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AfD-Nachwuchsfunktionär Kneller zurückgetreten

Maximilian Kneller Foto: Junge Alternative NRW (Ausriss)

Maximilian Kneller Foto: Junge Alternative NRW (Ausriss)

Maximilian Kneller ist von seinem Posten als stellvertretender Vorsitzender der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative zurückgetreten. Auf der Facebookseite der Organisation veröffentlichte Kneller eine Stellungnahme, in der er seinen Schritt begründete:

„Ich bedaure, meine geschmacklose Reaktion und ziehe die Konsequenzen aus meinem Handeln – auch zum Schutz der JA“.

Kneller hatte ein Mitglied der Jungliberalen beleidigt, die an am Samstag in Bochum an einer Demonstration gegen einen Auftritt der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry teilgenommen hatte. Kneller hatte der jungen Frau unter anderem einen „Hatefuck“ angedroht. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Beleidigung aufgenommen.

Mehr zu diesem Thema:

Polizei ermittelt gegen AfD-Jugend-Funktionär Maximilian Kneller

Stellvertretender Vorsitzender der AfD-Jugend NRW Maximilian Kneller träumt von „Hatefuck“ mit Jungliberaler

 

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15 Kommentare zu “AfD-Nachwuchsfunktionär Kneller zurückgetreten

  • #1
    Data

    Warum verharmlost ihr die ganze Zeit die Aussage eines Jungpolitikers, daß er eine politische Gegnerin gerne vergewaltigen würde, als Beleidigung? Die Drohung mit sexualisierter Gewalt ist doch nochmal eine ganz andere Nummer als z.B. jemanden "Arsc*loch" zu nennen. Bitte das nicht verniedlichen.

  • #2
    Herr B.

    Ein "Hatefuck" ist nicht direkt einer Beleidigung gleichzusetzen. So wie ich es kenne (und wie’s im Urban Dictionary definiert ist) besagt das erstmal nur dass man mit jemandem schläft den man eigentlich verabscheut und aus der gegenseitigen Verachtung halt noch nen zusätzlichen Kick zieht. Auch weil man ein wenig dieses "Ha, es geht mir nur um mich selbst!"-Gefühl hat.
    Kommt in jeder zweiten Sitcom vor, in der Leute die sich nicht leiden können miteinander vögeln.
    Kann man zu stehen wie man will. In diesem Kontext (und in der Formulierung) eignet es sich vielleicht tatsächlich als Beleidung, aber ich lese da keine "angedrohte Gewalt" raus, nicht mehr als aus "Der müsste auch nur mal wieder richtig flachgelegt werden".
    Geschmacklos ist’s in jedem Fall, versteh mich nicht falsch.

  • #3
    Klaus Lohmann

    @Herr B.: Für Leute, die sich in Sitcoms vergraben und den ganzen Tach nicht rauskommen, mag das so sein. Wir reden und schreiben hier aber über einen (Ex-) stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative in NRW. Da gibt es keine dumpfe Relativierungsmöglichkeit mit TV-Konsum.

  • #4
    Herr B.

    Wie gesagt – die Äußerungen sind respektlos, herabwürdigend, unangebracht und für jemanden in seiner Position vollkommen zurecht politischer Selbstmord. Das will ich nicht abstreiten, die gezogenen Konsequenzen (Anzeige + Rücktritt) waren zu erwarten und sind angebracht.

    Ich sage nur dass der "Hatefuck" nach den Definitionen die ich kenne und gefunden habe (Wiktionary, Urban Dictionary) keine Gewalt impliziert und für gewöhnlich einvernehmlich ist – einvernehmlicher Geschlechtsverkehr zwischen Leuten die sich hassen. Wenn jemand unter einem Facebookfoto schreibt "Woah, na dich würde ich auch mal gern flachlegen" ist das geschmack- und respektlos (und für jeden Politiker gleich doppelt unangebracht), aber impliziert nicht direkt "Ich werde dich vergewaltigen".
    Gleichermaßen fehlt bei den Screenshots jeglicher Kontext. Als Antwort etwa auf einen Kommentar "Na, die Linken haben auch ganz geile Weiber, wa?" wäre die Aussage nicht minder respektlos und herabwürdigend, aber eben immernoch nicht automisch sexualisierte Gewalt. Sondern eben vielmehr "Die würd ich nehmen und es wäre Sex mit jemandem, den ich nicht leiden kann."

