriffen wie Religion und Glaube über einen Kamm geschoren und das mit einer Vehemenz, als ob es hier um die Verteidigung des Abendlandes ginge.

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  • #26
    Peter Podewitz

    @10 Werter Herr Stach. Handlungen und Entscheidungen einer öffentlichen Person „zu hinterfragen, zu prüfen, zu kritisieren“ ist also anmaßend? Einer öffentlichen Person, nebenhin bemerkt, die für sich selbst ja tatsächlich und ausdrücklich Unfehlbarkeit in Anspruch nimmt? Ein interessantes Weltverständnis.
    Ach ja: „Demut vor Gott“ vermag ich bei einem, der rigoros die alleinige Deutungshoheit des göttlichen Willens bahauptet kaum, „Demut vor jedem Menschen“ bei einem, der eben diese Menschen beispielsweise ob sexueller Neigung oder Freizügigkeit scharf verurteilt, überhaupt nicht zu erkennen.
    @21 Werter NovinkY Schleich. Das ist natürlich übel: „Kirche und Papst mit Sinnbegriffen wie Religion und Glaube über einen Kamm“ zu scheren, also auf diese Idee würde die Kirche selbst ja niiiieeee kommen. Und der „atheistische Profillierungswahn“ ist mir immer noch bedeutend lieber, als der religiöse Missionierungswahn, denn tatsächlich möchte ich mir wirklich nicht von der Kirche vorschreiben lassen, wie ich zu leben habe, was die Kirche aber nun mal leider immer wieder gerne tun möchte, wofür als Beleg der abermalige Verweis auf die kirchliche Haltung gegenüber Homosexuellen genügen mag.

  • #27
    Denizco

    Fehlende Vertretungsvollmacht!

    Ratzinger weiß was er tut. Die Annahme es handle sich um einen Betriebsunfall bzw. einen krankheitsbedingten Rücktritt etc. ist ein fataler Irrtum. Der Heilige Geist, die Dreifaltigkeislehre , die Vertretung ohne Vertretungsmacht dies alles wurde symbolisch abgelegt. Dies verlangte sein Gewissen.

    Einen Baum erkenne ich an den Früchten, die Früchte des Vatikans erschienen in den letzten Jahrhunderten durchgehend faul und ungenießbar.

    Ich glaube es war ein Schritt zu Gott….meinen Respekt hat er.

  • #28
    Franse

    Welcome to Ruhr-Absurdistan! „Verrät der Papst durch seinen Rücktritt den heiligen Geist?“ WAT is los??? Georg, komm mal zur Besinnung!! Wie konnte sich denn dieser Artikel hier reinmogeln?? Und was kommt als nächstes? „Außerirdische in Recklinghausen gelandet“?

    Das Bashing gegen Deutsche und Alte bzw. Leute mit Burnout (im weitesten Sinne) ist noch zusätzlich völlig deplatziert. Ganz mieser Text :-/

  • #29
    discipulussenecae

    @

    Schon vor knapp 30 Jahren versuchte mein damaliger Musiklehrer, uns den Unterschied zwischen „… moderne(r)“ und … (vor) „Naivität strotzt (ender)“ … modischer Musik zu erläutern.

    Nun, bei #19 Adrian war der Religionslehrer wohl länger krank. Es mag durchaus streitbar sein, ob dieses Fach Gegenstand des staatlichen Unterrichts sein muß. Aber wenn es denn nun mal so ist, sollte mann sich das Problem und die theologischen Lösungen der Frage nach der ‚Unfehlbarkeit‘ gemerkt haben

    http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit

  • #30
  • #31
    Ruhrgeorg

    ich kann nur noch resümieren:

    es gibt Organisationen wie die katholische Kirche, die SED, die kommunistischen Parteien Chinas etc., die den Leuten vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben.

    Es gibt Leute, die sich ihr Leben durch solche Organisationen vorschreiben lassen wollen.

    ich habe aber keinen Bock mehr auf diesen Nachrichtenhype um den Papst (Vier Seiten in der WAZ!!!).

    Deswegen sehne ich nach einer Zeit, in der die katholische Kirche endlich den Platz in den Medien bekommt, den sie verdient, nämlich den einer Religionsgemeinschaft, die Seelsorge für erwachsene Menschen betreibt, nicht mehr und nicht weniger.

