Atomausstieg: Die Bullerbü-Politik der Ampel wird uns allen teuer zu stehen kommen

Robert Habeck Foto: rawpic@protonmail.com Lizenz: CC BY-SA 4.0


SPD, FDP und Grüne nehmen aus ideologischen Gründen dauerhaft hohe Strompreise in Kauf und halten am Atomausstieg fest. Die drei verbliebenen Reaktoren sollen Ende des Jahres abgeschaltet werden. Zwei Kernkraftwerke sollen in die Notreserve überführt, neue Brennstäbe nicht beschafft werden.

Die dauerhaft hohen Strompreise werden sowohl für die Privathaushalte als auch für die Wirtschaft verheerende Folgen haben. Millionen Menschen werden ihre Stromrechnung nicht mehr zahlen können. Schon jetzt schließen energieintensive Unternehmen. Es sind kleine darunter wie Bäckereien und große wie Stahlwerke. Das ist erst der Anfang. Ist das Habecks Schuld? Nein, er ist ein Grüner. Von ihm erwartet niemand ernsthaft wirtschafts- und energiepolitische Kompetenz.

Seine Wähler sind Besserverdienende, die zu einem großen Teil im Öffentlichen-Dienst arbeiten und von Steuern bezahlt werden. Die Wirtschaftsentwicklung ist ihnen egal. Sie ahnen nicht, dass auch ihre Gehälter letztendlich davon abhängen, dass die Bundesrepublik wirtschaftlich erfolgreich ist und über eine leistungsfähige Exportindustrie verfügt.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Christian Lindner, Bundesfinanzminister und Vorsitzender der FDP, müssten Habeck in den Arm fallen. Dass sie es tun, ist unwahrscheinlich. Anstatt am Atomausstieg festzuhalten hätten schon im Frühjahr die drei Ende 2021 abgeschalteten Reaktoren wieder ans Netzt gemusst.

Die Bundesregierungen unter Angela Merkel haben mit ihrer Energiepolitik die auf Ökoträumereien, Technologiefeindschaft und russischem Gas beruhte, Deutschland leichtfertig in einer Energiekrise historischen Ausmaßes geführt. SPD, Grüne und FDP sind nicht in der Lage, das Land aus dieser Krise zu führen. Die Bullerbü-Politik der Ampel wird uns allen teuer zu stehen kommen.

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26 Kommentare

  1. #1 | Nansy sagt am 5. September 2022 um 19:54 Uhr

    Zitat: „SPD, FDP und Grüne nehmen aus ideologischen Gründen dauerhaft hohe Strompreise in Kauf und halten am Atomausstieg fest.“

    Sie nehmen das nicht nur in Kauf, es war schon immer ihre erklärte Absicht die Energie immer teurer zu machen! Das Entlastungspaket ist notwendig aber ändert nichts an den Ursachen für hohe Energiepreise. Und wird von den nachfolgenden Generationen bezahlt werden müssen. Stattdessen verdienen sich die Energierproduzenten der „Erneuerbaren“ durch die Koppelung an den hohen Gaspreisen eine goldene Nase (soweit ich weiss sind die Grünen und Greenpeace auch daran beteiligt). Somit ist die grüne Weltordnung wieder in Ordnung. Die FDP wird alles mitmachen – Hauptsache man bleibt an der Macht.

    Das erinnert mich irgendwie an StarTrek: „Wir sind die Grünen. Sie werden von uns assimiliert. Widerstand ist zwecklos!

  2. #2 | paule t. sagt am 5. September 2022 um 19:57 Uhr

    Und zum x-ten Mal wieder das Märchen von der ach so schlimmen Technikfeindschaft der Grünen, diesmal verknüpft mit dem Märchen von der ach so billigen Atomenergie. Atomenergie ist gesamtwirtschaftlich nicht billig und war es auch nie – sie wurde nur künstlich billig gehalten, indem Versicherungskosten für den Unglücksfall und Entsorgungskosten zu einem großen Teil auf die Gesellschaft abgeschoben wurden.

