Wir zahlen 80 Millionen Euro an Russland – tagtäglich!

Russische Gas-Pipelines nach Europa (Foto: Samuel Bailey, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8454588)

Von wegen Sanktionen: Deutschland kauft weiterhin kräftig Gas, Öl und Kohle von Russland. SWIFT-Ausnahmen machen es möglich. Trotz Mord und Totschlag in der Ukraine: Russland liefert, Deutschland zahlt.

Mit viel Pathos und ernsten Mienen verkünden Scholz, Baerbock und Habeck, dass Schluss mit lustig sei. Russland würde wegen der Invasion in die Ukraine mit den schwersten Wirtschaftssanktionen aller Zeiten belegt. Als schärfste Waffe gilt der Rauswurf Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT. Damit würde Russland der Geldhahn abgedreht, um Vladimir Putin zur Abkehr von seinem Morden und Zerstören in der Ukraine zu bringen.

Die Realität sieht allerdings anders aus: Nicht genug, dass Deutschland peinlich lange dafür gebraucht hat, sich den Sanktionen seiner EU- und NATO-Partner anzuschließen. Nein, es hat auch dafür gesorgt, dass weiterhin Geld nach Russland fließt, viel Geld. Von den Sanktionen ausgenommen sind nämlich die heiß begehrten Lieferungen von Gas, Öl und Steinkohle. Und für die muss eben bezahlt werden: 80 Millionen Euro Tag für Tag. Das Geschäft läuft schön weiter, Krieg hin, Krieg her.

Das Statistische Bundesamt (DESTATIS) hat neueste Zahlen veröffentlicht: Im Januar 2022 hat Deutschland aus Russland Güter im Wert von vier Milliarden Euro importiert. Davon entfallen 59% allein auf Gas- und Öllieferungen. Hinzu kommen noch die Importe von Steinkohle in Höhe von 6% (Jahreswert 2021). Insgesamt hat Deutschland also im Januar 2022 rund 2,6 Milliarden Euro für Energie aus Russland gezahlt. Wegen der drastisch gestiegenen Preise ist dies eine Steigerung von +54% verglichen zum Vorjahr.

Die für uns wirklich wichtigen Geschäfte mit Russland laufen also munter und ungestört weiter. Zwar kündigt Schalke seinen Sponsoren-Vertrag mit Gazprom und Volkswagen baut keine Polos mehr nahe Moskau, aber das, was wir wirklich wollen, nämlich Gas und Öl, kaufen wir weiterhin kräftig aus Russland. Und so helfen wir mit, Putins Krieg zu finanzieren. Mit 80 Millionen Euro am Tag.

Wie lange wollen wir das noch?

 

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18 Kommentare

  1. #1 | Max Netcup sagt am 6. März 2022 um 12:03 Uhr

    Roland W. Waniek schreibt: "Und so helfen wir mit, Putins Krieg zu finanzieren."
    und ich ergänze: "Und unsere Wohnungen zu heizen"
    und frage: Wo wären denn die Alternativen?

  2. #3 | Dipl.-Ing. Detlef Alwes sagt am 6. März 2022 um 12:24 Uhr

    Die Alternative wären Atomkraftwerke, aber die wurden dank grüner Politik stillgelegt, weil dies ist Teufelszeug. Warum? Weil Politiker nichts von Naturwissenschaften und Technik verstehen.

  3. #4 | Dipl.-Ing. Detlef Alwes sagt am 6. März 2022 um 12:33 Uhr

    Die Alternative wären Atomkraftwerke, aber die wurden dank grüner Politik stillgelegt, weil dies ist Teufelszeug. Warum? Weil Politiker nichts von Naturwissenschaften und Technik verstehen.
    Das deutsche Volk wird genauso verar…. wie das russische.

