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Der dichtende Grüne und die Beschneidung

In Ruhrgebiet | Am 21 Dezember 2012 | Von Stefan Laurin

Ulf Dunkel Foto: Grüne Cloppenburg

Ulf Dunkel Foto: Grüne Cloppenburg

Ulf Dunkel ist Landtagskandidat der Grünen in Niedersachsen und ein begeisterte Anwender des DTP-Programms Calamus. In dem Grünen-Politiker steckt zudem ein Dichter:

Wetzt das Messer, singt ein Lied,
Ab die Vorhaut von dem Glied.
Kinder können sich nicht wehren,
darum müssen sie uns ehren.
Wir verstümmeln, wir beschneiden
Recht und Vorhaut; allen beiden
muss man hier den Garaus machen,
denn wir steh’n auf solche Sachen.
Und ihr Schreien hilft so wenig,
denn wer festhält, ist der König.
Wir bestimmen, was hier Recht.
Wer dagegen ist, ist schlecht.
Gründe sind uns ganz egal,
der Verstand, der kann uns mal.
Bist Du für ein intaktes Glied,
so bist Du gleich Antisemit.

Marie-Luise Beck fragte auf Facebook entgeistert: “Wie gehen Grüne mit einem Landtagskandidaten um, aus dem es so dichtet? Ist diese Geschichte mit einer Entschuldigung erledigt?”

Das müssen nun die Grüne entscheiden…


129 Kommentare zu »Der dichtende Grüne und die Beschneidung«

  1. #101 | Arnold Voss sagt am 2. Januar 2013 um 18:49

    Danke Demokrit!

  2. #102 | Polydamidas sagt am 2. Januar 2013 um 19:13

    @ Demokrit schreibt am 02.01.2013, 18.29 Uhr

    “… sondern die Botschaft der Bergpredigt. Kein Mensch verlangte das, was Jesus von Nazareth vom Menschen abverlangte!!”

    -
    Werter Demokrit, was soll denn das gewesen sein, was diese mythische Figur Jesus von Nazareth vom Menschen (gesprochen hat er, falls überhaupt, nur zu seinen Leuten den Juden, und auch aus einem Umfeld heraus, welches bereits über Jahrhunderte hellenisiert war und meines Wissens ca. 150 griechische Städte auswies) abverlange, was zuvor von keinem vor ihm vorgetragen wurde?
    Bitte tragen Sie zu meiner Weiterbildung bei und klären mich auf.

  3. #103 | Julia Berg sagt am 2. Januar 2013 um 20:19

    @arnold voss: eigentlich wird mir das zu anstrengend, denn das ist so ein quatsch. Ich mache es mir sicher nicht einfach, nein, ich habe nachgedacht, als ich Mutter wurde.
    Und ja, ich erziehe meine Kinder in einer bestimmten Religion und gleichzeitig zu freien, aufrechten und selbständig denkenden Menschen. Das erfordert zwar einen großen Aufwand an Erziehungsarbeit, aber ich habe hier keine Kosten und Mühen gescheut. Ich war dabei sehr erfolgreich, wie ich unumwunden sagen kann. Bedauerlich, wenn atheisten das nicht können. Ich habe es geschafft und könnte hier als beispielhaft gelten. Wenn auch sie so etwas lernen möchten biete ich gerne einen kurs an

  4. #104 | Demokrit sagt am 2. Januar 2013 um 20:40

    @Polydamidas

    Lesen bildet und Bildung hat noch keinem geschadet!
    Wie komme ich dazu in einen Zyniker zu investieren? Ich muss mich bremsen…ich muss mich beherrschen und Dich “lieben wie mich selbst” und wenn Du mein Feind sein solltest, “liebe ich Dich” auch, denn ich will selig werden, denn “selig sind die Friedfertigen” und ich will Dir nicht zürnen, um “nicht gerichtet zu werden”.