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 5. September 2022 um 20:13 Uhr

    @paule t.: Wir haben die höchsten Strompreise der Welt. Andere sind deutlich preiswerte und bauen Kernenergie wieder auf. Deutschland will das nicht und träumt von Bullerbü. Es wird die Folgen spüren.

  4. #4 | Heribert Wasserberg sagt am 5. September 2022 um 20:25 Uhr

    Bei sachlicher Betrachtung würde man die Marktstrukturprobleme von der Energiesicherheitsfrage trennen, und anerkennen, dass die Bundesregierung die Versgungsssicherheit gewährleisten will, auch im worst case.
    Aber Sie sind leider nicht bereit, sachlich zu urteilen, weil Sie die Grünen so hassen, aus der Tiefe Ihres Herzens. Tut mir leid, dass Sie vermutlich eine schlechte Nacht haben werden.
    Ich würde es den Grünen nie vorwerfen, dass sie an der Programmatik festhalten, für die sie gewählt werden. Sie schon. Das finde ich politisch unkultiviert.

  5. #5 | thomas weigle sagt am 5. September 2022 um 20:41 Uhr

    Von „Bullerbü“ träumt keiner. Allerdings halluzinieren das einige hier sehr gerne. Ist ja nicht wirklich neu. Und erzählen gleichzeitig das Märchen vom billigen Atomstrom.

    Wobei meine Zustimmung zum Atomausstieg nicht daran hängt, dass die drei AKWs,oder auch zwei, etwas länger in Betrieb gehalten werden.

  6. #6 | paule t. sagt am 5. September 2022 um 22:06 Uhr

    Die Befürworter der Kernenergie gehen ja auch nach dem sehr einträglichen Gesetz des Kapitalismus vor, Gewinne zu privatisieren und Verluste und Risiken zu vergesellschaften. Wenn Kraftwerke gegen das Risiko von Unfällen um den Faktor 100 bis 100 unterversichert sind und man die Kosten der Endlagerung von Abfällen auch nur grob schätzen kann, weil da schlicht noch nichts wirklich klar ist (aber es bleibt bestimmt im Rahmen der Schätzung, wie alle Großprojekte, ist ja viel einfacher als BER und Stuttgart 21) … dann kann man Atomenergie für billig halten.

    Man hat sich dann halt nur aus der Welt nüchterner wirtschaftlicher Kalkulation verabschiedet und lebt gedanklich in einem Hans-Dominik-Roman, in dem alles funktioniert, wenn bloß die richtigen, schlauen Ingenieure rangehen und bedauerliche Unfälle der nicht so schlauen Ingenieure im Handumdrehen von den schlaueren wieder geregelt werden. Und klar, von da aus kann man Leute, die auch eine Negativspalte im Kontobuch angucken können, als Bullerbü-Bewohner beschimpfen.

    Man kann ja mal die Japaner fragen, wie billig ihre Atomkraft über die Jahrzehnte gerechnet so wäre, wenn man die >150 Mrd Kosten des Reaktorunglücks von Fukushima (nein, nicht des Tsunamis) auf alle kWh seit Start des ersten Atomreaktors in Japan verteilen würde. Oder man kann die Versicherungsunternehmen fragen, warum keines, auch nicht mit Rückversicherung bei den größten Rückversicherungsunternehmen, eine vollumfängliche Haftpflichtversicherung für AKWs anbietet. Oder man kann sich bei solchen Fragen die Finger in die Ohren stecken und singen „Lalala, die andern träumen von Bullerbü, lalala“.

  7. #7 | Stefan Laurin sagt am 5. September 2022 um 22:07 Uhr

    @thomas weigle: Doch. Und das wird zum Albtraum. Mit Wind und Sonne wird es nicht gehen. Naha, ein paar dunkle, kalte und teure Wochen und die Menschen werden vielleicht schlau statt grün:
    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/energiepolitik-experten-warnen-vor-dem-kurs-der-ampel-koalition-18287973.html?premium
    Dieses Land muss vielleicht erst einmal vor die Wand fahren, bevor sich was ändert.