  4. #5 | Wener Hopf sagt am 6. März 2022 um 12:38 Uhr

    Als Alternativen gibt es viele
    für die weniger warmen Wohnungen würde vielleicht ein Pullover reichen
    und der Einkauf kann per per pedes als mit dem Streetscooter erfolgen

  5. #6 | Bert Fühlmann sagt am 7. März 2022 um 06:50 Uhr

    Herr
    @Dipl. Ing. D. Alwes, — ich verstehe Sie schon, aber wieviel verstehen Sie von der Materie
    — oder wollen Sie nur die Gunst der Stunde nutzen ( für …) ??
    Denn
    a) Atomkraftwerke bedienten m. W. nur einen sehr kleinen Teil des Wärme-Marktes
    b) oder wie stellen Sie sich die kurzfristige Wärmeversorgung der Wohnungen, Büros und Werkstätten mit AKWs vor?
    Wollen Sie mit Atomstrom und Biogas synthetischen Treibstoff oder H2 als Beimischung zum Erdgas herstellen, bis es dann eines Tages genug regenerative Stromquellen gibt ?
    So oder so, die Anlagen dazu fehlen.
    c) Ich als grundsätzlicher Atomkraft-Gegener habe allerdings nichts dagegen, wenn aus nun echtem, von Putin provozierten NOTfall die Laufzeit der restliche drei verlängert oder die 3 grade stillgelegten AKWs wieder aktiviert werden, – vorausgesetzt, sie habe keine wie un Belgien und Frankreich häufigen Macken.

    d) ist ein Neubau komplett abzulehnen, auch da deren Entwicklung, Planung, Bauzeit und Kosten unkalkulierbar geworden ist , – s. Frankreichs EPR-Reaktoren oder auch in
    FINNLAND, deren ohne Einsprüche und AKW-Gegnerschaft (!) fast 20-jährige Leidenszeit von der Auftragsvergabe bis an der (bald wieder unterbrochenen) Netzeinschaltung bei einer rd. Verd r e i-fachung der anfänglich berechneten Baukosten, typisch geworden ist für die inhärenten Schwierigkeiten
    > https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Olkiluoto, — so auch bei den franz. AKWs bei rd. Verf ü n fachung der Kosten — zur Abwechslung mal nicht von Wikipedia
    > https://www.energiestiftung.ch/fokus-frankreich-detail/epr-flamanville-vom-vorzeigeprodukt-zum-albtraum-frankreichs.html
    — Man wäre da schon pleite, wenn es nicht ein staatlich gefütterter Konzern wäre, – so auch der gleiche in Finnland: Und raten Sie mal, wer dort der schon in Deutschland berüchtigte Partner des ERR-AKW-Projekts war? – SIEMENS !

    e ) Mal abgesehen von den radioaktiven Ewigkeitskosten von industriellen Nuklearanlagen und gleichzeitig an alle CO2-Fanatiker, die zumindest außerhalb Deutschlands für AKWs sind, generell aber wenn nicht für Stilllegungen, Hüpfen und CO2-reduzierende Flachatmung, Haustierreduktion und Geburtenrückgang :
    Was glauben Sie ( – das auch an einige AfD-Redner im BT), wieviele Jahre es braucht, bis solche, CO2-reduzierend gemeinte, aber auch Windkraft-Großanlagen, CO2-absaugende Brennstoff- oder Erdölabsaugende Fabriken sich energetisch und finanziell amortisieren, also mit ihren gigantischen Energie-/Materialmassen bei Input/Output oder Aufwand/Nutzen plus-minus Null ankommen, – was dann analog auch für CO2 gälte — und danach erst in die Energie-Plus-Phase bzw. die reale CO2-Einsparungszeit einträte ?!

    — Hierbei handelt es sich um den ersten von 3 Kern-Blindflecken, an den k e i n e r unter den Energie-Klima-Diskutanten heranwill ! – Für das damalige deutsche Serien-1000MW-AKW Typ Biblis hat es ein Ingenieur Ende der 70er ausgerechnet : E i n u n d z w a n z i g Jahre, wenn das AKW ohne Pause, Brennstoffwechsel, Störfall und Renovierung "Vollgas" laufen würde.
    – Bei den heute üblichen, ins Gigantische wachsenden Windkraftanlagen mag das ja nur 1/4 sein (Wer kennt die genauen Zahlen ?), – anstatt viele Kleinwindanlagen in Kombination mit PV zu fördern,
    — bei der Photovoltaik finanzl. +/- 9 Jahre, energetisch ca. 6 Jahre; — bei der "energetischen Gebäudesanierung" durch Fassadendämmung 40 Jahre bis nie, da das Material zuvor zerfällt, Durchnässung und Schimmel produziert . . .

