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Bochum: AfD bestätigt Schusswaffen-Vorfall – und inszeniert sich als Opfer

Ad-Busting eines AfD Plakats (Quelle: https://www.facebook.com/vonKronenberg?fref=photo)

Ad-Busting eines AfD Plakats (Quelle: https://www.facebook.com/vonKronenberg?fref=photo )

Die Alternative für Deutschland Bochum hat mit einer Pressemitteilung auf die Ereignisse vom vergangenen Mittwoch (Hier unser Artikel.) reagiert. In ihrer Mitteilung bestätigt die rechtspopulistische Partei größtenteils den in unserem Artikel geschilderten Sachverhalt. Allerdings wähnt sich die AfD durch die Spuckerei von Fred. F. angegriffen und rechtfertigt damit die gefährliche Verfolgungsjagd und die Bedrohung, die von ihrem Mitglied Johannes Paul ausgegangen ist. Für die Bochumer AfD und Johannes Paul sei eine „unglückliche Situation“ entstanden, eine mehr als verharmlosende Umschreibung für die Verfolgung eines Radfahrers mit dem Auto und das Ziehen einer Pistole, die auf den ersten Blick nicht als Schreckschusswaffe zu erkennen ist.

Generell, so schreibt die Alternative für Deutschland Bochum lehne sie das Mitführen von Waffen zwar ab, zeigt allerdings Verständnis für ihr sich bedroht fühlendes Mitglied. Für Fred F. habe laut Mitteilung der AfD nie eine Gefahr bestanden, da die Waffe nur zur „Abschreckung“ gedient habe. Dass auch Schreckschusspistolen, aus nächster Nähe abgefeuert, eine tödliche Wirkung haben können, verschweigt die AfD hier geflissentlich.

Johannes Paul erklärt, um Schaden von der Alternative für Deutschland abzuwenden, seinen Rücktritt von allen Parteiämtern. Für den Rat der Stadt Bochum kandidiert er allerdings weiterhin. Bleibt zu hoffen, dass der „friedliebende“ Herr Paul in Zukunft keine Plakate aufhängen geht.

Hier die Mitteilung der Alternative für Deutschland Bochum im Wortlaut:

Stellungnahme der AfD Bochum zur angeblichen Bedrohung durch Schusswaffe

Mitglieder der Alternative für Bochum wurden am 23.04.2014 beim Plakate hängen zwei Mal von Tätern aus der linksautonomen Szene angegriffen. Dabei wurden die AfDler von vorbeiradelnden Tätern bespuckt und beschimpft. Beides Mal flüchteten die Täter. Bei der zweiten Tat konnte einer der Täter gestellt werden, indem eines der AfD-Mitglieder die Verfolgung mit seinem PKW vornahm. Der AfDler blieb dabei jedoch im Wagen und versuchte zunächst über das offene Seitenfenster Kontakt zum Täter aufzunehmen, um diesen zwecks Personalien zu befragen. Der Täter war weiterhin aggressiv und setzte erneut zum Spucken an und kam dabei drohend mit erhobener Faust auf unseren AfDler Herrn Paul zu. Unser Mitglied hatte in diesem Augenblick begriffen, dass die Verfolgung doch etwas voreilig war. Er selbst, tätig in der Behindertenbetreuung und als friedliebender Mensch bekannt, hat nicht bedacht, in welche bedrohliche Situation er sich dadurch begeben hat. Er bekam es mit der Angst zu tun und entnahm seinem Rucksack eine Schreckschusspistole, um den jungen Mann damit abzuschrecken. Als der Täter die Schreckschusspistole sah, floh er und schrie dabei, dass er von einer Pistole bedroht würde. Unser AfDler hat sich gegenüber den umstehenden Passanten anschließen sofort namentlich zu erkennen gegeben. Er lies die Schreckschusspistole dabei im Wagen, zeigte aber einem fragenden Passanten seinen kleinen Waffenschein und erläuterte auch die Umstände, die zu dieser unglücklichen Situation geführt haben. Der Täter konnte in dieser Zeit unerkannt fliehen. In einem anonymen Forum gibt er sich der Mann als Mitglied der sog. Antifa aus. Die Tatsache, dass das Spucken durch den Täter Auslöser dieser Ereignisse war, wird auch dort beschrieben.

In Wolfsburg wurden vor ein paar Tagen zwei AfDler von mehreren Tätern tätlich angegriffen, wobei einer der Täter einen Schlagring benutzte. In Bochum wurde vor einigen Wochen ein Versammlungsort mit Farbbeuteln beworfen. Die Polizei hat alle Kandidaten der AfD zudem vor Gewalttaten der sog. Antifa gewarnt. Somit ist die Furcht vor Angriffen nachvollziehbar, auch wenn wir als AfD Bochum das Mitführen von Schreckschusspistolen generell ablehnen und das unüberlegte Verhalten unseres Mitglieds nicht gut heißen. Es bleibt festzustellen, dass eine Gefahr für den Angreifer zu keiner Zeit bestand, da die Schreckschusspistole maximal der Abschreckung dienen konnte.