  8. #8 | Stefan Laurin sagt am 5. September 2022 um 22:09 Uhr

    @paule t.: Die Japaner fahren ihre Reaktoren wieder hoch. Aber die haben ja auch keinen Kinderbuchautor als Wirtschaftsminister.

  9. #9 | SvG sagt am 5. September 2022 um 22:28 Uhr

    @ paule t. : „Die Befürworter der Kernenergie gehen ja auch nach dem sehr einträglichen Gesetz des Kapitalismus vor, Gewinne zu privatisieren und Verluste und Risiken zu vergesellschaften.“
    Das machen die Wind- und PV-Produzenten doch auch.

  10. #10 | ke sagt am 6. September 2022 um 07:19 Uhr

    Wer wäre denn in der Lage?
    Die Außenparteien würden sich Putin direkt unterwerfen und alle Werte opfern, um an Stoff zu kommen.
    Die Union ist seit Jahren nicht in der Lage, eine tragfähige Energiepolitik zu realisieren. Söder, Laschet/Wüst, Kretschmer etc. zeigen dies eindeutig.
    Dass der Süden unterversorgt ist, ist seit Jahren bekannt.

    Kalkar gilt als eine der größten Invstitionenruinen.
    Hamm Uentrop hat auch nicht zur Versorgung beigetragen.
    Das neue AKW in Finnland ging mit 13 Jahren Verspätung ans Netz.
    Vor Le Havre ist das Meer verseucht.

    Insgesamt helfen die AKWs nicht.

    Fraglich ist, wieso die FDP nichts in Richtung Bürokratieabbau/Hürden bei Solar tut.
    Die VEBs im Ruhrgebiet mit ihren Verflechtungen zur Energiewirtschaft wären auch interessant. Die Kohlemeiler lohnen sich wieder.

    Die Klimaaktivisten müssen endlich Lösungen liefern und auch Menschen überzeugen statt verschrecken. Insgesamt fehlt es an Konzepten und Politikern mit Visionen. Das Aussitzen der Union bei vielen Problemen war eine Zeitbombe, die explodiert.

    Ich hatte mich hier vor Jahren für heimische Energieträger wie Braunkohle zur Absicherung von Versorgungskrisen ausgesprochen. Aktuell haben wir noch nicht einmal gelagerte Steinkohle. Natürlich hat das einen massiven Klima- und Umweltimpact. Einen Tod muss man sterben.
    Wer die letzten Jahre über Vorsorge gesprochen hat, galt als rechter Prepper. Zeiten ändern sich.

    Insgesamt passt die Strategie von Habeck. Nur wo bleiben die konkreten neuen Überland-Stromtrassen? Wo bleiben Aktivitäten der Kommunen?

  11. #11 | der, der auszog sagt am 6. September 2022 um 09:27 Uhr

    Der Atomausstieg in seiner jetzigen Form ist nicht von der Ampel beschlossen worden, sondern bereits 2011 von der Regierung Merkel als Reaktion auf die Havarie des AKW in Fukushima (nach einem kurzeitigen Hickhacks in Sachen Laufzeitverlängerung zur Aushebung des sogenannten „Atomkonsens“ der rotgrünen Schröder-Regierung).

    Auffällig ist diesbezüglich zweierlei:
    Zum einen sind in den letzten 20 Jahren alle im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien wenigstens einmal an einer Entscheidung zum Ausstieg aus der Atomenergie beteiligt gewesen.

    Zum zweiten: Die Partei, die in den letzten Jahren in Deutschland am lautesten für den Verbleib in der Atomkraft geworben hat, nämlich die FDP, ist die einzige Partei in Deutschland, die jetzt schon zum zweiten Mal einen Ausstieg aus der Atomenergie zugestimmt und zu verantworten hat. Heute wie damals unter Merkel.

    Insofern ist das Gerede von „Bullerbü“ natürlich nur der Versuch, den derzeitigen Atomschlamassel lediglichden Grünen anzulasten. Die FDP steckt da aber viel tiefer drin, fällt derzeit allerdings durch lautes Schweigen auf und macht lieber das, was sie seit Herbst letzten Jahres am liebsten macht: Statt politisch zu gestalten folgt sie dem Kanzler blind dahin, wo kein Licht mehr hinzudringen im Stande ist.

