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Wahrheitssuche: Ist Xavier Naidoo ein Opfer der Pressehetze?

In ihren Solidaritätsbekundungen zur ESC-Absage des NDR an Xavier Naidoo, wählten die Promis Michael Mittermeier und Till Schweiger den einfachen Weg. Man war sich einig: Die Medien sind an allem Schuld! So schrieb Mittermeier auf Facebook: „Tja, schade dass ein billig initiierter Presse-Shitstorm ausreicht, dass deutschlandweit ein Klima der Hetze entsteht, und der NDR einknickt“ und Schauspieler Til Schweiger legte nach, indem er die kontrovers geführte öffentliche Diskussion als „Terrorismus der so genannten Leitmedien“ abkanzelte. Fast unvermeidbar, dass man sich angesichts dieser Begriffe an „Mainstreammedien“ und „Lügenpresse“ erinnert fühlt. Nun sprang auch noch Herbert Grönemeyer dem Musiker-Kollegen Naidoo bei: „Wir brauchen keine Gesinnungspolizei oder Meinungsüberwachung, sondern hoffentlich 80 Millionen verschiedene Köpfe und Wahrheiten.“ schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Doch an welche Wahrheiten glaubt Xavier Naidoo und welche Medien betreiben Hetze?

Die Vorwürfe gegen Xavier Naidoo sollen angeblich Teil einer Medienhetzkampagne sein. Doch suchte der Sänger im vergangenen Jahr immer wieder die Öffentlichkeit, um seine Thesen, unter anderem zu den Terroranschlägen 9/11, darzulegen. Es muss daher erlaubt sein, Reden und Songtexte, die über weit mehr als „Liebe und Toleranz“ erzählen, zu diskutieren, ohne als „Gesinnungspolizei“ oder „Meinungsüberwacher“ abgewatscht zu werden. Xavier Naidoo sagt, dass er in seinen Texten „bewusst Botschaften verpackt“. Man darf ihn also ernst nehmen.
Wenn seine Botschaft im Hidden Track „Wo sind sie“ lautet, Pädophilen die Arme und die Beine abzuschneiden und sie töten zu wollen, ist das weder mit den demokratischen Grundwerten noch dem deutschen Rechtsstaat (auf den auch pädophile Straftäter Anspruch haben) vereinbar. Wer so drastische Texte veröffentlicht, muss damit rechnen, das Kritiker anmerken, dass martialische Sprüche dieser Art unangenehm an die NPD-Propaganda „Todesstrafe  für Kinderschänder“ erinnern.

In dem Song, mit dem Naidoo angeblich sein eigenes Missbrauchstrauma bewältigen möchte, ist auch die Rede von okkulten Ritualen, bei denen „Kinder und Babies abgeschlachtet werden“. Der erklärende Satz folgt sogleich. Die Täter seien „Teil einer Loge, getarnt unter Anzug und Robe“. Wer so etwas schreibt, muss damit rechnen, wenn man nicht nur an ein persönliches Schicksal, sondern auch an die Fülle dubioser Internet-Beiträge zu angeblich satanistisch-rituellen Kindermorden denkt. Jüdische Freimaurerlogen als Ritualmörder sind ein jahrhundertealter Klassiker antisemitischer Verschwörungstheorien.

In Naidoos Songtexten muss man nicht mühsam zwischen den Zeilen lesen, um seine Ansichten zu den Terroranschläge auf das World Trade Center, die er in dem Song Goldwaagen verpackt hat, zu entdecken. Sie haben eine unübersehbare Ähnlichkeit mit den „Wahrheiten“ der Truther-Bewegung:

Die Atlantikbrücke hat deutsche Politiker gekauft
 Der Verein Atantik-Brücke e.V., der u.a. von der ehemaligen Herausgeberin von Die Zeit Marion Gräfin Dönhoff gegründet wurde, will als überparteiliche Organisation die Beziehungen zwischen Deutschland und den Amerikaner stärken. Doch für Verschwörungstheoretiker und Xavier Naidoo sind die Ziele ganz andere: „Hat die Atlantik-Brücke euch wirklich alle gekauft?“, trällert der Sänger. Er denkt auch, dass Angela Merkel gekauft wurde und kritisiert in dem Lied die Vergabe des Eric-M.-Warburg-Preises an die Kanzlerin als Anerkennung für die Schaffung freundschaftlicher Beziehungen zu den USA und fordert sie auf: „Du solltest dich schämen!“. Der Namensgeber des Preises ist der deutsche Jude Eric M.Warburg. Er musste 1938 vor den Nazis in die USA fliehen – gibt es also wirklich einen Grund, sich für diese Ehrung zu schämen?

Die CIA hat die Anschläge auf das Worldtrade Center geplant Einer der beliebteste Verschwörungstheorie zu 9/11 besagt, dass der Anschlag auf die Twin Tower kein Terrorangriff der Al-Qaida war, sondern vom Geheimdienst CIA und der US-Regierung gesteuert wurde. Auch die Antwort auf die Frage, wie das dritte Gebäude WTC 7 zerstört wurde, steht für Verschwörungstheoretiker fest: Das Gebäude wurde gezielt gesprengt, um wichtige Beweise über die wahren Drahtzieher des Attentats zu vernichten. Naidoo stellt fest: „9/11, London und Madrid – jeder weiß, dass Al Qaida nur die CIA ist“ und reimt weiter „World Trade Center Nummer sieben  – warum ist von dem Gebäude nichts mehr übrig geblieben?“

Koalition der „Wahrheitssucher“

Geheimclubs lenken die Welt
 Wenn Naidoo in seinem YouTube-Gespräch mit den Sons of Libertas und Oliver Janich vielsagend anmerkt, dass Altkanzler Helmut Schmidt bei Bohemian Grove, dem Treffpunkt des elitären US-Clubs „Bohemian Club“ zu Gast war, raunt er gemeinsam mit den Verschwörungstheoretiker, die glauben, dass Mitglieder von Geheimclubs die Geschicke der Welt lenken. Oliver Janisch, der als Referent gemeinsam mit Eva Hermann und Andreas Popp beim esoterisch-verschwörerisch anmutenden Wege in die Freiheit Kongress 2015 eingeladen ist, bezweifelt nicht nur die offiziellen Erklärungen zu 9/11. Er plädiert in dem Gespräch mit Xavier Naidoo für ein seltsames Bündnis: „Alle Regierungen lügen. Die Wahrheitsbewegung, die libertäre Bewegung und die spirituelle Bewegung müssen sich vereinigen.“ 

