Ameisen und Grillen

Von unserem Gastautor Michael Wuliger.

AMEISEN UND GRILLEN
Besser wissen heißt nicht besser können: Warum Intellektuelle in jüdischen Gremien scheitern

Es war bei einem Evangelischen Kirchentag vor einigen Jahren. Auf einer gut besuchten Veranstaltung des “Arbeitskreises Juden und Christen” sprach Micha Brumlik. Das weitgehend christliche Publikum war sichtlich angetan von dem, was er zu sagen hatte. “Der sollte an der Spitze des Zentralrats stehen”, meinte ein neben mir sitzender Herr. “Dann würde auf die Juden mehr gehört.”

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Gastronomie: „Eine zeitnahe Rückkehr zu einer irgendwie gearteten Normalität steht in den Sternen“

Szenenkneipe „Mandragora“ im Bochumer Bermuda-Dreieck (Foto: Roland W. Waniek)

Ein frisches, kühles Fiege-Pils, eine Currywurst  und ein entspannter oder auch aufregender Abend im Bermuda3Eck – für viele Bochumerinnen und Bochumer gibt es kaum Besseres. In normalen Zeiten wird das Treiben in Bochums Kneipenviertel gerne mit einem Augenzwinkern mit dem Ballermann verglichen. Als es aber im März diesen Jahres zum Lockdown kam, war von Normalität nichts mehr zu spüren – weder für Bochumerinnen und Bochumer, die ausgehen wollten noch für Gastronomen, Kino- und Clubbetreiber. Nur langsam wurden die Maßnahmen – unter Beachtung strenger Hygieneauflagen – gelockert. Unser Gastautor  Olaf in der Beek ist Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der FDP Bochum.

Gespräche mit Betroffenen eröffnen einen ernüchternden Blick auf die harten Zahlen und Fakten. Die Unternehmen im Bewirtungs- und Beherbergungsgewerbe gehen auf dem Zahnfleisch.

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Ruhrtriennale: 3 Jahre Carp, 3 Jahre BDS, 3 Ergebnisse

Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp Foto: Edi Szekely/Ruhrtriennale 2018

Wenig Kunst, viel Carp. Das ist ein Ergebnis, das Stefanie Carp, scheidende Intendantin der Ruhrtriennale, am Ende ihrer drei Spielzeiten verbucht, es festzustellen ist nicht neu. Das andere ist, was die Debatten über BDS und hippen Hass auf Israel denn nun erbracht haben, auch da gibt es Ergebnisse, ein gutes und ein schlechtes. Von unserem Gastautor Thomas Wessel.

Dem DLF Kultur hat Stefanie Carp jetzt zum Abschied ein viertelstündiges Interview gegeben, längere Passagen daraus sind unten auf der Seite dokumentiert. Darin bilanziert sie die von ihr ahnungslos ausgelöste („ich wusste damals überhaupt nicht, was BDS überhaupt ist“), dann

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Corona: Die steigenden Zahlen wieder einfangen


Die Sterberate pro bestätigter Fälle (CFR) ist ein recht guter Indikator zur Beurteilung der Testsituation und auch des aktuellen Infektionsgeschehens. Dass der Wert im Ländervergleich so starke Unterschiede aufweist, liegt im Wesentlichen an der Dunkelziffer. Von unserem Gastautor Dirk Specht.

Leider gelingt es vielen Ländern offensichtlich bis heute nicht, eine gute Testbasis aufzubauen. Da die tatsächliche Sterberate (IFR) inzwischen recht gut erforscht ist und sich je nach Situation des Gesundheitssystems sowie der Soziodemografie der Gesellschaften in einer Bandbreite von 0,5% bis maximal 1,5% bewegt, sieht man, dass Südkorea wohl mit der Testung am nächsten an die Wirklichkeit herankommt. Hier dürfte die Dunkelziffer im Korridor von Faktor 2 bis 4 liegen, in Deutschland 5 bis 7, in Italien eher bis zu 20.

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Assmann, Mbembe & Co: „Eine Art Philosophie des Terrors“

Achille Mbembe Foto: Heike Huslage-Koch Lizenz: CC BY-SA 4.0


Setzt es Friedenspreise, setzt Aleida Assmann den Frieden um: Morgens den Rechtsstaat beschimpfen, mittags den Terror beschweigen und abends Achille Mbembe loben, den Troubadix des Terrors. Blick in eine Widersprücheklopferei, frühes 21. Jahrhundert, Teil (II). Von unserem Gastautor Thomas Wessel.