  12. #12 | bratbär sagt am 6. September 2022 um 10:59 Uhr

    Büllerbü ist gut…….So wie es aussieht resultieren die größten Probleme (der Krieg natürlich nicht) mit denen wir uns heute herumplagen von den alternativlosen superduper obercoolen und megaschlauen neoliberalen Obercheckern. Vielleicht sollten die Dünnbrettbohrer auf beiden Seiten jetzt mal ruhig sein und pragmatischen unideologischen Menschen eine Chance geben, die die Probleme lösen wollen und können. Dazu gehört, dass solche Menschen auch mal zu Wort kommen.

  13. #13 | Angelika, die usw. sagt am 6. September 2022 um 11:16 Uhr

    #11

    „…Atomausstieg in seiner jetzigen Form ist nicht von der Ampel beschlossen worden, sondern bereits 2011 von der Regierung Merkel…“

    Herr Laurin lästert eben lieber über die Grünen.

    Über 16 Jahre unter Frau M. wird wenig geklagt, über die Grünen in der Ampel-Koalition umso lieber.

  14. #14 | Angelika, die usw. sagt am 6. September 2022 um 11:21 Uhr

    Mal ein Blick zur Schweiz.

    https://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/stromluecke-energiekrise_wie-die-schweiz-das-bibbern-im-dunkeln-verhindern-will-47871220?utm_campaign=own-posts&utm_content=o&utm_source=twitter&utm_medium=socialflow

    Da gibt es auch eine Stromlücke.

    „…Auch in einem der reichsten Länder der Welt droht..Energieknappheit…“

    „..,inländische Stromproduktion deckt nur etwa 25% des Energiebedarfs…“

    „..Im europäischen Vergleich ist die Schweiz eines der Länder mit dem niedrigsten Selbstversorgungsgrad bei..Energie,..“

    „…Gas macht etwa 15% des nationalen Energieverbrauchs aus (…Schnitt in der EU: 22%)…“

    „..Etwa die Hälfte des Erdgases in der Schweiz stammt aus Russland…“

  15. #15 | knut ludwiczak sagt am 6. September 2022 um 12:25 Uhr

    Das zeigt doch, dass den Umweltis Ideologie wichtiger ist als das Wohlbefinden des Volkes. Atomkraft ist böse, Gentech ist böse, Chemie ist böse – jetzt haben sie, was sie wollten: Waschlappen statt Dusche, Kunstoff-Pullis statt Heizung und die Wirtschaft steht still. Habe schon von einigen Friedas for Future gehört, die sich über die Energiekrise freuen.

  16. #16 | Walter Stach sagt am 6. September 2022 um 13:11 Uhr

    -!!-
    der, der…….

    Schön, ‚mal wieder etwas von Dir zu lesen.

    Dein Beitrag untermauert meine Meinung, nach der selbst in dieser Zeit großer , für Gesellschaft und Staat u.a. hierzulande tiefgreifender, folgenschwerer Krisen das Polemische und das /Hämische in den meisten Medien , nicht nur in den a-sozialen Netzwerken, aber dort besonders heftig-, aber auch zwischen und in den politischen Parteien weiterhin die sie prägenden und leitenden Größen sind

    Wenn meine Wahrnehmung von vielen Menschen hierzulande geteilt werden sollte,,

    nach der das Tun/das Lassen und die Polemiken , die /Häme mancher „Parteigrößen“ -und das der „Meinungsmacher“ in den Medien – ursächlich begründet ist , in dem sie auch jetzt „ohne Abstriche“ prägenden, lenkenden und leitenden parteipolitischem Machtinteressen und nicht primär von dem Willen, gemeinsamen sachgerechte/sachdienliche Problemlösungen zu finden – im Russland-Ukraine-Krieg, zur Energiekrise, zur Inflation, zu den Ursachen und Folgen der Klimakatastrophe-,

    besteht für mich „hinreichend begründeter“ Anlass , an der Zukunftsfähigkeit einer freiheitlich-demokratisch geprägten Gesellschaft hierzulande und an der Zukunftsfähigkeit des demokratischen und sozialen Rechtstaates (nebst repräsentativen Parteiendemokratie) zu zweifeln. Stattdessen , so scheint mir, tragen Politik und Medien (!!) durch ihr Verhalten zumindest grobfahlässig dazu bei, autoritärnen Systemen, nicht nur, aber auch faschistischer Prägung, Vorschub zu leisten.

