34

70 Tote durch Heilpraktiker: „Frau Steffens schweigt zu den Vorfällen und lässt die betroffenen Angehörigen alleine“

Barbara Steffens Foto: Grüne NRW Lizenz: CC BY-SA 2.0
Barbara Steffens (Quelle: Wikipedia.de)

Barbara Steffens  Foto: B90/Grüne – NRW Lizenz: CC BY-SA 2.0


In 70 Todesfällen ermittelt die Staatsanwaltschaft Krefeld
im Zusammenhang mit einem von Heilpraktikern betriebenen Alternativen Krebszentrums in Brüggen. 70 Tote – und NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens schweigt.

Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) schätzt Heilpraktiker, Dass sie im Vergleich zu Ärzten über kaum mehr als eine Schmalspurausbildung verfügen, die nahezu jeder antreten kann, stört Steffens nicht. Bei der Eröffnung des Heilpraktikertages 2001 sagte die  Ministerin: „Die Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker mit ihrer Orientierung auf Naturheilkunde haben ihren festen Platz in unserem Gesundheitssystem. Es gibt in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz für diesen Beruf. Vor allem dort, wo die Schulmedizin an Grenzen stößt, beweist die Naturheilkunde ihre Stärke“ An die Grenzen stößt die medizinische Wissenschaft, schon der Verwendung des Begriffes Schulmedizin zeigt Steffens Inkompetenz, oft bei Krebs und in ihrer Verzweiflung wenden sich Patienten dann auch an Heilpraktiker. In Brüggen starben nun in einem Alternativen Krebszentrum mutmasslich 70 Menschen durch die Behandlung eines Heilpraktikers. Die dürfen in Deutschland ohne geregelte Ausbildung und Kontrolle quacksalbern, was in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, aus denen viele Patienten des Zentrums kamen, so nicht möglich ist.

Doch obwohl Brüggen mit 70 Toten einer der größten Skandale im medizinischen Umfeld der vergangenen Jahre ist, schweigt die grüne Ministerin. Die FDP-Landtagsabgeordnete Susannen Schneider greift Steffens deswegen scharf an: „Ich bin auch von Gesundheitsministerin Steffens sehr enttäuscht. Frau Steffens schweigt zu den Vorfällen und lässt die betroffenen Angehörigen alleine. Statt einer öffentlichen Stellungnahme der Ministerin kommt vom Gesundheitsministerium nur eine interne Verwaltungsinformation an die Gesundheitsämter. Fühlt sie sich etwa als bekennende Anhängerin von Homöopathie und alternativer Medizin selbst in Frage gestellt?“ Für Schneider ist Brüggen ein besonders schlimmes Beispiel für die Fehlentwicklungen im Heilpraktikerwesen: „Schwer kranke Menschen begeben sich in die Hände von Therapeuten, die mitunter zweifelhafte Qualifikationen haben und verzichten dabei auf die eigentlich notwendige schulmedizinische Behandlung.“

 

 

 

 

RuhrBarone-Logo

34 Kommentare zu “70 Tote durch Heilpraktiker: „Frau Steffens schweigt zu den Vorfällen und lässt die betroffenen Angehörigen alleine“

