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Upgrade: Am Ende: Waldorfschüler ohne Abschluss?

Dass ein Kind die Schule ohne Abschluss verlässt, ist für viele Eltern eine Horrorvision. An Waldorfschulen in NRW könnte sie im Sommer wahr werden, denn zum ersten Mal werden auch Waldorfschüler zentral geprüft. In Bochum droht angeblich zwei von drei Kindern das schulische Aus.

Rudolf Steiner Schule in Bochum-Langendreer Foto: Ruhrbarone

Waldorfschulen sind für viele Eltern eine Alternative zu den konventionellen staatlichen Schulen. Das ursprünglich vom Anthroposophen Rudolf Steiner entwickelte pädagogische Konzept soll angeblich die Kreativität der Kinder fördern und sie in einer Atmosphäre ohne Leistungsdruck groß werden lassen. Noten gibt es an den Waldorfschulen erst spät, der  Unterricht in Chemie und Physik setzt eher auf das intuitive Erfassen von Naturphänomen, denn auf die Vermittlungen nüchterner Fakten. Und durch das Tanzen in weitern Gewändern sollen auch pubertierende Jugendliche ein besseres Körpergefühl entwickeln. Kritiker bemängeln, an der Waldorfschule werde ein krudes Geschichtsbild vermittelt, in dem die mythische Insel Atlantis und griechische Sagen im Zentrum des Interesses stünden. Auch Rassismusvorwürfe gegen Steiner und die Waldorfpädagogik sorgten immer wieder für  Schlagzeilen.

Im  Sommer dürften die Waldorfschulen wieder ins Zentrum des Interesses rücken: denn dann werden in NRW erstmals auch die Waldorfschüler 

Dass ein Kind die Schule ohne Abschluss verlässt, ist für viele Eltern eine Horrorvision. An Waldorfschulen in NRW könnte sie im Sommer wahr werden, denn zum ersten Mal werden auch Waldorfschüler zentral geprüft. In Bochum droht angeblich zwei von drei Kindern das schulische Aus.

Rudolf Steiner Schule in Bochum-Langendreer Foto: Ruhrbarone

Waldorfschulen sind für viele Eltern eine Alternative zu den konventionellen staatlichen Schulen. Das ursprünglich vom Anthroposophen Rudolf Steiner entwickelte pädagogische Konzept soll angeblich die Kreativität der Kinder fördern und sie in einer Atmosphäre ohne Leistungsdruck groß werden lassen. Noten gibt es an den Waldorfschulen erst spät, der  Unterricht in Chemie und Physik setzt eher auf das intuitive Erfassen von Naturphänomen, denn auf die Vermittlungen nüchterner Fakten. Und durch das Tanzen in weitern Gewändern sollen auch pubertierende Jugendliche ein besseres Körpergefühl entwickeln. Kritiker bemängeln, an der Waldorfschule werde ein krudes Geschichtsbild vermittelt, in dem die mythische Insel Atlantis und griechische Sagen im Zentrum des Interesses stünden. Auch Rassismusvorwürfe gegen Steiner und die Waldorfpädagogik sorgten immer wieder für  Schlagzeilen.

Im  Sommer dürften die Waldorfschulen wieder ins Zentrum des Interesses rücken: denn dann werden in NRW erstmals auch die Waldorfschüler  zentral geprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung könnte für die Steiner-Schulen zum Desaster werden. An der Rudolf-Steiner-Schule in Bochum wurden nach uns vorliegenden Informationen vor kurzem Eltern einer der beiden Abschlussklassen des nicht förderschulischen Bereichs darüber informiert, dass zwei Drittel der Kinder kaum eine Chance auf einen Schulabschluss hätten. Gabriele Kallis, die Abschlussbeauftragte der Rudolf Steiner Schule bestreitet  die  uns zugetragenen Aussagen: "Unsere Schüler werden in diesem Jahr in der 11. und 12. Klasse  ihren Fachoberschulreife oder ihren Hauptschulabschluss machen. An dem kommenden Jahr werden diese Abschlüsse dann nur noch in  der 11. abgelegt werden können. Bei einigen wenigen Kindern haben wir den Eltern geraten, sie anstatt für die Fachoberschulreife für die Prüfung zum Hauptschulabschluss anzumelden. Natürlich kann es mal vorkommen, dass ein Schüler keinen Abschluss macht, aber das sind bei uns sehr seltene Ausnahmen und das wird auch in diesem Jahr so sein." Es gäbe keine massenhaft negative Prognose.