Janich_Naidoo

Talkrunde: Oliver Janich und Xavier Naidoo; YouTube Video

Naidoo empfiehlt seinen Fans in seinem Lied über Die Wahrheit Janich’s Buch „Die Vereinigten Staaten von Europa – Geheimpläne enthüllen die dunklen Pläne der Elite“. Lest mal nach, so seh‘ ich’s auch!“ Der Autor behauptet darin, dass eine Herrscherklasse die Vereinigten Staaten von Europa nur will, um einen Weltstaat mit einer einzigen Zentralregierung zu erschaffen. Diese Herrscherklasse betreibe „im wahrsten Sinne eine gigantische Gehirnwäsche, damit das Gros der Menschen nicht wahrnimmt, dass sie nur als Sklaven für die wahren Herrscher dieser Welt arbeiten.“ Der einschlägig bekannte Verschwörungsliteratur-Verlag Kopp jubelt über diese Analyse der EU: „Es droht eine Orwell’sche Schreckensvision wie im Buch 1984“. Die Kritik der NDR Redakteurinnen und Redakeure an Naidoos Nominierung für den zweifelsohne fröhlichen, aber auch sehr europäischen Event ESC verwundert angesichts solcher Literatur-Tipps nicht.

Jürgen Elsässer als Gesinnungsgenosse?

Xavier_Naidoo_CompactSicher – jeder kann sich mal irren. Und mancher erliegt zeitweilig der Sogkraft der einfachen Welterklärungsmodelle der Verschwörungstheoretiker. Xavier Naidoo hat sich öffentlich von den Reichsbürgern distanziert und natürlich kann es sein, dass er letztes Jahr ganz spontan auf der Demonstration der Reichsbürgern gelandet ist und nur aus Versehen eine Rede zum angeblich immer noch von Amerika besetzten Deutschland hielt und an anderer Stelle rein zufällig ein T-Shirt mit dem Schriftzug „Freiheit für Deutschland“ trug. Womöglich ist es auch eine Unterstellung, dass das Anheften des schwarz-rote Bändchen der prorussischen Separatisten in der Ukraine auf einer Demo politisches Bewusstsein zeigt – aber geschenkt! Dass Naidoo nur zwei Monate nach seinem Auftritt bei den Reichsbürgern ausgerechnet dem Verschwörungstheoretiker-Papst Jürgen Elsässer (der mit ihm auf derselben Demo auftrat) im rechtspopulistischen Magazin Compact ein Interview zum Thema „Pressehetze“ gibt, lässt einen nachdenken. Elsässer ist selbst ein großer Hetzer – zur Zeit geht es vor allem gegen Flüchtlinge.

Elsässer-Post

Elsässer Soli-Posts

Wenn es Naidoos Kollegen mit ihrer Solidarität ernst meinen, könnten sie – statt die Presse zum Rufmörder abzustempeln – ihn darauf hinweisen, das bestimmte Verschwörungs-theorien politisch gefährlich und nicht selten antisemitisch unterfüttert sind. Mittermeier, Schweiger und Grönemeyer könnten ihm erklären, warum Liedzeilen wie „Ihr wart sehr, sehr böse, steht bepisst in euren Socken. Baron Tothschild gibt den Ton an und er scheißt auf euch Gockel. Der Schmock is’n Fuchs und ihr seid nur Trottel“ nicht nur als lustiges Rapper-Lied, sondern als antisemitisches Gedankengut angesehen werden. Freunde, die es gut mit ihm meinen, würden ihm sagen, dass Oliver Janisch und Jürgen Elsässer keine adäquaten politischen Gesprächspartner sind und ihn zwangsläufig in ihr schlechtes Licht rücken. Til Schweiger macht sich jedoch lieber auf facebook über „wachsame Journalisten“ lustig.

Die Naidoo-Verteidiger könnten ihren kritischen Blick langsam statt ausschliesslich auf die Berichterstattung, auch einmal auf die Gedanken werfen, mit denen der als „christliche Freigeist“ gelobte Xavier Naidoo, spielt. Wie der Bochumer Grönemeyer schreibt: „Solange niemand davon verhetzt, verunglimpft, verletzt oder ausgegrenzt wird, ist das Kultur.“ Die unreflektierte Sicht auf Verschwörungstheorien gehört nicht dazu, denn viel zu oft steht hinter ihnen Diffamierung, Hetze und Verunglimpfung. Sie sind eben keine „Option“, wie Naidoo meint. Um sie kann man nur einen weiten Bogen machen. Wer das nicht schafft, ist kein Presseopfer, sondern muss sich Kritik gefallen lassen.

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47 Kommentare zu “Wahrheitssuche: Ist Xavier Naidoo ein Opfer der Pressehetze?

  • #1
    Sky

    Ich hab mir jetzt zich Berichte durchgelesen und im jeden stehen die selben Argumente. Das es sich hiebei um insgesamt vier Lieder handelt, die von einem Album stammen, dass Xavier mit dem Rapper Kol Savas aufgenommen hat, mag sein das sein Tofall extrem ist und das diese Texte vom Album "Persönlichkeitsspaltung" sehr kontrovers sind und eherlich gesagt schon durch die stark vulgäre Texte, ist es auch nicht meins, aber darum gehts auch nicht.

    Dieser Künstler hat keine Ahnung wieviele Songs geschrieben, mit großartigen Texten, es gehört zu den wenigen populären deutschen Künstlern, die es immer wieder gelingt Menschen abzuholen und ihnen aus der Seele zu sprechen.

    Man muss seine Meinung nicht vertreten und er zwingt die einem auch nicht auf, aber er motiviert zum nachdenken und dazu Dinge zu hinterfragen, nicht die Medien für sich denken zu lassen (wie viele es tun) sondern selber zu recherchieren, sich mit Geschehnissen/Geschichte/Religion auseinander zu setzten und sich zu fragen ist es das was ich wirklich glaube, stimme ich damit überrein, ja oder nein. Wo find ich mich selbst wieder und wo bin ich ganz anderer Ansicht. Und dann auch für diese Ansicht einzustehen, auch wenn es bedeutet gegen den Strom zu schwimmen.

    Xavier lebt seine Ideale und dafür Hut ab, er besitzt die Courage zu anderen Gruppierungen zu gehen und mit ihnen das Gespräch zu suchen, wer sind die Menschen, warum haben sie diese Einstellung, auch wenn er weiß das er dafür verurteilt werden kann.
    Was auch damit zu tun hat, dass er Jesus als Vorbild hat, dieser ist auch auf alle Menschen zu gegangen und hat das Gespräch gesucht und sich nicht von irgentwelchen Vorurteilen blenden lassen.

    Xavier Naidoo hätte uns großartig beim ESC vertreten können, mit vielleicht sogar einem deutschen Song. Aber egal was es für ein Song gewesen wäre, er hätte Tiefe und eine für alle verständliche Botschaft gehabt.

