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Weißes Europa brüderlicher Nationen am besten ohne Juden und Muslime

In Warschau marschierten gestern mehrere Zehntausend Rechte auf und das Ganze hatte überhaupt nichts mit Karneval zu tun.

Gestern feierte Polen seinen Nationalfeiertag – der 11.11. gilt in Polen als Tag der Unabhängigkeit von Russland, Österreich-Ungarn und eben auch Deutschland. Rechte Gruppen aus ganz Polen mobilisierten nach Warschau.  Die Demonstranten brachten Banner mit, auf denen  Sprüche wie „Europa bleibt weiß“ oder „Reines Blut“ zu lesen waren. Auch waren Fahnen der Nazimarionetenstaaten Ungarns und der Slowakei zu sehen. Der italienische Faschist Roberto Fiori war als Redner eingeladen und einer Delegation spanischer Francisten wurde die Hochachtung gemacht. Unter Sprechchören, die die polnische Industrie wieder in polnische Hände forderten, bewegten sich etwa 60.000 Menschen durch die polnische Hauptstadt.

Das Bündnis, das die Demonstration anmeldete, besteht aus Gruppen und Vereinen, die überwiegend dem rechten bis rechtsextremen Spektrum zugeordnet werden können. Federführend ist dabei das Lager der Radikalen Nationalen, welche sich in der Tradition der faschistischen Bewegung Polens vor dem Zweiten Weltkrieg sieht. Die Vereinigung fiel in der Vergangenheit durch unerlaubte Demonstrationen auf, bei welchen Strohpuppen, die orthodoxe Juden darstellten, verbrannt worden sind oder es bisweilen sogar zu Angriffen auf „nicht-polnisch-aussehende“ Menschen kam.

Ebenfalls mobilisierten Gruppen wie die  Allpolnische Jugend, welche sich vor allem durch ihren  Hang zum katholischen Nationalismus und ihre Fremdenfeindlichkeit auszeichnet, zur Demonstration, welche dieses Jahr unter dem Motto „Wir wollen Gott“ stattfand. Damit soll zum einen die Veranstaltung für moderatere Polen attraktiver gemacht werden und zum anderen ausgedrückt werden, dass eben diese Gruppen große Angst vor der Islamisierung Polens haben und der Angst Ausdruck verleihen, dass es bald nirgends mehr Schweinefleisch zu kaufen gibt.

Die politische Diskussion in Polen ist in den letzten Jahren besonders stark durch eine religiöse Komponente geprägt. Besonders im Zuge der Flüchtlingskrise wurde der in Polen stark verwurzelte Katholizismus immer wieder als politisches Vehikel verwendet. Die Nationalkonservative PiS-Regierung Polens hatte im Zuge der Flüchtlingskrise davor gewarnt, dass durch den Zugzug muslimischer Flüchtlinge Polen seine katholische Identität verlieren könne und wirft der bürgerlichen Opposition gerne antireligiöse Tendenzen vor. Das Radikal Nationale Lager sieht hinter der Flüchtlingskrise aber eher die Verschwörung jüdischer Großfinanziers, deren Ziel es sei Europa endgültig zu Fall zubringen. Auch wenn die PiS offiziell nichts mit der Demonstration zu tun hat, gilt sie als äußerst einflussreich auf die Protestierenden.  Der der bürgerlichen Opposition angehörige Ex-Ministerpräsident und jetzige EU-Ratspräsident Donald Tusk, rief auf einer vom polnischen Präsidenten Duda organisierten Gedenkveranstaltung dazu auf, sich den Patriotismus nicht von den Rechten wegnehmen zu lassen. “Kein Politiker in Polen hat oder wird in Zukunft ein Monopol auf den Patriotismus haben,“ sagte Tusk.

Erstaunlich bei diesem Schaulaufen (ost)europäischer Rechter ist, dass die polnische Mehrheitsgesellschaft wohl absolut breit ist diese offen antisemitischen und rassistischen Gruppen auf deren Straßen zu tolerieren. Das Wallstreet Journal zitiert einen 27-Jährigen der sagt, dass es für ihn selbstverständlich sei, dass Nationalisten und Faschisten an solch einer Demonstration zum Nationalfeiertag teilnehmen würden, er habe kein Problem damit und sei einfach froh selbst daran teilzunehmen. 