    PS
    In diesem Sinne und ganz konkret:
    Der Inhalt des sog. 3. Entlastungspaketes der Bundesregierung , erscheint mir in sehr hohem, für mich unverantwortlich hohem Maße parteipolitischen Machtinteressen geschuldet und nicht dem , was zwingend sachdienlichen geboten wäre. „Vorwahlkampf“ in Niedersachen, in Bayern? Und die FDP nebst ihren medialen Unterstützern? Und Friedrich Merz in seinen permanenten Bemühen. um mediale Aufmerksamkeit? U.a. diese Beiden, so scheint mir, sind zur Zeit besonders weit weg von dem was ich vom „Reden und Handeln in Verantwortung für Gesellschaft und Staat“ erwarte, erhoffen, erwünsche.

  17. #17 | thomas weigle sagt am 6. September 2022 um 14:14 Uhr

    @ Stefan Laurin Ich korrigiere mich,“Bullerbü“ gab e wohl doch.s doch und bin sogar mehrfach seinerzeit dran vorbeigekommen und zwar inHamm-Uentrop.Die Nutzer des sozusagen im Schatten des Reaktors liegenden Campingplatzes waren sehr angetan vom angenehm erwärmten Wasser der Lippe. So jedenfalls meine Erinnerung an die Debatten um den Rückbau der Anlage.

  18. #18 | Georg Hofrichter sagt am 6. September 2022 um 17:05 Uhr

    @ 11

    Herr Laurin arbeitet sich mit jeden Tag erbitterter an den immer gleichen Kernthemen ab. Atomausstieg, Antisemitismus, öffentlich rechtliche Rundfunkanstalten…

    Die Argumente sind die immer Gleichen, werden aber mit jedem Artikel drastischer dargeboten, gern mit so scheinheiligen Framings, wie etwa „Degrowth“. Klar – wer gegen Atomkraft ist, der ist direkt ein Honk, der Fortschritt und Wachstum durch seine Position verhindert. So schreibt man seinen eigen Blog den Bach herunter, weil das in der Darstellung immer extremere und einseitigere Positionen werden

    Anscheinend hat er große Freude dabei, ihm nicht so genehme Zeitgenossen über besonders schäbig wirkende Bilder darzustellen, die dann gern in Folge immer wieder verwendet werden. Auch eine Art, Menschen auf abschätzige Art und Weise im Rahmen von Reportagen oder Artikeln subtil zu diskreditieren.

    Die Ruhrbarone sind, speziell durch die Entwicklung von Herrn Laurin, zu einem intellektuellen Nischenpanoptikum verkommen. Ich lese nur noch mit, um mich köstlich zu amüsieren.

  19. #19 | paule t. sagt am 6. September 2022 um 17:21 Uhr

    @ #8 | Stefan Laurin, Zitat:
    „Die Japaner fahren ihre Reaktoren wieder hoch. Aber die haben ja auch keinen Kinderbuchautor als Wirtschaftsminister.“

    War darin jetzt ein Gegenargument gegen meine Argumente versteckt, dass Atomkraft irgendwie doch nicht so billig ist, wie die 50er-Jahre-Science-Fiction-Abteilung es gerne hätte? Stichwort Versicherungs- und Entsorgungskosten?
    Aber nehmen wir zusätzlich zum Preis auch die Versorgungssicherheit: Von Energiewendeskeptikern wird ja gerne behauptet, dass eine Versorgung hauptsächlich aus erneuerbaren Energien gar nicht klappen könne und dass es zu Zwangsabschaltungen und Blackouts kommen würde. Als Mittel dagegen die Atomkraft zu preisen, finde ich auch irgendwie lustig, denn Zwangsabschaltungen kennen die Japaner schon – _weil_ sie auf Atomkraft gesetzt haben. Und die Franzosen kommen mit Atomkraft gerade auch nicht so gut zurecht und müssen Strom importieren. Aber ja, sind alle viel schlauer als die deutsche Energiepolitik.

