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Berufsverbot für Depressive: Wie asozial sind CSU und SPD?

Will Kranke von der Gesellschaft separieren: Joachim Herrmann (CSU) (Foto: Gerd Seidel)

Will Kranke von der Gesellschaft separieren: Joachim Herrmann (CSU) (Foto: Gerd Seidel)

Man soll eigentlich keinen Artikel mit Wut im Bauch schreiben. Man ist dann wenig neutral, wenig ausgewogen und manchmal auch unklar in der Gedankenführung. Meist versuche ich mich daran zu halten, auch wenn es sicherlich oft anders rüberkommt. Aber heute kann ich nicht anders. Ich habe Wut. Auf die CSU. Und die muss raus.
Immer wieder fällt die Trötentruppe aus Bayern damit auf, dass sie immer noch nicht in der westlichen Wertegemeinschaft angekommen ist. Gleichberechtigung von Menschen, Toleranz oder Interkulturalität sind bei vielen der Wähler und ebenso der Mitglieder wohl Begriffe, die in der bayuvarischen Version des Duden nicht zu finden sind. Mittlerweile tendiere ich dazu, eine gewisse Abgestumpftheit an den Tag zu legen, wenn irgendwer aus den Reihen der CSU den nächsten Vorschlag macht, der nichts mit der Wirklichkeit der Menschen zu tun hat.

Wieso bin ich heute also sauerer als sonst?

Weil es meinen eigenen beruflichen Kern betrifft. Ich bin Psychologe, seit 2013 promoviert und kümmere mich nun seit über zehn Jahren um hauptsächlich junge und heranwachsende Menschen, mit mehr oder minder großen Problem. Ich bin kein Therapeut. Die Behandlung psychischer Störungen war nie das, was mich reizte. Ich arbeite als Gutachter, als Diagnostiker, halte Vorträge, gebe Schulungen und Beratungen. Normalerweise trenne ich diese Tätigkeit sehr klar von meiner journalistischen Schreiben.

Heute aber reicht es.

Denn Bayerns Innenminister Joachim Herrmann stellt sich tatsächlich hin und fordert ein Berufsverbot für psychisch erkrankte Menschen.

Ich zitiere aus dem verlinkten Welt-Artikel:

Voraussetzung sei eine „sorgfältige medizinische Begutachtung“, sagte Herrmann dem Magazin „Focus“ laut einem am Freitag vorab veröffentlichten Bericht. Wenn diese Begutachtung zu dem Ergebnis komme, „dass etwa ein Pilot, ein Busfahrer oder ein Taxifahrer dauerhaft nicht mehr geeignet ist, Menschen oder sonstige Güter zu transportieren, ohne dass Gefahr für Leib und Leben anderer besteht, dann kann solchen Personen auch der Führerschein beziehungsweise die Lizenz entzogen werden“, sagte Herrmann.

Schockierendeweise stößt in das selbe Horn dieses billigen Populismus der allseits beliebte Karl Lauterbach von der SPD:

Bei bestimmten Formen der Depression könnte ein Berufsverbot unter bestimmten Umständen notwendig sein.

Ärztliche Schweigepflicht? Scheissegal.
Mitleid und Hilfe für kranke Menschen. Am Arsch!

Laut Schätzungen sind ca. 4 Millionen Menschen von einer Depression betroffen, das sind knapp 5% der deutschen Bevölkerung. Nur mal so. Eine Menschenmenge von der Anzahl der Bevölkerungen von Hamburg, München und Köln zusammen soll also in der Angst leben müssen, das sie von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen werden, wenn sie versuchen, ihre gesundheitlichen Probleme in den Griff zu kriegen.

Sind die Hemmschwellen die psychisch gestörten Menschen gemacht werden nicht eh schon groß genug? Ist das gesellschaftliche Bewußtsein nicht sowieso immer noch darauf geeicht, psychische Probleme als Ausdruck eines individuellen Unvermögens zu sehen?

Diese Forderung der CSU – unterstützt von einem SPDler – ist an Asozialität im Sinne des Wortes kaum zu überbieten. Es ist die letztgültige Entsolidarisierung mit kranken Menschen, Menschen, die Hilfe brauchen, Menschen, die sich durch jeden Tag ihres Lebens kämpfen.