    — Tatsache ist, daß das in der öffentlichen Diskussion der KLIMAziele-Politik keinen zu interessieren scheint und auch kein wissenschaftliches Institut zumindest nicht laut in diesem energiepolitischen Blindflug einzugreifen versucht . . . .
    Kurz: Es wird bis zum Amortisierungs-Zeitpunkt wird erstmal ein M e h r an Umweltgiften, Wärme und CO2 produziert !
    f )
    W e r AKWs aufstellt macht sein Land im Prinzip verteidigungs-unfähig: Ein ordentlicher Treffer mit einer entsprechenden Rakete oder schwerer Rohrartillerie könnte riesige Gebiete verseuchen und unbewohnbar machen
    g )
    Seit dem ORANUR-Experiment von 1951 wurde klar, daß fein verteilte radioaktive Stoffe DÜRRE provoziert, Wüstenklima fördert, also zumindest einen Teil der KLIMA-Erwärmung ausmacht, – ebenso oder in Wechselwirkung mit der durch Dürren bewirkte Zerstörung von Wäldern und Vegetation.
    Umgekehrt aber bewirkt zusätzliche, angelegte Vegetation wie Wüstenbegrünung und Waldanpflan-zung eine unmittelbare Kühlung durch Schatten + Verdunstung ohne eine pflanzenverursachte CO2-Verminderung abwarten zu müssen. – Fehlen jedoch dazu die notwendigen Regenwolken, ist seit 1951 ebenfalls klar, daß und wie diese aus der Luftfeuchtigkeit "geformt" werden können, sodaß damit in den USA sogar große WALDBRÄNDE gelöscht werden konnten und in Algerien schon weit über 10 Jahre die Wüste begrünt wird, – s. desert-greening.com !

    Es geht also nicht um Spekulationen, sondern experimentell belegte und theoretisch durchdrung-ene Praxis atmosphärischer Biophysik. Die sich aber nur dann segensreich etablieren kann, wenn WiR ihr zum Durchbruch und zur breiten Anerkennung g e g e n den herrschenden Wissenschafts-betrieb verhelfen.
    Das ist im Wesentlichen die einzige Chance, die allgemeine Durchschnitts-Temperatur zu bremsen und zu senken additiv aus dem Klein- und Regionalklima, plus der Unterlassung ihrer weiteren Ver-Wüstung.

  6. #7 | Bert Fühlmann sagt am 7. März 2022 um 14:05 Uhr

    Notwendige Korrektur
    zu 6# :
    Es muss richtig heißen
    >>
    Was glauben Sie ( – das auch an einige AfD-Redner im BT), wieviele Jahre es braucht, bis solche, CO2-reduzierend gemeinte, aber auch Windkraft-Großanlagen, CO2-absaugende Brennstoff-erzeugende oder Erdöl-aersetzende Fabriken sich energetisch und finanziell amortisieren …?! <<

    P.S..:
    D r e i Prototypen gibt es dazu "schon" in Deutschland, zwei davon bei QUARKS/ YouTube zu sehen; eine 4. und 5. zumindest in Graz und Oxford
    — eine CO2-absaugende, erdöl-ersetzende Anlage im "Chemiepark Marl", ehemals HÜLS AG
    — eine CO2-absaugende, die mit spez. Katalysatoren Brennstoff herstellt ( ich weiß nicht mehr ob/ nur CH4, CH3OH/ Methanol**) oder H2)
    — eine Anlage in Gülzow-Prüzen – Die Sektorenkopplung hat eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Energiewende. . . . .
    In Nordhackstedt in Schleswig-Holstein betreibt ein Landwirtschaftsbetrieb eine 900 kW-Biogasanlage, zwei Satelliten-BHKW (je 400 kW), ein Nahwärmenetz und zwei Windkraftanlagen mit einer Leistung von 600 kW bzw. 1,5 MW Nennleistung. Mit dem Ziel, den W e i t e r b e t r i e b der Windenergieanlagen nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung zu ermöglichen, haben Wissenschaftler im Rahmen eines Forschungsprojektes ein "Power-to-Gas"-Konzept für den Standort entwickelt.
    "Grünes Erdgas" aus Windstrom und Biogas: Ansatz mit wirtschaftlichem Potenzial
    Konkret sieht das von Forschenden der (BTU) Cottbus-Senftenberg und der Hochschule Flensburg entwickelte Power-to-Gas-Konzept vor, dass die Windenergieanlagen den Strom für einen Elektrolyseur liefern, der Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff (H2) zerlegt. Die Biogasanlage liefert wiederum Rohbiogas, dessen CO2-Anteil in einem Reaktor mit dem Wasserstoff zu Methan (CH4, erdgasäquivalent) reagiert. In diesem Fall handelt es sich um eine biologische Methanisierung in einem sogenannten Rieselbettreaktor, in dem spezialisierte Mikroorganismen (Archaeen) unter anaeroben Bedingungen Methan erzeugen und dabei auch Wärme freisetzen. . . . .