Die Angreifer agieren aus dem Verborgenen und entziehen sich damit jeder Diskussion. Die AfD steht allen Bürgern zu einem offenen Dialog zur Verfügung. Wir verurteilen jede Form von Gewalt gegen Menschen und gegen Sachen.

Um durch die laufenden Ermittlungen eventuellen Schaden von der Partei und dem Amt fern zu halten, erklärte Herr Paul seinen Rücktritt von allen Parteiämtern.

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15 Kommentare zu “Bochum: AfD bestätigt Schusswaffen-Vorfall – und inszeniert sich als Opfer

  • #1
    b

    Puh, da hat er aber Glück gehabt. Glück zum Beispiel, dass Spucken ein unglaublich komplexer und zeitraubender Ablauf ist, so dass er zwischen Ansatz und Ausführung noch genug Zeit hatte, diese Gefahr abzuwehren! Ich selber bin beim Spucken schonmal fast verhungert und musste es daher leider abbrechen, das kann ja schließlich bis zu mehrereren Tagen dauern! Auch wäre es sicherlich eine dumme Idee gewesen, das Fenster zu schliessen. Oder einfach wieder zu fahren. Nein, der Griff zur Waffe war, ist, und bleibt: Der letzte und einzige Ausweg. Ich fordere einen Orden, oder noch besser: Zwei. Einen für Tapferkeit, und einen für Besonnenheit. Und noch einen für Tapferkeit. Und für die unglaublichen Verdienste für Frieden, Volk und Vaterland. Kann man eigentlich irgendwo für den armen Mann spenden, nachdem ihm das Schicksal nun sein Lebenswerk in Schutt und Asche gelegt und (sinnbildlich) vor die Füsse gespuckt hat?

    P.S.: Die Argumentation erinnert ein klitzekleines bisschen an diese Szene

  • #2
    Sören

    Damit haben sie ja eigentlich alles strafrelevante schon gestanden.
    Der AfDler Paul hat jemanden mit dem Auto verfolgt und ausgestoppt. Also ein riskantes Fahrmanöver und ein Übergriff seinerseits und keine Form von Notwehr.
    Und es wird auch eingestanden das er zusätzlich mit einer Schusswaffe gedroht.
    Das erleichtert dann ja schonmal die Polizeilichen Ermittelungen.

    Das er immer noch für die AfD Bochum kandidiert ist auch ein für sich sprechendes Statement der AfD für die der bewaffnete Strassenkampf offenbar trotz aller Rethorik kein Ausschkluß Kriterium ist.
    Und ebendso interessant fand ich das er der Anmelder und Redner der Querfront-Montagsdemo Essen im Rahmen der Friedensbewegung2014 ist.

  • #3
    Pirat Politik

    Lol, die AfD hat Angst vor leuten die auf den Boden Spucken und inszeniert sich dann noch als Opfer lol.

    Diese Rechtspopulistische Spasspartei hat echt Unterhaltunsgwert.

  • #4
    Eule

    @Sören:
    Naja, das Motto der Friedensbewegung ist doch „Frieden schaffen drohende Waffen“ oder irgendwie so ähnlich, ich bin mir gerade nicht ganz sicher… 😉

  • #5
  • #6
    der, der auszog

    … Tags drauf treffen sich die Blondine, der Typ von der Antifa und der Knabe von der AfD wieder beim Arzt, nur dass jeder von den dreien diesmal einen Papagei auf dem Kopf sitzen hat. Fragt der Arzt: „Was haben Sie denn heute für ein Problem?“ – „Heute haben wir was völlig idiotisches am Arsch“, antworteten die Papageien…

  • #7
    Ein Skeptiker

    Er hat Glück gehabt, das er nicht „erschossen“ wurde… … … völlig ernst gemeint.