    Und nennt mich auch ruhig Verschwörungstheoretikerin, aber ich glaube genau da ist das Problem gewesen.

    Der ARD hätte wenigstens ein Gespräch mit Xavier suchen können, wo sie ihre Bedenken äußern und er ihnen seinen Ansicht hätte erklären können. Danach hätt man immer noch schauen können ob ja oder nein. Aber diese Möglichkeit wurde Xavier nicht gegeben, stattdessen wurde eine Hetzjagd veranstaltet, immer mit den gleichen Beschuldigungen: Rechts, Homophob, Antisemetisch erhoben und immer die gleichen Besispiele zitiert. Diese Beschuldigung, ich korrigiere mich Abstemplung grenzt an Rufmord und zeigt wiedermal die Einseitige Berichtserstattung der Medien.

  • #2
    Thorsten Stumm

    Danke, für den Text, genau auf den Punkt.

    @Sky
    Du hast aber nun gar nix verstanden…Du bist ein Fan, der einfach sein Gehirn ausschaltet. Das kann nix werden, egal wie lang der Text ist. Lies noch mal den Text über Dir. Da stehen alle Argumente haarklein drin, die Du wortreich einfach ignorierst….unfassbar…..

  • #3
    Jens Koenig

    Man mag Tiefe und Botschaft in Naidoos Texten empfinden. Aber mit dieser Empfindung ist man verführt worden, von Habitus, Hass und Wahn.

  • #4
    Sky

    @Thorsten Stumm

    Ich hab mir den Text durchgelesen und er behinhaltet diese selben Argumente wie zich andere Berichte über Xavier Naidoo mit den selben Beispielen (könnt man sich die Frage stellen, wer von wem abschreibt. Wikipedia lässt grüssen). Aber mehr Inhalt gibt es nicht, wie gesagt es wird aus vier verschiedenen Songs zitiert, es werden nicht seine Erklärungen dazu geschrieben, was seine Inspiration dazu war, zu jedem dieser Songs hat eine ein Erklärung veröffentlicht. Und wenn ich dann noch lese "sein angebliches Missbrauchstrauma bewätigt". Was soll das denn bitte heißen.
    Wieso gibt es in diesen Berichten keine Erwähnung über Xavier Naidoo als Person, seine Geschichte, wieso nicht aus anderen Liedern zitiert, die eine andere Seite von ihm zeigen. Nur als Beispiel wegen dieser Rechtsvorwürfe "Adriano". Wieso wird nicht erwähnt das ein guter Freund von Xavier Naidoo Marek Lieberberg (Jude), der Xavier seit 20 Jahren kennt sich mit den Worten "Unglaubliche Hetze gegen Xavier Naidoo" hinter ihn stellt und versucht ihn von diesen Vorwürfen frei zu sprechen.

    Was dieses Reichsbürgertreffen betrifft:
    https://www.youtube.com/watch?v=d4lr7dpOEq8

    Es gibt nicht mal ein Hinweis auf dieses Video. Den Menschen wird von Medien eine vorgefertigte Meinung eingeflösst und so mehr sie wiederholt wird um so überzeugener wird sie. Wie gesagt, es ist mir zu einseitig. Das nenn ich wirklich Gehirnwäsche.

  • #5
    Jochen Hoff

    Ja, ja ich weiß. Für die Ruhrbarone ist alles was aus den USA kommt die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Bevor ihr gegen den "armen" Xavier loslegtet wusste ich nur, dass seine Lieder von irgendwelchen Fußballprolls gespielt und gesungen wurden. Aber trotzdem große Zustimmung zu dem Artikel an sich.

    Was bei 9/11 wirklich passiert ist werden wir wohl nie erfahren, warum die Entscheidungen der deutschen Politiker und die Meinungsmacher der Systempresse immer gegen die Interessen der Deutschen und vor allem der arbeitenden Bevölkerung gerichtet sind, haben die Nachdenkseiten an denen ich auch viel Kritik habe mit ihrem Artikel über das neue Buch von Bernd Ulrich dem Politikchef der Zeit sehr klar gemacht. http://www.nachdenkseiten.de/?p=28997

    Ulrich sagt selbst über die entsprechenden Organisationen und Konferenzen wie die Atlantik-Brücke und die Bilderberg-Konferenz:

    „Diese Veranstaltungen, von denen nicht berichtet werden darf, haben einen bestimmten Zweck – in der Regel: offiziell die Stärkung der transatlantischen Zusammenarbeit. De facto sind sie auch ein Transmissionsriemen für die amerikanische Denkart in der Außenpolitik, für die je angesagte Politik Washingtons. In diesen Netzwerken wurde in den Jahren der Mittelost-Kriege eine Politik vordiskutiert und rationalisiert, die aus heutiger Sicht als stellenweise durchgeknallt bezeichnet werden muss.

    „Durch dieses journalistische Eingebettetsein hat die außenpolitische Debatte hierzulande zuweilen einen merkwürdigen amerikanischen Akzent, oft gewinnt man beim Lesen den Eindruck, als würde einem in Leitartikeln etwas beigebogen, als gäbe es Argumente hinter den Argumenten, fast glaubt man, eine Souffleur-Stimme zu hören. Das spüren auch jene, die von der Atlantik-Brücke gar nichts wissen, und das macht sie misstrauisch. Insofern sind auch die Journalisten in der Bringschuld, wenn es um einen neuen realistischen und ehrlichen Diskurs in der Außenpolitik geht und darum, Leservertrauen zurückzugewinnen: Sie müssen sich aus diesen Institutionen verabschieden.“

    Das gilt natürlich auch fur die deutschen Politiker. Es wäre schön gewesen wenn die Autorin auf diese aktuelle Entwicklung zumindest am Rande eingegangen wäre.

  • #6
    Thorsten Stumm

    @ Sky
    Mir ist egal was X.N oder Du bei den Texten empfindest oder wodurch sie inspiriert sind. Das ist deine Sache und auch gut so.

    Wer von Baron Totschild singt, verwendet das klassische Bild der jüdischen Weltverschwörung. Findet sich beim letzten deutschen Kaiser als Rechtfertigung des ersten Weltkrieges und in " Mein Kampf" als Begründung für die Auslöschung der europäischen Juden.

    Wer so was singt, und doch wie Jesus fühlt und alle Menschen liebt, beleidigt den sinnlosen Tod von Millionen Juden und handelt expiliziet antisemitisch. So naiv und dumm ist ein auch X.N. nicht.

    Schon mal darüber nachgedacht, wie jüdische Mitbürger das empfinden müssen, wenn ein deutscher Popstar das mal als "Statement der Liebe" so singt ?