    – 4. :
    Wasserstoff aus Schweinegülle!
    Forscher der TU Graz erproben selbst entwickeltes Verfahren zur Produktion von Wasserstoff aus Biogas an einer bestehenden Anlage. . . . .
    Sie haben gemeinsam mit dem Grazer Start-Up Rouge H2 Engineering im Projekt Biogas2H2 in einer industrienahen Demonstrationsanlagen hochreinen Wasserstoff aus echtem Biogas erzeugt – inklusive aller Verunreinigungen, die im Gas vorhanden sind.
    Projekt basiert auf „Chemical-Looping Hydrogen-Methode“
    …. – Nun sei sie erstmals in eine bestehende Biogasanlage eingebunden worden, heißt es in einer Presseinformation der TU Graz. „Es entsteht hochreiner Wasserstoff für Brennstoffzellen aus realem Biogas, und zwar nicht nur im Labor, sondern tatsächlich im industriellen Maßstab“, erläutert Viktor Hacker vom Institut für Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik der Hochschule. Das reale Biogas – Methangas aus Schweinegülle, Glycerinphase, Silomais und Getreideresten – stammt von der südsteirischen Ökostrom Mureck GmbH.
    Am Firmengelände in Mureck haben Rouge H2 Engineering und die TU Graz im Sommer 2021 die Demonstrationsanlage errichtet und bis Ende Oktober zu Testzwecken betrieben. . . . . Dabei wird Wasserstoff mit einem Reinheitsgrad von 99,998 Prozent frei.
    „Technologie ist reif für den industriellen Einsatz“
    Mit diesem Eisen-Wasserdampf-Prozess werde ein Wirkungsgrad von 75 Prozent erreicht: „Würden wir anstelle des einen Prozents den gesamten Biogasstrom der Murecker Biogasanlage, etwa 480 Kubikmeter pro Stunde, durch eine entsprechend hochskalierte Chemical-Looping-Anlage leiten, kämen wir sogar auf eine 3-Megawatt-Wasserstoffproduktionsanlage“, . . . ..

    – 5.:
    In OXFORD, erfunden evtl. von afrikanische oder indischen Frauen, steht eine U R I N-Auffang- und Umwandlungsanlage.

    F o r s c h t selber mal nach und redet nicht immer über die gleichen Euch vorgesetzten Methoden und Technologien.
    Das bezieht sich auch auf Meereskraftwerke, von denen man nichts mehr hört, und

    — mindestens fünf weitere Windkraftwerkstypen, die zT. viel leiser, platzsparender und landschaftsfreundlicher sind, als die heutigen, mit den bekannten größer werdenden Nachteilen, – bei Direktgetrieben mit superstarken Magneten gibt es bei der Materialgewinnung/Herstellung ein riesiges Radioaktivitäts-Problem, – verseuchte Landschaften !

  7. #8 | der, der auszog sagt am 7. März 2022 um 14:38 Uhr

    Hallo Herr Fühlmann und vielen Dank für das Erstellen ihrer Texttapete, die sie allerdings getrost wieder einrollen und in die Blaue Tonne kloppen können, weil sie 1. nichts mit dem Text von Roland W. Waniek zu tun hat und 2. keine belastbaren Informationen zu ihren Aussagen enthält, außer den Verweis auf die Energiestiftung, einer Schweizer Anti-AKW Organisation, die seit den 1970er Jahren die unzähligen 'Atomkraft?-Nein Danke!´-Gruppen innerhalb und außerhalb der Schweiz mit wichtig klingenden und gleichzeitig Angst einflößendem Zeugs versorgt und Murks aus Wikipedia-Artikeln, die – folgt man den Fußnoten – ebenfalls meist bei dieser 'Energiestiftung' enden.