Es ist so pervers, dass ich es eigentlich nicht weiter denken möchte. Aber ich frage mich dann doch: welche psychische Störungen will die CSU als nächstes mit Berufsverboten belegen? Die Schizophrenen (Verbreitung: ca. 1 Million Menschen in Deutschland)? Die mit Essstörungen? Sind nicht auch diese Autisten suspekt – wenn sie nicht gerade als Programmierer arbeiten?

Und was ist mit den Diabetikern? Den Rheumakranken? Den Herzpatienten?

Sollten nicht alle Patientendaten vom Staat gecheckt und entsprechende Berufsverbote ausgesprochen werden?

Nein. Natürlich nicht. Ich betone dies, damit es keinen asozialen Politiker auf Ideen bringt.

Wer die ärtzliche Schweigepflicht durchbrechen will und Berufsverbote an Krankheitsdiagnosen koppelt, der erreicht nur eines: dass Menschen nicht mehr zu Arzt und Psychotherapeuten gehen.

Ich selbst habe Beratungen für angehende Beamte gemacht, die aufgrund einer psychischen Störung, die sich eingestehen mussten, eben NICHT zum Arzt oder Psychotherapeuten gegangen sind – weil sie wussten, dass sie dann Probleme bekommen konnten. Statt dessen versuchen diese Menschen entweder selbst herumzudoktern, gehen zu Heilpraktikern, bei denen sie privat zahlen – und verstecken sich und ihr Leid.

Ich verstehe nicht, wie Herrmann zu dieser Forderung kommen kann. Ist es der Versuch, die Gefahr zu überwinden, dass die NPD der CSU am rechten Rand Stimmenverluste beibringen kann? Wenn ich die Biografie von Herrmann lese, stößt mir aber auch auf, dass sein eigener Sohn in Videos „Gewalt, Schulschwänzen, sexuelle Ausschweifungen sowie übermäßigen Alkoholgenuss positiv thematisiert.“ Versucht hier ein verletzter und enttäuschter Vater bei der Gesamtbevölkerung etwas auf absurde Art zu kompensieren?

Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der Kranke von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Ich will, dass wir Kranken helfen – und dass wir ihnen die Möglichkeit geben, nach, aber auch während, ihrer Krankheit Teil zu haben: an Freundschaft, an sozialen Miteinander, am Berufsleben.

Politiker wie Herrmann und Lauterbach wollen dies nicht. Und wir sollten nicht darin herumhampeln dies zu benennen. Ihre Forderungen, ihre Gedankenwelten sind aoszial, sie wollen Kranke separieren, von der Gesellschaft ausschliessen – um sich ein trügerisches Gefühl der Sicherheit zu geben.

In den nächsten Tagen wird sich nun dadurch, wie ihre beiden Parteien, mit den asozialen Forderungen der beiden Politiker umgehen, zeigen wie asozial die Parteien selbst sind.

Ich habe das so meine Befürchtungen….

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23 Kommentare zu “Berufsverbot für Depressive: Wie asozial sind CSU und SPD?