    Schau mal auf das Presseecho in Israel, ist im Ruhrpilot verlinkt…Israel ist übrigens Teilnehmer beim ESC…

    Dann Auftritt bei den Reichsbürgern. Selbst wenn er selbst keiner ist, was denkst Du, wie kommt es bei unseren östlichen Nachbarn, die wir im zweiten Weltkrieg sämtlichs mit Tod und Verwüstung überzogen haben, an wenn ein deutscher Popstar bei Leuten auftritt, die das deutsche Reich fortbestehen sehen. Für Polen heisst das ganz konkret, dass weite Teile Polens immer noch als deutsch betrachtet werden. Und das sehen und verstehen die auch so.

    Wenn du das nicht glaubst, besorge Dir jemand der polnisch kann. Im gerade stattgefunden Wahlkampf in Polen, den dort eine konservativ-nationale Partei mit einem expliziten anti-deutschen Zungenschlag geführt hat und gewonnen hat, wurde die Reichsbürgerbewegung mehrfach thematisiert.

    Und nun schau mal auf die Karte wer von unseren östlichen Nachbarn alles am ESC teilnimmt.
    Was denkst du wäre da auf den Pressekonferenzen des ESCund dem Voting passiert ?

    Es kommt nicht von ungefähr das bei der ARD gerade Kollegen die für die Auslandsberichterstattung verantwortlich sind, gegen X.N protestiert haben.

    Gegen den das, was da in der Auslandspresse los gewesen wäre, ist die Auseinandersetzung hier harmlos.

    Eine Meinung zu haben ist auch X.N zum Glück absolut erlaubt…nur muss er wie jeder Mensch seine Meinung auch verantworten. Und da gibt er ein jämmerliches Bild ab. So wie seine Unterstützer.

    Und dies alles disqualifiziert ihn als Vertreter Deutschlands beim ESC. Niemand bestreitet ihm das Recht weiter seinen Scheiss ( meine Meinungsfreiheit) von jeder Bühne zu singen, jedem Magazin Interviews zu geben oder auf jede krude Demo zu gehen.

  • #7
    JackFou

    @Sky der Mann hat halt auch nicht erst seit gestern einen an der Waffel:

    http://www.musikexpress.de/xavier-naidoo-im-interview-ich-bin-ein-rassist-aber-ohne-ansehen-der-hautfarbe-150829/

    Christlicher Fundamentalist, das ist er.

    Ob Xavier ein toller Sänger ist, ist irrelevant, da es in der Debatte nicht um seine musikalischen Qualitäten geht. Ob er privat ein ganz lieber ist, ist auch irrelevant, da er leider die lästige Angewohnheit hat, Verschwörungsunsinn, rechte Propaganda und anderen Murks abzusondern, sobald ihm jemand ein Mikrofon vor die Nase hält.
    Ich bin auch fest davon überzeugt, dass er selbst der Meinung ist es sei weder Verschwörungsunsinn noch rechte Propaganda, was er da von sich gibt – das macht es aber nicht besser. Die AfD oder Lutz Bachmann behaupten auch von sich selbst nicht rechts zu sein.

    Es gibt übrigens mehr Texte als bloss dieses eine Album mit Kool Savas.
    Die Söhne Mannheims haben auch schon über Haarp und Chemtrails gesungen. Die Nummer mit "Die Wahrheit™" wurde ja ja auch schon im obigen Artikel behandelt… Das ganze hat leider System.

  • #8
    Andreas Seier

    Oh, ein Video von staatenlosinfo als Gegenbeweis. Das überzeugt mich natürlich. Sky, Sie tun mir einfach nur leid.

  • #9
  • #10
    Klaus Lohmann

    @Sky #4:
    Weil ein paar vollstracke Reichsbürger *heute* in einem selbstgedrehten YT-Video erzählen, da wären ja auch ein paar "Andere" dabei gewesen und deshalb wäre das keine Reichsbürger-Demo gewesen, sondern eine "Staatenlos.info-Veranstaltung", war Naidoo also nicht dabei? Und das soll auch dann auch noch ein "Beweis!!" sein????

    Sorry, aber euch sollte man sofort die Drogen und den Alk wegnehmen.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @#5 Jochen Hoff: Dass ihr linken Hirnverschwurbler schön bequem auf den Aluhut-Trail aufspringt, wenn man dabei die USA und sowie den Weltkapitalismus ankacken kann, wundert nicht und ist intellektuell ziemlich arm.

  • #12
    Rambow

    Lieber Sky,

    nur kurz zwei Anmerkungen: Ich gebe Ihnen ja fast noch recht, wenn Sie kritisieren, dass hier Songs von Naidoo als Argumente herangezogen werden, da es sich wohlwollend betrachtet um Kunst handeln könnte, die verschiedene Interpretationen zulässt und mit besonderen Maßstäben gemessen werden muss. So wäre vielleicht das Argument zu entkräften, Naidoo fordere Folter und Todesstrafe für Pädophile. Das mag noch durch die Kunstfreiheit gedeckt sein.
    Der Rest sind aber Argumente, die dich auf Interviews, und Gespräche beziehen. Hier greift das Argument der Kunstfreiheit nicht. Hier muss man davon ausgehen, dass Naidoo seine politischen Ansichten direkt zum Ausdruck bringt. Und da ist ganz offensichtlich, dass er als Vertreter Deutschlands nicht ansatzweise tragbar ist, da er mehrfach (und das ist wichtig) deutlich gemacht hat, dass er Deutschland für nicht souverän hält. Da muss man er sich auch fragen lassen, warum er denn diesen Staat, den er offensichtlich nicht anerkennt überhaupt vertreten will.
    Des Weiteren schreiben Sie, Naidoo rege durch seine Texte dazu an, sich kritisch mit Politik und Geschichte auseinanderzusetzen und nicht die Medien für sich denken zu lassen. Der erste Teil dieser Aussage mag vielleicht sogar noch richtig sein, der zweite Teil ist kompletter Unsinn. Sehr viele Medien tun nämlich nichts anderes, als zur kritischen Auseinandersetzung mit Themen anzuregen. Es ist ein verschwörungstheoretischer Unsinn, anzunehmen, Medien würden den Menschen irgendeine Meinung aufoktroyieren wollen. Diese Vorstellung, die Sie da teilen, ist eine Vorstellung, die einzig und allein bei den Konsumenten der Medien entsteht. Die seriösen Medien liefern lediglich Fakten, Deutungsansätze und Meinungen, die der selbstbewusste Konsument für seine Meinungsbildung nutzen soll. Einen letztgültigen Wahrheitsanspruch vertreten sie nicht. Wer von "Lügenpresse" und "Mainstreammedien" redet, sagt damit niemals etwas über die Medien aus, sondern nur über seine eigene Medieninkompetenz. Dazu gehört jetzt seit neuestem leider auch Herbert Grönemeyer.

