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Arschlochsein zu verbieten ist mir zu deutsch

Immer schön schauen, was der Nachbar macht! (Foto: Sebastian Bartoschek)

Schon lange war man in Deutschland, egal ob grün, ob blau nicht mehr so stolz auf sein Deutschsein wie derzeit. Was den einen der dumpfe rechtsradikale Nationalismus ist, der auch heute noch ernsthaft lieber über Flüchtlinge als über Glasfaserinternet, Pflegekräftemangel, marode Straßen oder Rückstände in der Digitalisierung sprechen will, ist den anderen das Fordern immer neuer Verbote von Konsum und Luxus, im Namen des Klimaschutzes, des Tierschutzes, der Vernunft und einer selbstgeißelnden Schamethik. Hier soll es nun um letztere Deutschtümmelei gehen, den Wunsch dem Nächsten sein Leben vorzuschreiben.

Die Verbotsforderungen überschlagen sich: Feuerwerke, Plastiktüten, Plastikstrohalme, SUVs, E-Roller und seit heute dann auch noch Luftballons. Bereits schon zum traditionellen Verbotsforderungskanon gehören Zigaretten, geschlechterungerechte Sprache und Alkohol. Überhaupt nicht mehr gesprochen werden kann dabei über Legalisierungen, sei es über privaten Waffenbesitz, oder Drogen im allgemeinen – die Ausnahme ist Cannabis, bei dem eine ganze Kohorte sich im gemeinschaftlichen Wahn über Spät-68er-Erinnerungen suhlt.

Geht man mitunter in Diskurs über die Verbotsforderungen, kommt man oft und schnell auf den Punkt, dass dies oder das, und vor allem jenes, ja gar nicht nötig sei. Nötig. Das hat so etwas von: „Du brauchst das nicht zum Leben, wie kannst du angesichts der drohenden Klimakalypse ein Leben in Luxus führen wollen?“ Und genau so ist es auch gemeint. Es wird versucht, dem Anderen vorzuschreiben, wie er sein Leben zu führen hat. Früher wäre da das Adjektiv „gottgefällig“ aufgetaucht. Heute ist es „klimaneutral“. Oder „vernünftig“. Am ehrlichsten wäre aber „deutsch“. Denn der Wunsch, dem Anderen sein Leben bis ins Privateste vorzugeben und kontrollieren zu wollen, ist der feuchte Wunsch einer jeden Despotie, und wohl eben auch eine geliebte Facette der deutschen kollektiven Identität. Wer dagegen handelt, was die Mehrheit (derzeit und bis zum nächsten Hype) für „nötig“ hält, der stellt sich derzeit nicht nur gegen das Volk, sondern vielmehr gegen die Umwelt, und somit ja gegen das Leben als solches. Welches Recht sollte denn bitte schön so jemand haben, der sich, wie mir mehrfach erklärt wurde, ja als „Arschloch“ verhält.

Nun ist es aber eigentlich so, dass die Moralerziehung nicht die Aufgabe des Staates ist. Zwangskollektivierende Systeme definieren eine allgemeine Moral, und bieten dem Bürger von kleinauf bis zu Kaderschmieden, einen Rahmen, in dem die Moral des Staates, dessen was gut und nötig ist, gelernt werden kann. Freie Staaten und Systeme tun das eben nicht. In einer freien Gesellschaft, hat jeder das Recht, unvernünftig zu sein, sich wie ein Arschloch zu verhalten, und auf die Werte der Anderen zu scheißen. Das mag man nicht immer mögen, aber es ist eben so. Gerade dem Deutschen scheint dies aktuell unerträglich: der Zwang zum Gutsein wird eingefordert, und dabei ist es Niemanden zu dämmlich, Einzelfälle zu generellen Aussagen zu missbrauchen – der Kollege Laurin schrieb darüber.

Es ist ein Zeichen geistiger Armut, oder wahrhaften Deutschseins, nicht eine Sekunde darüber nachzudenken, wie man das Gegenüber auch ohne Verbote, ohne staatliche Sanktionen und ohne direkte Beschimpfung für die eigene Position gewinnen könnte.

Der Diskurs endet eben dort, wo das Deutschsein voll erblüht.

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56 Kommentare zu “Arschlochsein zu verbieten ist mir zu deutsch

  • #1
    FrankN.Stein

    Ohne Verbote hätten wir heute noch FCKW schleudernde Kühlschränke und Haarsrpays und das Ozonloch würde wachsen. Ohne Vorschriften würde heute noch niemand mit Gurt oder 50 in der Innenstadt fahren. Ohne Verbote würden heute noch zehnjährige in Kohleminen einfahren. Was das "Überzeugen" angeht kommt: das manchmal vor dem Verbot, aber sehr häufig auch erst danach. Heute gehen die Leute freiwillig vor die Tür um rauchen, ohne dass man sie dazu auffordert und jeder schnallt sich freiwillig an, ohne drüber nachzudenken und alle sind froh, dass das Ozonloch schrumpft. Und das ist gut so.
    Und keine Sorge – es gibt noch genug legale Gelegenheiten in Deutschland ein Arschloch zu sein. Man kann z.B. den über die Verbotskult jammern, wenn man eine Einkaufstasche mitnehmen muss statt eine Plastiktüte zu kaufen oder seinen Einwegkaffebecher an die Lippen führen muss weil man keinen Strohhalm bekommt. Das ist auch sehr deutsch und sehr Arschloch.

  • #2
    thomas weigle

    Den anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben, ist kein Alleinstellungsmerkmal der Deutschen, dies gehört zu jeder totalitären Ideologie, ob christlich, faschistisch kommunistisch oder sonst was. Egal wo.

    Wer auf die Werte anderer scheißt, was der Autor ja jedem freistellt, schießt gerne auch mal auf die, die die zu bescheißenden Werte verkörpern bzw. leben. Oder fährt sie zu Klump oder sprengt sie in die Luft oder sonst was.
    Dieser Artikel ist Unfug der ungesündesten Art. So`n Scheiß hätte ich hier auf diesem eigentlich seriösen Blog nicht erwartet.

  • #3
    paule t.

    Zitat: "Nun ist es aber eigentlich so, dass die Moralerziehung nicht die Aufgabe des Staates ist."

    Korrekt. Aufgabe des Staates ist es aber, Probleme zu lösen, insebsondere Probleme, die der EInzelne nicht so gut lösen kann wie die Gemeinschaftsanstrengung per Staat oder die er gar nicht alleine lösen kann.
    Der Klimawandel (und andere Umweltprobleme) sind solche Probleme.

    Zitat: "In einer freien Gesellschaft, hat jeder das Recht, unvernünftig zu sein, sich wie ein Arschloch zu verhalten, und auf die Werte der Anderen zu scheißen."

    Jein. Das gilt genaus so lange, wie man damit anderen nicht schadet. Das ist bei klima- und sonstwie umweltschädlichem Konsum aber der Fall. Deswegen ist es völlig legitim, wenn der Staat sich angemessene Eingriffsmöglichkeiten überlegt.

  • #4
    Irene Gronegger

    Die SUVs sind ein ganz anderes Thema als Kleinkram wie Strohhalme.

    Bei Gebäuden ist seit Jahrzehnten in der EnEV geregelt, wie viel Wärmeenergie ein Neubau etwa verbrauchen darf. Beim Auto hat man sich das nicht getraut, sonst wären wir mittlerweile beim Drei-Liter-Auto. Das hat wenig mit deutscher Mentalität oder Missgunst und viel mit Einfluss der Industrie zu tun.

    Hält der Autor die EnEV für einen Ausdruck von Verbotskultur und geistiger Armut? Sowas habe ich noch nie gelesen. Manche sind halt der Meinung, dass manche Vorschriften nicht ganz so streng sein sollen, weil sie das Bauen teurer machen. Aber kein Mensch will zurück zu einem Jahresverbrauch von 10.000 Litern Heizöl auf 150 qm und das als Freiheit feiern.