    Ich denke, ich lass es, ich kann das nicht, was Jesus von mir abverlangt. Wäre Jesus ein griechischer Philosoph, würde jeder, ob Theist oder Atheist, ihn bewundernd zitieren und Symposien organisieren, aber ohne Dich…

    Du bist ungebildet.

  5. #105 | Polydamidas sagt am 2. Januar 2013 um 21:34

    @Demokrit, 02.01.2013, 18,29 und 20.40 Uhr

    Mir ist bewußt, daß ich ungebildet bin, mein Wissen winzig und beschränkt, es ist also nichts, was man als Wissen bezeichnen könnte. Bisher sah ich mich aber nicht als Zyniker, also stelle ich die Frage ein zweites Mal: Was soll denn diese mythische Figur Jesus von Nazareth vom Menschen abverlangt haben, was vor ihm noch kein anderer Mensch vorgetragen habe?

    Bitte tragen Sie zu Weiterbildung eines Ungebildeten bei, klären Sie mich auf.

  6. #106 | Puck sagt am 2. Januar 2013 um 21:49

    Werter Herr Voß!
    Vielleicht holen Sie gelegentlich mal tief Luft.

  7. #107 | Demokrit sagt am 2. Januar 2013 um 21:58

    @Polydamidas
    Das habe ich schon…
    “Werter” wird heute abfällig verstanden! Wollt ihr abfällig sein?

  8. #108 | Polydamidas sagt am 2. Januar 2013 um 22:24

    @ Demokrit, 02.01.2013, 21.58 Uhr

    “das habe ich schon …
    “Werter” wird heute abfällig verstanden! Wollt ihr abfällig sein?”

    Okay, dann so, was keiner als abfällig verklären könne:

    Sehr geehrter Herr Demokrit,
    bisher habe ich in Ihrem “das habe ich schon …” nichts gelesen, was meine besondere Aufmerksamkeit hätte wecken können, und was durch diese mythische Figur Jesus von Nazareth erstmalig hätte gesagt haben können.

    Wollen Sie zur Klärung beitragen oder haben Sie lediglich etwas gepostet,
    weil es sich so schön schreiben lässt und die Herzen gewisser Kreise aufwärmt?
    Danke im Voraus.

  9. #109 | Arnold Voß sagt am 3. Januar 2013 um 09:55

    @ Julia Berg # 103

    Schön für sie, dass sie alles so schaffen wie sie das gerne möchten. Dass sie ihr Kind in e i n e Religion hinein erziehen und dass sie jetzt schon wissen, dass es sich trotzdem diesbezüglich einmal ganz frei, aufrecht und selbstständig fühlen wird. Aber das kann bei einer solchen Mutter ja auch nicht anders sein.

    Natürlich ist das alles Quatsch was ich schreibe, da ich ja Atheist bin und sowas nicht hinkriegen kann und natürlich ist es sehr anstrengend für sie, sich mit so Jemand überhaupt auseinandersetzen zu müssen. Es ist deswegen auch sehr großzügig von ihnen mir trotzdem Kurshilfe anzubieten.

    Das Problem ist nur, Frau Berg, dass ich Vater bin und meine Tochter mittlerweile weit in den Zwanzigern ist. Sollten sie sie jemals kennenlernen, dann können sie selber feststellen wie frei, aufrecht und selbstständig sie ist.

    Lassen sie mich zu Sache zurückkommen. Sie haben mir bis jetzt nicht auf meine Frage geantwortet, wieso sie nicht bezüglich der Religionszugehörigkeit auf die eigene Entscheidung ihres Kindes warten können. Kommen sie also bitte von ihrem hohen Ross herunter und tun sie es bitte.

  10. #110 | Arnold Voss sagt am 3. Januar 2013 um 10:07

    @ Demokrit # 104

    Sind gleich wieder alle ungebildet außer Demokrit? Wäre es möglich den Herrenmenschengestus zumindest in diesem Kreise etwas zurückzuschrauben?

    Schon in voraus Danke dafür.