    Und dazu gehört nun mal auch, dass die Leute den Papst nicht wie einen Halbgott anhimmeln wie z.B. Georg Kontekakis

  • #32
    enrico

    Guten Morgen der Herr,

    willkommen in der realen Welt.

    Wem jetzt nicht klar wird, dass die katholische Kirche (der institutionelle Teil) nichts als ein Haufen von Wendehälsen ist, dem ist einfach nicht zu helfen. Anstand, Moral, Ethik und Pflichterfüllung spielen da eine ebenso große Rolle, wie im Vorstand der Deutschen Bank.
    Bei der evangelischen Kirche, über die hier so derb gelästert wird, sieht das schon anders aus. An die letzte negative Schlagzeile über die ev. Kirche kann ich mich jedenfalls nicht erinnern. Kein Missbrauchsfälle und dazugehörige Vertuschungsversuche, kein Geld von Mussolini, kein menschenverachtenden Handlungsanweisung für Ärzte, keine Doppelmoral in den angeschlossenen Unternehmen, keine Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen, … Die werten Bischöfe liefern den Religionskritikern ja fast wöchentlich frische Munition.

  • #33
    Walter Stach

    -22-Peter Podewitz:

    Ich halte es nach wie vor nicht nur für anmaßend, ich halte sogar für moralisch bedenklich, wenn jemand für sich in Anspruch zu nehmen versucht, die
    G e w i s s e n s-entscheidung eines anderen Menschen überprüfen und bewerten zu können.
    Das gilt eben auch -nicht mehr und nicht weniger- für die Gewissensentscheidung des Papstes. Etwas Anderes wollte ich -sh.10- nicht erklären.

    Gibt es denn noch etwas im Wesen des Menschen existent Vergleichbares, das so sehr der Fremdbestimmung, der Fremdkontrolle entzogen, so sehr ausschließlich im „Ich“ eines jeden Einzelnen ruht und eben dort „in Ruhe gelassen werden muß“, wie das Gewissen des Menschen?
    Deshalb habe ich unter -10- den Begriff „Anmaßung“ verwandt.

    Im übrigen habe ich in diesem Sinne z.B. vor vielen,vielen Jahren exakt mit in Vorlesungen und im Privaten heftig die Praxis in den sog.Kreiswehrersatzämtern kritisiert, wo eine Kommission für sich in Anspruch nahm, die Gewissensentscheidung eines Wehrdienstverweigers überprüfen und bewerten zu können, was -sh.meine Erklärung oben- nicht möglich ist.

    So habe ich zudem stets argumentiert und so argumentiere ich noch heute, wenn die „Gewissensentscheidung“ der Männer des 2o.Juli 1944 diskutiert wird. Wer darf sich anmaßen, dieserhalb prüfen, bewerten, urteilen zu können?
    Die Gewissensentscheidung der Männer des 2o.Juli, die des jetzigen Papstes zu seinem Rücktritt und die Gewissensentscheidung jedes anderen Menschen ist zu respektieren;alles andere nenne ich Anmaßung.

    (Ich habe im übrigen meinen Beitrag -10-ganz bewußt auuschließlich abgestellt auf „Gewissen, Gewissensgründe,Gewissensverantwortung,Anmaßung,wenn….

    Über alles andere im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Papstes, über seine Leistungen, seine Fehler, seine religiös-spirituellen Beiträge/Anregungen/Hilfen für das Leben der Katholiken , über Gelingen/Mißlingen einer Annäherung der christlichen Kirchen, über das Gelingen,das Mißlingen einer Verständigung der kath.Kirche mit anderer Weltreligionen, über die Positionierung der Institution „Weltkirche“ während des Pontifikates von Papst Bennedikt in all dem Geschehen, was Menschen und Staaten auf dieser Welt betrifft, was Menschen und Staaten auf dieser Welt bedroht, und Vieles mehr ist zu streiten.

    Wenn ich persönlich dabei nicht mitmache, dann vor allem deshalb, weil ich prnzipiell bemüht bin, kurzzeitiges „mediales Getöse“ nicht mitzumachen, u.a.wegen der damit meinerseits stets einhergehenden Befürchtungen,daß es dabei oftmals primär um möglichst viel Getöse geht, weniger um die Sache, daß oftmals der Wettbewerb um das Höchstmaß an öffentlicher Aufmerksamkeit, der Wettbewerb um den höchsten Grad an Erregung das Handeln aller Akteure dominiert, daß es teilweise nur darum, daß jeder seinen Senf dazu tun möchte, gelegentlich mittels verunglückter Satire. Ich versuche, dabei nicht mitzumachen -klappt nicht immer-.