  • #1
    Moritz

    Das Heilpraktiker-Problem gehört auch nach meinem Empfinden aufs Tapet gebracht.
    Ich hatte in einem vorherigen Artikel zum Anschlag von Ansbach schon erwähnt, dass Heilpraktiker weiterhin auch "psychotherapeutisch" tätig sein dürfen oder nicht geschützte Berufsbezeichnungen wie "psychologischer Berater" nutzen, um Professionalität vorzutäuschen. Es sollte – zumindest für jemanden mit wissenschaftlicher Ausbildung – völlig inakzeptabel sein, solche Missstände zu akzeptieren.
    Frau Steffens hat dieses "Problem" natürlich nicht.
    Zur Erinnerung (aus Wikipedia):
    "Nach dem Abitur 1981 nahm Barbara Steffens ein Studium der Kunstgeschichte, Politik, Afrikanistik und Romanistik in Trier und Köln auf, welches sie zugunsten einer Ausbildung als Biologisch-Technische Assistentin abbrach. Die Ausbildung beendete sie erfolgreich im Jahr 1987.[1] Danach erfolgte die Aufnahme eines Chemiestudiums in Köln und an der Fachhochschule Niederrhein, welches sie ebenfalls ohne Abschluss beendete"
    Ungelernte Hilfskraft also. Wie der Fachpraktiker für Landesinnenpolitik Herr Jäger… geballte Kompetenz zeigt eben auch Folgen im realen Leben/Sterben.

  • #2
    Fabian

    Bei Gesundheitsministerin Frau Steffens wird die Verwendung des diskreditierenden Begriffs "Schulmedizin" als Indiz ihrer Inkompetenz gewertet, während man dies der Landtagsabgeordnete Frau Schneider unkommentiert durchgehen lässt.

  • #3
    Fabian

    Ach so, ansonsten stimme ich der berechtigten Kritik uneingeschränkt zu und ich würde mir sehr wünschen, wenn Krankenkassen "alternative Medizin" ohne wissenschaftliche Belege bitte auch erst gar nicht finanzieren würden.

  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Fabian: Bei Steffens ist es ein ideologischer Kampfbegriff. Es gibt keine Schulmedizin – es gibt ja auch keine Schulphysik. Es gibt eine Wissenschaft, die Medizin heißt und zu der natürlich auch naturheilkundliche Verfahren gehören, solange deren Wirksamkeit erwiesen ist. wer sich ausserhalb der Wissenschaft bewegt ist ein Quacksalber.

  • #5
    Tom

    Ich bin kein Freund von Heilpraktikern. Aber aus Ermittlungen in 70 Todesfällen in der Überschrift "70 Tote durch Heilpraktiker" zu machen ist nun wirklich das Niveau der Bildzeitung.

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Tom: Danke. Wir sind immer stolz darauf, wenn wir mit Europas größter Tageszeitung verglichen werden.

  • #7
    Fabian

    Danke, Stefan! Das ist mir bewusst, darum schrieb ich ja auch "diskreditierend". Aber eben deswegen sollte nicht mit zweierlei Maß gemessen werden und nur der politische Gegner für die Verwendung kritisiert werden. Insbesondere die Gegner der "alternativen Medizin" müssen darauf achten, den Begriff "Schulmedizin" nicht weiter gesellschaftlich zu etablieren (vermutlich wissen viele gar nicht über die Herkunft des Begriffs "Schulmedizin") und statt dessen die Wissenschaftlichkeit der Medizin unterstreichen, bspw. durch evidenzbasierte Medizin.

  • #8
    Moritz

    @#5:
    Ich finde es schon bedeutsam, da dadurch klar wird, dass sich 70 schwer erkrankte Menschen in die Behandlung bei diesem Heilpraktiker befanden. Dass alle Todesfälle monokausal auf die "Behandlung" mit Stoffwechselgiften zurückzuführen sind, ist auch aus meiner Sicht noch zu klären. Allerdings wird hier auch die wirtschaftliche Dimension des Handelns des Heilpraktikers deutlich. Bei den bisher öffentlich gewordenen Preisen der "Behandlung" kommt da einiges zusammen.

  • #9
    Klaus Lohmann

    Eine detailliertere Darstellung der bisherigen Erkenntnisse und Ereignisse liefert: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/08/16/durfte-der-heilpraktiker-das-ungetestete-arzneimittel-abgeben/chapter:1

    Erschreckend ist, dass dieser Heilpraktiker nach Auftreten von Nebenwirkungen bei drei von fünf Patienten, die Ende Juli von ihm mit "3-BP" behandelt wurden, diese erkrankten Patienten erstmal dumpf mit Vitaminen "traktierte", anstatt ärztliche Nothilfe einzuschalten. Allein deshalb ist eine Untersuchung der vorangegangenen Todesfälle mehr als notwendig.