Die Bundesregierung hat sich bisher nicht zu der Demonstration geäußert.

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12 Kommentare zu “Weißes Europa brüderlicher Nationen am besten ohne Juden und Muslime

  • #1
    Nina C.

    EU-Mitglieder, die Juden-Verbrennungen zelebrieren? Kann doch nicht wahr sein? Gibts da keine Sankionen? Das ist anti-christlich. Nicht christlich. Wir brauchen offenbar sehr viel mehr Religionskritik und sehr viel weniger Religions"wissenschaft", sag ich mal so als reformierte Christin. Hoffentlich kriegt unsere grad tagende evangelische Kirche wenigstens den Mund auf.

  • #2
    Walter Stach

    Ich frage mich……
    1.
    Wann werden die völkischen Nationalisten in Polen ihre völkisch-nationalistischen Brüder im Geiste u.a. in Sachsen, in Sachsen-Anhalt -bekanntermaßen fast alle Atheisten- zum Christentum zu missionieren versuchen und mit welchen Mitteln?

    2.
    Und ich frage mich, wann die völkischen Nationalisten in Polen die ehemaligen polnischen Ostgebiete von Russland , die völkischen Nationalisten in Sachsen pp. die ehemaligen deutschen Ostgebiete von Polen zurückfordern, die völkischen Nationalisten in Österreich die Eingliederung von Südtirol fordern werden, wann die Ungarn von Rumänien…….. und mit welchen Mitteln sie das letztendlich zu erzwingen versuchen könnten.
    ( Jeder nationalistische Wahn hat bekanntlich regelmäßig seinen Höhepunkt in Kriegen gefunden!).

    Irreale, sarkastisch-ironische Bemerkungen meinerseits? Ich befürchte, daß das von mir unter 2. Bemerkte nicht realitätsfremd/realitätsfern ist.

  • #3
    Gerd

    "Die Bundesregierung hat sich bisher nicht zu der Demonstration geäußert."

    Keine Zeit. Alle Energie wird darauf verwendet ein Weitermerkeln für die nächsten vier, fünf Jahre zu ermöglichen. 😉

  • #4
    M. Luther

    Ja, Nina C., christlich.

    „Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern:
    Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht“.

    (Margot Käßmann (* 3. Juni 1958 in Marburg als Margot Schulze) ist eine deutsche evangelisch-lutherische Theologin und Pfarrerin in verschiedenen kirchlichen Leitungsfunktionen. Sie war unter anderem Mitglied im Exekutivausschuss des ÖRK (1983–2002), Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages (1995–1999), Präsidentin der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen (2002–2011), Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (1999–2010) und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (2009–2010). Im Februar 2010 trat sie nach einem Straßenverkehrsdelikt von Bischofsamt und EKD-Ratsvorsitz zurück. Seit dem 27. April 2012 ist sie „Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017“ im Auftrag des Rates der EKD.)

  • #5
    Nina C.

    @M. Luther
    Fasst den Glauben der polnischen Nazi-Versteher gut zusammen.
    Margot Käßmann hat was anderes gesagt. Einfach nicht immer der "Lügen-Presse" glauben. 😉
    "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" Jesus Christus. Deshalb kann kein gläubiger Nationalist gläubiger Nachfolger des Gottessohns sein. Der Grund, warum wir Reformierten Religionskritik und Selbstdenken für unverzichtbare Früchte des Glaubens halten. Schauen Sie mal in die Barmer Erklärung Karl Barths. "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen."

  • #6
    KuKu

    Ja M. Luther, Fakenews a la v. Storch, Steinbach und der üblichen Rechtskonsorten. Derjenige, der Ihnen die Kurzbiografie von Frau Käßmann in Ihren Kommentar kopiert hat, wird doch möglicherweise auch in der Lage sein, Ihnen das vollständige Zitat von Frau Käßmann vorzulesen. Sie selbst scheinen ja nicht in der Lage zu sein, mehr als einen Satz zu verstehen. Ist die Verbreitung von Fakenews christlich? Nö, eher hetzerisch oder mindestens dumm.

