Wahlkreisprognose Ruhrgebiet: Grüne gewinnen Direktmandate in Bochum, Essen, Duisburg, Dortmund und Oberhausen

Der Niedergang der SPD setzt sich auch im Ruhrgebiet fort: Nach einer einer Prognose des Berliner Instituts Wahlkreisprognose würden die Grünen auch im Ruhrgebiet zur Zeit in mehreren Wahlkreisen bei der Direktwahl die Kandidaten der anderen Parteien schlagen. In Bochum ginge der Wahlkreis Bochum I verloren, den  2017 der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Axel Schäfer gewann. In Dortmund würde die SPD den 2017 von dem aus der Partei ausgetreten Marco Bülow an die Grünen verlieren. Auch in Mülheim, Essen, Duisburg und Oberhausen könnten sich die Grünen durchsetzen. Keine Sorgen muss sich Michelle Müntefering machen – der Wahlkreis Bochum/Herne bleibt, wenn auch arg gebeutelt, eine der letzten roten Hochburgen im Revier. In Essen muss sich der CDU-Kandidat Matthias Hauer geschlagen geben.

In ganz NRW lägen die Grünen mit 19 direkt gewonnen Wahlkreisen deutlich vor der SPD, die nur noch 13 Wahlkreise erobern könnte. Die CDU führt allerdings souverän mit 32 Wahlkreisen.

Für SPD-Kandidaten aus dem Ruhrgebiet wird damit zum ersten Mal die Landesliste wichtig, wenn sie in den Bundestag ziehen wollen. Und Kandidaten der Grünen haben gute Chancen, direkt in den Bundestag einzuziehen.

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8 Kommentare

  1. #1 | Bärnd sagt am 1. Juli 2019 um 12:47 Uhr

    Ach ja, Prognosen sind immer sone Sache….
    Ich denke wir warten mal ab. Das grösste Problem ist doch, das seit Jahrzehnten immer mehr die Capitalistischen Parteien gewählt worden sind. Dann gibt es noch die FFF-Bewegung, die glaubt wenn man Freitags demonstriert und die Grünen wählt, haben sie ihre Schuldigkeit getan. An den anderen Tagen Urlaubsflieger nach Australien, teuere Markenklamotten (in Asien produziert) und Elektroautos fordern(ohne Rücksicht auf die Länder/Menschen , in denen die seltenen Erden abgebaut werden. Aber egal….
    Ne lasst mal, da bleibe ich bei meiner SPD und schaue mir dann an, wie das Florianprinzip mit dem Capitalismus umgesetzt wird 🙂

  2. #2 | Werntreu Golmeran sagt am 1. Juli 2019 um 16:42 Uhr

    Hallo Herr Laurin,

    es ist ja schön, dass Sie nach meinem Hinweis die Prognose für Obehausen-Wesel gelöscht haben, denn Frau Höhn ist ja schon 2017 aus dem Bundestag ausgeschieden. Aber vielleicht könnten Sie meinen Kommentar vielleicht auch noch veröffentlichen und darauf aufmerksam machen, dass bei der Studie offensichtlich Kandidaten abgefragt wurden, die gar nicht zur Wahl stehen. Oder haben Sie irgendetwas mit der Studie persönlich zu tun?

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 1. Juli 2019 um 17:32 Uhr

    @Werntreu Golmeran: Nein, das war ein Fehler in der Studie – aber wer da antritt ist meiner Ansicht nach auch nicht ganz so wichtig – es zählt die Bundespolitik und die schlägt auch auf die Direktwahl durch. Es ist ja nicht so als ob die meisten wissen, was ihre Bundestagsabgeordneten so treiben. Die wenigsten werden sie überhaupt mit Namen kennen.

  4. #4 | Werntreu Golmeran sagt am 1. Juli 2019 um 18:01 Uhr

    Wenn man sich die "Methodik" mal genauer anschaut, kann man aber auch sonst Zweifel an der Seriosität bekommen. Wenn ich das richtig verstanden habe, werden da gar keine Umfragen gemacht sondern irgendwelche"Trends" expoliert.