  • #5
    Peter Schild

    Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass man das faschistoide deutsche und vor allem Grüne Verhalten so auf den Punkt bringen kann, und vor allem darf. Danke dafür!

  • #6
    David V.

    Zu Paule T. ’s Kommentar: Der Autor hier erklärt ganz eindeutig wie heutige Verbote nur mit "Das ist im Sinne des Klimas, also der gesamten Menschheit, also kann man nicht dagegen sein" argumentiert werden. Wer mit sowas argumentiert und sagt "Dieses Verbot schützt die Umwelt, also ises gut", der darf laut seiner eigenen Moral weder sein eigenes Haus heizen (Wenn man es überhaupt besitzen darf), noch Verkehrsmittel benutzen (Herstellung von Fahrrädern erzeugt ja auch CO2), noch darf man seine Supermarktorangen essen, noch darf man ein Handy benutzen… etc. Fast alles erzeugt CO2.

  • #7
    Linker Hans

    Wieso sollte man Mord verbieten?

    Es ist ein Zeichen geistiger Armut, oder wahrhaften Deutschseins, nicht eine Sekunde darüber nachzudenken, wie man das Gegenüber auch ohne Verbote, ohne staatliche Sanktionen und ohne direkte Beschimpfung überzeugen könnte, nicht zu morden.

    .

  • #8
    thomas weigle

    #6 Es geht um das, was nötig ist, um möglichst lange für alle ein halbwegs annehmbares Leben zu führen. Und das heißt, die eigenen Spuren in der Umwelt bewusst zu minimieren. Und genau das tut S.B. nicht, nein, er schlägt mit der wohlfeilen DIEWOLLENWASVERBIETENKEULE auf alles ein, was ihm nicht passt und schreckt dabei auch nicht vor mehr als fragwürdigen Argumenten bzw. Aufforderungen (scheiß auf die Werte anderer) zurück.

  • #9
    Hollis Brown

    Lieber Sebastian Bartoschek! Es ist doch jetzt immer so viel von "medialen Filterblasen" die Rede. Wenn ich mir mein (sicherlich nicht repräsentatives) persönliches Umfeld (Kollegen auf der Arbeit, Freundeskreis, Nachbarn und Bekannte) so anschaue: Da werden fröhlich neue 230 PS-Autos und neue "böse" SUVs beim Händler bestellt. Die Klamotten werden (wenn ausnahmsweise nicht per Internet) bei KiK, C&A, H&M und Primark gekauft, die Lebensmittel bei ALDI, Kaufland, REWE und EDEKA. Einen Bio-Supermarkt hat noch keiner von denen von innen gesehen; ist ja auch viel zu teuer. Dass irgendwelche Spinner Baumhäuser im Hambacher Forst bauen, hat kaum jemand mitbekommen, weil zur selben Zeit eine neue Serie auf Netflix gestartet ist. Viel spannender als irgenwelche Gretas ist der Erscheinungstermin eines neuen Games für die Playstation. "Klimawandel" ist für die meisten ganz o.k., weil man im Sommer häufiger draußen grillen kann. Dass die Grünen in Umfragen bei über 20 % liegen, wissen die meisten überhaupt nicht. Das ist "Politik"; und damit haben die alle nichts zu tun. Die gängigen Definitionen lauten da: "Politik ist was für Leute, die sonst keine Interessen haben"; und "Politik ist, wenn ich anschließend mehr bezahlen muss"; und "Wenn ich eine nette Party versauen will, dann fange ich mit Politik an". Wie schon gesagt: Das ist auf gar keinen Fall repräsentativ, sondern meine ganz persönliche Wahrnehmung im Alltag. Ich glaube deshalb, dass Sie sich zu viele Sorgen machen. Sie sollten besser nicht so viel in der Zeitung und im Internet lesen. Et hätt noch emmer joot jejange.

  • #10
  • #11
  • #12
    Gerd

    "Es ist ein Zeichen geistiger Armut, oder wahrhaften Deutschseins, nicht eine Sekunde darüber nachzudenken, wie man das Gegenüber auch ohne Verbote, ohne staatliche Sanktionen und ohne direkte Beschimpfung für die eigene Position gewinnen könnte."

    Richtig. Überzeugen ist für Looser, der politische Gegner gehört zig tausendfach umgebracht: "Am Ende kann man ja immer noch auf Lancaster-Staffeln hoffen."

  • #13
    abraxasrgb

    Sebastian … You made my day, today. Als ich vorhin aus China zurückkommend am Flughafen landete, lief auf dem Monitor am Gepäckband die Nachricht über Vorstoß Luftballons zu verbieten.
    Als ich losflog waren es die "SUVs" oder das, was der deutsche Michel darunter versteht.

    Ich habe in Peking mehr Teslas, E-Roller und Hybrid-PKW gesehen, als in Düsseldorf auf der Kö.
    Leih-Fahrräder an allen Orten. Uber und seine chinesischen Pendants sind selbstverständlicher Bestandteil der Mobilitätskonzepts. In der Stadtentwicklung werden Nutzerdaten (auch) zur Steuerung und Optimierung benutzt.

    #5 Zustimmung, aber schlimm genug, dass wir uns schon beginnen über Wahrheit zu freuen.

    #2 Thomas Weile .. nö, der schießt nicht einmal auf die anders lebenden, der lässt die einfach machen, was sie wollen und macht, was er will. Das Leben könnte so einfach sein 😉
    Im Ausland gelten "germans" als die Typen, die Probleme für schon längst erfolgreich etablierte Lösungen finden 😉

    Das Kernelement der liberalen Demokratie war mal, dass es einen verbindlichen Rechtsrahmen gibt, damit die grundverschiedenen Lebensentwürfe koexistieren können. Das scheint den meisten Moralfundamentalisten und manifest autoritären Persönlichkeiten komplett abhanden gekommen zu sein.

    Der Deutsche an sich ist erst richtig glücklich, wenn er einem anderen etwas verbieten kann.

  • #14
    Thommy

    @11SB
    "Kommentare, die Personen eindeutig beleidigen, werden nicht frei geschaltet."

    Also, beleidigen wollen Sie aber schön verbieten, oder?

    Aber das dumme egoistische Verpesten der Umwelt -also unser aller Umwelt und Lebensgrundlage – finden Sie doof.

    Naja, kann Ihrer Ligik nicht folgen.

    @tweigle – absolut herzerfrischend, Ihre Kommentare. Sie sprechen mir ( bei diesem Thema) aus der Seele und zwar genau in der richtigen Tonlage