  • #13
    Deutschlandkritiker

    @ Sky: "Wieso wird nicht erwähnt das (sic) ein guter Freund von Xavier Naidoo Marek Liebermann (Jude) (…)" – Wie lange haben Sie die uralte Strategie, sich mittels vermeintlich oder tatsächlich jüdischer Kronzeug_innen gegenüber Kritik zu immunisieren, inhalieren müssen, bis Sie in der Lage waren, sie derart perfekt zu reproduzieren?

  • #14
    John Matrix

    Wenn man ‚Fan‘ ist, dreht man es sich so hin, wie man es halt gerade braucht.

    Fakt ist, Naidoo hat auch in anderen Songtexten und in mehreren Interviews seit längerer Zeit immer wieder bewiesen, welches Geistes Kind er ist. Auch viele seiner vermeintlich harmlosen Lyrics sprühen nicht vor Intelligenz, Liebe und Toleranz, sondern Esoterik, evangelikalem Fundamentalismus und selbst zusammengereimten Pseudo-Sekten-Christentum. Frisösen-Pop-Soul halt.

    Und wie kann jemand, der mit Brothers Keepers mal einen drastischen Song gegen rechte Gewalt, Fremdenhass und Rassismus gemacht hat, solche Aussagen tätigen wie: ‚ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe‘ und jetzt auf NPD oder Reichsbürger zugehen wollen? In welch dummen Querfront-Zeiten leben wir eigentlich?

    Und seinen prominenten Befürwortern sei gesagt: Ihr wollt immer so moralische Instanzen sein. Ihr wollt mit den Mitteln des Kabaretts intelligent über gesellschaftliche Phänomene philosophieren. Ihr wollt als Opinion Leader, als Vorbilder gelten. Ihr wollt Flüchtlingsheime bauen. Ihr ‚kotzt‘ bei PEGIDA- / AFD-typischen Facebook Hetz-Kommentaren. Ihr mahnt die Gesellschaft immer an wachsam zu sein gegen jede Form, jeden Anfang von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Und jetzt wollt ihr allen Ernstes behaupten, wir seien der ‚Mob‘, die ‚Hetzkampagne‘ gegen einen unschuldigen Sängerknaben, der das Beste sei, was diesem Land (das seiner Meinung nach nicht existiere) passieren könne?

    Noch mehr Angst, als vor dem Terrorismus, habe ich aktuell vor der Dummheit, die auf dem Vormarsch ist.

  • #15
    Jochen Hoff

    #11 Klaus Lohmann sätzen sä sech sä send albern.

    Aber nun mal Spaß beiseite Lohmännchen. Ich bin es leid mich von ihnen ständig grundlos beleidigen zu lassen, auch wenn ich es mir damit erkläre, dass es bei Ihnen vermutlich eine neurotische Störung ist.

    Es gibt zwei Möglichkeiten. Sie beleidigen mich einmal von Angesicht zu Angesicht aber dafür fehlt ihnen der Mut.

    Ergo geh wir bei der nächsten Beleidigung vor Gericht. Ich verstehe die Ruhrbarone übrigens nicht, dass sie solche unsinnigen Kommentare wie den ihrigen durchgehen lassen.

  • #16
    Klaus Lohmann

    @#15 Jochen Hoff: Wenn man nix mehr zu sagen hat, geht man halt vor Gericht und beklagt sein Leid.

  • #17
  • #18
    Ulrike Maerkel Beitragsautor

    #4 @Sky
    Ich habe nicht von Wikipedia abgeschrieben, sondern von Xavier Naidoos Originaltexten. Die Sache mit der eigenen Missbrauchserfahrung hat Naidoo selbst in einem Gespräch erwähnt, als er zu seinem Pädophilen-Song befragt wurde.

    Mehrere YouTube Videos (mit Ton) vom 3.10.2014 zeigen zwei Reden von Naidoo, u.a. auf der Reichsbürger-Demo. Wörtlich sagt er: "Spätestens seit dem September 2001 … das war der Warnschuss. Wer das als Wahrheit hingenommen hat, was da erzählt wurde, hat einen Schleier vor den Augen."
    Vor sieben Tagen hat er das ähnlich noch einmal im Stern-Interview wiederholt. Auch zur Behauptung, dass Deutschland sei immer noch besetzt sei und weder Friedensvertrag noch Verfassung habe, sagt Naidoo: "Nein, es ist keine Verschwörungstheorie." Also kann man ihm doch endlich mal glauben, was er wiederholt öffentlich sagt, ohne der Hetze bezichtigt zu werden.
    http://www.stern.de/kultur/musik/xavier-naidoo-im-interview—deutschland-ist-kein-souveraenes-land–6564592.html

  • #19
    Ulrike Maerkel Beitragsautor

    #5 @ Jochen Hoff
    Die NachDenkSeiten sind nun nicht gerade eine Referenz zur Widerlegung von angeblich ungerechtfertigten als Verschwörungstheorie-Vorwürfen. Im Gegenteil – sie tragen selber welche in die Welt : Zum Beispiel nimmt man dort aktuell zu dem Attentat auf Charlie Hebdo Stellung. In einem Interview sagt der unter Verschwörungstheoretiker sehr beliebte Daniele Ganser zu den Attentaten: "Wir wissen derzeit nicht, was wirklich in Paris passiert ist. Die Massenmedien erklären zwar seit Tagen, es sei sicher und erwiesen, dass der Anschlag durch radikale Islamisten durchgeführt worden sei. Das stimmt aber nicht."

    Und Konrad Schuhler unterstellt unter der Überschrift "Die Terror-Manipulation" eine "Konstruktion eines Terror-Aktes, mit dem die islamische Minderheit belastet werden sollte" und "ein Manöver übler islamfeindlicher Propaganda, ein Paradebeispiel gelungener Massen-Manipulation." Hmmm, riecht doch richtig lecker nach Verschwörung.

    Siehe zu NachDenkSeiten auch diesen Artikel in der taz http://www.taz.de/!5016893/

  • #20
  • #21
    Jochen Hoff

    #19 Ulrike Maerkel

    Entschuldigung ich entnahm das Zitat betreffend der Atlantikbrücke zwar den Nachdenkseiten, merkte meine Zweifel an den Nachdenkseiten und gab ihnen den Kommentar des Zeitpoltikchefs der ihrer Wertung der Atlantikbrücke und ähnlicher Organisationen diametral entgegen steht. Warum sie mir dann die Fehler oder die vermeintlichen Fehler der Nachdenkseiten ankreiden wollen entzieht sich meiner Kenntnis. Es sei denn sie könnten nicht zugeben, dass sie einfach nur Werbung für die USA machen wollten.