    Vielleicht wird ihm das eine Lehre sein, nicht vor andere Menschen zu „spucken“.
    Auf gar keinen Fall befürworte ich generell, andere Menschen mit Waffen einzuschüchtern – jedenfalls nicht vor Menschen, die keine bedrohliche Haltung zeigen und einen auch nicht angreifen,

    Menschen „generell“ mit Gewalt angehen zu wollen, zeugt von einem unterlegenen Denken. Wer „so“ argumentiert, hat in Führungspositionen nichts zu suchen… … …

    AAABER: Auch wenn manch einer meint, dies wäre nicht wichtig,

    “ ICH “ … … … … habe einem‘ Menschen NOCH. NIE. „vor die Füsse gespuckt“.
    Das ist NICHT zu unterschätzen! Menschen „bespucken“ zu wollen, ist entweder was für kleine Kinder, die sich nicht benehmen können und vielleicht mal ein paar Ohrfeigen zuviel oder zu wenig bekommen haben,

    aber es ist AUF. KEINEN. FALL. etwas ‚für Erwachsene‘ !! Auch wenn manch einer zu „dumm“ ist, um es zu begreifen – – -> Die Welt von Erwachsenen ‚IST‘ ernster!

    Erwachsene Menschen – – also „unter sich“ – – HABEN sich gefälligst einen gewissen Mindest-Respekt entgegen zu bringen. Mit ein wenig Menschenverstand und einer gewissen Beobachtungsgabe, was „weltweit“ passiert,

    erkennt man doch „mühelos“ – WAS sonst passieren kann!

    – Menschen können sich tothauen,

    – zu Tode stechen (Schonmal was von Messern gehört?)

    – sich E.R.S.C.H.I.E.S.S.E.N.

    und im Extremfalle sogar, also „wenn Krieg angesagt ist“,

    DANN sprengen sich Erwachsene Menschen untereinander auch ruhig schonmal mit Bomben, Raketen – und sonstigen Sprengkörpern in die Luft,

    und kurz gesagt:
    Menschen lassen dann etwas aus sich heraus, was so dermassen hässlich ist,
    das es in einer zivilisierten, „friedlichen“ Zone einfach nichts zu suchen hat…

    ALLES – WEIL – DER – „NÖTIGE“ – RESPEKT – VOR – DEM – MENSCHEN – FEHLT!!

    „Für“ den Menschen „VON“ dem Menschen!

    „Für“ den Menschen ‚UNTER‘ – den Menschen!!

    Ich wiederhole mich gerne: Ich habe NOCH. NIE. einem‘ Menschen vor die Füsse gespuckt!! Ich bin ein erwachsener Mensch – und ich bringe anderen Menschen GEFÄLLIGST das kleine bisschen „MINDEST-Respekt“ entgegen,

    von dem ich auch verlange, das es „MIR auch“ entgegengebracht wird!

    Da will ich ganz ehrlich sein… … … der Mensch ist wie ein Spiegel, manchmal.

    – Er kann Gutes reflektieren, oder Böses. Je nachdem, „wie“ man ihn angeht.

    Und weil ich auch weiterhin ganz ehrlich sein möchte,

    Wenn ‚ICH‘ eine Knarre hätte – also Waffenträger wäre,
    dann bleibe ich dadurch „auch“ – nur ein Mensch. Ich werde nicht automatisch
    zu einem „weiseren Wesen“ dadurch.

    Also … … …
    Wenn mir irgendwer … … … wenn ich nur in der richtigen, „grantigen Laune“
    wäre, vor die Füsse spucken würde … … … … dann sollte er hoffen, das ich ihm nicht ein Loch in den Wanst, oder in die Beine schiessen würde.

    Ich bin kein Waffenträger – und ich finde, das ist auch ganz gut so.#

    Behandelt eure Mitmenschen mit Respekt, Leute.

    Wer weis, worauf ihr euch sonst einlasst … … … … … … …

  • #8
    Klaus Schunke

    Ich hoffe Herr Paul wird für seine Strafaten möglichst bald und möglichst hart bestraft.

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  • #10
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  • #15
    Nazigegener

    Wenn man den Artikel heute liest spiegelt er die Grundeinstellung der AFD wieder. Die Oberbrandstifterin Petri hetzt öffentlich das man Flüchtlinge, wehrlose Menschen, an den Grenzen über den Haufen Schießen soll damit diese nicht ins Land kommen und dann liest man so eine hemmungslose Lüge aus der Stellungnahme Zitat: "Wir verurteilen jede Form von Gewalt gegen Menschen….". Aber deren Anhänger rennen mit Waffen rum.

    Typisch Nazipartei. Lügen, Selbstinzenierung, und Selbstverleumdung der eigenen Radikalität. Genauso hat Hitler in den 20er und 30er Jahren reagiert wenn er in den Wahlkämpfen übers Ziel hinausgeschossen ist um besser bei potenziellen Wählern dazustehen. Der richtig freie und hemungslose Ausbruch der Gewalt kam nach der "Machtergreifung". Und genau solche Demagogen sind die AFDler und sowas erwartet uns auch wenn die irgentwo Gewählt werden.

    AFD und PEGIDA sind die Schande Deutschlands des 21. Jahrhunderts.

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