    Selbst in den Niederlanden, in denen Heilpraktiker seit einigen Jahren Patienten offiziell mit Zulassung behandeln dürfen, ist es ihnen trotzdem verboten, Infusionen oder Spritzen selbst zu setzen. Die sind nicht doof, die Käsköpp…

  • #10
    Gerd

    Nicht wirklich überraschend? Wir sahen schon früher, dass nicht die Tatsachen wichtig sind, sondern die politische Einordnung.

    Ca. 50 Tote durch Sprossen sind nicht der Rede wert, da sie an guten Bioprodukten starben. Gesundheitliche unbedenkliche Mengen an Pferdefleisch in der Lasagne sind ein Riesenskandal, da Lasagne von der bösen Lebensmittelindustrie hergestellt wird.

    Aus dem gleichen Grund soll der Einsatz eines sehr schnell abbaubaren Pflanzenschutzmittels verboten werden, während es weiterhin erlaubt ist, nicht abbaubares Schwermetall auf Äckern auszubringen. Ersteres wird von bösen (konventionellen) Bauern eingesetzt, Letzteres von guten Biobauern.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @#8 Moritz: Rein wirtschaftlich ist das ein "schickes" Geschäft. 3-BP kostet als Reinstoff z.B. bei alibaba je nach Marktlage in einer bestimmten Qualität 1 bis 10 Dollar per Kilo (https://www.alibaba.com/product-detail/Pharmaceutical-intermediate-Bromopyruvic-acid-ethyl-ester_60336925453.html?spm=a2700.7724857.0.0.BZiqYQ) und der deutsche Apotheker (aus dem DAZ-Link in #9) ruft dann nach etwas "Entschärfung" bzw. ph-Wert-Anpassung für 200mg ca. 30-35 Euronen auf (Link dazu ist mir grad leider "entmausrutscht"), macht also aus 1-10$ Einkauf 35.000 – 350.000 € Umsatz.

    Und ebenso rein wirtschaftlich betrachtet sind holländische "Alternativmedizin"-Kunden für den Niederrhein ideal, denn in Holland sind die gesetzlichen Bestimmungen für Heilpraktiker wesentlich strenger als in Deutschland., deswegen ist die Website dieses Scharlatans aus Brüggen ja auch haupsächlich in holländisch verfasst (http://www.biologische-kankerbehandelen.nl/)

  • #12
  • #13
    Berry

    Trifft es zu, dass diese 70 Personen bereits von der Schulmedizin aufgegeben waren und keine Behandlung mehr bekamen?

  • #14
    Achim

    Ich war noch nie beim Heilpraktiker, weil…

    Leider hat ein Familienmitglied viele Jahre an die Mannheimer Hex" (Hannelore Seltzer geborene Hsnnelore Wunderlich.

    Achim

    .

  • #15
    Klaus Lohmann

    @nancy schulz: Richtige Mediziner verabreichen ihren Patienten nicht einfach und auf Zureden eines amerikanischen Herstellers nur Vitamine, wenn diese während einer therapie mit noch nicht zugelassenen Medikamenten an ernsten Nebenwirkungen erkranken, sondern sie versorgen und behandeln sie.

    @Berry: Nein, das trifft nicht zu, da es keine "Schul"medizin gibt. Wieso fragen Sie?

  • #16
    kE

    Wo ist die EU, wenn man sie braucht?

    @1: Es gibt nun mal Gründe, weshalb NRW abrutscht. Dass in einigen MInisterien Hochschulabschlüsse von gefordert werden, ist wenig nachvollziehbar, wenn man sich die fachliche Qualifikation vieler Minister etc. anschaut.