  • #1
    grafkoks2002

    Interessant. Als MTV vor Jahren mal die Serie Popetown ausstrahlte und einen „blasphemischen“ Trailer zeigte, war es der bayerische Innenminister, der Strafanzeige stellte. Wegen religiöser Gefühle,die da verletzt wurden, denn:e Jesus und – aufpassen – sein Leiden würden doch einen zentralen Aspekt des christlichen Glaubens darstellen, der durch MTV verunglimpft wurde.
    Ich möchte mich nicht zu einer billigen Replik hinreißen lassen á la – also, am Kreuz leiden, das ist okay, depressiv leiden ein Akt für den Staatsanwalt. Nee, ich möchte nur darauf hinweisen, dass der Kern der Botschaft Jesu die Nächstenliebe ist. Jesus liebte die Menschen – und er liebte die Kranken. Er ging zu denen, die aussätzig waren, namentlich den Leprakranken. Er gab ihnen Hoffnung und Liebe.
    Ein Politiker, der einer Partei angehört, die das C für christlich im Namen trägt und der Blaspehmie anzeigt – will also Kranke von bestimmten beruflichen Wegen abhalten, was nichts anderes als Ausgrenzung bedeutet, ihnen ein Kainsmal verpassen. Das ist in Bezug auf das, was Jesu seinen Jüngern gelehrt hat, irgendwie widersprüchlich, ja ein Widerspruch zu den Lehres des Mensch gewordenen Gottes.
    Also, Jesus Christus in einer solch imanenten Frage zu widersprechen, seine Lehren, auf denen unser gesamtes christliches Menschenbild beruht, in Frage zu stellen, ist für einen Linken vielleicht einfach nur gelebter Atheismus. Aber aus Sicht eines Christsozialen müsste so etwas doch eigentlich blanke Blaspehemie darstellen, denn Jesus sagte nicht – sondere die Kranken aus, um die Gesunden zu schützen. Hat er nicht. Ehrlich. Kann man nachlesen – oder besser gesagt, nicht nachlesen, er hat es ja nicht gesagt. Die Geschichte mit dem Leprakranken aber gibt es gleich dreimal im NT (Matthäus 8, 1-4 / Markus 1, 40-45 / Lukas 5, 12-16).

  • #2
    Michael Bernartz

    http://www.dgppn.de/publikationen/stellungnahmen/detailansicht/article//stellungnahm-38.html?hc_location=ufi

  • #3
    conflictcam

    Erschreckend:
    „Voraussetzung sei eine “sorgfältige medizinische Begutachtung”, sagte Herrmann dem Magazin “Focus” laut einem am Freitag vorab veröffentlichten Bericht. Wenn diese Begutachtung zu dem Ergebnis komme, “dass etwa ein Pilot, ein Busfahrer oder ein Taxifahrer dauerhaft nicht mehr geeignet ist, Menschen oder sonstige Güter zu transportieren, ohne dass Gefahr für Leib und Leben anderer besteht, dann kann solchen Personen auch der Führerschein beziehungsweise die Lizenz entzogen werden”, sagte Herrmann.“

    Warum?
    http://www.sgipt.org/forpsy/NFPMRG/PFFPGMRJ.htm
    http://www.sgipt.org/forpsy/NFPMRG/UntF.htm
    http://www.sgipt.org/forpsy/NFPMRG/AbsF.htm

  • #4
    norge

    Ich hatte echt gedacht und gehofft das wir in Deutschland weiter sind und die Stigmatisierung von psychisch erkrankten Menschen langsam anfängt zu sich zu verringern. Allerdings habe ich Angesichts der aktuellen Ereignisse keinerlei Hoffnung mehr in dieser Richtung.
    Es ist noch nicht einmal klar, zumindest nach meinem Kenntnisstand aus welchem Grund der Copilot vermutlich das Flugzeug zum Absturz gebracht hat, aber es wird darüber diskutiert Depressiven ihre Lebensgrundlage zu nehmen. Ich wünsche mir weniger Aktionismus, sondern erst einmal Ruhe bewahren, und das Unglück gründlich untersuchen.
    Anschließend kann überlegt werden ob es sinnvolle Maßnahmen geben kann. Es kann aber auch sein das es einfach keine sinnvolle Maßnahme gibt, und ein solches Unglück so hart es klingt unter „Restrisiko“ fällt.
    Wenn man die Zahl der Toten pro Jahr vergleicht wundere ich mich auch das Politiker nicht gleich das Autofahren verbieten, denn dabei sterben pro Jahr deutlich mehr Menschen in Deutschland, und die Maßnahme wäre aus meiner Sicht ebenso unsinnig wie das Abschaffen der Schweigepflicht oder ein Berufsverbot für Depressive.

  • #5
    keineEigenverantwortung

    Ist das nicht ein Hilfeschrei der Null-Risiko-Gesellschaft?
    Wann begreifen wir endlich, dass das Leben ein Risiko ist und dass man nicht vor allen Gefahren geschützt werden kann.