  • #15
    Mario Bock

    Hallo Sebastian Bartoschek,

    Ich komme und kommentiere hier mal aus bayrischer bzw fränkischer Sicht. Bei uns gibt es das Sprichwort "Leben und Leben lassen". Das widerspricht in meinem Augen dem Arschloch sein auf Kosten anderer Menschen fundamental.
    Jetzt gibt es beim Thema SUVs Leute, die sich immer fettere Kisten kaufen und denen es vollkommen egal ist, ob sie mit ihrem Fahrzeug und fahrverhalten andere Menschen/Verkehrsteilnehmer unnötig behindern oder gar gefährden. Und es gibt eine Industrie, die aus Profitgier solche Gegenstände produziert, bewirbt und verkauft.
    Wenn sie also schon vom Deutschsein schreiben und darin gerne faschistoide Tendenze. Der Verbotskultur sehen, dann bitte aber auf die richtigen Stellen schauen.
    Der KdF-Wagen, später der Nachkriegszeit VW Käfer, ist eine im deutschen Faschismus von Industrie und Politik bewusst auf dem "Markt", ins Deutschsein gebrachte Idee der Massenmotorisierung. Gleichzeitig ging dies einher mit einer massiven "Verbotskultur", besser Vernichtung von allen, die aus religiösen, politischen oder anderen Gründen anglich nicht zu diesem Deutschsein passten., Weltkrieg, Holocaust und T4 PatientenMorde.
    genau da sind wir dann ganz weit weg von Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um das Überleben aller auf Dauer auf diesem Planeten zu sichern. Auch wenn einige Verbote schlecht kommuniziert werden oder vermeintlich sehr in das persönliche Wohlbefinden eingreifen, das hat nichts mit dem Thema Faschismus zu tun!
    Wenn man sich gegen Scheininnovationen wie diese Tretroller wehrt, ist das auch nicht faschistoid, sind rational und konsequent!
    Es wurde bei gleichbleibend großem Verkehrsraum in den Innenstädten noch ein weiteres Verkehrsmittel durch Politik (Verkehrsminister Scheuer) und Wirtschaft in Umlauf gebracht. Angeblich um Autofahrern den umstieg zum Öpnv zu erleichtern. Dafür stehen sie bei einem dichten Netz von öffentlichen Verkehrsmitteln in den Innenstädten aber falsch, sie müssten eigentlich an den Endpunkten von S-, U- oder Straßenbahn in den Vororten stehen, dort wo Regionalbusse wichtige Knoten haben. Dafür sind sie aber nicht konzipiert worden. Bei den von den privaten Betreibern geforderten Stundensätzen ist ja das Taxi nach Hause billiger und mit Einkäufen noch bequemer.

  • #16
    Bernd Feil

    Arschloch hin oder Arschloch her. Fakt jedenfalls ist, dass die Klimahysterie in Deutschland, bedingt durch idiotische und unsinnige Gesetze oder Verordnungen, das Bauen um 40 % verteuerte, was natürlich auch die Mieten hoch trieb.

  • #17
    thomas weigle

    @abraxasgrb Jahrhunderte lang haben die Habsburger, die Hohenzollern und die Romanovs, später dann die Nazis und Kommis auf einen der höchsten Werte der Polen "geschissen": auf deren Unabhängigkeit und Freiheit, verbunden mit unendlichen Leid für die unterdrückten Polen. Von daher wundert mich S.Bs. Artikel schon ein wenig in Bezug auf die Werte anderer und den Umgang damit. G

  • #18
    Helmut Junge

    @Thomas Weigle, "Jahrhunderte lang haben die Habsburger, die Hohenzollern und die Romanovs, später dann die Nazis und Kommis auf einen der höchsten Werte der Polen "geschissen": auf deren Unabhängigkeit und Freiheit, verbunden mit unendlichen Leid für die unterdrückten Polen."
    Nein, diese Herrschaften hatten zuerst die Bevölkerungen ihres eigenen Herrschaftsgebietes "beherrscht", und waren immer bestrebt, dieses Herrschaftsgebiet zu erweitern. Alle unterdrückten Menschen mußten die Sprache ihrer Herrschaft lernen und deren Sitten annehmen, bis sie sich selber als Teil deren Herrschaftsgebietes betrachteten. So sind Sprachen der indigenen Bevölkerung, wie z.B. der baltischen Pruzzen (Preußen)völlig verschwunden, und die Bevölkerung in solchen Gebieten weiß gar nichts mehr über die Geschichte ihrer Vorfahren, bevor die assimiliert worden ist.
    Aber zum Artikel den Verboten. Ich bin schlecht gelaunt aufgestanden, und schließe mich dem Gedanken des Luftballonverbotes an. Solche Ballons sind das mir heute schlechtgelaunten Zeitgenossen, ein schier unerträgliches Symbol für Fröhlichkeit. Weg damit. Ich möchte nicht den Blick verstellt haben, diese unerträgliche Welt mit SUV`s, Klimakatastrophe, Nazis, Kopftüchern, bzw, deren Verbote, Diabetes, Fleischkonsum, Waldbränden, Fluchtfolgen, Kriegen, Korruption usw., zu beschönigen. Wenn ich vielleicht morgen wieder bessere Laune habe, können wir noch mal darüber reden. Aber zu lachen gibt es auch dann nichts.

  • #19
    Gerd

    Entweder rechtes Gedankengut ODER Umwelt-, und Klimaschutz? Schon in ersten Absatz wird hier klar, dass die Feder wohl von jemandem geführt wird, der lieber irrationale Artikel verfasst, statt Recherche zu betreiben und interessante Fakten zu liefern.

  • #20
    Christian Gellhaus

    Haha, war ja klar das sich bei diesem Artikel wieder einige regelungswürzige Verbotsfetischisten gepeinigt aufheulen. Übrigens: @ FranN.Stein Ihre Interpretation des Artikels geht meilenweit am Kern dessen vorbei was der Autor geschrieben hat. Es geht ja im Kern nicht wirklich um die Gurtpflicht oder das Strohhalmverbot beim Latte Macchiato. Der Autor hat auch mit keinem Wort erwähnt dass alle Verbote und Regeln die wir uns als Gesellschaft gegeben haben unnütz wären.
    Es geht im Kern um Gesellschaftsgruppen die eine politisch-ideologische Agenda verfolgen und ganz allgemein den Umweltschutz und im speziellen die Klimahysterie sowie angeblich bestehende Ungerechtigkeiten die es in dem Maße überhaupt nicht gibt, als "Verkaufsargument" für ihre totalitären Vorstellungen einer zukünftigen Bundesrepublik Deutschland zu nutzen.
    Würden diese fundamentalistischen Menschen politische Macht bekommen, würden wir uns wiederfinden in einer grünen Diktatur in der die persönlichen Entscheidungsspiel räume ausschließlich von grüner Umwelt Ideologie abhängig gemacht wird. Im Namen ihrer Ideologie wäre es für diese Menschen auch völlig in Ordnung zu bespitzeln, zu inhaftieren und auch zu morden. Ist für diese Leute kein Problem denn es dient ja einer "guten Sache".
    Ich hoffe die Menschen in diesem Land hören so langsam den "Schuss"

  • #21
    abraxasrgb

    TWeigle … um mal den, für mich absurden, "Gedankengang" thematisch bezogen fortzusetzen: Na und?
    Heutzutage gibt es Polen immer noch … die sind sogar in der EU und haben Demokratie. Was sagt uns das in Bezug auf das Klima?
    Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich @historische "Schuld"

  • #22
    thomas weigle

    @Helmut Junge Ich habe Polen deshalb so prominent erwähnt, weil @Sebastian Bartoschek polnische Wurzeln hat und die Polen immer wieder hart um ihre nationale Unabhängigkeit gegen Fremdherrschaften kämpfen mussten, die ständig auf die polnischen Werte schießen.
    @ abraxasgrb Dass China von verbotsfanatischen Kommis regiert wird, ist Ihnen schon bekannt, oder?
    Hier ständig gegen angeblich drohende Verbote zu argumentieren dann aber dieses murxistisch-stalinistische Regime als Vorbild hinzustellen, ist doch sehr gewagt.

  • #23
    thomas weigle

    abraxasgrb Was den guten oder besseren ÖPNV in Peking angeht, nun so war der in den Kommistaaten immer besser und dichter als bei uns. 3x dürfen Sie raten, warum. Schmunzel Dafür müssen Sie nicht nach Peking fahren. Das können Sie im ehemaligen Ostberlin und anderen ExDDR-Städten sehen, so nicht die Wende/Treuhand mit ihren Fabrikschließungen den einstmals dichten ÖPNV vielerorts überflüssig gemacht hat. Hinzu kommt Bevölkerungsabwanderungen aus dem Osten.

