Zum Tod von Meat Loaf: Wie ich im Ruhrgebiet der 90iger Jahre zum Metal kam

Meat Loaf on stage, Birmingham NEC 2007 (Ausschnitt)Foto: Egghead06 Lizenz: CC BY-SA 3.0

Kamen. Ruhrgebiet. Irgendwann Mitte der 90iger, irgendwo zwischen Deutscher Meisterschaft der heiligen Borussia aus Dortmund, Schulhoffußball und Ende der Kohleförderung wächst ein Junge auf, dessen Musikgeschmack eigentlich niemand seiner Freunde nachvollziehen konnte.

Verantwortlich dafür war meine ganze Familie. Ob bei meinem Vater, meiner Mutter oder meinem Onkel, es liefen die Rocky Horror Picture Show, Queen, Slade, die Toten Hosen und Meat Loaf. Meine Altersgenossen konnten damit relativ wenig anfangen, mir war das völlig egal. Für mich legte es die Grundlage meiner musikalischen Vorlieben: Rock und Metal.

Als damals übergewichtiger und dazu im Schnitt zwei Köpfe als anderen größerer, schlecht gekleideter Typ konnte ich mich mit Meat Loaf vermutlich gut identifizieren. Die völlig überzogene Inszenierung in den Musikvideos, die Lautstärke, die ehrlicherweise etwas absurde Mischung viel zu vieler Instrumente, verbunden mit den wiederkehrenden Motiven aus Romantik und Kampfgeist, mich sprach das immer an. Eine der ersten CDs, an die ich mich aktiv erinnern kann, war Bat out of Hell II.

Das musikalische Genie hinter Meat Loaf war Jim Steinman. Er lieferte das Material, Meat Loaf inszenierte. Das für mich beste Musical ist der Tanz der Vampire. Wer das Werk von Steinman und Meat Loaf kennt weiß: Quasi das ganze Musical beruht auf Kollaborationen der beiden. Ob bei Wayne’s World, Sabaton, Tenacious D, South Park oder Dr. House. Meat Loaf hatte unzählige Cameos und in der gesamten Musik- & Popkultur finden sich Hommagen an den exzentrischen Texaner.

Journey, Savatage (mit dem bis heute verkannten Jon Oliva), Blind Guardian und Iron Maiden stellten nachfolgend sicher, dass der musikalische Werdegang irreversibel gefestigt war.

Bestimmte Songs habe ich seit über 20 Jahren auf meinen Kassetten, CDs und Playlists. Dazu zählt das viel zu lange, aber immer wieder geniale I’d Do Anything for Love. Das wird vermutlich auch so bleiben.

Meat Loaf war einfach true.

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2 Kommentare

  1. #1 | Manni sagt am 22. Januar 2022 um 01:22 Uhr

    Rest in Peace, Meat Loaf.

    Unvergessen bleibt das Rockpalast Konzert 1978 in Offenbach (!), das mich so sprachlos zurück ließ, dass ich bis heute eigentlich statt des ganzen Konzerts nur noch 'Paradise' in Erinnerung habe. Das größte Rock-Epos aller Zeiten. Long ago and far away.

  2. #2 | Thomas Baader sagt am 22. Januar 2022 um 17:24 Uhr

    Meine volle Zustimmung zu allen Aussagen über Meat Loaf.

    Unvergesslich.

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