  11. #111 | Arnold Voss sagt am 3. Januar 2013 um 10:27

    @ Puck # 106

    Lesen sie sich nochmal selbst:

    “In Deutschland verhungern in abgedunkelten Zimmern eingesperrte Kinder, Kinder werden “versehentlich” ertränkt beim Versuch sie durch Untertauchen in der Badewanne zu disziplinieren, Kinder werden die Hände an Herdplatten verbrannt und Kinder werden mit Kleiderbügeln grün und blau geschlagen, Babys werden zu Tode geschüttelt, Kindern wird jede vorstellbare und unvorstellbare Grausamkeit angetan…”

    Wer also sollte hier mal tief Luft holen, Puck? Sie oder ich? Oder meinen sie wirklich, dass es solche schlimmen Fälle nur in Deutschland gibt?

    Sie wissen wie sehr ich hier ihre sonstigen Beiträge schätze, aber das ist genau die Art von Horrorbildern ohne jede konkrete Zahlenangabe die sie bei anderen Vorwürfen, z.B. der Israelkritiker bezüglich Gaza, niemals dulden würden. Bei der Verteidigung der Beschneidung sind sie sich aber selbst nicht dafür zu schade. Das bin ich einfach nicht von ihnen gewohnt. Sorry.

  12. #112 | Demokrit sagt am 3. Januar 2013 um 10:46

    Nein Arnold, nicht alle, nur die, die mit 300 Wörtern (sogar diese Zahl ist zu groß) und dem immer gleichen, langweiligen Zynismus auskommen.

    Ich möchte Julia Berg beipflichten, Dir aber auch. Mir sind Menschen unbekannt, die nicht Teil einer Norm sein wollen. Auch Atheisten, wohlmeinend freie Menschen, verteidigen ihr Anderssein und bestehen darauf, Fesseln abgeschüttelt zu haben. Der wahre außenstehende Betrachter ist eine destruktive Illusion!

    Alles ist Religion, in mannigfaltigen alten und neuen platonischen Höhlen. Die Religion des Humanismus ist, könnte man frech behaupten, ein Fragment christlichen Erkennens und aus ihm gespeist. Und nimmt ein Christ seine Religion ernst, wird er zum wahrer Humanisten, vorausgesetzt er ist bereit Zeugnis abzulegen für die von Christus geforderte, bedingungslose Menschenliebe.

    Die christliche Philosophie steht für sich in Gänze und ist mit keiner anderen vergleichbar. Sogar der Buddhismus kennt und fordert temporär Gewalt, ganz zu schweigen vom Hinduismus und Islam.

    Angesichts des Werteverfalls und der Fokussierung auf rein materielle Ziele, sind inhumane Auswüchse (verhungernde, verwahrloste, missbrauchte und getötete Kinder im reichen Europa) Nachweis eines falsch verstandenen, vermeintlich freien Resozialisationsprozesses: “Tue was Du willst, Du bist frei” ist das Vater Unser der Fatalisten und Egoisten.

    Nimmt man den Juden einen oder den wichtigen/sten Teil ihres Selbstverständnisses, jagt man sie aus ihrer Höhle, ohne ihnen eine adäquate anzubieten, die sie akzeptieren können.

  13. #113 | Polydamidas sagt am 3. Januar 2013 um 12:20

    @ Demokrit schreibt am 03.01.2013, 10.46 Uhr

    “Nein Arnold, nicht alle, nur die, die mit 300 Wörtern (sogar diese Zahl ist zu groß) und dem immer gleichen, langweiligen Zynismus auskommen.”

    Sehr geehrter Herr Demokrit,
    ich fühle mich angesprochen, mich haben Sie weiter oben als Ungebildet bezeichnet und somit als solchen auch erkannt, was ich durchweg anerkannt habe. Nicht jeder kann akademische und somit didaktorische Grade erreichen, mancher bleibt Grund- und Hauptschüler und somit ungebildet.