  • #24
    Helmut Junge

    @Thomas Weigle, du bist zwar, nach ungezählten Kommentaren zu urteilen, für "mehr Teslas, E-Roller und Hybrid-PKW " und zwar wegen des globalen Klimas, richtig?, aber wenn @abraxasrgb genau das in Peking beobachtet hat, daß es dort mehr davon gibt, als in Düsseldorf, spielt das so wichtige Weltklima plötzlich keine Rolle mehr. Dann kommt ein politischer Aspekt dazu. Denn China wird ja "von verbotsfanatischen Kommis regiert". So ein Land als "Vorbild hinzustellen"ist dann auch nicht richtig,
    Merkst du den Widerspruch in deinen Gedankengängen? Wer wie du das Weltklima retten will, sollte über jeden Schritt, den irgendein Land in diese gedachte Richtung geht, pure Freude empfinden.
    Es sei denn, es geht ihm gar nicht um das Weltklima, sondern um etwas ganz anderes. Und das vermute ich bei dir schon längere Zeit. Was also treibt dich? Diese Frage ist mir wichtig, weil du durch deine wechselhaften Meinungsäußerungen, Diskurse im erheblichen Maße schwieriger machst, als sie so schon sind.

  • #25
    thomas weigle

    @ Helmut Junge Ich kann doch nicht hier ständig von angeblichen hierzulande Verboten schwadronieren und dann ein Verbotssystem hochhalten. Zumal die dort ganz andere Umweltprobleme haben als wir, was dem autoritär-diktatorischen System geschuldet war und ist.. Die sind deshalb in einigen Bereichen weiter als wir, weil ein "weiter-so-wie -bisher" dort wohl zumindest tw. zu einem umweltpolitischen Kollaps geführt hätte.
    Du wirst sicherlich auch öfters Bilder von Smogsituationen in der VRCh gesehen haben, die weitaus größere Ausmaße hatten als bspw. die der Smogalarme im Pott in den Mittachtzigern.
    Nein, ich bin auch nicht wirklich für Teslas Das einzige wofür ich 100% bin, ist der flächendeckende Ausbau des ÖPNV, der aber leider in absehbarer Zeit nicht so sein wird, dass man auf PKWs in weiten Landesteilen verzichten kann. Deshalb sollten PKWs so wenig wie möglich die Umwelt negativ beeinflussen.
    Was mich wirklich ärgert, ist, dass alles was irgendwie den Individualverkehr einschränkt, von einer gewissen Blogger-und Autorenschaft hier niedergemacht wird. Von der Häme und Arroganz gegenüber fff nicht zu schreiben.
    Dass im ehemaligen Realsozialismus, in China und bspw. NK die ÖPNV-Systeme besser ausgebaut sind, hat doch damit zu tun, dass dort über Jahrzehnte eben der Individualverkehr nicht die Nummer 1 war. Ich erinnere mich an Bilder aus der VRCh, auf denen auf den Hauptverkehrsstraßen in bspw. Peking unzählige Radfahrer, aber kaum PKWs zu sehen waren.
    Ich wohne ja nah dran am Hermannsweg. Der ist in knapper Distanz zu unserem Grundstück tw. gesperrt, weil wg. Trockenheit Buchen gefällt werden müssen, Buchen!!!! Wg. Trockenheit!! Am Teuto!! Wir haben eine riesige Eiche auf dem Grundstück….Es gibt also Grund besorgt zu sein.
    Und man muss auch nicht wg. jeder umweltpolitischen Sau, die unter großem publizistischen Geschrei durch`s Dorf gejagt wird, das Ende der Freiheit menetekeln. Das ist albern.

  • #26
    paule t.

    Nur, weil auch hier so viele auf das angebliche Luftballon-"Verbot" abfahren:
    Es ist eine "Bild"-Ente. Und alle haben’s ohne Prüfung abgeschrieben.
    https://bildblog.de/114328/will-eine-gruenen-frau-luftballons-verbieten/

    Tatsächlich geht es darum, dass eine Stadt selbst (also in ihren eigenen Einrichtungen, wie Kindergärten) darauf verzichten will, Luftballons steigen zu lassen. Und das hat eine Politikerin für eine nachahmenswerte Idee gehalten. Es geht nicht um alle Luftballons, sondern nur um das Steigenlassen (–> Plastikmüll wild in freier Landschaft verstreut); und es geht nicht um ein Verbot, sondern um einen freiwillligen Verzicht.

    Diese Verzerrung, die typischerweise entsteht, wenn man der "Bild"-"Zeitung" glaubt, ist natürlich eine Petitesse. Sie zeigt aber ganz schön, welche hysterischen Filme manche Leute fahren, wenn auch nur die kleinste Idee der Art "Könnte man nicht auf diese umweltschädliche Sache verzichten?" aufkommt. Dann ist direkt alle Freiheit und Lebensfreude in Gefahr.

  • #27
    abraxasrgb

    TWeigle … schon mal daran gedacht, dass die Welt etwas komplexer sein könnte, als binäre Schwarz-Weiss oder Gut-Böse Schematismen? Aber wer jede Argumentation mit "moralischen" Einwänden versucht auszuhebeln, kann sich zwar den Gutmenschen-Distinktionsgewinn auf das persönliche Wohltatenkonto verbuchen, er muss nur damit rechnen außerhalb seiner Sekte recht einsam oder unglücklich zu werden.

    Die Demokratie war von Ihrer Grundkonzeption eine Methode, über formaljuristische Rahmenziehung, die Ungleichheit und Vielfalt zu ermöglichen. Dass sie inhärent und endemisch auch nicht vor totalitären Übergriffigkeiten gegen individuelle Freiheit bzw. den populistischen Wünschen nach realer Egalität schützt, erlebt man doch gerade an Ecken und Enden.

    Ich habe China nicht als die liberalste Demokratie erwähnt, sondern als ein Beispiel für Vielfalt in der Mobilität.

    Übrigens sind die Chinesen mit denen ich mich unterhalten habe, alles andere als verbotsorientiert, sondern geradezu als neophil, innovationsfreudig und kultiviert zu bezeichnen. Klar, persönliche Filterblase und Offenheit für völlig andere Weltentwürfe. SMOG habe ich auch nicht erlebt … höchstens Elektrosmog wegen der Allgegenwart digitaler, pragmatischer Lösungen im Alltag. Am schlimmsten für die deutschen Verbotsfanatiker … die fahren alle ohne Sturzhelm, sogar Motorrad 😉

  • #28
    Helmut Junge

    @Paule, wenn das stimmt "Es ist eine "Bild"-Ente. Und alle haben’s ohne Prüfung abgeschrieben."
    sagt das doch, daß "alle" es für glaubhaft halten. Und, nun ja, ist das gut für die Grünen? M.M. nicht.
    Die werden ja dann daran gemessen, was sie gar nicht planen, was man ihnen aber durchaus zutraut. Kann gefährlich schief gehen. Und wenn etwas schiefgehen kann, geht es auch mal schief.

  • #29
    Holgaaaaa

    Was soll dieser Klimairrsinn, der hier in Deutschland betrieben wird denn bringen? Schaut man sich die Zahlen des Co2-Ausstoßes der verschiedenen Länder an, dann steht fest, dass die sogenannte "Klimawende" nur geschafft werden kann, wenn alle Länder (oder zumindest die größten Industriestaaten) an einem Strang ziehen. Davon ist man Meilenweit entfernt. In China werden neue Kohlekraftwerke gebaut und immer mehr Chinesen werden mobil. Hier werden auch in 30 Jahren noch Autos mit Verbrennungsmotor verkauft. Auch die Amerikaner und die Russen setzten weiterhin auf fossile Brennstoffe. Solange diese Länder nicht mitziehen ist unsere Politik auf einem gefährlichen Weg. Alleine kann Deutschland, ja sogar Europa nichts ändern. Es werden hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet und die Amerikaner und Chinesen lachen sich kaputt.

    Zusätzlich stellt sich die Frage, wer das denn alles bezahlen soll? Wir stehen mittlerweile in einer Rezession. Es werden auch ohne diesen Klimawahnsinn viele Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. Dies führt zwangsläufig zu weiteren sozialen Konflikten in der Gesellschaft und es besteht die Gefahr, dass die AFD weiteren Zulauf bekommt.