    Hätten sie den Artikel von Waniek gelesen, wäre Ihnen unter Umständen die Bigotterie aufgefallen, die der Autor hinsichtlich der deutschen Energiepolitik auf der einen Seite und den Sanktionen gegenüber Russland auf der anderen Seite anprangert. Deutschland will die Energiewende und ist zeitgleich aus Kohle und Atomkraft ausgestiegen, was zur Folge hat, dass wir Gas als Übergangstechnologie in ungeheuren Mengen benötigen. Zu ca. 2/3 bekommen wir dieses Gas derzeit aus Russland, zumindest solange wir dafür bezahlen, mit dem dummen Nebeneffekt, dass Putin mit diesem Geld seinen Krieg in der Ukraine finanziert. Der Ausstieg aus dem SWIFT System ist deshalb auch nur ein Teil-Ausstieg, von dem die größten russischen Banken ausgenommen sind – wegen des deutsch-russischen Zahlungsverkehrs und den anderer Länder, der unsere Energieversorgung in Europa sicher stellt.

    Jetzt fragt ein Leser berechtigterweise, was denn die Alternative wäre und Detlef Alwes ist so nett, eine Alternative zu nennen, nämlich Atomenergie, versehen mit dem Hinweis, dass diese bei uns in Deutschland allerdings verteufelt wird, was er sich wiederum damit erklärt, dass die politischen Entscheider nicht wirklich Ahnung von der Materie haben, da ihnen das nötige technische Know-how fehlt. Und wahrscheinlich hat er Recht, denn bis Deutschlands Wiesen und Wälder mit Windmühlen zugestellt sind und jeder Neubau mit Solarpannels ausgestattet ist, dürfte es noch eine Zeitlang dauern. Soweit sind wir nämlich noch lange nicht, weil auch der Bau von Windrädern von Fledermäusen, Rotmilanen und anderem Getier relativ einfach gestoppt werden kann, was sich besonders gut in NRW beobachten lässt, wenn nämlich Naturschutzverbände wie NABU, BUND und anderen das Errichten solcher Mühlen blockieren und damit sogar zur größten Gruppe der Blockierer aufgestiegen sind. Da stellt quasi die eine grüne Idee der anderen grünen Idee ein Beinchen – Alles aus Naturschutzgründen versteht sich.

    Ich muss allerdings gestehen, dass auch mir erstmals Zweifel an der Atomenergie gekommen sind, was allerdings in keinster Weise mit dem Quark in Kommentar #6 zu tun hat. Ich halte die Atomkraft bei uns in Deutschland für technisch so ausgereift, dass ich vor einer friedlichen Nutzung keine Angst habe und in ihr eine große Chance sehe auf dem Weg in die Klimaneutralität.

    Was mir Bauchschmerzen bereitet ist vielmehr der Umstand, das wir seit einigen Tagen keinen Frieden mehr in Europa mehr haben und Putin in seinem Krieg nicht davor zurückschreckt Atomkraftwerke, wie das in Saporischschja mit militärischen Mitteln anzugreifen. Ein solches Szenario ist neu und weltweit bislang einmalig. Insofern sortiere ich meine Karten diesbezüglich ebenfalls neu. Ergebnis offen.

    Wie sehen das andere?

  8. #9 | Tagedieb sagt am 7. März 2022 um 16:01 Uhr

    #8 Die Überlegung, neue Kernkrafte in Deutschland zu bauen, ist eine überflüssige Überlegung. Das wird ohne diktatorische Genehmigungsverfahren nicht funktionieren. Man kann höchstens darüber sprechen, Atomkraftwerke länger zu betreiben oder erst vor kurzem stillgelegte Atomkraftwerke für eine Übergangszeit wieder in Betrieb zu nehmen, wenn das gewollt wird und das technisch möglich ist. Denn wir dürfen eins nicht vergessen, die Frage der Entsorgung des Atommülls ist einfach nicht geklärt!