    Bedenken Sie bitte, daß ich mich hier nicht als Sprachwissenschaftler ausgegeben habe, sondern als interessierter Leser zu einem Thema, welches mit Sprachwissenschaften nichts zu tun hat, und hierzu sind meine 300 Wörter, und auch diese sind zu hoch gegriffen, mehr als ausreichend.

    Nicht die Masse an Wörtern macht hier was aus, sondern die Klasse, also die innere Haltung zum Thema.

    Beschimpft habe ich Sie auch nicht, sondern nur das aufgegriffen, was SIE hier eingeworfen haben, und bat um Klärung, damit auch ich Ungebildeter in den Genuss von Wissen, durch einen Gebildeten mir erklärt, komme.

    Ich bitte Sie abermals, hier darzulegen, was diese mythische Figur Jesus von Nazareth denn gesagt haben soll, was sie (der mythischen Figur) in ihrer Einzigartigartigkeit auszeichnet und zuvor von keinem anderen Menschen vorgetragen wurde.

    Statt zu antworten schweifen Sie hier umher.

    Können Sie zur Klärung ihrer Aussage beitragen, oder haben Sie es nur deshalb geschrieben, weil es für Sie und Ihrem Weltbild so ist, wie von Ihnen geschildert?

  14. #114 | Demokrit sagt am 3. Januar 2013 um 13:17

    admin: hören Sie auf, andere Kommentatoren zu beleidigen.

    Und werden Sie Ihr gravitätisches Geschwätz woanders los.

  15. #115 | Polydamidas sagt am 3. Januar 2013 um 13:59

    Demokrit schreibt am 03.01.2013, 13.17 Uhr

    “Ich habe schon geantwortet, Du musst nur aufmerksamer lesen:
    “und Dich “lieben wie mich selbst” und wenn Du mein Feind sein solltest, “liebe ich Dich” auch, denn ich will selig werden, denn “selig sind die Friedfertigen” und ich will Dir nicht zürnen, um “nicht gerichtet zu werden”.””

    Sehr geehrter Herr Demokrit,
    sollten Sie Grieche sein, dann schade darum. Bei solchen Vertretern des Volkes der Philosophie braucht man sich heute nicht wundern, daß die Gesellschaft nicht voran kommt.

    Beschimpfungen und Beleidigungen bringen einen regelmässig nicht weiter.
    Sie sollten gemerkt haben, daß Pamphlete und Beleidigungen an mir abprallen.

    Da das Thema hier ein anderes ist, und ich nur eine Klarstellung erbat, diese aber nicht kam (auch Ihr letztes Posting erhält nichts neues), will ich mit einem Eingeständnis des bekannten und beliebten Benediktinermönchs Anselm Grün antworten, der sich in einer Diskussion mit unseren Freunden Dr. Michael Schmidt-Salomon und Dr. theol. Paul Schulz (ihm wurde einst das Priesteramt entzogen, weil er sich sehr freidenkend äusserte) befand und vom öffentlichem deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

    Es ging auch um diese Inhalte, die jeder sog. Christ einwirft, um die besonderheit des Christentums zu dokumentieren, also auch Sie.

    Hier das klärende Eingeständnis des Benediktinermönches Anselm Grün im ZDF:

    “Das Christentum kennt die Nächstenliebe,
    doch kannte der Grieche die Feindes- & Nächstenliebe lange vor dem Christentum”

    Wie kann es also sein, daß Ihrer Meinung nach diese mythische Figur Jesus von Nazareth solches erstmalig gesagt habe, wenn die von der mythischen Figur Jesus von Nazareth vorgetragenen Inhalte doch zuvor bekannt waren und vor seiner Zeit (sollte es ihn gegeben haben) von philosophen Munde regelmässig vermittelt wurden?

    Ich hoffe nun, daß wir zu einem guten Ende kommen.
    Mir geht es nicht um Besserwisserei, sondern darum, daß man am Ende des Tages glücklich sagen könne, man habe diesem Tage was entnehmen können, was einen weiterträgt.

    Ich entschuldige mich bei Ihnen erneut, daß mein Wortschaft nicht einmal aus 300 Wörtern besteht und bitte um Verständnis.