    #20 André

    Ich weiß, man darf euch nicht kritisieren. Es ist nur seltsam dass du wie der andere Kotzbrocken immer nur beleidigend sein können. Ich verbuches einfach darunter, dass ihr nicht intelligent genug seid um zu widerlegen.

  • #22
    André

    @Jochen Hoff

    Deine menschenverachtende Primitivität ist leicht zu widerlegen:
    http://duckhome.net/tb/archives/12525-Guido-Westerwelle-hat-Leukaemie-ja-und.html

  • #23
    André

    Sollte heissen:

    @ Jochen Hoff
    Deine menschenverachtende Primitivität ist leicht zu belegen:
    http://duckhome.net/tb/archives/12525-Guido-Westerwelle-hat-Leukaemie-ja-und.html

  • #24
    Typ

    "Ergo geh wir bei der nächsten Beleidigung vor Gericht."
    Pluralis majestatis? Ein Erzählperspektivwechsel in nur 3 Zeilen bei einem subjektiven Kommentar deutet auf eine Persönlichkeitsstörung hin.
    Der Hang, sich grundsätzlich als Spielball Anderer zu betrachten ebenfalls (Opferrolle).
    Der Hang, Beleidigungen anstatt Argumente zu bringen hingegen ist einfach nur schlechter Diskussionsstil.

    Relevant:
    https://xkcd.com/1357/

  • #25
    Struppi

    Hier – im Artikel und den Kommentaren – werden so viele Menschen verunglimpft und versucht jegliche Meinung, die nicht der eigenen entspricht, als Minderwertig oder "Verschwörungstheorie" zu entkräften, das man den Eindruck bekommt die Autoren akzeptieren nur ihre eigene Meinung als die einzige totale Wahrheit.

    Das dann die Teilnahme an einem Gesangeswettberwerb zu so einem Popanz aufgebauscht wird, zeigt was dahinter steht. Hier geht es darum Macht zu demonstrieren, die Macht über andere .

    Diese Art des Gesinnungsterror der kleinste Verfehlungen der Meinung auf das härteste bestraft ist ein Teil unserer Geschichte. Der immer häufiger praktiziert wird.

    Auf wiedersehen Freiheit, es war eine schöne Zeit.

  • #26
    Typ

    Och Struppi, Mäuschen… Andere Menschen dürfen eine andere Meinung haben? Echt ärgerlich. Verdammter Gesinnungsterror aber auch.
    Merkt ihr’s noch?

  • #27
    Struppi

    Ja Typchen, ich merke noch was.

    Ich muss auch keine kruden Erklärungen finden warum jemand nicht an einem Gesangswettbewerb teilnehmen darf.
    Seit wann ist der ESC den in deinen Augen eine politische Plattform geworden? Müssen in Zukunft alle Teilnehmer ihre Gesinnung einem Gremium offen legen? Welche Gesinnungen sind dort erlaubt? Welche verboten?

    Ich vermnute du merkst es selbst nicht mal, was ihr da fordert.

  • #28
    Stefan Laurin

    @Struppi: Zumindest sollten sie die Existenz des Landes nicht anzweifeln, für dass sie antreten. Sonst wird es schon arg lächerlich. Und nein, Deutschland ist keine GmbH 🙂

  • #29
  • #30
    Sascha

    @Struppi: Der ESC war schon immer ein politischer Wettbewerb. Er wurde 1956 gegründet, um die Völkerverständigung in Europa mittels Musik zu fördern, er war 1982 in der friedensbewegten Zeit so politisch, dass Nicole gewinnen konnte, er war 1999 mit Dana International genauso politisch wie 1992 mit Toto Cutugno und "Insieme: 1992" als auch 2014 mit Conchita Wurst. Die Abstimmung in der Jury war immer auch von Politik geprägt und der ESC hatte so eine wichtige Propaganda-Wirkung im Ostblock, dass die SU sich genötigt sah, einen eigenen Wettbewerb zu machen.

  • #31
    Mit-Leser

    Schon verrückt, wie sehr dieser Naidoo und sein Beinahe-Auftritt bei dieser dämlichen ESC-Veranstaltung die Republik in Wallung bringt. Klar: Was er in Interviews, Songs und YouTube-Videos von sich gegeben hat, ist grandioser Bullshit. Aber mal ehrlich: Was glaubt ihr, welcher Höllenschlund an Bullshit sich erst öffnen würde, wenn man all die anderen Barden aus den gefühlt tausend anderen Teilnehmerländern zu ihrer "politischen" "Meinung" befragen würde? Oder was wohl herauskommen würde, wenn wir Peter Maffay und die Kastelruter Spatzen zur Leitzinspolitik der EZB oder zur Begrünung von Kreisverkehren befragen würden?

    Ich weiß: Haltung beziehen, #Hashtags und so sind toll. Aber letztendlich ging es nur um einen Typen aus Mannheim und einen behämmerten Schlagerwettbewerb. 😉

  • #32
    Klaus Lohmann

    @Mit-Leser: Keine Ahnung, was vollhohle Unterhaltungs-Krösusse so alles verbal unter sich lassen, wenn man sie zu Nicht-Showbizz-Themen befragt.

    Ich weiß allerdings, dass eine öff.-rechtliche, von unseren Steuern finanzierte und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtete Rundfunkanstalt namens NDR ziemlich autokratisch eine bislang unwidersprochene Sympathie und Gesinnung akzeptiert hat, die z.B. vor einem Jahr zur Suspendierung eines Dortmunder Polizisten führte (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/polizei-dortmund-suspendiert-beamten-wegen-mutmasslich-rechter-gesinnung-a-1004968.html) und woanders mit Gewalttaten begleitet wird (http://dradiowissen.de/beitrag/kleinstadt-bitterfeld-sachsen-anhalt-eskaliert-neonazi-gewalt).

    Das ist dann etwas grundsätzlich anderes wie "nur" Mannheim oder Schlagerfuzzi-Partys.

  • #33
    Mit-Leser

    @Lohmann: Keine Frage. Der NDR hat mit dem Mannheimer keine gute Wahl getroffen. Aber die hatten auch schon mal Eva Herrmann auf der Lohnliste. 😉 Und was meinen Sie, was passiert wäre, wenn man früher die feuchtfröhlichen Interpreten aus dem Musikantenstadl auf Twitter, YouTube & Co. losgelassen hätte?