  • #7
    Walter Stach

    Schade!

    Angesichts der massenhaften (!) Demonstration rechtsradikaler und völkischer Nationalisten in Polen unter Berufung auf Gott und getragen von einem vorgeblich missionarischem Eifer, das Christentum zu verteidigen, konkret den Katholizismus in Polen/in ganz Europa, hätte es nahegelegen, sich mit den Ursachen, den (polnischen) Bedingungen, den Inhalten, den Zielen dieser Demonstranten näher zu befassen, z.B. (!) mit der Frage, ob sich hier Ansätze christlich-katholisch begründetem Faschismus ausmachen lassen -nach Franco-Vorbild-, ob die derzeitigen politischen "Machthaber" in Polen dieser Entwicklung, diesem "Gesellschafts- und Staatsmodell " den Boden bereiten -fahrlässig oder gar vorsätzlich- , ob und inwieweit sich hier eine Bewegung ausmachen läßt, die vor allem in ganz Ost-Europa populär zu sein scheint und ob dieser Nationalismus, wenn er zur Staatsräson in allen europäischen Staaten werden würde, nicht letztendlich aufgrund geschichtlicher Erfahrungen zum Krieg all dieser "stolzen ,großen Nationen" führen muß, ihrer jeweils geheiligten Nation wegen und jeweils ausgestattet mit mit Gottes Segen.

    Stattdessen wird hier über Frau Käßmann geredet, die sich für sehr bedeutsam hält -in ihrer Kirche und in der Gesellschaft- , was allerdings nach meiner Wahrnehmung nicht deckungsgleich ist mit dem Be- bzw. Empfinden des größten Teiles der Mitglieder der evgl. Kirchen in Deutschland, geschweige denn in der Gesellschaft insgesamt.

    Einer so zu verstehenden Bedeutsamkeit von Frau Käßmann mag man in seinen kommentierenden Beiträgen Rechnung tragen wollen und dabei in Kauf nehmen -bewußt oder unbewußt- , vom hier Wesentlichen wegzukommen, jedenfalls von dem, was ich für wesentlich halte im Meinungsaustausch über die im Gastkommentar angesprochene Demo in Polen.

    Schade!

  • #8
    Karlito

    Naja, es ist ja schon so, dass es in Polen bisher keinen einzigen islamistischen Anschlag gab…da kann man es ihnen auch nicht verübeln, dass sie auf muslimische Zuwanderung verzichten möchten, damit es auch in Zukunft so bleibt.

  • #9
    Walter Stach

    Karlito,
    die Aufnahme geflüchteter Menschen, weil sie nicht christlichen, sondern muslimischen Glaubens sind, ablehnen, und zwar letztendlich zu Lasten aufnahmewilliger anderer EU-Staaten , aber "EU-Kohle" – mehr als jeder anderer- von diesen EU-Staaten kassieren.
    Ja, das entspricht exakt nicht nur der Auffassung der derzeitige polnischen Regierung, sondern offenkundig auch die der Mehrheit der Menschen in Polen.

    Ich hoffe sehr, daß endlich (!!) in der EU darüber nachgedacht wird, ob , wann und wie eine Kürzung der Subventionen seitens der EU an "dieses" Polen ( und an Ungarn, an die Tschechei) umgesetzt werden sollte. Ich ärgere mich jedenfalls über jeden "Steuergroschen", den ich mittelbar an "dieses" Polen zu zahlen habe.

    PS
    Ihre Begründung verweist exakt auf das , was u.a. von Pegida/AFD und anderen stereotyp versucht wird zu propagieren:
    " Islamismus gleich muslimischer Glauben.
    Jeder Muslim ist ein potentieller islamistischer Terrorist. "

    Unbestritten, daß "man" so u.a. in Polen, nicht nur, aber eben auch seitens der dortigen "Christenmenschen" regelmäßig Zustimmung findet -und dafür in Deutschland mit ca. 13 % Wählerstimmen "belohnt" wird. Und da bekanntermaßen diese Position auch die von Trump ist, befindet "man" sich, ebenfalls unbestritten, in adäquater Gesellschaft -oder sollte ich sagen in "guter" Gesellschaft?