  16. #116 | Demokrit sagt am 3. Januar 2013 um 15:09

    Es gibt kaum einen Gedanken der Vor- und Nachsokratiker, den ich nicht gelesen hätte. Lediglich Platon nutzte den Begriff “Nächstenliebe” kurzweilig um zwischen Liebe und Eros zu unterscheiden. Von Feindesliebe keinerlei Spur, bei keinem griechischen Philosophen. Die unzähligen Sklaven, über die sogar Aristoteles abfällig sprach – wie auch Marx, der über die unter dem Proletariat befindlichen Bettler und Landstreicher abfällig sprach – sprechen eine andere Sprache. Anselm Grün die Exegese zu überlassen ist mutig aber dennoch sinnfrei. Falsches zu wiederholen, macht es nicht wahrhaftiger.

    Ja, ich bin Grieche und lese die Originale meiner Vorfahren, die mich nicht daran hindern, sie so zu verstehen, wie sie es geschrieben haben und hänge nicht vom Interpretationsgequake durch die Epochen und den Mainstreambefindlichkeiten ab.

    Nein, Paul Schulz ist kein Freidenker. Er ist Schüler Heinz Küngs und hängt an seinen Lippen, desses Weltethos eine chimäre, eine pseudoreligiöse Nachgeburt eines humanistischen Gottes beschwört.

    Wenn Du die Existenz Jesu von Nazareth bestreitest, wieso auch nicht die Sokrates oder eine Reihe der Vorsokratiker, wie Alkmaion, Kroton, Hippasos, Parmenides, Diogenes des Apollonen, Anaxagoras, Empedokles, Leukipp oder eben Demokrit? Keiner hinterließ Handschriftliches. Wie wäre es denn mit den Asiaten Konfuzius, Buddha und Laozi? Passt das etwa nicht ins Weltbild der Atheisten? Aber der Jude Jesus ist ein Mythos!

    Das ist Heuchelei!

  17. #117 | Arnold Voss sagt am 3. Januar 2013 um 19:56

    @ Demokrit 112

    “Alles ist Religion, in mannigfaltigen alten und neuen platonischen Höhlen. Die Religion des Humanismus ist, könnte man frech behaupten, ein Fragment christlichen Erkennens und aus ihm gespeist. Und nimmt ein Christ seine Religion ernst, wird er zum wahrer Humanisten, vorausgesetzt er ist bereit Zeugnis abzulegen für die von Christus geforderte, bedingungslose Menschenliebe.”

    Religion gibt es nicht ohne Gott, Humanismus schon. Es kann also keine Religion des Humanismus geben und erst recht ist nicht alles Religion. Gott ist eine Behauptung, keine Tatsache. Allerdings hat diese Behauptung in den Köpfen vieler Menschen große Wirkung erzeugt und insofern ist Gott real für die, die daran glauben.

    Ein nicht nur freche sondern geradezu grandios vermessene Behauptung ist es aber, dass ein Christ der seine Religion ernst nimmt zum wahren Humanisten wird. Nicht nur, dass die Voraussetzung der bedingungslosen Menschenliebe dem Menschen nicht gegeben ist. Es fehlt schon die Voraussetzung einer eineindeutigen christlichen Lehre und Wahrheit aus der ein “wahrer” Humanismus zwingend abzuleiten wäre.

    Noch wilder ist aber die darin versteckte These, dass der einzig echte Humanismus ein christlich begründeter wäre, also alle anderen Religionen und erst recht die Atheisten zu keinem solchen gelangen können. Das ist er, der christliche Herrenmensch der sich zugleich für den einzig wahren Menschen hält.

    Da ist sie, die Hybris derer die nicht nur der Konstruktion eines höheren Wesens bedürfen um für sich und die Welt Sinn und Werte zu generieren, sondern die diese auch noch als die einzig gültigen betrachten und für andere zur unhintefragbaren Regel machen wollen, weil sie per monotheistischer Heilskonstruktion zugleich der Vorstellung der einzigen Wahrheit anheim fallen.