    Ich will damit Naidoo keinen Freibrief ausstellen. Mir geht es nur darum dem Gedudel keine zu große Wichtigkeit einzuräumen. Ist doch gut, dass jetzt wieder alles geklärt ist. Auf zum nächsten Tagesordnungspunkt! 😉

  • #34
    Dennis

    Es ist nicht verboten in Deutschland eine Meinung zu haben. Es ist erwünscht. Es ist auch erwünscht sie zu äußern. Die Umstände des World Trade Centers, insbesondere die Thematik um den Einsturz des von Einschlägen unberührten Gebäudes, wird von Ingenieuren weltweit kontrovers diskutiert. Tendenziell sind die Erkenntnisse eher auf der Seite der "Verschwörungstheoretiker". Und das auch bei amerikanischen Gutachten. Darüber darf man sicherlich öffentlich diskutieren. Man kann – als politischer Laie – auch konstatieren, dass Deutschland kein souveräner Staat sei und sich dabei auf Skandale wie den NSA Skandal beziehen. Besonders souverän erschien Deutschland nun wirklich nicht. All das kann man machen, ohne Gefahr zu laufen, ein Feind dieser Verfassung zu sein. Denn wenn all das nicht möglich wäre, dann wäre ich und jeder einzelne Ruhrbaron mit Sicherheit schon an einer Dosis staatlich verordnetem Gift planmäßig verstorben.

    Der Umgang mit der Person Xavier Naidoo war und ist verabscheuungswürdig und hat mit Journalismus nichts zu tun. Die journalistische Erläuterung und Einordung Naidoos kruder Thesen zur Deutschland GmbH waren angebracht. Ihn völlig grundlos und nachweisbar Wahrheitswidrig als schwulenfeindlich, rechtspopulistisch und volksverhetzend zu stilisieren ist ein Kunstfehler unserer Medienlandschaft, die genau das fördert, was sie eigentlich entlarven soll: Propaganda. Gegen was und wen auch immer. Der hier vorgetragene Beitrag bemüht sich zumindest um Relativierung, was aber unnötig erscheint. Die Meinung der Redaktion ist ja deutlich geworden. Und das ist – wie oben angesprochen- ja auch gut so. Obwohl ich ein Fan und Leser der ersten Stunde der Ruhrbarone bin, muss ich leider sagen, dass die "Xavier Nummer" nicht zur journalistischen Sternstunde dieser Publikation gehört.

  • #35
    Alreech

    Das es dem NDR zuviel Arbeit ist zu prüfen ob ein Künstler eventuell eine negative Reaktion auslöst (für die 230 Euro Beiträge im Jahr kann man so etwas ja nicht verlangen) können wir ja richtig froh sein das Xavier Naidoo und nicht die bösen Onkelz – oder Freiwild – nominiert worden sind.

    Wobei Freiwild weniger dummes Zeug abgelassen haben als der Sohn Mannheims, und kein Künstler sich mit ihnen solidarisiert hat… aber als Ausländische Band…

    Die Beschimpfung der kritischen Zuschauer als Extremisten des Guten durch Jan Feddersen ist auch nicht besonders nett, vor allem weil es eben nicht die Zuschauerreaktion war die zur Absage der ESC Teilnahme geführt hat (glaubt jemand ernsthaft, der NDR schert sich um das was der Zuschauer will) sondern ein Brandbrief von Beschäftigten der ARD und des NDR.
    Sollte Jan Feddersen das gewusst haben, dann ist die Zuschauerbeschimpfung sogar eine bodenlose Frechheit, für die eine Programmbeschwerde angebracht ist.

    Man sollte aber nicht glauben das es ohne Xavier Naidoo keine Verschwörungstheorien in den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt.
    Die satanische Pädophilenverschwörung hat es z.B. schon in einen Tatort namens Abschaum geschafft, bei denen die öffentlich-rechtlichen Autoren ihren Gewalt- und Selbstjustizphantasien ausleben konnten.
    Nachdem die die Täter von der Justiz nicht bestraft werden richtet ein ehemaliger KSK Soldat sie hin. Dürfte auch Til Schweiger gefallen. Hätte ein Privatsender auf diese Art Selbstjustiz propagiert wären die Landesmedienanstalten eingeschritten, aber die öffentlich-rechtlichen haben ja das Privileg das sie dieser Kontrolle nicht unterworfen sind.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Abschaum
    Beweise für die Existenz von satanischen Kinderschänderkulten gibt es keine, aber es gibt Menschen die wegen solcher Vorwürfe unschuldig in den Knast gewandert sind, auch in Deutschland.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wormser_Prozesse

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  • #37
    Klaus Lohmann

    @Mit-Leser: Eva Herman "bewirbt" sich z.Zt. ja um Pegiden-Chefjobs oder AfD-Funktionärspöstchen: http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/eva-herman-schreibt-gewagten-aufsatz-ueber-die-fluechtlingskrise-6427244.html

    Insofern hat der NDR-Schlagerstadl-Sektor nur seinen "Neuland"-IQ-Test stumpf-konsequent vergeigt und es wäre sicher besser, wenn man das ganz schnell von der offenen Bühne der Medien wieder runterholt. Geht aber jetzt nicht mehr, weil es OnTop-Thema ist, wie Jemand, der sich am äußersten rechten Rand die Pelle schubbert, damit dann auch noch satt Kohle scheffelt.

  • #38
    Thorsten Stumm

    @Dennis
    Danke für deine Lanze für die Meinungsfreiheit. Bei dem Rest irrst du leider völlig.
    Wir haben keine Redaktion. Jeder von uns Ruhrbaronen hat seine eigene Meinung und schreibt die auch.

    Völlig grundlos und wahrheitswidrig ?
    Nicht dein Ernst. Artikel oben gelesen ?

    Baron Totschild ist also keine antisemitische Äusserung ?
    Bei den Reichsbügern aufzutreten, ist keine fragwürdige Aktion ?

    Das dies nicht verboten ist und X.N das sagen oder singen darf, ist gut so.

    Aber es ist bezeichnend, dass niemand der Freunde und Verteidiger von X.N auch nur eine Sekunde auf die vorgebrachten Argumente eingeht. Du ja auch nicht…..

  • #39
    Deutschlandkritiker

    @ Dennis: Können Sie die Forschungskontroversen unter vermeintlichen Experten belegen? Auf welche empirische Basis stützen Sie sich, wenn Sie behaupten, Ingenieure schlügen sich auf irgend eine Seite? Gibt´s dazu Publikationen – jenseits des Kopp-Verlags und der Youtube-Uni?