    Ansonsten sollte die Bundesregierung davon ablassen, unrealistische Ziele bezüglich des Ausstiegs aus der Kohleverstromung und der Nutzung von Erdgas zu definieren. Dafür sind die notwendigen Hausaufgaben im Großen wie im Kleinen einfach noch nicht erledigt geschweige denn überhaupt ausgegeben.

    Man muss letztlich die Energieversorgung viel stärker diversifizieren, unterschiedliche Energieträger für unterschiedliche Nutzungszwecke heranziehen und von Pseudodiskussionen bzw. emotional aufgeputschten Diskussion (Hilfe, Holzverbrennung setzt CO2 und Feistaub frei !11) wegkommen.

  9. #10 | Nansy sagt am 8. März 2022 um 07:51 Uhr

    Zitat: "Nicht genug, dass Deutschland peinlich lange dafür gebraucht hat, sich den Sanktionen seiner EU- und NATO-Partner anzuschließen. Nein, es hat auch dafür gesorgt, dass weiterhin Geld nach Russland fließt, viel Geld."

    1. In die Lage der weitgehenden Abhängigkeit von Russland haben uns unsere Politiker selbst gebracht. Ich war nie gegen Nord Stream 1 oder 2. ich fand es nur unglaublich, dass unsere Merkel und SPD Führung keine Alternativen gesucht hat. Und ich meine nicht die Puste-Windräder, die wir wiedermal für alternativlos halten. Wir lernen nichts aus unseren Fehlern.

    2. Putin liefert weiter Gas, weil er dafür Geld von uns bekommt. Er kann aber durchaus darauf verzichten – solange seine Armee Öl und Munistion hat und seine Bürger von Informationen abschneiden kann, hält er die wirtschaftliche Lage für zweitrangig. Kaufen die Deutschen Gas, ist es in Ordnung – kaufen sie kein Gas mehr wird er gespannt auf die ersten Risse in der westlichen Koalition warten. Westliche Bürger die im kalten sitzen, werden kurz oder lang die Regierung für ihre Lage verantwortlich machen. Natürlich werden unsere Politker nur Putin für die Lage verantwortlich machen. Mal sehen, wie lange der deutsche Michel mit dieser Erklärung zufrieden ist.
    Erste Anzeichen für dieses Narrativ gibt es bereits von Politikern "Wir wollen jetzt nicht zurückschauen" oder "lasst uns nach vorne schauen" (natürlich ist damit keine Änderung der einseitigen Energiepolitik in unserem Land gemeint!).
    Viel andere europäischen Staaten waren da klüger aufgestellt. Noch ist der Zusammenhalt großin der EU – wie lange das noch so geht – das wird Putin mit Interesse beobachten. Wir spielen Putins Spiel.

    3. Unsere Getreideabhängigkeit von der Ukraine und Russland wird uns natürlich teuer zu stehen kommen. Ungarn will bereits die Ausfuhr von Getreide in andere Länder stoppen (von den Problemen der armen Länder, die auf Getreide angewiesen sind, will ich hier gar nicht eingehen).
    Wie reagieren unsere Ideologie gelenkten Politiker darauf?
    Eine Freigabe der brachliegenden Äcker will weder die EU noch unser Landwirtschaftsminister (dessen Namen ich mich weigere auszusprechen). Nein, lasst die Leute doch wirtschaftlich in die Knie gehen (sollen sie doch Kuchen essen). Wir haben doch nach der Überzeugung dieser Ideologen viel zu lange zu gut gelebt. Das wird Putin mit Interesse beobachten. Wir spielen Putins Spiel.

    4. Benutzen wir alles was wir aufbieten können gegen Putin und spielen wir nicht sein Spiel.
    Wenn er Gas liefert, nehmen wir es! Lassen wir uns nicht von ihm auseinander dividieren. Sorgen wir für eine ideologiebefreite Landwirdschaft, um die Folgen zu verringern. Nutzen wir die noch bestehenden Energieträger (Atomkraftwerke, Kohlekraftwerk), um die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Das wird mehr zum Zusammenhalt in der Bevölkerung und in Europa beitragen: Putin wird es nicht gefallen.