    @ #9 | SvG, Zitat:
    „@ paule t. : „Die Befürworter der Kernenergie gehen ja auch nach dem sehr einträglichen Gesetz des Kapitalismus vor, Gewinne zu privatisieren und Verluste und Risiken zu vergesellschaften.“
    Das machen die Wind- und PV-Produzenten doch auch.“

    Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage mal, dass ich zeimlich sicher bin, dass alle Schäden aus den schlimmstdenkbaren Unfällen bei Windkraft- oder Photovoltaikanlagen vollständig abgesichert sind. Oder jedenfalls nicht so grotesk unterversichert wie bei Atomanlagen. Und ebenso, dass die vollständigen Entsorgungskosten aller Abfälle in den Kosten der Anlagen eingepreist sind. Ebenfalls anders als bei Atomanlagen. Also was wollten Sie sagen?

  20. #20 | Stefan Laurin sagt am 6. September 2022 um 22:48 Uhr

    @Georg Hofrichter: Der WDR ist wohl eher was für sie 😀

  21. #21 | Helmut Junge sagt am 6. September 2022 um 23:40 Uhr

    @Georg Hofrichter, „Anscheinend hat er große Freude dabei, ihm nicht so genehme Zeitgenossen über besonders schäbig wirkende Bilder darzustellen, die dann gern in Folge immer wieder verwendet werden. “
    Das glaub ich gerne, aber das Foto on Habeck empfinde ich positiv. Nicht negativ. Sogar viel zu positiv. Dieser Mann rupft mich um mindestens 2-3000 Euro im Jahr. Das ist bei meiner Rente existenzbedrohend. Ehrlich gesagt. mag ich ihn nicht mehr. Das war mal anders.

  22. #22 | der, der auszog sagt am 7. September 2022 um 11:21 Uhr

    @Walter (#16)
    Danke für deinen lieben Empfang. Bei mir haben sich ein wenig die Lebensmittelpunkte verändert. Ich bin seit 3 Jahren leidenschaftlicher Opa und weil mein Enkelkind in Köln lebt, verbringen meine Frau und ich mittlerweile mehr Zeit im Rheinland, wo wir berufsbedingt eine zweite Wohnung haben, als in Gelsenkirchen, wo wir eigentlich zuhause sind. Dies als Erklärung wieso ich mich ein wenig rar gemacht habe.

    @Georg Hofrichter (#18)
    Offen gestanden bin ich Stefan Laurin sehr dankbar, dass er unerbittert Kernthemen wie „Atomausstieg, Antisemitismus, öffentlich rechtliche Rundfunkanstalten…“ auf den Tisch bringt und sich an ihnen abarbeitet, denn solange es mehr als eine Meinung zu diesen Themen gibt, gehören sie auf den Tisch. Und das macht Stefan oft trotz heftigen Gegenwindes und herablassender Bemerkungen, wie der ihrigen in #18. Aber vielleicht kann man Sie beim Wort nehmen, weil sie ja in Zukunft nur noch mitlesen um sich zu amüsieren. Aus Erfahrung weiß ich allerdings, dass hierzu bei den Ruhrbaronen die wenigsten in der Lage sind. Dafür ist diese Internetseite einfach zu gut 😉

    Was man bei Stefan bemängeln könnte ist die Fokussierung auf die Grünen, wenn es darum geht, Verantwortung auszumachen. Die Grünen sind in der Tat eine ideologisch verbrämte Partei, die, wie Helmut in #21, recht deutlich zum Ausdruck bringt, lieber schöne Bilder produziert. als sich beispielsweise über die Konsequenzen ihrer Existenzbedrohenden Energiepolitik Gedanken zu machen.