  • #40
    Roberta

    Ereignisse, die mediale Aufmerksamkeit finden, entwickeln oft eine bestimmte Dynamik. Man kann natürlich darüber streiten, in wie wiet das jeweils angemessen ist. im Falle von Xavier Naidoo gibt es aber schließlich einen wahren Kern, bwsonders antisemitische Äußerungen fallen nicht unter "Spinnerei". Da finde ich, gibt es keine Diskussion. VTs – da kann man dan streiten, welche Bedeutunge man dem beimisst, könnte man noch unter besagte Spinnerei fallen lassen,schließlich haben wir Meinungsfreiheit, zu der auch Spinnen dürfen gehört. Die Frage ist aber, ob ausgerechnet jemand, der sich antisemitisch äußert Deutschland auf einem zwar eher banalen aber eben doch sehr stark wahrgenommenen Ereignis vertreten soll, wenn er obendrein auch auch noch die genannten kruden Theorien verbreitet? Dafür Argumente zu finden ist schon ziemlich schwer. Naidoo hätte sich ja distanzieren können, als Kritik aufkam…..

  • #41
  • #42
    Thorsten Lux

    Pro oder Kontra Xaver Naidoo?
    Ist Xavier Naidoo antisemitisch eingestellt?
    Ist Xavier Naidoo homophob eingestellt?
    Ist Xavier Naidoo rechtspopulistisch eingestellt?

    Das sind die Fragen die derzeit durc h die Medien geistern.
    Und sicherlich wäre es interessant und notwendig solche Themen zu diskutieren. Denn Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist ein weit verbreitetes Problem.
    Das aber auf die Person Xavier Naidoo herunterzubrechen scheint mir kontraproduktiv bis schädlich. Weshalb macht sich da in Zustimmung oder Ablehnung solch ein Personenkult an Xavier Naidoo fest? Was soll das?

    Soweit ich lesen konnte hat irgendwer befunden, dass Xavier Naidoo offenbar der "beste deutschsprachige Musiker" sei. Dann aht man wie ich lese Xavier Naidoo "überredet" am ESC teilzunehmen.

    Warum? Damit "wir" sagen können "wir haben den ESC gewonnen"? So wie "wir" Papst wurden, "wir" Weltmeister wurden usw.?

    Ich entsinne mich dass der ESC einmal willkommenes Mittel für noch unbekanntere Künstler war in Vorentscheiden und dem letztlichen Wettbewerb ihr künstlerisches Schaffen einem breiteren Publikum vorzustellen. Davon habe ich diesmal nichts feststellen können – man korrigiere mich falls ich mich irre.

    Stattdessen diskutieren wir allen Ernstes über die Person des Xavier Naidoo?

    Also bitte: Xavier Naidoo ist sicherlich nicht der König der Musik – nicht einmal der deutschsprachigen Musik.

    Insofern ruft das ganze Getue in mir den Eindruck hervor, dass alle Beteiligten einer Nebelkerze aufsitzen und sich polarisieren lassen, ohne dass die dabei vergeudete Energie in irgendeiner Hinsicht konstruktiv genutzt wird.

    Denn was nutzt es Xavier Naidoos Musik besonders toll, oder besonders scheiße zu finden? Gesellschaftlich bringt das nichts, es bringt auch niemandem die Chance seine Werke bekannter zu machen, denn der ist wahrlich bekannt genug. Und die inhaltliche Debatte über Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verschwindet ebenso hinter der Diskussion ob man Xavier Naidoo nun toll findet oder nicht, ob man ihn glaubwürdig findet oder nicht, usw. usf.

  • #43
    Klaus Lohmann

    @Thorsten Lux: "Weshalb macht sich da in Zustimmung oder Ablehnung solch ein Personenkult an Xavier Naidoo fest? "

    Ganz einfach – weil er sich mit antisemitischen, homophoben und rechtspopulistischen Äußerungen in die Öffentlichkeit begibt, um seine Popularität zu steigern. Der braucht keinen ESC mehr, um demnächst den Wahlkampfsong der AfD zu produzieren.

  • #44
  • #45
    Thorsten Lux

    @Klaus Lohmann

    "Der braucht keinen ESC mehr, um demnächst den Wahlkampfsong der AfD zu produzieren."

    Und würde er das tun, müssten wir hier sicherlich nicht mehr darüber diskutieren, ob er nun Hetze in seine Songs packen wollte, oder ob das Blödheit war, oder ob man das relativieren könnte, oder ob man ihn und seine Aussagen kritisieren darf, obwohl ihn doch irgendein Programmchar offebar für die Krönung deutschsprachiger Musik hält.

    Wir müssten uns auch nicht darüber unterhalten welcher Promi diese Kritik für unangemessen hält, weil "Xavier Naidoo doch so ein netter Mensch ist".

    Wir bräuchten auch nicht über Xavier Naidoo diskutieren wenn es eigentlich darum geht die Vitalität deutschsprachiger Musikkünstler im Länderübergreifenden Vergleich miteinander in Wettberwerb treten zu lassen.

    Wir müssten auch nicht noch ein paar Jahrzehnte über rechtsextremistischen Terrorismus reden als ginge uns das nicht an, während sich Politiker davor drücken etwas dagegen zu tun und sich stattdessen in Medien schlicht "von jeglicher Art von Extremismus" distanzieren um nichts tun zu müssen und jedem "Wohnzimmerbürger" zu vermitteln, dass man rein gar nichts tun müsse, wenn man sich selbst nicht gerade als Extremisten definiert.

    So einfach ist das aber nicht: dazu brauche ich keine NSU bemühen, muss nicht in Dresden wohnen oder sonst etwas. Ich lebe in dieser Gesellschaft und meine Kinder leben in dieser Gesellschaft und wenn ich mir über Gebühr Gedanken machen muss, dass meine Kinder vor der Türe von Nazis angefallen werden, oder von Nazis mit deren Hass und Hetze belästigt werden, dann ist da etwas ganz gewaltig schief gelaufen.
    Die Eltern in diesem Lande haben eine Verantwortung dafür, dass ihre Kinder zu konstruktiven Bestandteilen unserer Gesellschaft werden. Sie haben aber auch eine Mitverantwortung, dass diese Gesellschaft ein menschenwürdiges und unverhetztes Leben ermöglicht.

    Damit bin ich mächtig in Text geraten und habe das Thema Naidoo und das Thema ESC erweitert, aber ich denke genau darum geht es: In welcher Gesellschaft leben wir, in welcher Gesellschaft wollen wir leben und was ist notwendig um zu einer solchen Gesellschaft zu kommen.

    Und mal ehrlich: wenn sich solche Texte wie angesprochen verkaufen, dann weisst das auf einige Probleme hin, die weit darüber hinausgehen als die Diskussion wer zum ESC geht, ob man Naidoo kritisieren darf oder nicht kritisieren darf, ob man die Art und Weise kritisieren darf wie da jemand für einen "Entscheid" gekürt wird, ob man die Art und Weise von Kritik kritisieren kann oder soll…

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