Sammelband mit Ruhrgebietsreportagen aus fünf Jahrzehnten

Ernest Hemingway 1939 Foto: Lloyd Arnold Lizenz: Gemeinfrei

Vor 100 Jahren erschien die erste Reportage über das Ruhrgebiet. Kein Geringerer als Ernest Hemingway berichtete als Sonderkorrespondent des Toronto Star über die Ruhrbesetzung durch Belgier und Franzosen. Diesen und viele weitere Texte über die Region vereint das Buch „In Sachen Stadtschaft. Literarische Reportagen und Aufzeichnungen zum Ruhrgebiet 1923 bis 1973“, das im Bottroper Verlag Henselowsky Boschmann erschienen ist.

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IG Metall will Vier-Tage-Woche in der Stahlindustrie durchsetzen

Arbeiter am Hochofen Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F079044-0020 / Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Die IG Metall will in der Stahlindustrie eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich durchsetzen. Das werde eine zentrale Forderung der Gewerkschaft in der kommenden Tarifrunde sein, sagte Knut Giesler, IG-Metall-Chef in NRW, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Mittwochs-Ausgabe).

Giesler ist Verhandlungsführer in der nordwestdeutschen Stahlindustrie (NRW, Niedersachsen, Hessen und Bremen), die in aller Regel den Pilotabschluss für die gesamte Branche erzielt. Die Verhandlungen beginnen erst im November, Giesler will aber nach einer breitestmöglichen Beteiligung und Befragung der Beschäftigten noch vor den Sommerferien das Thema Vier-Tage-Woche innerhalb seiner Gewerkschaft festzurren. Davon unabhängig werde es auch eine Lohnforderung geben, die erst kurz vor Verhandlungsbeginn aufgestellt werde.

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„Für die meisten Immobilien bietet das Gebäudeenergiegesetz weder technologieoffene noch bezahlbare Lösungen“

Wohnhaus im Ruhrgebiet Foto: Laurin

Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) verbietet die Bundesregierung ab dem 1. Januar 2024 den Einbau von Öl- und Gasheizungen in Bestandsgebäuden. Die Nutzung von Heizungen mit 65% erneuerbarer Energie wird hingegen Pflicht und in den kommenden Jahren Millionen privater Eigentümer finanziell hart treffen. Die angekündigte Technologieoffenheit bleibt nur Theorie. Technische Barrieren und gesetzliche Einschränkungen lassen in der Regel nur eine Lösung zu: die Wärmepumpe. Für ältere Gebäude sei überdies nur eine sehr teure

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Kommunen kritisieren Habecks Wärmewende-Plan als „unrealistisch“

Robert Habeck Foto: ra****@********il.com Lizenz: CC BY-SA 4.0


Städte- und Gemeindebund-Chef Landsberg: Ausnahmen für ab 80-Jährige verfassungsrechtlich fragwürdig – Verunsicherung der Menschen könnte Klima-Engagement abwürgen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat den Ampel-Gesetzentwurf zum schrittweisen Aus für Gas- und Ölheizungen als „unrealistisch“ kritisiert. Die Wärmewende sei zur Erreichung der Klimaschutzziele notwendig und die Zielrichtung stimme, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Auch die Ankündigung, den Einbau von Wärmepumpen und klimafreundlichen Alternativen zu fördern, sei richtig. „Aber leider ist das nicht mit realistischen Zahlen unterlegt“, so

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Landkreise verlangen kompletten Stopp von Austauschzwang für Heizungen

Gasflamme Foto: iamNigelMorris Lizenz: CC BY 2.0


Deutschlands Landkreise haben einen kompletten Stopp der Ampel-Pläne für einen Austauschzwang für Gas- und Ölheizungen gefordert.

„Wir brauchen längere Übergangsfristen und keinen Austauschzwang: Wer heute eine funktionierende Heizung in Haus oder Wohnung hat, muss diese nutzen können, bis sie kaputtgeht, Punkt“, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

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Wenig Dynamik am Arbeitsmarkt – Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet sinkt nur geringfügig

Agentur für Arbeit in Dortmund Foto: Mathias Bigge Lizenz: CC BY-SA 3.0

Im März 2023 waren im Ruhrgebiet insgesamt 259.863 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind im Vergleich zum Vorjahresmonat (März 2022) 17.104 Personen mehr ohne Arbeit, was einer Zunahme von 7,0 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Februar 2023 ist die Zahl der Arbeitslosen leicht um 450 Personen gesunken (-0,2 Prozent). Die Stagnation am Arbeitsmarkt ist dabei maßgeblich auf die Zurückhaltung vieler

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Die Mehrheit der Fußball-Fans tippt auf erneute Bayern-Meisterschaft – dem BVB gönnen sie die meisten

Die Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt

Die Einschätzung der Fans in Deutschland ist eindeutig: der Rekordmeister aus München wird in dieser Saison den elften Titel in Folge einfahren. Das ergab eine im Auftrag von Sky Deutschland durchgeführte repräsentative Umfrage unter Fußball-Interessierten (n = 1.034), die während der Länderspielpause durchgeführt wurde.59 Prozent glauben, dass die Bayern sich auch in dieser Saison die Deutsche Meisterschaft sichern werden, nur 28 Prozent erwarten den aktuellen Tabellenführer aus Dortmund auch am Ende ganz oben.