Dass Waldorfpädagogen allerdings mit Sorge auf die Zentralprüfungen des kommenden Sommers blicken, ist seit dem vergangenem Jahr klar, als sie gegenüber der Landesregierung ihren Unmut gegenüber der Prüfungsordnung deutlich machten. Sie wurden dabei von der grünen Landtagsabgeordneten Sigrid Beer unterstützt, die sich vor allem gegen die hohe Bedeutung der schriftlichen Prüfungen wandte und  – wie die Waldorfpädagogen – die  Berücksichtigung der mündlichen Noten für das Prüfungsergebnis forderte.

Für die ehemalige Waldorflehrerin Heidrun G.* eine Scheindiskussion: "Die Einbeziehung der  mündlichen Waldorfnoten würde jede  Vergleichbarkeit  der Noten ad absurdum führen. Die Waldorfschulen wollen eine Ausnahmeregelung, um ihr Versagen als Schulen zu kaschieren." G. würde es nicht überraschen, wenn im Sommer viele Waldorfschüler ohne Abschluss dastehen würden: "Den Kindern wird vor allem das Reproduzieren beigebracht, eine kritische Auseinandersetzung mit Inhalten und selbstständiges Arbeiten findet kaum statt. Der naturwissenschaftlich-mathematische Unterricht ist eine Katastrophe und viele, vor allem leistungsstarke Kinder, langweilen sich bei dem niedrigen Niveau des Unterrichts." Ein Problem sei, dass in vielen Waldorfschulen immer mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam mit  Kindern ohne Entwicklungsdefiziten unterrichtet würden – anders als an der Bochumer Rudolf-Steiner-Schule, wo es einen eigenen Förderzweig gibt: "Dieser integrative Unterricht ist eigentlich eine gute Sache, aber nicht unter Waldorfbedingungen: Integrativer Unterricht braucht kleine Klassen und zusätzliche Lehrer mit einer sonderpädagogischen Qualifikation. Beides ist an Waldorfschulen nicht die Regel. Den Preis zahlen die Kinder."

*Name geändert

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22 Kommentare zu “Upgrade: Am Ende: Waldorfschüler ohne Abschluss?

  • #1
    zoom

    Hallo Stefan,

    das Thema finde ich sehr interessant! Gut, dass Du es aufgreifst. Ich bin gespannt auf das, was noch kommt.

    Gruß Hannes (zoom)

  • #2
  • #3
    Nicolai von Neudeck

    Ganz unabhängig von einer langfristigen Lösung und der Diskussion um die Walddorfschulen muss den kurzfristig betroffenen Schüler_innen geholfen werden.

    Eine Möglichkeit, die vor allem von Aachener Waldorfschüler_innen genutzt wird, ist die Ausbildung zum „Animator für Kindergemeinschaften“ an der „Autonomen Hochschule“ in der „Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens“ in Eupen, die ein — in Deutschland (Zentrale Zeugnisannerkennungsstelle Düsseldorf) problemlos annerkennbares — Abitur beinhaltet.

    Es handelt sich um eine Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg, die sowohl mit Präsenzunterricht (empfehlenswert) als auch durch bloßes Bestehen der anschließenden ca. 20 Prüfungen abgeschlossen werden kann, und ein Jahr dauert.

    Die Kosten für die Prüfungsanmeldung betragen insgesamt 37,50 Euro und muss im Februar erfolgen um an den Prüfungen im April/Mai teilnehmen zu dürfen. Wer den Schulunterricht besuchen will, sollte sich im Mai/Juni melden, Schuljahresbeginn ist im Herbst/Spätsommer. Ich glaube, der Schulunterricht war kostenlos, bin mir aber nicht ganz sicher.