  • #17
    OF

    Aus dem verlinkten WDR Artikel: "NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) forderte am Freitag (19.08.2016) strengere Regeln für Heilpraktiker. Steffens kritisierte, dass sich jeder ohne jegliche Ausbildung für die Prüfung anmelden könne. Nach Bestehen der Prüfung sei man dann zugelassener Heilpraktiker. Das entsprechende Gesetz von 1939 müsse reformiert werden."

    Sehr wortreiches Schweigen, finde ich…

  • #18
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @OF: Der WDR hat den Artikel geändert und das nicht deutlich gemacht. Steffens hat übrigens nahezu wörtlich Schneider zitiert – natürlich auch, ohne das deutlich zu machen.

  • #19
    toddererste

    Es ist doch ein super System: entweder konnte den Patienten nicht geholfen werden weil die sich ja zuerst in die Hände der "bösen Schulmedizin" begeben und hier eben geimpft wurden, "Energieströme durcheinander gebracht" wurden oder die "Chemrtrails" für den Krebs gesorgt haben (s. jede typische Esotheriker/Heilpraktiker Disskussion). Oder: auch die Schulmedizin kann nicht allen helfen, siehe auch in den Beträgen hier, also kann es ja mal vorkommen. So bedarf es dann auch praktischerweise keinerlei Nachweises der Wirksamkeit einer Behandlungsmethode bei einer solchen Erkrankung. Schuld sind immer die Anderen, die, die "nur an das Geld der Patienten wollen".

    So kann sich Frau Steffens ruhig zurücklehnen und sich in ihrer selbstgefällig sagen, dass man sich schließlich nicht zu allen Todesfällen der schrecklichen Krankheit äussern kann. Und wenn die Wissenschaft keinen Nachweis über die Wirksamkeit der Behandlungsmethoden liefern kann muss eben die Wissenschaft verändert werden…

    Alles nix neues…

  • #20
    Klaus Lohmann

    @OF:
    Frau Steffens wedelt wieder mit dem Fähnchen im Wind, so wie immer. Vor einem Jahr wehte der Wind halt noch anders, da war die geregelte Medizin der Buhmann für Steffens:
    http://www.ruhrbarone.de/heilpraktiker-herr-ober-bitte-einmal-hirn-fuer-ministerin-barbara-steffens/109501

  • Pingback: Alternative zur Sterbehilfe? « Omnium Gatherum

  • #22
    Achim

    #17

    Das Heilpraktikergesetz von 1939 bedarf zunächst einmal einer historschen Bewertung.

    Der Heilpraktiker ist die Alternative zum Arzt.

    Was konnten deutsche "schulmediziner" eigegentlich 1939 für ihre deutsch-arischen Patienten tun?

    1.)Durch die "Arisierung", Vertreibung und Flucht gab es längst einen quantitativen und qualitativen Ärztemangel. 1933 lag der Anteil der jüdischen Medizinern weit über dem jüdischen Bevölkerungsanteil im Deutschen Reich. (Der Antisemitismus von 1933 hatte zu einem starken Zufluss jüdischer Abiturienten zum Medizinerberuf geführt, da nur die "freien Berufew" wie Arzt oder Rechtsanwalt bessere berufliche Möglichkeiten boten.)
    Diesen Ärzten war die Behandlung der "arischen" Bevölkerungsmehrheit verboten worden.

    2.) Die Nazis waren sehr wissenschaftsfreindlich. So wurde die "jüdische" Physik kritisiert. Viele nationalsozialistisch "Qualifizierte" Wissenschaftler hatten frei gemachte Stellen im Wissenschaftsbetrieb besetzt.

    3.)Der Qualitätsvergleich zwischen Globuli und Pennicillin wird vom Pennicillin gewonnen. Dies stand 1939 genau wie viele erfolgreiche Behandlungsmethoden der Schulmedizin noch gar nicht zur Verfügung.
    Da konnte ein Heilpraktiker als Placebo durchaus ein paar Krankheiten heilen.