Noch klarer ist das Bild in Bayern: hier erwarten 78 Prozent einen Bayern-Triumph, während nur 14 Prozent dort den BVB nannten. In Nordrhein-Westfalen glauben immerhin 38 Prozent an einen schwarz-gelben Triumph bei immer noch 53 Prozent für den Rekordmeister.

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Bodo im April: Crossover statt Konkurrenz

Bochums Musikszene, Dortmunds Opernchef, die Knef in Castrop, Martens Deiche, Hernes Alter Wartesaal, in Witten heißt Kijamii sozial, Housing Action Days, 40 Jahre Frauenfilmfestival  das Straßenmagazin im April.

Crossover statt Konkurrenz: Wie beschreibt die gegenwärtige Generation Bochumer Musiker das Leben und Arbeiten in der Stadt und den Zustand der Branche nach drei Jahren Corona? Ein Treffen mit Tia Lou, Dominik Buch, Nadia Ihjeij und Pele Caster.

Die Oper ist eine Kunstform, die gerne große Emotionen transportiert. Da ist es irritierend, auf Heribert Germeshausen, den Intendanten des kürzlich zur Oper des Jahres gekürten Dortmunder Hauses zu treffen. Der wirkt eher nüchtern, professionell, manchmal geradezu beamtisch genau. Aber es steckt mehr in ihm.

„Pflege ist eigentlich etwas Schönes“: Tatjana, Lukas und Philipp arbeiten in Dortmunder Gesundheitseinrichtungen. Sie sind jung, examinierte Fachkräfte mit Berufserfahrung ‑ und zunehmend frustriert. Ein Gespräch über chronische Unterbesetzung, gesperrte Betten und kurze Zündschnüre.

Im Dortmunder Stadtteil Marten zeugen hohe grasbewachsene Deiche, Terrassen, steile Böschungen und nicht zuletzt enorme Sperrtore aus Beton von massiven Eingriffen des Menschen in die ursprüngliche Landschaft. Vorkehrungen gegen das nächste Jahrhunderthochwasser.

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Kein Fremdenhass durch KZ-Nähe

Tor zum Lager im KZ Buchenwald Foto: Andreas Trepte Lizenz: CC BY-SA 2.5


Je näher man an einem ehemaligen Konzentrationslager lebt, desto eher neigt man zu Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz? Nein, sagen Politikwissenschaftler der Universitäten Duisburg-Essen (UDE), Cornell und Irvine (Kalifornien) – und widersprechen damit einer Studie von 2020, die Folgen für die Erinnerungsarbeit hätte. Ihre Analyse haben die Forscher nun im American Political Science Review veröffentlicht.

Im selben Magazin hatte 2020 ein amerikanisches Team mit diesem Ergebnis für Aufsehen gesorgt: Wer heutzutage in der Nähe zu Konzentrationslagern lebt, ist fremdenfeindlicher. Das interpretierten die Autoren als eine Art Abwehrreaktion gegenüber Schuldgefühlen, die durch die Konzentrationslager als Erinnerung an die Gräueltaten der NS-Zeit hervorgerufen werden. „Die Studie ließ uns aufhorchen: Denn man erwartet

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Öffentliche Schulden steigen Ende 2022 auf neuen Höchststand von rund 2,37 Billionen Euro

Rathaus Bochum Foto: Laurin


Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2022 mit 2 367,3 Milliarden Euro verschuldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, stieg die öffentliche Verschuldung gegenüber dem Jahresende 2021 um 2,0 % oder 46,1 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Ende des 3. Quartals 2022 nahm die Verschuldung um 1,8 % oder 41,9 Milliarden Euro zu. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug 28 155 Euro. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute sowie der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.

Die Schulden des Bundes stiegen zum Jahresende 2022 gegenüber dem Jahresende 2021 um 4,6 % beziehungsweise 71,9 Milliarden Euro auf 1 620,4 Milliarden Euro. Dies ist vor allem auf den weiterhin erhöhten Finanzierungsbedarf infolge der Pandemiesituation der vergangenen Jahre und der aktuellen Energiekrise zurückzuführen. Gegenüber dem 3. Quartal 2022 stieg die Verschuldung des Bundes um 2,9 % oder 46,1 Milliarden Euro.

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