    TL;DR: Respektlos, unangebracht, herabwürdigend, dumm, IMO keine Gewaltandrohung.

  • #5
    Klaus Lohmann

    @Herr B.: Ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob die betroffene junge Dame der JuLis ihrer Argumentation über "Hatefuck" auch nur im Ansatz folgen könnte/würde.

  • #6
    Helmut Junge

    @Herr B., "einvernehmlicher Geschlechtsverkehr zwischen Leuten die sich hassen."
    gibt es das wirklich? Oder ist das nur die Sichtweise und Darstellung eines Gewalttäters, bzw. aus Fantasyfilmen entnommen?

  • #7
    David Schraven

    Herr B.

    Hatefuck ist ene Vergewaltigung – beschönigend bezeichnet.

    Das ist das letzte.

  • #8
    Gerd

    Klaus, Klaus,

    von Ihnen hätte ich nicht zuletzt in Ihrem eigenen Interesse mehr Verständnis für beleidigende Äußerungen erwartet. Verglichen mit dem was Sie hier regelmäßig an Beleidigungen von sich geben ist „Hatefuck“ harmlos. 🙂 🙂

  • #9
    Klaus Lohmann

    @Gerd: Die Gewaltfantasien pubertärer Jungfunktionäre überlasse ich – ohne sie jemals selbst verwendet zu haben – gern Ihren braunen Kameraden, wo sie anscheinend auf den "fruchtbaren Boden" der AfD treffen. Und Ihre Unterstellungen können Sie auch gern für sich behalten.

  • #10
    Jens

    Immerhin hatte er die Größe sofort zurückzutreten, da kann man bei anderen Parteien leider lange drauf warten…

  • #11
    Klaus Lohmann

    @Jens: "Die Größe"? Ihm hat bloß Jemand aus der Partei erklärt, dass er nun als "Hatefucker Kneller" keinerlei Chance mehr auf irgendeine Karriere hat.

  • #12
    Müller, Paula

    Zurückzutreten oder nicht eher schadensminimierend entsorgt zu werden?

    Und einen – unwahrscheinlichen – selbst gewählten "Rücktritt" (eher: sich-aus-der-Schußlinie-Bringen) dann noch als "Größe" zu verHERRlichen, lässt im Unklaren, _was_ da so bewundert wird …

  • #13
    Klaus Muecker

    "Immerhin hatte er die Größe sofort zurückzutreten,"

    Nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens von einem Pöstchen abzutreten, um sich feige aus der Schusslinie zu bringen, ist ein Ausdruck von "Größe"? Wie eitrig ist das Niveau in seinem Umfeld, dass das Größe sein soll?

    "Kneller wurde im August als Beisitzer in den Bielefelder Kreisvorstand der AfD gewählt. In dieser Aufgabe stehe er nicht so sehr im Blick der Öffentlichkeit. Er trete daher nur als stellvertretender Landesvorsitzender der JA zurück. "Ich will weiterhin für die Partei arbeiten", erklärt er."

    http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/20563841_Polizei-ermittelt-gegen-Bielefelder-AfD-Nachwuchspolitiker-Maximilian-Kneller.html

    "da kann man bei anderen Parteien leider lange drauf warten…"

    Sind in anderen Parteien solche Pöbelnden bekannt? Nein? Na dann …

  • #14
  • Pingback: Gefährliche patriotische Sex-Phantasien « Neun mal sechs

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