    Den Heilpraktkerwildwuchs gibt es fast nur in Deutschland und Österreich. Offensichtlich gibt es in den Niederlanden vernünftigere Gesetzte und die niederländischen Krebspatienten hüpften zur therapeutschen Versorgung über die "Grüne Grenze". (Achtung: Eine Doppeldeutigkeit!)

    Nach dem Berichten des WDR schein die therapeutsche Wirksamkeit des verwendeten Medikamentes beim Menschen im Bereich des Möglichen zu sein. In zwei Einzelfällen wurde die Lebensverlängerung bei zwei sterbereifen Krebspatienten wohl beobachtet.
    Die ethische Zulässigkeit einer Doppelblindstudie beim Menschen ist angesichts der Nebenwirkungen wohl nicht nachweisbar.
    Eine mögliche Idee:
    1.)Man behandele nachweisbar hoffnunglose Krebspatienten weiter mit klassischer Chemotherapie und wende in den Behandlungspausen das Mittel an.
    2.)Das gezielte Aushungern von Tumoren durch die gezielte arterielle(!!!) Versorgung von Krebstumoren ist ganz sicherlich keine von Heilpraktikern zugelassene Therapie. Natürlich kann ein Heilpraktiker eine Infusion anlegen. Das kann ja auch jede bessere IKranlenschwester. Doch dann drohen gefährliche Vergiftungen…
    3.)Anständige Tierversuche sind möglich. Diese können natürlich nicht an genetisch homogenen Versuchstieren durchgeführt werden. Man nehme eine genetisch inhomogene Gruppe von Versuchstieren. Es sollte sich dabei um "Allesfresser" wie Ratten handeln. Diese setze man dann mal auf eine Supermarktdiät. Ein paar Tiere werden irgendwelche Krebsarten entwickeln. Diese müssen dann diagnostiziert werden.
    Die Versuchstiere werden in vier Gruppen eingeteilt.
    (1)Keine Behandlung
    (2)Klassische Krebstherapen
    (3)Anwendung des neuen Medikamentes in der arteriellen Anwendungsform.
    (4)Nur intravenöse Behandlung mit den neuen Mittel.(Vergiftungsgefahr!)

    N > 1000 (Sauteuer)

    Ich bezweifel sehr starkm dass eine "Heilpraktikerklitsche" für Niederländer auf unserer Seite der "Grünen Grenze" eine verantwortliche Behandlungen mit einem Medikament zum "Auskundern" von Krebszellen leisten kann. Durch eine zu hohe Dosis können gesunde Zellen ausgehungert werden und durch eine zu geringe Dosis können Krebszellen überleben.

    Das Heilpraktikergesetz sollte an das Ende des Nationalsozialismus und die erweiterten Möglichkeiten der Schulmedizin angepasst werden.
    1,)Nur zugelassene Heilpraktker dürfen tätig werden.
    2.)JEDER Heilpraktiker muss ausserhalb(!) in respektablem Abstand(!) ohne unzulässige Werbung bei einem richtigen niedergelassenen Arzt "unterschlüpfen".
    3.)Dieser Arzt wird dafür angesichts seines Haftpflichtrisikos und seines Zeitaufwandes
    natürliche eine "Unterschlupprämie" verlangen…
    4.)Die Heilpraktiker müssen Krankengeschichten führen und identische Kopien davon zeitnah oder sofort weiterreichen.
    5.)Eine solche Regelung würde den Wildwuchs doch "etwas" ausdünnen.
    6.)Eine zugelassene Heilpraktikerausbildung solle dem Heilpraktiker ermöglichen die folgenden Fragen zu klären:
    – Unter welchen Krankheiten könnte der Patient leiden?
    – Was sagen Ärzte dazu?
    – Welche Methoden darf ich anweden?
    – Geht der Patient auch wirklich zum Arzt?
    6.)Die geistigen Anforderungen entsprechen in etwa einem Medizinstudium. Ohne ein besseres Abitur wurd die Ausbildung nicht zu schaffen sein.
    7.)Die Ausbildung sollte entweder an einer Privatschule (Schulgeld!) oder an Hochschulen erfolgen(Hintertürschlupfloch ins Medizinstudium!)