    Und deshalb registrieren wir schon jetzt, daß dann, wenn das Thema „Bennedikt“ den Medien nichts mehr bringt, wenn auch bei Vielen die Gier nach Aufmerksamkeit befriedigt ist, medial alles getan wird, um bis zur Neuwahl eines Papstes das Interregnum zu überbrücken mit Spekulationen über Kandidaten nebst stündlicher Berichterstattung über dem Stand einschlägiger Wetten in englichen Wettbüros u.ä.mehr. Ich finde das alles -altersbedingt?-schlicht und einfach „zum Kotzen“ -sorry!!!

  • #34
    Sven Glückspilz

    Wir wissen nicht, wie man Papst wird. Was wir wissen, ist, wie sich der Kreis der Papstwähler zusammensetzt. Handverlesene Männer, die sich durch ein besonders hohes Maß an Loyalität gegenüber dem amtierenden Papst und dem Vatikan auszeichnen, die auserwählt sind, den inneren Machtzirkel zu bilden. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Anzahl der Mitglieder des Kardinalskollegiums erst seit Woytila die heutige Größenordnung angenommen hat.

    Die Kardinäle im Konklave machen den nächsten Papst unter sich aus. Warum sie sich für einen Kandidaten entscheiden, hängt – man betrachte das im Konklave geltende Wahlrecht und erinnere sich daran, dass es sehr viele Wahlgänge berücksichtigt – von höchst menschlichen Faktoren ab. Auch Kardinäle bilden Fraktionen, debattieren, intrigieren, taktieren – hier von einer Inspiration durch den heiligen Geist zu sprechen, ist mindestens euphemistisch.

    Schaut man sich die Geschichte der Päpste an, so findet man eine Menge an Machtmissbrauch, Machtkampf, vor Gewalt und Mord wurde häufig nicht zurückgeschreckt, man denke auch an die lange Zeit der Gegenpäpste, in der sich „die Kirche“ offensichtlich nicht in der Einheitlichkeit zeigte, von der sie behauptet, es sei gewissermaßen ihr Markenzeichen. Angesichts der Kirchengeschichte erscheint ein den Menschen naher und zu Reformen bereiter Roncalli ebenso unglaublich wie ein tiefgläubiger Woytila. Der Intellektuelle Ratzinger passt da schon eher, vor allem, nachdem er sich mehr als zwei Jahrzehnte geschickt an fast höchster Position in der Kirchenhierarchie bewegte.

    Und jetzt gibt er sein Amt auf. Das ist ein höchst seltener Vorgang, fast ohne Beispiel. Nachdem die Welt lange Zeit seinem Vorgänger beim Sterben zugesehen hat, reklamiert dieser Papst seinen Verfall und sein Sterben als Privatsache. Meines Erachtens verdient dies Respekt, ebenso wie der für die Kirche noch wichtigere Aspekt, dass der amtierende Papst einen starken und handlungsfähigen Papst an der Spitze der Kirche sehen will, keinen dahin siechenden, handlungsunfähigen.

    Das ist in der Tat ein Novum, das den Autor zu einem höchst bemerkenswerten Beitrag motiviert, den ich bei den Ruhrbaronen nicht erwartet hätte, der mich in seiner Rückwärtsgewandheit für die Ruhrbarone mächtig enttäuscht. Beitrage wie dieser finden sich ansonsten eher auf Plattformen wie kath.net oder gloria.tv. Nicht nur, dass er freche Beleidigungen enthält, wie die Polemik gegen Frau Kässmann und den Protestantismus insgesamt, die ich als einer „kritischen Plattform“ unwürdig empfinde. Hier wird auch einem Bild vom Katholizismus gehuldigt, das unkritisch eine fragwürdige Tradition zur Norm erklärt, ohne diese inhaltlich begründen zu können, nicht einmal zu wollen. Der Beitrag ist insofern erhellend, als das er Einblick gibt in die Gemütslage dieser Form des lautstarken Katholizismus, der nicht zuletzt gestützt durch die hervorragend funktionierende Hierarchie, sich für das Maß der Dinge hält und alles, was davon abweicht, ausgrenzen will. In guter Tradition.