    Zugangsvorraussetzung ist ein Mindestalter von 17 Jahren und das war es.

    Unterrichtssprache ist Deutsch, mit ein paar französischen Einfärbungen. Nein, Französisch ist kein Prüfungsfach.

    Weil die Deutschsprachige Gemeinschaft so klein ist, gibt es nur selten Broschüren und Ähnliches. Wer etwas wissen will, muss im Ministerium (Es gibt nur eines) anrufen.

    Mehr zur Deutschsprachigen Gemeinschaft unter:
    http://www.dglive.be/ (offizielle Website)

    oder

    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschsprachige_Gemeinschaft_Belgiens

    Natürlich ist das nicht nur für Waldorfschüler_innen von Interesse.

    Hoffentlich ist damit vielen geholfen.

  • #4
    Paul Thüs

    Hallo Herr Laurin,
    es tut mir schon weh, solchen Blödsinn zu lesen. Ich bin selber kein Waldorf-Schüler, habe aber drei Kinder in Dortmund auf der Waldorfschule. Im Mai finden dort, wie in allen anderen Schulen, die teilzentralen Prüfungen (ZP10) in der elften Klasse statt und alle Schüler können somit einen Abschluß erreichen. Ich weiß nicht, welche schlimmen Erfahrungen sie mit „Waldorfs“ gemacht haben, die sie so einen Artikel schreiben lässt. Schade!

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Thüs: Ich habe keinerlei persönliche Erfahrungen mit der Waldorfschule gemacht und wünsche jedem Kind einen möglichst guten Schulabschluss.

  • #6
    David Schraven

    @ Paul Thüs,

    die Frage, die hier gestellt wurde lautet nicht, ob die Kinder versuchen dürfen, einen Abschluss zu erreichen, sondern ob sie es schaffen können, einen Abschluss zu erreichen.

    Sie dürfen zu den Prüfungen gehen, es besteht aber die Gefahr, dass sie durchfallen. Aus diesem Grund wurden die Schüler in Bochum offensichtlich gewarnt.

    „Im Sommer dürften die Waldorfschulen wieder ins Zentrum des Interesses rücken: denn dann werden in NRW erstmals auch die Waldorfschüler der zehnten Klassen zentral geprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung könnte für die Steiner-Schulen zum Desaster werden. An der Rudolf-Steiner-Schule in Bochum wurden nach uns vorliegenden Informationen vor kurzem Eltern einer der beiden zehnten Klassen des nicht förderschulischen Bereichs darüber informiert, dass zwei Drittel der Kinder kaum eine Chance auf einen Schulabschluss hätten.“

  • #7
    Elmar Kok

    „Heidrun G.*

    *Name geändert“

    Heißt sie gar möglich Gudrun G.?
    Spaß beiseite:
    Warum, wenn sie solch provokante Aussagen trifft, kann sie das nicht unter ihrem Klarnamen tun? Ich mag Steiner nicht, ich mag Waldorfschulen nicht, aber mich interessiert eines: Einige meiner ehemaligen Kommilitonen schafften trotz dieser hier dargestellten und mit Zitaten untermauerten systematischen „Verblödung“ das Abitur und das auch noch in der Regelschulzeit! Wie konnten Sie in so kurzer Zeit das vermeintlich Versäumte aufholen?
    Schülerhilfe *gg*?

  • #8
    David Schraven

    @ Elmar,

    der Grund ist relativ simpel, warum ein Walddorfkind früher einfacher an einen Abschluss kam. Es gab diese gleichmachenden Zentralprüfungen nicht. Der Schwerpunkt in den ersten Waldorfjahren liegt sicher nicht im Büffeln von Fakten, sondern im lernen von Konzepten. (andere würden sagen, „Gedöns“)

    Nun muss vor dem Abi in der zehn eine Prüfung gemacht werden. Wer da nicht das kann, was zentral gefordert wird, ist gekniffen. Oder anders gesagt, Buchstabentanzen steht nicht in Sommers Kurikulum.

    Du kannst das können – aber es hilft Dir nichts.