    Solange nicht zumindest die großen Industriestaaten mitmachen, werde ich weiter meinen SUV fahren, in den Urlaub fliegen,reichlich Fleisch essen und Holz verheizen.

    Welche Partei soll man wählen wenn man diesen Irrsinn nicht mitmachen will?

  • #30
    paule t.

    @#29, Zitat: "Welche Partei soll man wählen wenn man diesen Irrsinn nicht mitmachen will?"

    In dem Fall sollte man die AfD wählen. Mit so einer Kombination aus "Nach mir die Sintflut", "Ich handle erst vernünftig, wenn alle anderen das auch tun" und "Mein Bauch zuerst" ist man da völlig richtig aufgehoben.

  • #31
  • #32
    ke

    Ja wir lieben es von anderen zu fordern. Den Höhepunkt erleben wir in den Streiks und Diskussionsrunden der Klimaaktivisten von "Irgendwas for Future".

    Wer unbedingt die Welt retten will, kann bei sich anfangen, versuchen den Nachbarn zu bekehren. Leider ist es so, dass die Autos immer größer und schwerer werden etc. Der Verbraucher kann aber den kleinen Wagen kaufen. Aldi wirbt mit einem E-Motorroller für 999 EUR.

    Diese Verbotskultur ist einfach typisch Deutsch. Teile die Gruppen in Gut und Schlecht. Klopfe dir auf die Schulter, denn du gehörst ja zu den Weltverbesserern. Aber handle möglichst wenig. Das ist ja anstregend und Vordenken denken für dich und retten die Welt mit Kobolden. So hat man es im Gedöns-Studiengang, den man dann oft auch noch abgebrochen hat, gelernt.

  • #33
    ke

    @13 abraxasrgb
    Mein letzter China Aufenthalt liegt ein paar Jahre zurück, aber die viele Elektroroller haben mich in den Wahnsinn getrieben, da man sie nicht hörte. Diese Fahrzeuge wirken toll.

    Was ist jetzt Freiheit? was ist sinnvoll?
    Bei mir beginnt der Bluthochdruck, wenn ich sehe , wie in Deutschland E-Autos auch der Luxusklasse massiv subventioniert werden. Diese Ressourcenfresser müssen nicht gefördert werden. Dann eher die E-Motorroller etc.

    DAnn haben wir die Mietwagen. Hier bin ich sehr skeptisch, da in den USA die Fahrzeuge wg. der horrenden Parkkosten ständige durch die Gegen kreisen, die Fahrer wenig verdienen und eher Wege vom ÖPNV in Richtung Mietfahrer gedrängt werden. Ist das sinnvoll? Ist das Fortschritt.

    die E-Tretroller wirken komplett daneben. Insbesondere wenn man vom Cafe sieht, wie sie dann für den nächsten Tag im Miet-LKW transportiert werden. Ökologisch eine Katastrophe. Es kann aber Spaß machen, sollte aber nicht gefördert werden.

    Insgesamt sieht es für mich so aus, dass einfach kein klares Verkehrskonzept erkennbar ist. Das muss es auch nicht. Wettbewerb kann helfen. Nur greift dann der Staat mit der Subventionierung von E-Ressourcenfressern und den absurden CO2-Regelungen mit E-Autos als 0 g CO2 Autos in den Wettbewerb mit absurden Einflüssen ein.

    Irgendwie passt alles nicht zusammen.

  • #34
    abraxasrgb

    Ich würde den Grünen (und DerLinke) auch zutrauen, dass sie Steaks verbieten wollen, weil Babies das nicht kauen können. 😉

    #29 mich erinnert das hier immer mehr an einen schlechten Asterix Comic (Komik): Ganz Gallien / Europa ist römisches Reich und nur ein kleines Dorf leistet Widerstand.
    Der Zaubertrank heisst heute Moralin™
    https://www.achgut.com/artikel/moralin_auf_krankenschein_zu_risiken_und_nebenwirkungen

  • #35
    thomas weigle

    @abraxasgrb Dass Sie China nicht als liberal erwähnt haben, ist mir schon klar. Man kann aber die, nun ja, vielfältige Mobilität dort, nicht einfach unseren Verhältnissen gegenüberstellen, ohne in die Geschichte dieser, nun ja, vielfältigen Mobilität, zu schauen.
    Und dass sie Peking mehr von was auch immer mehr als auf der D-Dorfer KÖ gesehen haben, auch klar. Der größte Unterschied zwischen der KÖ und Peking liegt wohl nicht in der Anzahl der Teslas, etc, sondern, so möchte ich meinen, in der Anzahl der Wohngebäude. Sie Verstehen, was ich meine?
    Ganz allgemein, ob Chinese oder Deutscher: wir müssen unseren Fußabdruck verkleinern. Das fängt natürlich im persönlichen Bereich an, Tag für Tag und gelingt leider nicht immer, mir jedenfalls. Die alten Gewohnheiten und altersbedingte Einschränkungen..
    Der Präsident des Kirchlichen Außenamtes der EKD kam 68 von einem Griechenlandbesuch zurück.
    Noch auf RHEIN-MAIN erklärte er auf eine entsprechende Frage, dass er keine Lager für polit. Gefangene dort gesehen habe, Sie verstehen, was ich Ihnen damit sagen will? Man muss nicht etwas persönlich gesehen oder erlebt haben, um zu wissen, dass es existiert ( hat).

  • #36
    paule t.

    @#28 Helmut Junge
    "@Paule, wenn das stimmt "Es ist eine "Bild"-Ente. Und alle haben’s ohne Prüfung abgeschrieben."
    sagt das doch, daß "alle" es für glaubhaft halten. Und, nun ja, ist das gut für die Grünen? M.M. nicht."

    Natürlich ist das ein Problem für die Grünen, wenn über bestimmte ihrer Themen nicht vernünftig diskutiert werden kann, weil jeder noch so zurückhaltende, vorsichtig formulierte Vorschlag gleich zur "Verbotsforderung" umgelogen wird (auch wenn’s im Vergleich mit dem tatsächlichen Vorgang noch so absurd ist) und dann gleich die Empörungsmaschinerie über die bösen Verbietergrünen anläuft.

    Aber wer ist denn daran schuld, die Lügner oder die, über die gelogen werden kann?

    Und wer nimmt die Richtigstellung zur Kenntnis? Der obige Artikel nicht, da steht die von der "Bild"-"Zeitung" abgeschriebene Lüge immer noch unverändert.

  • #37
    abraxasrgb

    TWeigle, wir Deutsche müssen weniger unseren Fußabdruck verkleinern, als viel mehr unseren Horizont erweitern;-)

  • #38
    Mario Bock

    Ich möchte als Fahrradfahrer nicht in 20 cm Abstand von einem Porsche Cayenne überholt werden und womöglich noch geschnitten werden, weil er noch unbedingt vor mir rechts abbiegen möchte. Das Arschlochsein hängt natürlich nicht am Suv, gibt natürlich auch rücksichtslose Lkw, Stsdtbus, Fußgänger oder auch Radfahrer., Bei einer Straßenbahn muss ich weniger aufpassen, hat sie ihren festen Weg, den man respektiert und nicht zuparkt. ausserdem verpestet die auch nicht meine Atemluft.

    Ihr könnt ja gerne hier weiter das Arschlochsein predigen, und es mit Individualität verwechseln.

    Zur sogenannten "Verbotskultur" habe ich mich ja auch schon geäußert.
    Für ist dieses Wort Spitzenkandidat fürs Unwort 2019, AfD-Neusprech, wie Kopftuchmädchen, oder Umvolkung.

    Nunja, dann erlaubt doch, mit einer Dampfmaschine auf der Autobahn zu fahren, im Klassenzimmer einen Joint zu rauchen, besoffen und ohne Schein LKW zu fahren und wieder diese roten Armbinden mit dem verbogenen Kreuz zu tragen.