    Könnte Barbara S. eine Ausbildung zum Heilpraktischer schaffen?

    Achim

  • #23
    Michael Reichardt

    Man muss das aber auch in Relation sehen!
    Es sterben in Deutschland jährlich ca. 19.000 Menschen wegen Ärztepfusch, das sind ganz andere Dimensionen!

  • #24
    Moritz Flesch

    @#23: nein, man muss das nicht "in Relation" sehen. Wenn Menschen aufgrund ihrer Lage finanziell ausgepresst und durch die Behandlung getötet werden, hat das nichts mit Menschen zu tun, die aus anderen Gründen sterben.

  • #25
    emden09

    So Zahlen sind für sich in den Raum gestellt natürlich nichts weiter als dümmlich reißerische Propaganda für die Schulmedizin. Interessant würden sie erst, wenn man eine Relation hätte z.B. 10.000 niedergelassen Schulmediziner verursachen 50 Todesfälle vs x-tausend niedergleassene Heilpraktiker verursachen 70 Todesfälle.

    Aber auch diese Zahlen würden natürlich nur vergleichsweise wenig Aussagen, weil die Untersuchung von Todesfällen und Todesursachen ausschließlich Schulmedizinern obliegt. Eine solche Vergleichszahl wäre also ungefähr so Aussagekräftig wie sad Ergebnis eines Fußballspiels, bei dem der Schiedsrichter von einem der beiden beteiligten Vereine gestellt wird.

    Ich bin nun wahrlich kein Freund des Heilpraktiker-Unwesens muss aber andererseits feststellen, dass die Schulmedizin z.B. in der sogen. Krebsvorsorge im besten Fall 6 Mal mehr gesunde Menschen verstümmelt als tatsächliche Krebsfälle behandelt werden. In schlechteren Fällen wie der Krebsvorsorge wg. Prostatakrebs sind die Zahlen noch katastrophaler.

    Warum ist das so? Weil sowohl die Schulmedizin inzwischen, wie auch der Heilpraktikerberuf überhaupt nichts mehr mit Wissenschaft zu tun haben sondern ausschließlich mit Profitinteressen einzelner. Krebsvorsorge bringt halt ne Menge Kohle, die Metzgerei der Amputationschirurgie auch.

    Fast die gesamte Schulmedizinische Forschung wird inzwischen ausschließlich mit Bezahlung, im Auftrag und im Interesse von Pharamaindustrie und Geräteherstellern geleistet. Die Ergebnisse sind entsprechend. Und die Schulmedizi lässt die unnötig verstümmelten und ihre Angehörigen mit den Folgen natürlich nicht alleine, denn auch mit Psychotherapie und Psychopharmaka kann man ja ganz gut Geld verdienen.

    Sorry, aber eine derart tendenziöse Berichterstattung, offenbar gesteuert aus einer Branche, die es dringen nötig hätte den Scherbenhaufen vorm eigenen Glashaus wegzufegen kotzt mich an.

  • #26
    Klaus Lohmann

    @Achim: "Natürlich kann ein Heilpraktiker eine Infusion anlegen. Das kann ja auch jede bessere IKranlenschwester. Doch dann drohen gefährliche Vergiftungen…"

    Deswegen sind Spritzen und Infusionen ja auch den niederländischen Heilpraktikern, die offiziell geregelt behandeln dürfen, weiterhin verboten.

    Und daran lässt sich auch gut beobachten, mit welchen Methoden Heilpraktiker trotzdem versuchen, an das Geld ihrer Kunden und dabei nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen: es werden einfach Tinkturen, Lösungen oder Salben mit dem "Wundermittelchen" hergestellt – die es wiederum fast unmöglich machen, vernünftige klinische Studien zur Zulassung durchzuführen.