  • #10
    Karlito

    @#9 – Walter Stach:

    Dann eben weniger Subventionen, aber dafür in Sicherheit ohne islamistischen Terror leben. Ist doch in Ordnung.

  • #11
    bob hope

    @ #8/10 Karlito:
    Als ob es dieser völkisch-nationalistischen Bewegung in Polen in erster Linie um die Verhinderung von islamistischen Anschlägen gehen würde. Im Jahr 2016 hat die Anzahl gewalttätiger rassistischer, antisemitischer und homophober Übergriffe einen neuen Höhepunkt erreicht. Und gerade die beiden letztgenannten haben wenig mit der Flüchtlingspolitik der EU zu tun. Polen hat sich, wie viele osteuropäische Länder, zu einer autoritären Gesellschaft mit teilweise klerikalfaschistischen Zügen entwickelt. Die katholische Kirche vertritt dort mitunter Thesen, die aus dem Zeitalter der Inquisition stammen könnten.

    Die Ursachen sind natürlich vielschichtig. Eine davon: Während des „real existierenden Sozialismus“ wurde diese Bestrebungen ignoriert, da sie nicht ins gesellschaftliche Bild passten, nach dessen Untergang waren es die reaktionären Kräfte, die mittelfristig die Macht übernommen haben. Gab es früher in Polen einen Hass auf Moskau, richtet er sich jetzt gegen Brüssel/Berlin. Viele Polen sehen in der Stärkung der „Volksgemeinschaft“ die einzige Chance. Die PIS-Partei versucht mit einer völkisch-nationalistischen und religiös-fundamentalistischen Politik, die soziale Spaltung des Landes zu übertünchen und nimmt Demonstrationen wie die vom Wochenende gerne in Kauf.

    Letztlich versucht man, den ungarischen Weg zu kopieren, nur dass Polen viermal so viele Einwohner hat. Frage mich, wie vor diesem Hintergrund den gesellschaftlichen Rechtsruck relativieren kann und den völkischen Terror ignoriert.

  • #12
    Walter Stach

    bob hope
    -in Ihrem Sinne-:
    Was mich ärgert, ja sogar wütend macht, ist die Tatsache, daß u.a. Kanzlerin Merkel keine nennenswerte Probleme mit dem zu haben scheint, was die polnische, die tschechische, die ungarische Regierung -getragen von -einer Mehrheit?- den Menschen in diesen Ländern-derzeit an Veränderungen in Gesellschaft und Staat bewirken, Veränderungen, die zweifelsfrei und , die zudem für jedermann erkennbar den wesentlichen Prinzipien freiheitlich-rechtstaatlicher Demokratien widersprechen und folglich in krassem Widerspruch stehen zu dem, was vorgeblich das Fundament der EU ausmacht.

    Ich bin ein engagierter Verfechter eines noch engeren Zusammenschlusses der europäischen Staaten zu einer politischen Union , die sich in ihrer staatsverfassungsrechtlichen Organisation orientieren könnte an den USA. Mir wird jedoch diese Begeisterung genommen, wenn ich immer wieder und immer deutlicher registrieren muß, wer denn in welchem gesellschaftlichen Zustand und in welcher staatsrechtlichen Verfaßtheit dann neben Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, den Benelux-Staaten, Dänemark, Deutschland ein "Unions-Staat" in dem von mir gewünschten "vereinten Europa " sein würde -Polen, Ungarn, die Tschechei-!!!!