In jeder besseren Preisrede hieß es früher, der Antisemitismus käme aus der Mitte der Gesellschaft, heute drängt alles in eben diese Mitte. Soll man darauf hoffen, dass der Hass auf Juden gerade jetzt, wo er Zulauf kriegt von allen Seiten, in Randzonen flüchtet? Vor zwei Jahren hatte Aleida Assmann den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen und bei dieser Gelegenheit die „Unabhängigkeit des Rechts“ herausgestellt, sie zähle zu den „unstrittigen Überzeugungen“, die eine Gesellschaft tragen. Und ist zugleich das, was Assmann, kommt es ihr zupass, kurzerhand bestreitet:

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Assmann, Mbembe & Co: „Blinde Lässigkeit“

Jan und Aleida Assmann anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2018 Foto: Martin Kraft (photo.martinkraft.com) Lizenz: CC BY-SA 3.0

Früher setzten Widersprüche Einsichten frei, heute setzt es Friedenspreise. Seit sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in Händen hält, hat Aleida Assmann etwas gegen Bücher. Nicht gegen ihre eigenen, gegen die von anderen, sie sammelt Paradoxien: Morgens die Meinungsfreiheit verengen und abends über die „Verengung von Meinungsfreiheit“ klagen, solche Sachen. Blick in eine Widersprücheklopferei, frühes 21. Jahrhundert, Teil (I). Von unserem Gastautor Thomas Wessel.

Vor zwei Jahren hatten Aleida und Jan Assmann gemeinsam den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen und Aleida Assmann die Gelegenheit wahr, ein Lob auf Bücher anzustimmen, wörtlich:

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Corona und Wirtschaftskrise – Ein gesellschaftlich heißer Herbst


Von unserem Gastautor Dirk Specht

Die Pandemie-Kurven im zentraleuropäischen Bereich reagieren nahezu im Gleichschritt und das wohl kaum zufällig mit dem Experiment des Massentourismus. Vom Timing her besonders schlecht, da nun in vielen Bundesländern Schul- und Arbeitsleben wieder beginnen werden. In Spanien steigt nun auch die testpositive Quote (An der Färbung der Kurve zu erkennen), auch das ist kein gutes Signal.

Ich sehe in diesen ersten Trends der Pandemie keine Wiederholung der Entwicklung aus März/April. Wir haben heute eine geringere Dunkelziffer und sind insgesamt gesellschaftlich sowie organisatorisch weiter. Nicht da, wo wir sein könnten und auch sollten, aber es ist nicht März. Weder sind die Zahlen so hoch, noch sind wir so unvorbereitet.

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Corona: Wir haben es in der Hand


Von unserem Gastautor Dirk Specht

Die beigefügte Kurve zeigt die zweiwöchentliche Veränderung bestätigter Covid-19 Infektionen in den europäischen Kernländern der Erkrankung: Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland. Dieser Vergleich der Zahlen mit zwei Wochen Abstand ist der zeitlich längst mögliche Referenzwert zwischen Test- und tatsächlichem Infektionszeitpunkt, da die Infektion in milden Fällen dann meist bereits abgelaufen ist und in schweren Fällen überwiegend im Krankenhaus mündet, wo spätestens bei der Einlieferung ein Test erfolgt ist. Man kann diese

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Ein paar Gedanken zum US-Truppenabzug

Washington Foto: Sven Volmering Lizenz: Copyright

Unser Gastautor Sven Volmering war von 2013 bis 2017 Bundestagsabgeordneter der CDU. Er  trat im Bundestagswahlkreis Bottrop – Recklinghausen III (BottropGladbeckDorsten) an.

2016 gelang mir im September in Washington am frühen Morgen dieses Foto. Es war eher Zufall, dass sich das Paar küsste. So gut wie die beiden verstehen sich die USA und Deutschland im Moment nicht. Der geplante Truppenabzug ist ein schwerer Schlag, der sicherlich zum großen Teil auf amerikanischer Seite durch den Präsidenten innenpolitisch motiviert ist.

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