    Es ist erschreckend mit welchem Eifer Politiker jetzt Probleme behandeln, die statistisch keine Probleme sind.
    Es wäre doch super, wenn sich diese Politiker auch mal um Krankenhauskeime etc. kümmern würden.

  • #6
    WALTER Stach

    Sebastian Bartoschek,
    aufgeregt sein, wenn eine primär medienorientierte, medienbeinflußte, von Umfrageeregenissen diktierte Politik mittels politischer Schnellschüsse versucht, dem zu entsprechen, was das Volk zu denken scheint bzw. was durch einige Medien als Volkesmeinung verkündet wird?

    So funktioniert nun ‚mal Politik heutzutage; mehr und mehr und in allen Lebensbereichen.
    Das zu beklagen, das zu bedauern ändert -leider- nichts an diesem Faktum.

    Ich kann Akteure „meiner“ Partei, der SPD, dabei leider -sh. jetzt Lauterbach- nicht aussparen.

    Warum gibt es auf Initiative der Fraktionen im Bundestag zu dieser Thematik, zu dieser Problematik (!!), bevor sich irgend ein Poltik dazu mittels einer Idee öffentlich zu Wort meldet, nicht zunächst enmal eine Anhörung möglchst vieler hier einschlägig fachkompetenter Menschen aus Wissenschaft und Praxis?
    Dann erst sollten, dann erst könnten die Parteien, die Fraktionen in einer Beratung darüber einsteigen, ob und ggfls. wie staatlicherseits zur Lösung beigetragen werden kann bzw. beigetragen werden muß.
    Selbstverständlichkeiten, meine ich, und zwar der Sache wegen.
    Selbstverständlich ist aber…..sh.der Kommentar und meine Anmerkung dazu einleitend.

    Sebastian Bartoschek,
    die Schnellschüsse aus der Politik zu beklagen ist das eine. Was aber ist mit all denjenigen, die in den Medien kommentierend oder Leserbriefe schreibend erklären, a.) das Problem exakt analysiert zu haben und b.) im Besitz der einzig wahren Problemlösung zu sein? Insofern agiert die Poltik nicht, sondern sie reagiert nur.

  • #7
    Thorsten Stüker

    Ich sehe das ebenso. Die bestehenden Regelungen gehen doch ohnehin schon so weit: wenn nämlich besagter Co-Pilot dem Fliegerarzt erklärt hätte, dass er eine depressive Episode durchlebt, dann wäre seine Flugtauglichkeitsbescheinigung nicht mehr erteilt worden. Er hat dies aber – im Übrigen rechtswidrig – nicht erklärt. Dagegen kann man sich nicht verwehren. Letztlich ist es aber doch wohl so, dass eine Begutachtung jedes Busfahrers zu weit geht. Eine ausführliche Exploration zur Diagnose in den Fällen, wo der Betroffene sich nicht diagnostizieren lassen will, wäre sehr aufwändig und langwierig. Das würde letztlich bedeuten, dass wir gute 1000 Euro alle Nase lang aufwenden müssten. Täten wir das, würden wir jedem Busfahrer diese Kosten auferlegen. Die würden darunter sehr deutlich leiden mit Nettogehältern um 1200,- Euro pro Monat. Außerdem: ein Einzelfall stellt noch kein Gesamtrisiko dar. Wenn unsere Herren Elite-Politiker das begriffen hätten, wäre diese Diskussion nicht entstanden.

    PS: begriffen haben sie es. Beispielsweise in der Zulassung von Arzneimitteln. Nur bei den Arbeitern, die ohnehin schon kaum Lohn erhalten, da kann man ja noch was verlangen!

  • #8
    nussknacker56

    Was mich an der Diskussion stört, ist, dass Depression allgemein als Ursache für das Verhalten des Massenmörders L. angenommen wird. Ich meine dagegen, das eine hat mit dem anderen höchstens am Rande zu tun. Es gibt viele Menschen, die depressiv sind und dennoch keiner Fliege was zuleide tun. Anders verhält es sich mit Psychopathen, die zwar zu einem gewissen Prozent-/Promillesatz auch depressive Schübe haben können, für deren Handeln jedoch ganz andere Gesetze gelten wie z.B. das Fehlen von jeglicher Empathie. Genau dieses Verhalten prägt den jüngst vorliegenden Fall.