  • #9
    Torti

    Bevor jetzt alle bekannten Vorurteile gegen Waldorf-Schulen ausgepackt werden, muss man sagen, dass es „die“ Walldorf-Schule gar nicht gibt. Deshalb wurde hier auch ganz konkret die Waldorf-Schule in Bochum genannt.

    Jede Schule, die sich der Walldorf-Pädagogik verpflichtet fühlt, entwirf durchaus ein eignes Konzept der konkreten Umsetzung. Das ist übrigens auch bei privaten, konfessionellen Schulen oder anderen pädagogischen Konzepten, wie Freie Schule der Fall. Auch mir sind Schüler von Waldorf-Schulen bekannt, die ihr Abitur bestanden haben und kein Problem in die Eingliederung z.B eines Studienganges hatten.

    Allerdings muss man sich klar machen ob hier nur verschiedene Wege zu einem Ziel beschritten werden sollen, hier der Schulabschluss oder ob die Schule zu einem gänzlich anderem Ziel führen soll.

    Ich hatte durchaus überlegt meinen Sohn auf einer Waldorf-Schule anzumelden.

    Was mich letzlich abgeschreckt hat war die Tatsache, dass ich auf Veranstaltungen auch auf Eltern getroffen bin deren idiologische Sichtweise der Waldorf-Pädagogik letzlich einen Schullabschluss für die „normale“ Welt unmöglich machte. Und in freien Schulen spielen die Ansichten und die Mitarbeit von Eltern eine grosse oder sogar beherrschende Rolle.

    Das kann sehr bereichernd sein allerdings mit lauter Steiner-Jüngern wird es schwierig….

    Mein Sohn geht heute auf die Grundschule Kleine Kielstrasse in Dortmund. Die hat übrigens den deutschen Schulpreis gewonnen. Die Lehrer dort beweisen, dass man auch innerhalb des Systems bei konsquenter Nutzung der Freiräume, sich eigenständige, pädagogische Konzepte erarbeiten kann. Wie z.B. den jahrgangsübergreifenden Unterricht in den Klassen 1 – 4.

    Ob Elemente dieser Konzepte aus verschiedenen pädagogischen Welten stammen ist dabei egal.
    Hauptsache ist doch, dass Kinder sich später in der realen Welt zurechtfinden.

    Ob sie darin Biobauern oder Atomphysiker werden ist allein ihre Entscheidung. Und die Gesellschaft hat dafür zu sorgen, dass sie diese Entscheidung treffen können.

    Wenn dazu Prüfungen notwendig sind um dies allen vor Augen zu führen, ist das völlig ok.

  • #10
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Gestern lief auf Frontal 21 ein sehr schöner Bericht über die Qualifikation von Waldorflehrern: http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1001633,00.html?dr=1

  • #11
    Klaus-Peter Freitag

    Es entspricht nicht der Wahrheit, dass man sich insgesamt an den Waldorfschulen Sorgen darum macht, dass die Schülerinnen und Schüler keinen staatlich anerkannten Schulabschluss erlangen könnten. Im Gegenteil, im Durchschnitt der letzten Jahre haben an den Waldorfschulen weniger als ein Prozent der Schüler die Schule ohne Schulabschluss verlassen. Im Vergleich zu bis zu 9,5 % an der Hauptschule. Diese Sicherheit leitet sich auch daher, dass bei der erstmaligen Teilnahme am Zentralabitur im vergangenen Jahr die Schülerinnen und Schüler an Waldorfschulen insgesamt genau den gleichen Notendurchschnitt erlangt haben wie alle Abiturienten in NRW. Waldorfpädagogik und die Anforderungen in zentralen Prüfungen sind sehr wohl kompatibel und Schülerinnen und Schüler kommen zu ausgesprochen guten Ergebnissen.

    Darüber hinaus sind im Artikel einige objektive Fehler, die richtig zu stellen sind.