    Die Belege für die Effektivität scheinen auf den ersten Blick beeindruckend zu sein, icht traue mir aber ohne jegliche Methodik auch zu bei einer bayrischen Landtagswahl bei einem der 180 Landtagsabgeordneten das Ergebnis auf 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte vorauszusagen, statistisch interessant und relevant wäre wie groß die durchschnittliche Abweichung bei allen Vorhersagen war und interessant fände ich auch wie groß die Abweichung bei der schlechtesten Fehlprognose war.

    Auf den ersten Blick sieht das für mich nach heißer Luft aus bzw. nach einem weiteren Institut, bei dem man für wenig Ge6 eine passende Vorhersage "bestellen" kann.

  5. #5 | ke sagt am 1. Juli 2019 um 18:09 Uhr

    Ich bin Dortmunder und frage mich seit Jahren, was unsere Abgeordneten im Bundestag konkret für ihre Wähler tun. Entweder gibt es keine Ergebnisse, oder die Arbeit findet im Verborgenen statt.
    Deshalb ist es auch gut, wenn andere Personen eine Chance bekommen.

    Es sollte aber natürlich keine Grünen sein. Ich kann einfach keine Lösungskompetenz erkennen und frage mich, wieso ich täglich im Stau stehe, wenn doch angeblich alle so gegen die Klimawandel und für die Umwelt sind. Wo bleibt die grüne Einstellung im täglichen Handeln?
    Im Alltag kommt sie höchstens in homöopathischen Dosen vor.

  6. #6 | thomas weigle sagt am 1. Juli 2019 um 18:13 Uhr

    #1 In den Printmedien, wie bspw. im aktuellen Spiegel, lese ich in letzter Zeit öfter, dass zumindest bei der Großstadtjugend die Begeisterung für Führerschein und Auto stark nachgelassen hat.
    Die übrigen Behauptungen (Australien) sind durch nichts belegtes dummes Zeug, Kaffeesatzleserei. Wenn Sie für die SPD stehen, hat diese wirklich keine Zukunft. Was ich bedauere.

  7. #7 | Robert Müser sagt am 1. Juli 2019 um 20:56 Uhr

    Na ja,
    so wirklich überraschend kommt diese Erkenntnis nun wirklich nicht – ich beobachte speziell im Ruhrgebiet seit Jahren nun eine schleichende Entfremdung zwischen der Revier-SPD und ihrer (ehemaligen) Wählerschaft. Die Ergebnisse z.B. in Bochum und Dortmund nach der letzten Europawahl für die Grünen scheinen sich zu verfestigen.

    Die Performance des aktuellen Bundes-GroKo-Gewürges unter maßgeblicher SPD-Beteiligung taugt nicht als Wahlempfehlung für die SPD. Die Landes-SPD beschäftigt sich wie die Bundes-SPD nur noch mit sich selber und als Sahnehaube dazu noch diese komplette Selbstzerlegung der Bundes-SPD auf personeller und inhaltlicher Ebene.

    Und die aktuellen SPD-Bundestagsabgeordneten im Revier ? Sind im Gegensatz zu frühereren Zeiten irgendwie nicht mehr präsent, kein Wunder dass da der letzte Wähler das Weite sucht. Wenn es einen überzeugenden Gegenkandidaten in Herne geben würde, könnte es diese Bastion auch fallen.

    Für die SPD ist im Revier noch nicht der %-Tiefpunkt erreicht, da ist noch Luft nach unten.

  8. #8 | Norbert sagt am 1. Juli 2019 um 22:59 Uhr

    @ #6: Aufgrund länger Ausbildungsdauern und höhrerer Erwerbskosten verschiebt sich das Führerscheinerwerbsalter nach hinten. Aber die Besitzquoten mit Anfang 30 werden auch in den Städten nicht gesunken sein. Vielmehr sind die im Langfristtrend gestiegen, da nun auch fast alle Frauen einen oder mehrere Führerscheine haben.

    @ #7: Aber die Grünen sind sicherlich nicht auf die ehemalige Stammwählerschaft der SPD fokussiert.

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