    Wir haben aber noch eine andere ideologisch verbrämte Partei in der Regierungsverantwortung und zwar die FDP. So assozial, wie sich die Grünen in Sachen Atomenergie verhalten, so assozial verhält sich die FDP in der Verkehrspolitik, wie man am Beispiel Tempolimit sehr gut beobachten kann. Lindner und Habeck tun beide immer sehr tolerant und liberal. In Wahrheit sind sie durch und durch Prinzipienreiter mit lediglich farblich unterschiedlicher Lackierung. In Krisenzeiten bringt einen das jedoch nicht weiter. Die Sympathiewerte für die FDP bröckeln daher schon seit längerem und bei Wählerliebling Habeck zeigen sich nun erstmals ebenfalls die erste Erosionserscheinungen, nur dass er Umfragemäßig in einer wesentlich komfortableren Position ist als Lindner.

    Meine Frage: Warum bekommt die FDP in Deutschland nichts auf die Kette?
    Ich möchte nicht nur über die Grünen reden, da sind die Macken offensichtlich. Ich möchte auch über die FDP reden, die, wie bereits in #11 beschrieben, am lautesten für die Atomkraft wirbt, aber schon zum zweiten Mal als Regierungspartei nicht in der Lage ist, sich durchzusetzen.
    Wo ist Lindners Kompromissbereitschaft? Was spricht beispielsweise gegen den Deal: Wir führen ein Tempolimit von 130 km/h ein und lassen dafür die letzten drei Reaktoren am Netz?

    Ich empfehle gerne, immer mal wieder zu unseren Nachbarn in den Niederlanden zu schauen, es ist ja nicht so, dass die dort mehr kiffen als wir hier bei uns, (die gehen da nur anders damit um). In den Niederlanden haben sie mittlerweile tagsüber ein Tempolimit von 100 km/h auf den Autobahnen und die Bevölkerung macht das mit. In den Niederlanden wird derzeit nicht darüber diskutiert das letzte AKW in Borssele abzuschalten und in den nächsten Monaten aus der Kernenergie auszusteigen.

    Und der Witz an der Sache: Die Niederlande werden sehr erfolgreich von Liberalen regiert, die seit nunmehr 12 Jahren nicht nur stärkste politische Kraft sind, sondern auch den Ministerpräsidenten stellen, während die Liberalen in Deutschland immer wieder zum Rohrkrepierer werden. Und das liegt sicherlich weder an den Grünen noch an den öffentlich-rechtliche Medien. Das liegt an der eigenen Bräsigkeit und der Lindnerschen Prinzipienreiterei.

  23. #23 | Angelika, die usw. sagt am 7. September 2022 um 12:41 Uhr

    #22
    Ah, NL!
    Der Hype ist ja nett …

    „…Fast ein Jahr brauchte Mark Rutte für die Bildung seiner Regierung…“ ZEIT, Jan 2022

    „…Seine VVD wird die kommenden drei Jahre gemeinsam mit der linksliberalen D66, der christdemokratischen CDA und der ChristenUnion regieren. Sie bildeten bereits in der vorigen Legislaturperiode eine Koalition…“ (s. vorher)

    https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-01/niederlande-regierung-vereidigung-mark-rutte

    Man könnte jetzt noch ins Detail gehen und sich diverse Skandale anschauen.
    Aber Skandale gleiten an ihm ab, hört man. Spitzname Teflon-Mark.

  24. #24 | heiner w sagt am 7. September 2022 um 14:14 Uhr

    „Alle sind dumm, nur ich, Stefan Laurin nicht.“

    Woher willst du eigentlich die Brennstäbe kaufen, wenn nicht aus Russland?

  25. #25 | Stefan Laurin sagt am 7. September 2022 um 15:18 Uhr

    @heiner w: Westinghouse und Areva sind die Marktführer. Ich würde es mal da versuchen.

  26. #26 | heiner w sagt am 7. September 2022 um 17:06 Uhr

    Ja, versuch es da mal. Dass die EU Kernkraftverstromung hoffnungslos auf Uran aus Russland angewiesen ist, kannst du dann später nachholen.

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