  • #39
    Helmut Junge

    Wir reden eigentlich nie über das Klima, sondern über unsere Gefühle zum Klima.
    Ein Gespräch über das Klima müßte zu konkreten Vorgaben führen, die nachprüfbar sind.
    Bisher sind aber alle gelobten und auch ungelobten Maßnahmen reinste Schaumschlägerei.
    Im Beispiel: In den Plastiktüten befinden sich meist Produkte, deren Verpackungsmaterial auch aus Plastik ist. Ob die Tüte dabei ist, spielt fast überhaupt keine Rolle mehr. Sie ist nur ein kleiner Bruchteil des gesamten Plastiks. Strohhalme? Wenn jede einzelne Knoblauchzehe im eigenen Plastiknetz verpackt ist, Käsescheiben Scheibe für Scheibe von Plastik umhüllt ist, was macht dann die Diskussion über Strohhalme. Wenn ich durch den Wald gehe um Pilze zu sammeln, finde ich jede Sorte Müll. Aber einen Luftballon habe ich noch nie gefunden. Aber darüber diskutiert Deutschland. Was für eine Diskussion. Wer anzweilfelt das so etwas Sinn macht, wird unter die Klimaleugner gerechnet. Aber die, die wie einst der Täufer schreien "tut Buße, tut Buße" bringen keine nachvollziehbare Kalkulation, keine Idee., kein Beispiel was zu tun ist. Dann wundern die sich, daß die Welt um sie herum, sobalsd sie ihre Blase verlassen, ungläubig ist und lästert? Ich bin für den Klimaschutz, aber bisher hat das 16jährige Mädchen ohne Schulabschluß noch keinen konkreten Vorschlag gemacht, was zu tun ist. Also was ist mit dem Wassermangel bei denm der Mais vertrocknet? Wasserreserven anlegen? Kein Vorschlag. Trockenresistente Maissorten züchten? Um Gottes Willen, keine Gentechnik! Bloß nicht. Bessere Autos bauen? Ausgerechnet Autos. Sollen mit dem Fahrrad fahren. Machen aber die Pendler nicht, die morgens um 5Uhr zum Schichtwechsel am Arbeitsplatz sein müssen.

  • #40
    thomas weigle

    @abraxasgrb "Horizont erweitern" klingt gut. Nur wo und wann? Auf Langstreckenflügen, wo auch der größte Fußabdruck noch klein erscheint?

  • #41
    thomas weigle

    @Helmut Junge Seit 2007(Kyrill) bis letztes Jahr konnte ich bei jedem Gang mit dem Hund immer öfter große baumlose Flächen bzw solche mit noch nicht beräumten Sturmschäden sehen. Gewisse Wege waren zeitweise wg.akuter Gefahr für Spaziergänger gesperrt. Auch in unserem Grundstücken gab es immer wieder Sturmschäden, so gar unsere Straße musste im letzten Jahr gesperrt werden, weil einer unserer Bäume auf die Straße gefallen war. Andere wurden im Lauf der Jahre vorsorglich entfernt, weil sie eine potentielle Gefahr darstellten.
    Ich rede also nicht über Gefühle, sondern über das, was ich ganz real in meinem unmittelbaren Umfeld v.a. seit 2007 erlebt habe und wohl auch weiterhin erleben muss. Ich denke, vielen anderen geht es ebenso. Da kommt man schon an`s Nachdenken.
    Auch Du kannst einen kleineren Fußabdruck im privaten hinterlassen. Nicht immer nur auf die "alten weißen Männer" in Politik und Wirtschaft und deren Maßnahmen warten.
    Es ist das große Verdienst der Kids, dass sie diese heftige Diskussion angeschoben haben, bei der sich nicht wenige der "alten weißen Männer" auf den Schlips getreten fühlen. Gut so.

  • #42
    paule t.

    @#39 Helmut Junge, Zitat: "Wer anzweilfelt das so etwas Sinn macht, wird unter die Klimaleugner gerechnet."

    Das ist nicht meine Erfahrung. Meiner Meinung nach ist es überhaupt kein Problem, konkrete Einzelmaßnahmen sachlich zu diskutieren. Dafür gibt es z.B. Ökobilanzen u.dgl., mit denen verglichen wird, welche Möglichkeiten, bestimmte Zwecke zu erreichen, unter ökologischen Gesichtspunkten am besten ist. Da kann dann z.B. auch rauskommen, dass Plastikverpackungen unter bestimmten Umständen sinnvoller sind als andere Möglichkeiten.

    Aber eine sachliche Diskussion über konkrete Einzelmaßnahmen ist ja ganz häufig überhaupt nicht das Ziel der Kritiker. Da wird einfach mit dem großen Hammerallgemein auf alles eingeschlagen, was wie ein Verbot aussieht (und wenn man teils dafür lügen muss), so als ob Verbote da, wo sie im allgemeinen Interesse liegen und gut begründet werden, nicht ein völlig normales, ordnungspolitisches Mittel wären.

  • #43
    Helmut Junge

    Paule, ich meinte daß mich diese Sperrreaktion nicht wundert, weil es nicht so richtig paßt, wenn eine große Bevölkerung über Strohhalmeund Luftballons streitet. Es ist ein Berg, der kreist, um dann eine Maus zu gebären. Und das immer wieder und wieder und wieder. Dann gibt es Menschen die tatsächlich glauben, daß die Geburt einer Maus zumindest ein Lichtblick ist. Solange keine echte Gegenwehr zu erkennen ist, habe ich als Ungläubiger zwei Möglichkeiten. Resignation oder Häme. Und, Paule, ich sehe viele Schäden, aber wenn nurpolitische Ballons verkauft werden, neige ich ich auch manchmal zur Häme.
    Ich erwarte Lösungsvorschläge, die ich nachvollziehen kann. Die jungen Leuten, wie Greta haben Angst. Das kann ich verstehen. Aber wenn sich schulisch ausgebildete Erwachsene, statt an Lössungen zu arbeiten, hinter die Schüler verstecken, verhalten sie sich pharisäerhaft. Der Vorwurf der Jungen lautet doch nicht, daß sie keine Unterstützung kriegen, sondern der Vorwurf lautet, daß diejenigen, die "alles verbockt haben" endlich etwas tun. Und dann kommen Luftballonverbotsideen! Das sind die Gedanken, die dazu führen, daß ich mich schütteln muß.
    Und das wird so weitergehen. Kürzlich hat bei einer Veranstaltung der Grünen ein Freund gesagt, daß seine Erwartungshaltung nach einem Wahlsieg der Grünen hoch sind. Das werden sehr viele so sehen.

  • #44
    abraxasrgb

    T Weigle Gute Idee die ganze Klima-Hysterie mal mit etwas Abstand aus der Vogelperspektive zu betrachten und verhältnismäßige Maßstäbe zu erkennen. Als Soundtrack dazu empfehle ich Depeche Mode: Try walking in my shoes 😉

    Wer lieber hinter den sieben Bergen in seinem idyllisch, bukolischen Biobauernhof den Acker mit Hand und Fuß bestellt und mit Brieftauben kommunizieren möchte, der kann das von mir aus gerne machen. Ich habe nichts gegen alterna(t)ive Lebensformen, ist das nachvollziehbar ..?