    Joachim Herrmann zeigt, dass er sich nicht einmal im Ansatz mit der Problematik beschäftigt hat und sich lediglich in billigem Populismus übt.

  • #9
    Klaus Lohmann

    Wie Walter Stach schon in #7 konstatierte – Herrmann ist der geborene Populist, der ohne Aussicht auf gesetzgeberischen Erfolg die „Volksstimme“ aus BLÖD und Fratzenbuch-Schlamm schon im Zeitpunkt des Entstehens aufgreift und sich damit dem Bodensatz unserer Gesellschaft anbiedert. Das stört den auch nicht, das hält dieser Schwätzer sogar noch für seine geleistete „Arbeit“.

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  • #11
    John Dean

    Ich halte es für komplett unangemessen (und das ist noch die freundliche Wortwahl), zumal seitens eines sich so bezeichnenden Journalisten, von prinzipiell „asozialen Parteien“ zu sprechen. Was ist das denn für ein Weltbild?

    Natürlich gibt es in Parteien immer auch vereinzelt Menschen, die völlig abseitige und populistische Vorschläge machen, Menschen eben wie Joachim Herrmann, dem vor dem Hintergrund der überaus üblen Qualität seiner politischen Vorschläge ein doch hoffentlich baldiges Ende seiner politischen Karriere zu wünschen wäre. Von diesen Einzelpersonen (die zumeist auch schlecht informiert sind) dann gleich auf a) alle Personen einer Partei und b) auf den Grundcharakter einer parteipolitischen Strömung zu schließen, wie es der Autor Sebastian Batoschek getan hat, das ist ziemlich genau so perfide und inkompetent wie es der zurecht kritisierte Vorschlag von Joachim Herrmann war.

    Guten Tag!

  • #12
    Klaus Lohmann

    @John Dean: Herrmann sondert diesen Müll nicht ab, weil er evt. selbst mit schweren psychischen Störungen zu kämpfen hat, sondern weil der gemeine bayrische Brunft- und Trachtenwähler solchen Müll gern hören will. Deswegen ist Herrmann ja auch schon länger „im Geschäft“.

  • #13
    Michael Mu

    Also ganz ehrlich…jetzt platzt mir aber der Kragen bei dem gequarke von Dir Möchte-Gern-Barönchen!

    1. Ich leide auch schon seit mehr als 10 Jahren unter Depressionen und unter Panikattacken, ich habe einen Führerschein und mir würde es auch nicht nur im Traum einfallen mich ein in ein Auto zu setzen und mich in den Strassenverkehr zu begeben weil ich mich nicht sicher genug fühle um im Strassenverkehr zu fahren und weil ich dadurch nicht andere Strassenverkehrsteilnehmer gefährden will! Also ist das schon sinnvoll was die Politiker vorschlagen damit keine Passagiere, Fahrgäste usw. zu Schaden kommen!

    2. Wenn ich hier so Deine gespielte (?) Empörheit lese kommt MIR echt das kotzen: Auf der einen Seite so einen Artikel schreiben, was von sozial und asozial faseln aber auf der anderen Seite dulden wenn Kommentatoren über den verstorbenen Claus Fritzsche herziehen, einen Verstorbenen verhöhnen was ja hier in Deutschland eigentlich strafbar ist. Da hast Du dich nicht empört, und Du und die anderen kleinen Möchte-Gern-Barönchen haben es gedultet. Wo war da Deine „Empörtheit“???