  • #27
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @emden09: Haben sie doch die Güte mir zu erklären was sie mit "Schulmedizin" meinen und in wie fern sich sich von der medizinischen Wissenschaft unterscheidet. Und dann erklären sie mir doch auch bitte, was sie glauben, was Wissenschaft ausmacht. Vielleicht merken sie dann, das sie einfach nur fürchterlichen Schwachsinn schreiben 🙂

  • #28
    Christian Perzl

    @Michael Reichardt

    Richtig Herr Reichardt. Man muss das auch mal in Relation setzen, da haben Sie vollkommen recht.

    Also nehmen wir die geschätzten 19000 Opfer von vermeidbarer Fehlbehandlung und setzen die erst einmal in Relation von den, über den Daumen gepeilt, 1900 Krankenhäuser in Deutschland.
    Das heißt nun in unseren Fall 10 Tote pro Jahr und Krankenhaus.

    Jetzt schauen wir uns auch einfach einmal das Alternativen Krebszentrum Bracht an. Herr Klaus Ross leitet dieses seit dem August 2014. Es ist unschwer zu erkennen das mutmaßlich also ein Schnitt von 35 Toten pro Jahr besteht.

    Oder einfach ausgedrückt: JA, das sind in der Tat andere Dimensionen!

  • #29
    Klaus Lohmann

    @#25: Sehr geil, wenn man sich über "so Zahlen für sich" auskotzt und danach eine homöopathisch exakte "im besten Fall 6 Mal mehr … oder noch katastrophaler" als einziges Argument hinterherwürfelt. Schmeckt’s?

  • #30
    Helmut Junge

    @Michael Reichardt, @Christian Perzl, interessante Rechnung, aber man müßte schon Patienten mit gleicher Krankheit vergleichen, wenn man sich über statistischen Vergleiche ein Bild machen möchte.
    Statistische Vergleiche werden in der Medizin sehr häufig angestellt, also Tote gegen Tote verrechnet.
    Das ist auch Umweltschützern wichtig, die gerne wissen wollen, wie giftig ein bestimmtes Produkt ist.

  • #31
    Anderer Max

    Es gibt per fachlicher Definition keine "Schulmedizin" und "alternative Medizin".
    Es gibt nur Medizin.
    Dort wird alles beweisbare gesammelt – Empirisch, reproduzierbar, plausibel.
    "Alternative" Medizin bedeutet also per Definition, dass die Ergebnisse dieser "Fachrichtung" keine empirische, plausible und/oder empirische Grundlage besitzen, denn sonst müssten sie nicht "alternativ" sein.
    Es ist und bleibt ein schlichtes Sprachproblem.

  • Pingback: Ministerin Steffens: Operation Gold 2016 | Ruhrbarone

  • #33
    Sabine Krause

    Laut AOK sterben jährlich 18800 Menschen an Behandlungsfehlern wohlgemerkt an der "Schulmedizin". Wer schreit hier nach Kontrolle?
    Und neuerdings ist auch ein Medizinstudium ohne Abitur und ohne Numerus Clausus möglich, kostet so zwischen 70000,- und 80000,-€…
    Ich kenne einige Ärzte, die zusätzlich noch den "Heilpraktiker" als Zusatzausbildung gemacht haben.
    Intravenöse, subkutane und intramuskuläre Injektionen werden im Normalbetrieb durch Fachpersonal, also Arzthelfer/innen oder Krankenschwestern bzw. Krankenpflegern vorgenommen.
    Hier wird auf primitivste Art und Weise Polemik betrieben um einen unerwünschten Berufsstand gänzlich zu diffamieren. Ich denke, dass diese Form der Auseinandersetzung beiden Seiten erfolgreich schadet…..

  • Pingback: Medea-Hypothese: Ist die Erde eine Todesfalle? | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.