    1. An Waldorfschulen kann ein mittlerer Schulabschluss seit diesem Schuljahr erst nach Klasse 11 erworben werden. Insofern ist die Aussage, dass Schüler der 10. Klasse keinen solchen Abschluss erhalten, korrekt, weil es gar nicht möglich ist.
    2. Die Teilnahme an den zentralen Prüfungen erfolgt also nicht in der 10. sondern in der 11. Klasse.
    3. Dass die Jahresleistungen der Schülerinnen und Schüler in den zentral zu prüfenden Fächern, anders als an den anderen öffentlichen Schulen, nicht prüfungsrelevant sind, erleben die Waldorfschulen nach wie vor als ungerecht. Durch die Möglichkeit unter bestimmten Umständen neben der zentralen Klausur auch eine mündliche Prüfung machen zu können, wurde aber ein Weg gefunden, diese Härte abzumildern. Auch diese mündliche Prüfung findet unter staatlichem Vorsitz statt.
    4. Dass diese Regelung nach einem konstruktiven Prozess gefunden werden konnte, verdanken die Waldorfschulen dem Einsatz aller Fraktionen im Landtag.
    5. Der Vorwurf, ein „krudes Geschichtsbild“ zu vermitteln, ist nicht neu und durch eine unabhängige Kommission im Jahre 2000 widerlegt worden.
    6. Dass in den Regelwaldorfschulen vermehrt Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden, trifft nicht zu. In NRW gibt es allerdings drei integrative Waldorfschulen, die innovativ den Weg der inklusiven Pädagogik gehen.
    7. In den Förderschulen haben die Klassen nur wenige Schüler und selbstverständlich haben die dort unterrichtenden Lehrer eine sonderpädagogische Qualifikation.

    Die Waldorfschulen evaluieren ihre Arbeit laufend und befinden sich in einem regen und konstruktiven Dialog mit all denen, denen die Entwicklung der Pädagogik ein Anliegen ist. In diesem Sinne sind polemische Angriffe kontraproduktiv.

  • #12
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Freitag: In wenigen Monaten werden wir wissen, wie die Schüler der Waldorfschulen bei den neuen zentralen Prüfungen abschliessen. Bedenklich finde ich die bisherige Praxis, dass erst nach 12 Jahren (künftig 11) der Hauptschulabschluss erreicht wird. Eine Leistungsfähige Schule sieht meiner Ansicht nach anders aus. Der Fehler kam weil diese Prüfung von meiner Quelle als „Zehntklassprüfung“ bezeichnet wurde. Die von Ihnen benannten Fehler wurden berichtigt, nachdem ich, (nach drei Tagen!) einen Kontakt zur Steiner-Schule bekam.
    Die Darstellung von Heidrun G. das Eltern, deren Kinder eigentlich auf die Förderschule (Sonderschule) gehören bei entsprechendem finanziellen Hintergrund die nornale Waldorfschule als Alternative wählen ist glaubhaft, da der Besuch einer Förderschule, vor allem im Bereich von Lernbehinderungen, im Normalfall jede berufliche Perspektive verbaut.
    Wenn Themen wie Atlantis etc. im Geschichtunterricht behandelt werden ist das angesichts der Quellenlage zu dem Thema (Wenige Sätze bei Platon, bei denen der sich auf Erzählungen aus Ägypten beruft) als nicht anders als krude zu bezeichnen.

  • #13
    Elmar Kok

    @David:
    Die Abiturprüfungen wurden aber schon damals durch die Vorgesetzten im jeweiligen Regierungsbezirk durchgesehen und genehmigt. Bei den Abi-Prüfungen dementsprechend gleiches Verfahren wie in den anderen Abitur-ermöglichenden Schulen.
    AFAIK,
    Elmar

  • #14
    Berry

    Waldorf oder Winnenden?

    Das scheint die Frage zu sein.

    Seine Name vertanzen oder mit Kugeln in die Wand!?

  • #15
    Jimmy

    Ich habe mal (kurz) Google bemüht, bin aber auf nichts zielführendes gestoßen. Evt. weißt Du ja besser, wo Du nachfragen kannst: Da das Abitur 2009 ja nun gelaufen sein sollte (30. Juni als letzter Zeugnisausgabetag, heute letzter Schultag), gibt es irgendwo eine Statistik über das Abschneiden verschiedener zum Abitur führender Schulformen. (Gymnasium, Gesamtschule, Waldorfschule und was sonst noch so am Zentralabitur teilnahm.)
    Eine nach Orten geordnete NRW-Statistikwürde mich auch interessieren. Es würde mich freuen, zu dem Thema nochmal was hier zu lesen, oder aber auch einfach eine Mail zu erhalten.