  • #45
    abraxasrgb

    Paule t. Verbote sind doch nur die legalistische ultima ratio, Anreize und Argumente in Verbindung mit Wahlfreiheit sind i.d.R. die klügere Strategie.
    Man kann auf dem Marktplatz der Weltanschauungen und Präferenzen die Mitbewerber nicht durch Protektionismus ausschalten …

  • #46
  • #47
    thomas weigle

    @ abraxasgrb Wie gut das mit Freiwilligkeit funktioniert, kann man bei jeder Fahrt auf einer beliebigen BAB feststellen. Richtgeschwindigkeit 130? Selten so gelacht.
    Ich muss nicht was weiß ich wie viele Kilometer umweltschädlich durch die Welt düsen , um einen klaren Blick auf die Probleme dieser Welt zu bekommen. Das ist genauso daneben wie der absurde Vergleich von Peking mit einer der nobelsten Einkaufsmeilen der Republik, den Sie weiter oben zu ziehen beliebten.
    Es geht nicht um die zu wenigen Biobauernhöfe und Brieftauben, sondern um das Verhalten jedes einzelnen von uns. Dazu gehören auch Flüge jeglicher Art. Zur Horizonterweiterung scheinen diese bei vielen wenig beizutragen.
    Es geht nicht um ein Leben nach den Maßstäben vergangener Jahrhunderte, sondern darum, mit dem was wir heute haben so umzugehen, dass auch für nachfolgende Generationen ein halbwegs menschenwürdiges Leben möglich ist. Sie verstehen?

  • #48
    paule t.

    @#45 abraxasrgb, Zitat:
    "Verbote sind doch nur die legalistische ultima ratio, Anreize und Argumente in Verbindung mit Wahlfreiheit sind i.d.R. die klügere Strategie."

    Das würde ich so allgemein eben nicht unterschreiben, sondern man sollte je nach Sachfrage einzeln untersuchen, was die beste Strategie ist. Eine solche Allgemeinaussage, dass bestimmte politische Mittel grundsätzlich besser wären, riecht mir schon viel zu ideologisch.

    Z.B. bei FCKWs als Gefahr für die Ozonschicht war das Verbot offenbar ein sehr gut geeignetes Mittel: Die Hersteller der entsprechenden Produkte haben sich umgestellt, und weder ist die Wirtschaft zusammengebrochen noch leidet die Bevölkerung unter schlimmen Freiheitseinschränkungen, und das entsprechende Umweltproblem hat sich entscheidend gebessert. Hätte man hier nur mit "Anreizen und Argumenten" gearbeitet, hätte die ganze Chose m.E. wesentlich schlechter funktioniert, wenn überhaupt.

    Aber bei anderen Fragen mag das anders sein und ein Verbot eine sehr dumme Idee sein, während ein Anreizsystem besser funktionieren würde. Je nachdem, worum es geht, wie die Umstände sind, welche Ausweichtechnologien es gibt, wie groß die Schäden sind etc.pp.

    Aber was ich bei der Diskussion um Verbote so faszinierend finde, ist ja nicht nur, dass Verbote irrationalerweise grundsätzlich kritisiert werden, während eine sachliche Einzelfalldiskussion angebrachter wäre. Noch viel merkwürdiger finde ich, dass auch da über angebliche Verbotsforderungen gezetert wird, wo die gar keiner erhoben hat, sondern wie von ihnen gefordert "Argumente in Verbindung mit Wahlfreiheit" benutzt werden – wie eben bei den Luftballons. Das ist dann so faktenfrei und antiökologisch aus Prinzip, dass ich nicht recht weiß, wie man damit umgehen soll.

  • #49
    abraxasrgb

    T Weigle Es geht mir(sic!) darum, dass Menschen nach ihren eigenen Maßstäben leben können und nicht nach den Glaubensdogmen eines T Weigle oder einer Greta leben müßen.

  • #50
    abraxasrgb

    Paule t … ultima Ratio heißt nicht, dass etwas kategorisch ausgeschlossen wird.

    Während es bei FCKW einen klaren naturwissenschaftlichen chemischen Reaktionsmechanismus gibt, ist das bei der Klimahysterie mit dem CO2 eine – vorsichtig formuliert – schwierige Hypothese.
    In einer völligen Verengung sämtlicher menschlicher Verhaltensweisen auf deren Ausstoß an CO2 zu schauen und unter Vernachlässigung der externen Effekte bei Versuchen diesen völlig zu vermeiden, ist für mich ein unökonomischer und unökologischer Tunnelblick.
    Die Konklusion ich sei unökologisch ist ebenso gewagt, wie falsch, aber ich werde nicht beginnen, mich zu rechtfertigen, oder selbst darzustellen, weil ich das für nicht notwendig erachte.

    Aber zum Glück ist es (noch) nicht verboten politisch kategorisch anderer Meinung zu sein. 😉

  • #51
    Helmut Junge

    @T.Weigle, Zitat "Ich muss nicht was weiß ich wie viele Kilometer umweltschädlich durch die Welt düsen , um einen klaren Blick auf die Probleme dieser Welt zu bekommen. Das ist genauso daneben wie der absurde Vergleich von Peking mit einer der nobelsten Einkaufsmeilen der Republik, den Sie weiter oben zu ziehen beliebten."
    Leider habe ich bei dir den Eindruck , daß es dir reicht, das Leben sowohl in Peking, als auch anderswo aus dem Blick in Geschichtsbücher zu erklären.
    Dir reicht das, aber dein Blick erklärt nicht, daß die Chinesen eine Sonde auf der Rückseite des Mondes landen lassen konnten und die arbeitet dort. Das ist bisher noch niemanden gelungen.
    Was @abraxasrgb anspricht, ist eine Mentalität, die offen ist für vielerlei Fragen, die aus meiner Sicht wichtig sind gelöst zu werden. Diese Mentalität hast du nicht und ist zur Zeit in Deutschland kaum noch anzutreffen. Aber in einer Welt, in der Konkurrenzkampf herrscht, und in der ein technologischer Vorteil über das Ergebnis dieses Kampfes entscheidet, ist diese fehlende Neugier letztlich tödlich. Wenn also Leute wie @abraxas und bestätigend @Ke sagen, was sie in Peking beobachtet haben, ist das aus keinem Geschichtsbuch zu erklären, sondern Realität, die mich sehr nachdenklich macht. Woanders gibt es im ÖPNV einen 2 Minutentakt. Da sind berufstätige in großer Zahl drin, die hier mit ihrem PKW fahren müssen, weil jemand, der berufstätig ist, und evtl. noch Kinder zu beaufsichtigen hat, sich unsere Bimmelbahnen überhaupt nicht leisten kann. Alle, die mehrere Termine am Tag bewältigen müssen, können sich das nicht leisten. Wenn mir jemand stolz erklärt, daß er alles mit dem Fahrrad macht, weiß ich, daß er in der glücklichen Lage ist, niemals seinen Bauernhof oder sein Dorf verlassen zu müssen. Aber dein Dorf in OWL ist nicht die Welt. Ich bin in jungen Jahren berufsmäßig innerhalb Europas in vielen Fabriken tätig gewesen. Weißt du überhaupt, was "Globalisierung" überhapt alles umfaßt?. Zuerst sind es Kaufleute, später Ingenieure und Techniker, die ins Ausland reisen, um dort Anlagen zu planen und zu verkaufen. Von diesem erwirtschafteten Geld leben dann alle, die ihren Berufen weit weg von der Produktion nachgehen. So läuft die Welt. Und wenn das eines Tages entfällt, wenn also kein Geld mehr ins Land kommt, dann werden die hiesigen Leute auswandern müssen, um dort zu leben. Auch die aus OWL. Dann werden selbst diese Menschen einen Kulturschock erleben, den sie aus der Lektüre ihrer Geschichtsbücher nie erwartet hätten.

  • #52
    Helmut Junge

    @abraxasrgb, mal eine Grenze zwischen liberal und anarchistisch zu ermitteln eine Frage: Glaubst du an die Notwendigkeit von Regeln, die der Staat allein aufstellen kann und darf? Hälst du bei "rot" vor der Ampel?
    Wenn ja, dann ist ganz grob bereits eine Annäherung an diese fiktive Grenze gefunden. Jetzt kann es sein, daß der Staat auch noch andere Grenzen setzt. Bisher sind die Regierungsparteien meist vor weiteren Verboten zurückgeschreckt, wenn der Widerstand aus dem (eigenen) Wählerlager zu groß wurde. So wird es auch später sein. Wir diskutieren ein wenig ins Blaue hinein. Anstelle eines Gesetzes zum Tempo 130 könnte der Staat auch die Schilder "Ende der Geschwindigkeitsbeschränkungen entfernen, und schon würde generell max 130 erlaubt sein. Die Politiker kommen nur nicht auf simpelste Lösungen, bzw. es gibt zuwenig Politiker mit diesen Fähigkeiten.