    Und nun noch zu dieser unsäglichen Figur, die sich Wirtschaftsminister nennt: "Wir werden alle ärmer werden" – Ich werde mit Freuden ärmer werden, wenn das bedeutet, dass ich die Einkünfte von Herrn Lindner bekomme. Seine Problemlösungen hat er in der Umbenennung der Windenergie in "Friedensenergie" zusammengefasst.

    Ich möchte mich entschuldigen, wenn ich etwas böse geworden bin, aber mir ist momentan nicht nach Frieden mit Ideologen oder Putin!

  10. #11 | Claudia Schneider sagt am 8. März 2022 um 09:03 Uhr

    @ Nansy

    Nansy, "Puste-Windräder", eine passende Charakterisierung Ihrer Kommentare, die Sie bei den Ruhrbaronen schreiben

  11. #12 | Wolfram Obermanns sagt am 8. März 2022 um 11:45 Uhr

    Wenn die Ankündigung Nowaks wahr wird, wird der Bundesregierung die Entscheidung abgenommen.
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/nord-stream-1-russland-droht-mit-gas-lieferstopp-17859818.html
    Der Sommer kommt, Geld gespart, die Schlinge um Putins Hals zieht weiter zu: Mmn kann sich Frieden und Freiheit teurer erkaufen müssen.

  12. #13 | thomas weigle sagt am 8. März 2022 um 13:31 Uhr

    @ Wolfram Obermanns Selbstmord aus Angst vor dem Tod?

  13. #14 | der, der auszog sagt am 9. März 2022 um 15:00 Uhr

    Wie der dämlichste Präsident Amerikas bei einer UN-Vollversammlung 2018 in New York vor dem dämlichsten Außenminister Europas über die deutsche Abhängigkeit von russischem Gas spricht:

  14. #15 | Dietershagen sagt am 10. März 2022 um 00:29 Uhr

    Ob ihm das heute wohl peinlich ist, dem deutschen außenminister?

  15. #16 | Peter sagt am 10. März 2022 um 10:51 Uhr

    existieren keine Alternativen / denke ich manchmal das der unsere ganzes Vollk ist Blind – muss so sein/ wenn nicht – würden wir tag nach Tag in Ruine gehen . Das was haben wir schon auf der Markt ist eine Ruine.
    Alternativen sind wie Wellen auf der Wasser-Spiegel. Bleiben nur paar minuten auf der oberflächen.

    Einfache lösung – Putinsland muss durch alle EU Länder zerstört werden . Schnell wie möglich .

  16. #17 | Rolf Sommerfeld sagt am 5. April 2022 um 09:37 Uhr

    Hallo Zusammen, also Gewalt ist sicherlich die schlechteste Lösung! Ich finde auch nicht gut, das immer die Regierung an allem schuld sein soll. Wir Deutschen verbrauchen Putins Öl, Gas und seine Kohle. Also unterstützen wir alle den Angriffskrieg von Putin. Mit jedem Urlaubsflug. Mit jeder Autofahrt zur Arbeit. Selbst beim fröhlichem Grillen töten wir gerade indirekt Ukrainer. Selbst die Ukrainer, die jetzt in Deutschland leben, helfen also fleißig beim Töten ihrer Landsleute. Ich finde diese doch sehr beschämende und ständige anhaltende Schuldzuweisungen gegenüber Anderen für sehr feige und unüberlegt. Wir sind es alle selber, die das Gas, das Öl und die Kohle verbrauchen. Denkt mal einfach mal darüber nach.

  17. #18 | Birgit sagt am 20. Mai 2022 um 19:46 Uhr

    Hallo zuammen,
    was bei dem Boykott von russischem Gas leider nicht beachtet wird, sind die Verträge, die unsere deutschen Gasversorger mit Russland geschlossen haben.
    Auch wenn die deutschen Gasversorger kein russisches Gas mehr importieren, so muß ein großer Teil davon auf Grund der Verträge trotzdem bezahlt werden.
    Russland kann das Gas dann günstig an China und Indien, die sich schon sehr darauf freuen, weiterverkaufen und wir Deutschen zahlen, machen derweil unsere Wirtschaft kaputt und frieren. Scheint kein cleverer Schachzug zu sein oder?
    Nachzulesen ist es hier:
    https://www.wiwo.de/unternehmen/energie/an-gazprom-gebunden-wie-entkommt-deutschland-gas-knebelklauseln-mit-russland/28288364.html

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