    Sie dürfen sich nicht wundern, Demokrit, dass mich ihr Ausführungen nicht nur nicht ernsthaft erreichen. Sie sind von einer solch maßlosen Selbstgerechtigkeit und Selbstreferenzialität, dass ich mich nie mehr mit ihnen über Religion auseinandersetzen werde. Es lohnt für mich schlicht die Tinte nicht.

    Und das mit dem Schiedsrichter vergessen sie in Zukunft. Das ist das Letzte zu dem sie in der Lage sind. Als Papst wären sie allerdings nicht schlecht. Ex cathedra zu sprechen, das liegt ihnen sehr. :-)

  18. #118 | Puck sagt am 3. Januar 2013 um 21:02

    @Arnold Voss #111

    In dem Gedicht wird unterstellt, daß Juden und Moslems Beschneidungen aus purer Lust an der Machtausübung gegenüber Wehrlosen durchführen. Das überschreitet ganz klar die Grenze zwischen Meinungsäußerung und Diffamierung – wenn nicht, angesichts historischer antisemitscher Widerwärtigkeiten, die Grenze zur Dämonisierung.
    Unter diesem Aspekt ist es durchaus nicht unsachlich mal zu erwähnen, welche Grausamkeiten an Kindern tatsächlich verübt werden – ohne daß das auch nur einen Bruchteil der Medienaufmerksamkeit erregt.
    Natürlich geschehen diese Dinge nicht nur in Deutschland.
    Aber meines Wissen findet nur in Deutschland ein mit derartig infamen Mitteln (wie dem GEdicht Dunkels) geführter Kampf gegen die Beschneidung statt.

    Das, Herr Voss, bin ich von Ihnen nicht gewohnt.
    Sie hatte ich bisher als sachlichen Gegner der Beschbeidung in Erinnerung, aber das scheint sich gerade zu ändern.
    Schade.

  19. #119 | Demokrit sagt am 3. Januar 2013 um 21:08

    Des Humanismus “Gott” ist der Antropos, selbstgerecht, absolut und zerstörerisch. Für 2Mrd. Menschen ist der Gott der Christen Realität. Sogar vormals überzeugte Atheisten relativieren ihren Dogmatismus, Du Arnold noch nicht und wen ein Gottesbeweis an Deiner Tür klopft, hetzt Du die Hunde auf ihn.

    Wie begründen Atheisten die göttliche Nicht-Existenz? Ich verstehe, sie können nicht etwas beweisen, was nicht existiert, woll? Das Thema “wissenschaftlicher Absolutismus” hatten wir beide schon mal beackert. Ich gehe stark davon aus, dass “die Wissenschaft war bis heute der Annahme” künftig öfter zu hören sein wird.

    Du hast von der christlichen Theologie gar überhaupt keine Ahnung, mein Lieber! Bleibt unter Euch in Eurer Selbstschmeichelei. Ich behaupte, dass Du nicht einmal in der Nähe des Neuen Testamentes gewesen bist, geschweige denn darin geblättert.

    Ja, der Mensch ist fast nicht zur bedingungslosen Menschenliebe fähig, das stimmt. War auch Christus bewusst. Reicht Dir ein einziger Mensch, der den Menschen bedingungslos geliebt hat? Ich nenne Dir 2: Jesus Christus und Franz von Assisi. Letzter war Christ durch und durch. Aber Atheisten akzeptieren ein solch dummes und selbstzerstörerisches Verhalten nicht, weil sie es nicht verstehen!

    Ja, nur das Christentum kann wahre Humanisten hervorbringen. Spätestens wenn der persönliche Nutzen (materiell, emotional, sozial) eine Rolle spielt, werden Atheisten Egoisten. Selbstlosigkeit gibt es nur im Neuen Testament, weil er nur dort seine Legitimität findet. Keine andere Religion verbietet Gewalt, Selbstsucht, Stolz und Neid.