  • #53
    abraxasrgb

    Helmut Junge … eigentlich eine viel zu komplexe Frage für dieses Forum. Sehr verkürzt, ja @Gesetze. Die ideale Regel funktioniert wie das Rechtsfahrgebot. Man muss sich auf eine Seite der Straßennutzung einigen, welche ist funktional egal. Diese Regel wird von den meisten eingehalten werden, weil man unweigerlich kollidiert, wenn man es nicht macht. Aber keine Regel kann dafür garantieren, dass es nicht trotzdem ab und zu zu Frontalkollisionen kommt.
    Klassische hoheitliche Aufgaben, wie Verteidigung, Rechtsprechung etc. sollten staatlich sein. Über das wie(viel) und was das im Einzelnen bedeutet kann man vortrefflich diskutieren.
    Eingriffe in das Privatleben etc. sind erst einmal per se für mich schwer zu begründen bzw. eigentlich nicht zu legitimieren. Ebenso Beschränkungen der Vertragsfreiheit zwischen erwachsenen Menschen. Jede Einschränkung der Freiheit ist Begründungspflichtig und nicht umgekehrt. Nur ist es in Deutschland in vielen Fällen nun einmal so, dass alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, kategorisch verboten ist. Also genau anders herum.
    Hinzu kommt die von Sebastian mMn. richtig charakterisierte Eigenschaft unserer Landsleute anderen Landsleuten, wenn nicht gar dem Rest der Welt, moralisch-rigoristische Vorschriften zu machen zu wollen, wie und was sie zu tun bzw. zu lassen haben. Für mich haben die alle eine ungesunde Über-Ich Funktion, die mehr auf persönlicher Gefühlosophie und weniger auf logisch begründbarer Reflexion beruht. Gelassenheit ist keine deutsche Tugend.
    Das Kategorische, das Rigoristische, das egalitär Kollektivistische (jenseits der verbindlichen Rechtsnormen) ist mir persönlich fremd, philosophisch wenig begründungsfähig und im Alltag lästig. YMMV
    Das Beispiel mit der Ampel ist interessant, weil ich mal vor vielen Jahren gelesen habe, dass der normale Deutsche auch an einer völlig übersichtlichen Kreuzung auf z.B. einer Landstraße nachts um drei Uhr vor der roten Ampel hält. Es ist aber auch das einzige Land in dem man angezeigt wird, wenn man drüber fährt und nichts passiert ist.
    Oder als Witz: Wenn man jemandem befiehlt das Telefonbuch auswendig zu lernen antworten die meisten Menschen: "Warum, wieso sollte ich?".
    Der gute Deutsche antwortet: "Jawohl, bis wann?"

    Die Grenzen zwischen liberal und anarchistisch, sind je nachdem, wie Du die Begriffe verwenden möchtest, für mich fließend. Libertär würde es noch am ehesten umfassen, ist aber hier in Deutschland weitestgehend unbekannt.
    Ob ich mich an Regeln oder Gesetze halte ist übrigens für deren Sinnhaftigkeit völlig unmaßgeblich.
    Ich kann mich an sinnlose Regeln halten und sinnvolle Regeln brechen. Es bleibt meine eigene Verantwortung dafür die Konsequenzen zu tragen.

  • #54
    thomas weigle

    @ abraxasgrb Das Dumme ist, dass ihr Handeln Konsequenzen für andere hat. In meiner Geburtsstadt lärmt jede Minute ein Jet Richtung FFM. Die Lärmschäden tragen nicht die Passagiere wie Sie, sondern mehrere 1000 Einwohner, die seit Jahrzehnten direkt unter der Einflugsschneise leben, so wie ich früher auch. Damals gab es zwar deutlich weniger Einflüge, dafür aber rund um die Uhr. Sie plädieren hier für unbeschränkte Freiheit Ihres Handelns., für dass sie sogar tapfer und mutig die Konsequenzen zu tragen bereit sind. Offensichtlich wollen Sie dafür auch noch Anerkennung. Meine Güte.
    @ Helmut Junge Ich lebe nicht in einem Dorf, sondern in einer ehemaligen Kreisstadt, die offensichtlich über einen besseren ÖPNV verfügt als Teile des Ruhrgebietes.
    Was soll das mit der Mondlandung? Die Amerikaner, Du wirst es nicht glauben, haben sogar Krieg in Vietnam geführt als Armstrong und Co da oben landeten. Was hat uns das gesagt?

    Glaubst Du in OWL gibt es keine Medien, kein Internet? Nur Geschichtsbücher? Wir sind doch nicht Duisburg oder andere vernachlässigte Ruhrgebietsstädte, die in diesem Blog immer wieder von einigen beweint werden. Schmunzel!!!
    Damit lass ich es jetzt hierauch gut sein, denn offensichtlich trennen uns da Welten.

  • #55
    abarxasrgb

    T Weigle Wer legt die Einflugschneisen fest? Die Passagiere, die Piloten, das Wetter (Wind) oder Politiker, die Bebauungspläne versemmelt haben oder die Anwohner, die dort wohnen wollen?
    Es ist zum Mäuse melken, selbst bei mir im Ruhrtal habe ich Flugzeuge im Anflug auf oder in der Warteschleife auf Düsseldorf. So what, heule ich herum?
    Not in my backyard (Nimby) oder das gute alte St. Florians-Prinzip ist für mich so ziemlich das a-sozialste, was ich erlebe.
    Zu beruflichen oder wissenschaftlichen und von mir aus auch zu touristischen Zwecken kann ich schlecht wie die (schein)heilige Greta mit dem High-Tech Katamaran segeln und 14 Tage benötigen, während die Crew per Non-Stop-Flug zurück fliegt (finde den Fehler).
    Außerdem bin ich Klima-Agnostiker 😉 wie bei anderen Religionen auch (um nicht zu sagen Klima-Atheist, was aber nur die halbe Wahrheit wäre). Insofern verfängt das Ding mit der Umwelt auf dieser trivialen Ebene nicht bei mir.
    Anerkennung ist mir, ebenso wie moralischer Distinktionsgewinn, völlig fremd. Ehrlich gesagt, ist es mir völlig Wumpe, was Gutmenschen über mich denken. Allerdings sind mir andere Menschen nicht egal, ich hätte genug "Verdienste" vorzuweisen, aber das (üb)erhebt mich in keiner Weise über andere.
    Auch nicht, wenn es um Einschränkungen meiner Komorftzone geht. So ist das eben, als Zoon Politikon. Man lernt Kompromisse zu machen oder auszuweichen. Mein soziales Engagement agiere ich aus, ich laber nur nicht so viel darüber herum und ich heische keine Zustimmung.
    Man kann sogar in der Großstadt leben oder in einer der Metropolen der Welt (ich meine einer echten, keiner selbst ernannten, wie dem Ruhrgebiet) und ein mentaler Dorfbewohner sein (Idiot im Sinne Aristoteles oder auch bei Marx). Wie formulierte Marshal McLuhan das vor Jahrzehnten so prägnant: Global village 😉

  • #56
    thomas weigle

    @ abraxasgrb Sie wollen ernsthaft ein paar Flugzeuge in größerer Höhe in Warteschleifen mit dem minütlichen Landeanflug von Jets von 6 Uhr morgens bis 23.Uhr bzw tw. darüber hinaus vergleichen? Das ist genauso daneben wie viele ihrer weiterer Argumente, die wirklich für sich sprechen. Deckel drauf.

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