Bittere 1:2-Pleite in Bielefeld – War es das schon wieder für den MSV Duisburg in der 2. Liga?

Das Stadion in Bielefeld. Quelle: Wikipedia, Foto: Rüdiger Müller, Lizenz: CC-BY-SA 4.0
Das Stadion in Bielefeld. Quelle: Wikipedia, Foto: Rüdiger Müller, Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Nein, das war leider wieder nichts, aus Sicht des MSV. Das so wichtige erste Auswärtsspiel des Jahres 2016 am gestrigen Montag bei Arminia Bielefeld, welches zuvor noch mit so großen Hoffnungen im westlichen Ruhrgebiet verknüpft war, wurde schlussendlich abermals etwas unglücklich mit 1:2 verloren. Und das, obwohl der MSV diesmal einen so guten Start erwischte, bereits in der 11. Spielminute durch Thomas Bröker bei den als so abwehrstark bekannten Arminen mit 1:0 in Führung ging.

Doch am Ende gab es erneut lange Gesichter bei den ‚Zebras‘, wurde das Duell der beiden Aufsteiger nicht zum erhofften Startsignal einer Aufholjagd für die Elf des Tabellenletzten.
Was bleibt dem MSV nun noch? In den verbleibenden 14 Spielen bis zum Saisonende müssen bekanntlich noch irgendwie rund 25 Punkte her. Ein überaus ambitioniertes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass es der MSV in den bisher absolvierten 20 Spielen erst auf klägliche 12 Punkte und zwei Siege gebracht hat, die Karten Trainerwechsel und diverse Neuverpflichtungen im Winter ja inzwischen auch schon gespielt wurden.

Man muss wohl schon ein besonders großer Optimist sein um noch immer an einen Klassenerhalt der Meidericher zu glauben.

Zebra-Coach Ilia Gruev verlor somit gestern auch das Duell mit seinem ehemaligen Trainer Norbert Meier, seine Inspiration selber auch Trainer zu werden, wie er im Vorfeld über das Wiedersehen mit dem erfahrenen Meier sagte. Der Lehrer behielt somit gegen den Schüler am Ende knapp die Oberhand, brachte seinem so defensivstarten, aber relativ heimschwachen Team aus Ostwestfalen dem Klassenerhalt damit gleichzeitig einen großen Schritt näher, rückte sogar kurzzeitig nun in die obere Tabellenhälfte.

Davon kann man beim MSV aktuell wohl nicht einmal mehr träumen. Wer den MSV in dieser Saison mehrfach über die volle Distanz gesehen hat, der muss große Zweifel an dessen Klassentauglichkeit haben. Und seit Gestern mehr denn ja.

Mit aktuell nur 16 Toren aus 20 Spielen wird zudem schon aus den Statistiken auf den ersten Blick deutlich woran es beim MSV hapert: Die Duisburger sind einfach zu durchschlagsschwach in der Offensive. Zusammen mit 1860 München und Fortuna Düsseldorf hat man den schlechtesten Angriff der Liga. Das man dann in der Tabelle ganz hinten steht erscheint einigermaßen logisch. Zumal auch die eigene Defensive eben häufig zu leicht zu überrumpeln ist, so wie auch gestern, als der MSV innerhalb weniger Minuten aus der Führung einen 1:2-Rückstand machte. Eine Situation, die man gestern dann zwar relativ couragiert annahm, lange gegen die Niederlage ankämpfte, sogar noch einen Elfmeter hätte zugesprochen bekommen müssen, dann aber am Ende eben doch wieder mit leeren Händen dastand.
Es fällt daher aktuell sehr schwer noch an die große Aufholjagd zu glauben.

Wer gegen den Mitaufsteiger, der ja eigentlich auf Augenhöhe spielen müsste nicht gewinnt, der hat wenig Argumente für eine erfolgreiche Siegesserie in den nächsten Wochen. Ilia Gruev wird in den nächsten Wochen jedoch liefern müssen, wenn nicht auch er schon bald wieder in die Diskussion geraten will. Ob ein anderer Trainer aus diesem Low-Budget-Team allerdings mehr herausholen könnte? Oder ist das beim MSV nicht eine Frage der Qualität des Kaders? Ich würde das annehmen, nachdem ich nun rund zwei Drittel der MSV-Spiele in dieser Saison über die volle Länge gesehen habe. Wirklich gut gespielt hat die Elf eigentlich nie. Häufig durfte man schon froh sein, wenn am Ende wenigstens ein einzelner Punkt für die Zebras zu Buche stand. Und mit dem wäre man dann ja auch gestern am Ende schon wieder zufrieden gewesen.

Es fällt derzeit dementsprechend schwer an eine baldige Serie von Dreiern zu glauben. Und die wird ja schnellstmöglich einmal nötig sein, wenn man die 25-Punkte aus den verbleibenden 14 Spielen noch irgendwie erreichen möchte.

Ich fürchte allerdings, dem MSV hilft jetzt nur noch ein großes Fußballwunder. Und die sind bekanntlich dann doch eher selten…

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Thomas Weigle
Thomas Weigle
6 Jahre zuvor

In der 3.Liga wird auch ansehnlicher Fußball gespielt, wie man oft genug in den 3.Programmen in voller Länge sehen kann.

Thomas Weigle
Thomas Weigle
6 Jahre zuvor

Tradition spielt nicht unbedingt guten Fußball, Robin, s.a. Regionalliga, da wimmelt es auch von Tradition. Um noch mal auf die 3.Liga zu kommen, ich habe den Eindruck, dass der MDR sehr viel öfter lifemäßig auf Ballhöhe ist als bspw. der WDR. Gibt es da eine Erklärung, die Dir bekannt ist?

Klaus Lohmann
Klaus Lohmann
6 Jahre zuvor

@#3 Thomas Weigle: Es gibt z.Zt. gleich acht ehemalige DDR-Oberligisten in Liga 3, das – und die damit verbundenen zahlreichen Derbys – ist wohl für den MDR zunächst Grund genug, gegenüber der 1. und 2. Liga kostengünstige Übertragunsgrechte einzukaufen.

Und lt. http://www.liga3-online.de/live-spiele/ sind es sooo wenige Spiele, die der WDR jetzt übertragen will, ja auch nicht mehr.

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[…] Distanz erträglich. Fast die gesamte Saison über lag der Club folgerichtig dann auch auf einem direkten Abstiegsplatz. Lediglich an den letzten Spieltagen schaffte man es zumindest auf den 16., den sogenannten […]

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