    Wenn sich Atheisten über religiöse Grundsätze auslassen, sollten sie zuerst nach der Legitimität suchen und einschlägige Quellen lesen. Kaum ein Atheist, der nicht die Kreuzzüge und die Hexenverbrennungen anführt. Und ich frage Dich, Atheist, wo im Neuen Testament finden diese Gräueltaten ihre Legitimation, ihre Begründung?

    Herrenmensch? Das ist unwürdiger Populismus. Solches höre ich von Typen, die keine Antworten haben. Aber auch Platon erkannte, dass seine Politeia eine Utopie bleiben würde, er hatte Dich wohl gekannt.

    Grundsätzlich ist für Dich, Arnold, jede religiöse Begründung verdächtig, anachronistisch, papistisch, kleinkariert. Du kannst nicht theologisch diskutieren, es fehlt Dir die theologisch, philosophische Substanz. Genauso wenig kann ich mit Dir über Städteplanung reden, ich verstehe nichts davon.

    Ist es nicht anmassend eine Meinung über ein Thema haben zu wollen, ohne sich mit seinem Kern je auseinanderzusetzen?

    Mir wurde vorgeworfen, meine großartigen Vorfahren zu beschämen. Ich stehe allem offen, bleibe auf der Suche und konzentriere mich auf die Wesenhaftigkeit, erreiche etwas und hinterfrage es sofort. Du nicht! Du beharrst auf die unreflektierte dogmatische Pseudoreligion des Atheismus, dessen Sprößlinge der Humanismus und Anthroposophismus Dich fest umarmen.

    Atheisten sind nicht ehrlich, nicht einmal zu sich selbst: Die Beschneidung und das Wohl irgendwelcher Millionen Kinder interessieren Euch nicht. Die Religionen wollt ihr treffen, aber seid zu feige offen darüber zu disputieren.

  20. #120 | Helmut Junge sagt am 3. Januar 2013 um 22:01

    @Demokrit, ich denke, Du solltest mal Seneca lesen. Er war etwa gleicher Geburtsjahrgang von Jesus, und seine Schriften sind älter als die Evangelien.

  21. #121 | Helmut Junge sagt am 3. Januar 2013 um 22:03

    Ach, Demokrit, vielleicht ist auch bei Philon von Alexandrien zu finden.

  22. #123 | Demokrit sagt am 3. Januar 2013 um 22:26

    Danke, Helmut. Philon war ein jüdischer Schriftgelehrte und ich kenne ihn kaum. Ich weiß nur, dass ihn der hebräische Monotheismus überzeugte und insbesondere das Mosaische Deuteronomium.

    Auch weder Seneca noch Philon der Alexandrier sprachen je von der Feindesliebe!

  23. #124 | Demokrit sagt am 3. Januar 2013 um 22:29

    Sowohl Seneca als auch Philon wirkten in der 1. Hälfte des 1. Jh. nach Christus, kann mich aber auch täuschen…ich guck nach…

  24. #125 | Bernhard Kletzenbauer sagt am 4. Januar 2013 um 10:12

    Ulf Dunkel gibt an, daß er sein ausgezeichnetes Gedicht im Affekt schrieb, nachdem er einen Film über Beschneidung sah.
    Bevor er von seinen Parteikollegen kritisiert wird, sollen sich doch alle selbst mal diesen Film ansehen. Ich gehe davon aus, daß dies nicht geschah.

  25. #126 | Polydamidas sagt am 4. Januar 2013 um 20:38

    @ Bernhardt Kletzenbauer, 04.01.2013, 10.12 Uhr
    “nachdem er einen Film über Beschneidung sah.”
    -
    Gibt es in dieser Diskussion ev. einen Hinweis auf diesen Film, ist vielleicht ein Link hinterlegt, den Herr Ulf Dunkel gesehen hatte und er nach Eigenangaben sein Gedicht formulierte?