  • #35
    Arnold Voß

    Nochmal an alle: Kontekakis ist Satire! Oder glaubt hier einer, dass bei den Ruhrbaronen ein ernst gemeinter theologischer Text veröffentlicht würde?

    Aber selbst wenn es nicht Satire wäre, so halte ich die Figur des Papstes für eine der großartigsten Marketingideen der katholischen Kirche. Wenn Gott schon kein wirkliches Gesicht hat, ja auch nicht haben kann, so hat zumindest sein Stellvertreter auf Erden eins. So bekommt Gott einen jeweils aktuellen menschlichen Maßstab, eine Stimme und eine Lebensgeschichte mit der sich der gläubige Mensch identifizieren kann.

    Die Medien der heutigen Zeit bekommen dadurch obendrein eine Story in der es menscheln kann was das journalistische Zeug hält. Homestorys, Kostümfotos, Goldener Thron, Paläste und Diener, Leibgarde, Leiden und Verzweifelung, Verfehlung und Sünde, Aufstieg und Intrigen, Reiseberichte, Attentate, Geheimbünde und Geheimwahlen. Was will der Boulevard-Leser mehr.

    Für die nachdenklichen Gläubigen gibt es dazu auch noch reichlich geistige Kost: wohlformulierte Bücher, verzwickte Glaubensfragen, moralischen Richtlinien, Weltpredigten, Gewissensanleitungen, Konzilien und Heilig/Seligsprechungen. Es ist also fast für Jeden etwas dabei, sprich die Marke Papst ist in jeder Weise schichtenübegreifend.

    Schon deswegen wird die Show weitergehen (müssen) und die kommenden Darsteller stehen jetzt schon Schlange.

  • #36
    Lore

    Ein wirklich erfrischender Beitrag, den ich eher zufällig las.

    Der Scherz ist das Loch aus dem die Wahrheit pfeift. aus: Japan

    Weiter so.

  • #37
    Walter Stach

    Arnold,
    aus Deiner Sicht, der Sicht eines Atheisten ein schlüssiger,folgerichtiger, teils amüsanter,teils ironischer Beitrag, mit dem ich als kath.Christ -selbstverständlich- inhaltlich nicht konform gehe;macht aber nichts, vor allem deshalb nicht, weil ich Deinen Beitrag als kath.Christ in keiner Weise als beleidigend,diffamierend empfinde.

  • #38
    Sven Glückspilz

    Satire benötigt zumindest meiner bescheidenen Meinung nach das Moment der Brechung. Kennt man den Urheber, vermag man einzuschätzen, ob er satirisch oder ernst sein will. Sieht man ihn, kann der Bruch auch durch die Optik zustande kommen. Ohne jeglichen Hinweis in einem nichtsatirischem Umfeld jedoch – und angesichts der Beobachtung, dass sich ein Beitrag wie der obige inhaltlich und stilisistisch nicht von unzähligen auf einschlägigen Plattformen wie kath.net, gloria.tv u. a. unterscheidet – wirkt die „Auflösung“, es handele sich um Satire, für mich als Außenstenden lediglich schal.

  • #39
    Georg Kontakakis

    Der Beitrag ist keine Satire.

    Ich halte den Papst für einen Drückeberger.

    Und ich bin katholisch.

  • #40
    Sven Glückspilz

    Der Satz, dass der Beitrag keine Satire sei, ist natürlich Satire. Ich beginne zu verstehen.

  • #41
    Andi

    @Arnold Voss (#35):
    Wenn Gott schon kein wirkliches Gesicht hat, ja auch nicht haben kann, so hat zumindest sein Stellvertreter auf Erden eins.

    Der Papst ist nicht Stellvertreter Gottes, der Papst ist Stellvertreter Christi („Vicarius Iesu Christi“). Das ist ein Unterschied: Der Papst führt die Gruppe der Gläubigen auf der Erde an während Jesus (der Mensch) mal kurz weg ist und das deshalb solange nicht selbst tun kann. Gott hingegen ist nie weg, der ist rund um die Uhr überall und braucht keinen Stellvertreter.