  • #16
    Hanram

    Ach du grüne Neune, wie hier mal wieder gehetzt wird, weil man grundlegend eine negative Meinung -aber keine Ahnung- zum Thema hat und diese bestätigt wissen bzw. nicht über den Tellerrand schauen kann und will.
    Ein Hauptschulabschluss an Waldorfschulen ist beispielsweise in Hessen auch nach Klasse 9 möglich, zentrale und vor allem staatliche Abschlussprüfungen sind an diesen Schulen in Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg seit Jahren gängige Praxis und zeigen anderes, als das obene beschriebene. So viel mal zu den gängigen und weichgespülten Vorurteilen, die wir wohl auch nach weiteren 90 Jahren WS noch immer zu hören bekommen.
    Wie oben schon angedeutet ist WS nicht gleich WS, sondern kann sich durch die Selbstverwaltung der Schulen deutlich von einander unterscheiden. Darüber hinaus gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Schulgesetze mit ebenso unterschiedlichen Konsequenzen für die WS.
    Hat einer dieser intelligenten Kritiker hier gewusst, dass eine neugegründete WS erst mal nur den Satus „staatlich genehmigt“ erhält und bei Schulabschlüssen aller Art in diesem Stadium schon seit jeher staatliche Prüfungen anfielen? Hat man hier gewusst, dass erst mit dem Status „staatlich anerkannt“ die Schulabschlüsse, mit Ausnahme des Abiturs, ohne staatliche Kontrolle vergeben werden durften? Hat man beachtet, dass zentrale Prüfungen in manchen Bundesländern auch für WS ausschlaggebend sind und das seit Ewigkeiten und mit keineswegs besorniserregenden Ergebnissen?
    Was will ich damit sagen? Bitte nicht dumm rausblatschen, wenn offensichtlich kein Wissen vorhanden ist, dass dieses Geblatsche ansatzweise rechtfertigen würde!!
    Und dass im Text oben bewusst nur Halbwahrheiten verbreitet werden, dass kommt euch Stammtischparolen verbreitenden Subjekten wohl nur gerade Recht. Es geht in NRW nicht darum, dass zentrale Abschlussprüfungen an sich eine Bedrohung für Schüler von WS wären, sondern dort nur die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen relevant sein sollen. Eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel stinkt und nur von eigenen bildungspolitischen Problemen ablenken soll…Leute, denkt was ihr wollt, sagt was ihr wollt…aber bedenkt immer, es könnte schnell auf euch zurückfallen.

  • #17
    WSS

    Ich finde es sehr erstaunlich was man hier lesen kann über uns Schüler…
    ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass sich einer von Ihnen, in diesem Moment als Schüler einer Waldorfschule behaupten kann.
    Ständig hört man Verschiedene Meinungen über uns Schüler.
    Ich kann dazu nur sagen, dass ich es schade finde, wenn Leute, die im Grunde keine Ahnung haben, einen nicht Sachgerechten und Objektiven Text schreiben und ihn als die einzige Wahrheit verkaufen wollen.
    Ich bin mein ganzes Leben auf eine Waldorfschule gewesen und war immer sehr zufrieden.
    Natürlich gibt es Leute, die ihren Abschluss nicht schaffen… aber fragt jemand danach ob diese Personen ihr ganzes Leben auf der WS waren? NEIN!!
    niemand fragt danach!
    Mehrmals hatten Wir Leute bei uns in der Klasse die, so zu sagen, kurz vor dem Absturz standen. Aber die Eltern wollten ihr Kind nicht auf die Hauptschule geben und haben sich gedacht… warum dann nicht die Waldorfschule.
    Alle aus meiner Klasse, die von Anfang an da waren, sind weit aus schlauer als so mansch ein Staatsschüler der zu uns in die Klasse kommt.