  26. #127 | Markus sagt am 5. Januar 2013 um 12:30

    Ich möchte noch auf eine sehr informative Webseite hinweisen:

    http://www.thewholenetwork.org/14/post/2011/08/the-many-jews-who-oppose-circumcision.html

    Wenn ich es richtig interpretiere, existierte diese Seite schon von dem Urteil des Kölner Landgerichts.

  27. #128 | Bernhard Kletzenbauer sagt am 5. Januar 2013 um 17:12

    @
    POLYDAMIDAS
    Sorry, in dieser Diskussion hier gibt es den Hinweis wohl nicht.
    Meine Bemerkung bezieht sich auf eine Website des Spiegel. Zitat:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruenen-landtagskandidat-rueckzug-nach-beschneidungsgedicht-a-875217.html

    “…So schrieb er etwa am 11. Dezember, dass sein Gedicht, in dem er von Arschlöchern spricht, im “Affekt” entstanden sei. Er habe seine ersten Eindrücke niedergeschrieben, nachdem er einen Film über Beschneidung gesehen habe und bitte alle Menschen, die sich durch seinen “Wutausbruch” beleidigt fühlten, um Entschuldigung…”

  28. #129 | Polydamidas sagt am 5. Januar 2013 um 23:07

    Danke, Bernhard Kletzenbauer,

    mich hat es weiter interessiert, da ich seit meiner Kindheit die eigene Meinungsbildung verfolge und, soweit es geht, mir ein eigenes und unabhängiges Bild mache, so daß ich eigene Worte in eine Diskussion einbringen kann.

    Nach einer kurzen Recherche fand ich folgendes zum Thema und Film:

    Herr Ulf Dunkel erwähnt in seiner Presseerklärung von 01.01.2013 den Namen des Films, den er sich angeschaut und Grund zur Dichtung gegeben hatte. Er erwähnt ihn mit “It’s a Boy” als Dokumentarfilm eines jüdischen Filmemachers.

    Er schreibt in seiner Presseerklärung u.a.:
    “In der emotionalen Wucht der Diskussion ist es mir leider nicht immer gelungen, die richtigen, maßvollen Worte zu finden. Weil mich der Dokumentarfilm „It’s A Boy!“ eines jüdischen Filmemachers zur Beschneidung sehr stark bewegte, habe ich mich zu einem Wutausbruch und zu einem, wie ich in der Nachschau eingestehen muss, der Sache nicht angemessenen Gedicht hinreißen lassen.”

    Auf der Onlinepräsenz des hpd ‘Humanistischer Pressedienst’ bekommt man weitere Informationen zum Thema und Film. Hier wird selbst der Name des jüdischen Dokumentarfilmers erwähnt. Es ist der jüdische Regisseur Victor Schonfeld, der den Dokumentarfilm über die Peritomé (Zirkumzision), die von zivilisierten Ethnien bereits in der Antike als barbarisch betrachtet wurde, drehte und welcher im Netz zu sehen ist.

    ” Ein “Schandfleck in meinem Leben”

    Der Vater des kleinen Joshua Hawksworth, dessen Beschneidung durch einen Mohel eben noch gezeigt wurde, erscheint im Bild. Er ist aufgelöst und den Tränen nah. Sein Sohn bekam nach der Zirkumzision eine schwere Infektion und liegt nun auf der Intensivstation. Der Vater war in die Prozedur nicht einbezogen worden. Er meint: „Es ist unmoralisch und arrogant, anzunehmen, dass man andere Menschen aus religiösen Gründen schneiden muss.“”

    Hier die Quellen:

    Onlinepräsenz des Ulf Dunkel (Presserklärung zum Gedicht am 1.1.2013)
    http://ulfdunkel.wordpress.com/

    Onlinepräsenz des hpd:
    Kinderrechte – It’s a boy
    http://hpd.de/node/14443

    Ein kurzer Einblick in den Dokumentarfilm ist entgeltfrei, der Film als ganzes jedoch entgeltpflichtig:
    http://www.distrify.com/films/4081-it-s-a-boy

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