  • #42
    Arnold Voß

    @ Andi # 41

    Ohh Mann, sie haben das mit der Dreifaltigkeit anscheinend verstanden. Gottvater, Gottes Sohn (Jesus der Mensch, der aber auch Gottes Sohn ist, also auch Gott) und der heilige Geist. Das Problem ist nur, dass das sonst keine Mensch versteht, der noch bei Verstand ist. Verzeihen sie mir also, dass ich da keine Unterscheidung machen. 🙂

  • #43
  • #44
    gill1713

    Mich hat der Papst-Rücktritt schwerer getroffen, als alle Mißbrauchsskandale zusammen.

    Wieso aufregen! Das ist doch keine Einzelmeinung, für ihr Image lassen die alle über die Klinge springen.

  • #45
    Walter Stach

    -42-
    Arnold, daß Du Verständnisprobleme hast, wenn es um die Dreifaltigkeit,die Dreieinigkeit, also auch um den Heiligen Geist geht, ist naheliegend;denn dieses Verständnisproblem, wenn es um die Dreifaltigkeit/die Dreieinigkeit, den Heiligen Geist eingeschlosssen, geht, haben nicht nur Atheisten, sondern auch die Gläubigen.

    Ein Blick in die Geschichte des Christentums im allgemeinen und der der kath.Kirchen im besonderen sowie ein Blick über alles das, was Theologen dazu seit rd.2.ooo Jahren gedacht, diskutieren,geschrieben und zu erklären versucht haben,(be-)beweist und belegt hinreichend die Existenz eines gewaltigen Verständisproblemes, wenn es um die Dreifaltigkeit,die Dreinigkeit und um den Heiligen Geist geht.

    Und wenn man etwas nicht kraft seines Verstandes erfassen, begreifen,erklären kann, dann bleibt eben nur der Glaube oder der Unglaube.

    In kontroversen Debatten über Glaube,Religion,Christentum, kath.Kirche, Papst oder, wie jetzt hier, über die Theologie der Dreifaltigkeit/Dreieinigkeit/den Heiligen Geist , aber auch dann, wenn Atheisten die Gläubige , wenn Atheisten einen Glaubenslehrer und Religionsführer wie den Papst attakieren, dann kann es durchaus für den einzelnen Gläubigen hilfreich sein zu wissen,daß er nicht allein ist, sondern daß er als kath.Christ zu einer Weltgemeinschaft von rd.1,2 Millarden kath.Christen zählt. Im Bewußtstein dieser Größe der kath.Weltkirche relativ wird sich jedenfalls für mich gravierend so Manches, was an Glaubens-, Religions-Kirchen-,Papstanfeindungen vorgebracht und diskutiert wird oder, anders ausgedrückt, das Bewußtsein, einer von rd. 1,2 Milliarden Katholiken weltweit zu sein, macht Manches leichter und trägt zur Gelassenheit bei.

  • #46
    Sven Glückspilz

    Das aus dem Judentum gewachsene, ebenfalls monotheistische Christentum hat nun einmal ein ziemliches Problem, wenn konstitutiv durch den religionsstiftenden Gottessohn der Monotheismus ausgehebelt zu werden droht. Nicht umsonst ist das Christentum die Mutter der Dialektik. Sie entwickelt das Modell der Trinität, das, um in den Glaubensvollzug integriert werden zu können, der permanenten Vermittlung seitens einer komplexen Theologie bedarf. Und schon hat man einerseits ein Druckmittel, um über richtig und falsch befinden zu können, und man erhebt den Zeremonienmeister zum Ideologen, der darüber wacht. Kein Wunder, dass das katholische Priestertum zweitausend Jahre lang gut funktioniert.

  • #47
    Walter Stach

    Der (muslimische)Schriftsteller Dzevar Karahasan sagt:

    „Menchen vomm Schlag Benedikts braucht die Welt“.

    Interview FAZ, 14.2.13

    Interessante Gedanken!

  • #48
    Jens König

    „Die Wahl zum Papst ist eine göttliche Berufung.“
    Und ist es nicht Satire, ist es verdammt kurz gedacht.
    Nehmen wir mal an, es gibt Gott. Und der hat geagt, dass der Ratze Papst wird.
    Tja, dann hat er jetzt wohl mal gesagt, dass der Ratze nicht mehr Papst sein soll. Gott darf sich umentscheiden. Das macht er sogar gegen Katholikenprotest.

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