    Ich habe nichts gegen Staatsschüler! Aber ich habe was gegen Leute die behaupten, dass man in der WS keinen Vernünftigen Abschluss schaffen kann!!

    Ach genau zum Thema Eurythmie! (bei Ihnen vielleicht nur bekannt unter Namentanzen)
    Kann mir jemand verraten wie man sagen kann ob etwas gut oder schlecht ist, oder es etwas bringt oder nicht, ohne das man es je versucht hat?
    Ich verstehe es nicht!
    Ich finde Eurythmie gut! und ich habe in meinem Leben noch NIE meinen Namengetanzt!!!

    Ich finde bevor man sagen kann das etwas gut ist oder schlecht, sollte man selbst Erfahrungen sammeln!!!

  • #18
    Andreas Lichte

    @ WSS

    Sie schreiben: „Ich kann dazu nur sagen, dass ich es schade finde, wenn Leute, die im Grunde keine Ahnung haben, einen nicht Sachgerechten und Objektiven Text schreiben und ihn als die einzige Wahrheit verkaufen wollen.“

    Vielleicht wollen Sie das auch unter diese Beiträge schreiben, es wurden eigene Erfahrungen mit der Waldorfpädagogik gesammelt …:

    „Wie gut sind Waldorfschulen?“ Erfahrungsbericht einer Mutter: http://www.ruhrbarone.de/wie-gut-sind-waldorfschulen/

    „Waldorfschule: Vorsicht Steiner“ Interview mit einem ausgebildeten Waldorflehrer: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

  • #19
    Skowronek

    WSS, Waldorfschüler, sagt: „Alle aus meiner Klasse, die von Anfang an da waren, sind weit aus schlauer als so mansch ein Staatsschüler der zu uns in die Klasse kommt.“

    Und:

    „Ich finde Eurythmie gut! und ich habe in meinem Leben noch NIE meinen Namengetanzt!!!

    Ich finde bevor man sagen kann das etwas gut ist oder schlecht, sollte man selbst Erfahrungen sammeln!!!“

    Um das Niveau der Waldorfschule, die WSS besucht, beurteilen zu können, genügt als „Erfahrungen“ sein Kommentar hier.

  • #20
    Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    „Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    Unser Gastautor Andreas Lichte war als Experte zur Waldorfschule beim Deutschlandradio Kultur zu Gast. In der „Zeitreisen“-Sendung „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“ am 23.2.2011 berichtete er auch von seinen Erfahrungen während seiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Hier eine Extended Version. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

  • #21
    Ostertag

    Ich war Waldorfschüler in Baden-Württemberg. Bei uns gab es schon vor Jahrzehnten ein Zentralabitur im Ländle. Von den Schülern, die in der 1. Klasse (47) eingeschult worden sind haben 76 % (36) ohne sitzenbleiben (denn das gibt es nicht) das Abitur geschafft. Von den Schülern die noch in Klasse 10 (42) zusammen waren: sogar 85%. Es gab wenig gute und viel schlechte Lehrer, wie an jeder Schule…nur eins ist anders: die Grundidee ist an den Bedürfnissen des Kindes orientiert und nicht an den Bedürfnissen der Wirtschaft.

  • #22
    Andreas Lichte

    @ Ostertag #21

    schon wieder so eine Waldorf-Werbebotschaft … was soll das? Mache ich etwa Werbung fürs Gymnasium, das ich besuchte? Würde mir nie einfallen.

    Zu den Abschlussquoten der Waldorfschule und den besonderen Bedingungen, unter denen sie zustande kommen, siehe:

    „Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…)

    These I: Die Leistungen des Kindes sind zu schwach, um auf einer öffentlichen Schule zu bestehen. An der Waldorfschule sind die Abschlüsse leichter.

    These II: „Man bleibt gern unter sich“ – Besserverdienende wollen eine Schule ohne Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen und ohne Ausländer.

    These III: „Man bleibt gern unter sich“ – in der Waldorfschule teilt man die „alternativen“, esoterischen Überzeugungen der Eltern.

    (…)“

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

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