    3. Bezogen auf Dein Zitat:

    „Sollten nicht alle Patientendaten vom Staat gecheckt und entsprechende Berufsverbote ausgesprochen werden?“

    Das glaubst Du wirklich das dies so kommt? Du weißt aber schon das dass eine VERSCHWÖRUNGSTHEORIE ist oder? ^^ Vielleicht solltest Du dir mal lieber einen Deiner eigenen Vorträge über Verschwörungstheorien angucken… 😛

    Alles klar…als wenn der Staat das Personal hätte um alle Patientendaten in ganz Deutschland zu checken! Ehrlich…also manchmal… ^^

  • #14
    Michael Pabst

    Solche Denkansätze und die Konsequenzen daraus hatten wir schon mal. Was kommt als nächstes?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Euthanasie

  • #15
    HErmann Schindler

    Und? Nachdem Sie jetzt hoffentlich runter vom Affenbaum der wohlgenüsslichen Erregung sind: Mögen Sie jetzt gern Ihre Kinder mit jemandem fliegen lassen, der vielleicht depressiv ist? Oder wollen Sie es gar nicht wissen?
    Ich mag es auch nicht wissen. Nicht bezüglich eines Piloten. Wohl aber möchte ich sicher sein, dass jemand psychisch Unstabiler ausreichend gesehen und überprüft wird. Und dann fallweise eben auch ein Pilotenschein entzogen wird. Das könnte man auch als Berufsverbot sehen.
    Und mögen Siejetzt selbst populistisch jemanden damit (möglicherweise politisch nicht Überbelichteten) anschmieren: „Der ist für Berufsverbote!“ Was irgendwie auch nach Nazi klingt.
    Wenn Sie – was ich annehme – NICHT für eine Gefährdung Ihrer selbst oder jemandes Lieben sind, könnten Sie dann bitte Vorschläge machen, wie wir damit umgehen sollen, ohne dass Sie wieder aufgeregt werden?
    Hav
    H.S.

  • #16
    Mona

    Krank zu sein bringt mehr Probleme als man manchmal glaubt.
    Wie im Beispiel mit den Beamtenanwärtern, wollte ich auf keinen Fall mit der Depression zum Arzt und wollte es allein schaffen, weil ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben wollte.
    Mit der Zeit ist alles so kaputt gegangen, dass ich meine Berufsausbildung nicht mehr zu Ende machen konnte und dann doch in Behandlung musste. Es wär viel einfacher/schneller gegangen, wenn ich mich direkt behandeln ließe, aber was tut man nicht alles für eine BU-Versicherung. Die bekomme ich jetzt auch nicht mehr, weil ich in der ganzen Zeit kein Geld hatte sie mir schon in der Ausbildung zu leisten.

  • #17
    Mr. Captcha

    Während Joachim Herrmann „nur“ Jurist ist, ist Karl Lauterbach – Prof. Dr. med. Dr. sc. – da hätte man besseres erwartet.

    Nebenbei: Wie tauscht man die gesunde Bevölkerung Hamburgs gegen die erwähnte kranke Gruppe aus und wie spaltet man anschließend Hamburg vom Bundesgebiet ab?

  • #18
    Rainer Möller

    Argumente aufgrund der „Gleichberechtigung“ sind hier Quatsch. In einer vernünftig eingerichteten Gesellschaft hat nicht jeder unabhängig von seiner Eignung das gleiche Recht auf eine bestimmte Stelle.

    Hermann dürfte verkürzt und pauschaliert zitiert worden sein (das ist ja meistens so, man denke an „Kinder statt Inder“). Aber er hat als erfahrener Politiker ganz sicher auch gewusst, dass man auf die Pauke hauen muss, um überhaupt etwas zu bewegen. Bei den Leuten, die sich hier für differenzierte Äußerungen aussprechen, denke ich: die haben wahrscheinlich wenig eigene Erfahrungen im politischen Betrieb.

  • #19
    Sebastian Bartoschek Beitragsautor

    Vielen Dank für die engagierte Diskussion – und die große Zustimmung.

    Wer aber nicht wirklich überzeugt ist, dass das was ich schreibe Hand und Fuss hat, der kann hier 30min zu dem Thema im Podcast-Format hören. Mit zwei Kollegen zusammen im „Psycho-Talk“ diskutiert:
    http://www.psycho-talk.de/2015/04/11/psyt020-mobbing-musikantenstadl/

    VIele hier an mich gestellten Fragen werden dort beantwortet.