    Mittlerweile komme mir beinahe tagtäglich neue Ideen, wie "man", wenn die Prinzipien eines freiheitlichen Rechtstaates mehr sein sollen als bloßer Etiketten-Schwindel, nicht nur das Fundament der EU erhalten kann, und zwar in jedem Mitgliedstaat, sondern wie man darüber hinaus einen noch engeren politischen Zusammenschluß Europas voranbringen kann , dh., dann eben ohne Polen, ohne Ungarn, ohne die Tschechei-. Deshalb u.a. meine Erwägungen unter -9-, diese Staaten zu zwingen, z.B. mit den Mitteln und Möglichkeiten der EU, die ihr das Instrumentarium der EU-Subventionen bieten, sich zu entscheiden:
    a.)
    Für die konsequente Beachtung aller rechtstaatlichen Grundprinzipien – sh. vor allem die Achtung der Menschenrechte, des Prinzips der Gewaltenteilung, der Unabhängigkeit der Gerichte und der Richter und nicht zuletzt der Meiden-freiheit
    und
    b.)
    für die Umsetzung aller EU-Entscheidungen zur Übernahme von Flüchtlingen -auch von solchen muslimischen Glaubens.

    Zudem sollten Frankreich, Deutschland sich eigenständig "federführend" auf den Weg machen, die "Einheit Europas zu vollenden", und zwar bewußt und gezielt ohne all die europäischen Staaten, die weit, die sehr , sehr weit weg sind von dem, was unbestritten das Fundament "einer vollendeten europäischen Union" zu sein hätte -Menschenrechte -u.a. die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz-, Medien-freiheit, Gewaltenteilung, Unabhängigkeit der Justiz:
    Dann müssen eben "die" Polen, "die" Tschechen, "die "Ungarn ohne uns, ohne "unser" Geld, ohne "unsere" Solidarität nach ihrer Fasson selig werden, und wenn denn so von den dort lebenden Menschen mehrheitlich gewollt, mit einer Gesellschafts- und Staatsordnung, die der des christlich-katholischen Faschismus in Franco-Spanien nahekommt. Sie sind ja allesamt auf "gutem Wege" dahin.

    (Ironisch, zynisch merke ich an, daß sich in eine solchen polnisch-tschechisch-,ungarischen Union möglicherweise auch Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt sich ehe zu Hause fühlen könnten als in einem Europa, das sich ohne Wenn und Aber den Prinzipien einer freiheitlich-rechtstaatlichen Ordnung ,basierend auf dem Ideal einer freiheitlich-plurarlistischen Gesellschaft verpflichtet sieht.)

    Häufig, immer häuftiger frage ich mich:
    Wie kann ich, z.B. im politischen Diskurs mit jüngeren Menschen, denen vermitteln, daß die EU sich als eine "Wertgemeinschaft" versteht, aber weitgehend unbeanstandet Mitglieder duldet, die eklatant den Werten dieser Gemeinschaft zu widerhandeln, die vorsätzlich in der sog. Flüchtlingsfrage jedes Mindestmaß an Solidarität mit den aufnahmewilligen anderen europäischen Staaten verweigern und die trotz alledem kräftig von diesen anderen europäischen Staaten subventioniert werden, dh. auch mit "Steuergeldern" die z.B. diese jüngeren Menschen zu zahlen haben?
    Wie kann ich darüberhinaus , z.B. in einer politischen Diskussion jüngeren Menschen plausibel vermitteln, durch was und wie sich die Gesellschafts- und Staatsordnung in Polen, in Ungarn, in der Tschechei , also in EU-Mitgliedstaaten, substantiell unterscheidet von der in der Türkei, von der in Russland, von der in………. und warum die Außenpolitik, die Wirtschaftspolitik der EU, konkret auch die Deutschlands, deshalb deutlich unterscheidet zwischen Polen, Ungarn, der Tschechei einerseits und der Türkei, Russland, pp. anderseits?

    Hier läuft " etwas" grundsätzlich schief !

    Ich kann aktuell nicht im geringsten erkennen, daß die "Jamaika-Koalitionäre" a.) diese Schieflage als gravierendes Problem wahrnehmen , geschweige denn b.) Ideen haben könnten, wie darauf zu reagieren wäre.

    All das ist der "Hintergrund" für meine Wortmeldung unter -7- , also dafür, daß ich es angesichts der gesellschaftlichen Zustände im heutigen Polen -im EU-Mitglied- Staat Polen (!!), wie sie u.a. in der hier diskutieren Demo wieder einmal sichtbar wurden, für nicht angebracht, für nicht angemessen gehalten habe, sich mit Frau Käßmann zu befassen.

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