  • #20
    Michael Mu

    Zitat von Sebastian Bartoschek:

    „Sollten nicht alle Patientendaten vom Staat gecheckt und entsprechende Berufsverbote ausgesprochen werden?“

    Herzlich Willkommen in der Gemeinde der Verschwörungstheoretiker! Schön das Du jetzt zu uns gehörst! ^^

  • #21
    Friederike

    Die Forderung sollte man mal fröhlich weiterspinnen (Wortspiel beabsichtigt):

    Mehrere 10.000 Menschen werden bei menschenverschuldeten Verkehrsunfällen jedes Jahr getötet. Ab sofort Fahrverbot lebenslang nach der 3. Geschwindigkeitsübertretung bis 20 km/h über erlaubt oder ab der ersten über 20 km/h. (Positiver Nebeneffekt: die Stauquote sinkt innerhalb weniger Jahre und der ausgedünnte Verkehr fließt prächtig)

    Durch Fehler in den Arbeitsprozessen von Krankenhäusern (Diagnose, OP/Behandlung, Hygiene) sterben ebenfalls mehrere Tausend Patient/innen pro Jahr. Ab dem ersten Vorfall: Berufsverbot für die Beteiligten. (Das schafft eine bessere Lohnstruktur für die Verbleibenden Pflegekräfte und Ärzt/innen, da man sich um das „gute“ Personal bald umgekehrt als Klinik bei den Arbeitnehmer/innen „bewerben“ muss)

    Hunde werden am Besten komplett in Privathaushalten verboten und nur noch als Such- oder Therapiehund bei Profis gestattet. Zusatznutzen: Tierheime könnten zusammengelegt werden für die Tierschutz-Arbeit an den verbleibenden „erlaubten“ Tierarten.

    Undsoweiter undsofort. Die Reaktion auf potentielle Gefahren ist dich total toll gedacht. Präventivmaßnahmen sind genau das Richtige. Zur Not fassen wir jetzt mal das Verbot (öffentlich, beruflich) zu existieren als eine großartige Präventionsmaßnahme auf. Dann gäbe es an so vielen Stellen sofort ein enormes Einsparpotential an Gefahr und (real zigtausendfach stattfindendem) Sterben. Die Gefahr, die von Menschen in depressiven Phasen ausgeht ist nur „leider“ eine allzu geringe. Hier lohnt der Aufwand den Nutzen kaum.

    Unterstützen wir doch die Politiker/innen in der besseren Auswahl ihrer Berufsverbotsphantasien. Oder in der besseren Wahl ihrer Präventivmaßnahmen-Ideen.

    Zwinkernde Grüße. Und danke für den Text. Auch wenn ich den Duktus „arme kranke Menschen sollen auch teilhaben und arbeiten dürfen“ so gar nicht leiden mag. Menschen mit depressiven Episoden arbeiten an so vielen Stellen unserer Gesellschaft produktiv und unauffällig/unbemerkt. Wenn einige von ihnen eingeschränkt arbeiten müssen/können, tragen sie zum gesamtgesellschaftlichen Durchschnitt bei, wie andere chronisch eingeschränkte Personen, wie unmotivierte oder wie sich verweigernde Menschen.

    Wir sind unterschiedlich und Arbeitsleistung ist nur ein Teil des ganzen Mensch-Seins. Ebenso wie das von Ejnzelnen ausgehenden Gefahrenpotential.

    In diesem Sinne…

  • #22
    Peter Schäuble

    Schlimm, ganz schlimm. Auch, weil ich bei diesen Äußerungen von Hermann und Lauterbach (der mir manchmal – mit Verlaub – etwas „verstört“ vorkommt) in tiefe Depression verfalle (also auf dem Index lande). Zum Glück bin ich Rentner. Aber da fällt den Herren bestimmt noch eine Entsolidarisierungsmöglichkeit ein (Rentenkürzung ??!!).

  • #23
    Peter Schäuble

    An Rainer Müller. …und wer so über Depressive bzw. Depressionen daher schätzt wie Hermann und Lauterbach und vielleicht auch Sie ??9, der hat keine Ahnung, was Depressive durchmachen. Und die sollen jetzt auch noch ausgegrenzt werden ? Pfui Deibel !!

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