Libyen: Und was nun?

Karte: Wikipedia

Gaddafi schießt die Revolution in Libyen zusammen und die Welt schaut zu.  Einmal mehr zeigt sich: Wenn es ernst wird, kommt der Pazifismus an seine Grenzen.

Gaddafi ist in die Offensive gegangen und und droht mit tausenden Toten. Da kann man sich jetzt auf einen pazifistischen Standpunkt zurückziehen und es sich einfach machen. Vor allem, wenn man nicht das Risiko hat, zu den Opfern Gaddafis zu gehören. Und wer der wirklich Böse ist, ist natürlich auch klar: Der Westen natürlich…

Vor der Küste Libyens formieren sich Kriegschiffe der USA und auch Deutschlands. Noch wird ein militärisches Eingreifen dementiert. „Humanitäre Hilfe dient als Vorwand für eine bevorstehende militärische Intervention der westlichen Staaten in Libyen.“ erklärt Nuri Aygün, Mitglied des Landesvorstandes DIE LINKE. NRW. Aygün weiter:
„Wenn humanitäre Hilfe ernst gemeint wäre, müsste der Umgang mit den Flüchtlingen in Europa  nicht so schäbig sein. Das Verhängen von Sanktionen, ein Flugverbot über das Staatsgebiet von Libyen und die Verstärkung von militärischer Präsenz vor Libyen sind Zeichen in Richtung eines militärischen Eingreifens in Libyen.

Ich glaube zwar, dass die meisten Menschen in Libyen im Augenblick andere Sorgen haben als  Genosse Aygün, aber die leben ja auch nicht im idyllischen Hamm.

Der Spiegel hat die verschiedenen Optionen aufgelistet – vom Flugverbot bis zum Einsatz von Bodentruppen. Keine von ihnen klingt wirklich gut. Aber vielleicht kann ja der Westen arabische Truppen dabei unterstützen, zumindest  ein Flugverbot durchzusetzen. Immerhin sieht sich Ägypten als regionale Macht. Nun ist ein guter Zeitpunkt um zu zeigen, dass das Land diesem Anspruch auch gerecht wird.

Es ist auf jeden Fall der Zeitpunkt gekommen, die verschiedenen Möglichkeiten zu diskutieren. Und militärische Optionen gehören zu den Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen.  Die Libysche Opposition ist in der Frage einer Intervention gespalten. Wenn sie allerdings gefordert wird, wird der Westen handeln müssen.

Der Ruhrpilot

Leah vermisst ihren Hasi. Foto Privat/Ruhr Nachrichten

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Kommunalwahl 2009: Dortmunder durften verarscht werden

Das Dortmunder Rathaus

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat entschieden: Die Kommunalwahl in Dortmund muss nicht wiederholt werden.

Die Ruhr Nachrichten melden gerade, dass das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen der Klage von 11 SPD-Ratsmitgliedern und einem Rechtsradikalen gegen den Beschluss des Dortmunder Rates, die Kommunalwahl 2009 zu wiederholen,  erfolgreich war. Der Dortmunder Rat wollte die Wahl wiederholen, weil einen Tag nach der Wahl der damalige Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer (SPD) überraschend ein Haushaltsloch von gut 100 Millionen Euro bekannt gab. Vor der Wahl hatte die SPD immer ihre solide Haushaltsführung betont – und hatte bei der Wahl gut abgeschnitten. Die Mehrheit der Ratsmitglieder sahen darin einen Wahlbetrug. Die Verwaltungsjuristen in Gelsenkirchen nicht:

Die Wahl zum Stadtrat in Dortmund muss nicht wiederholt werden, da nicht davon auszugehen ist, dass der Wahlausgang durch eine ordnungs- und pflichtwidrige Amtshandlung der damaligen Stadtspitze beeinflusst wurde.

Dies entschied heute die 15. Kammer des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen, nachdem der ehemalige Oberbürgermeister und die ehemalige Stadtkämmerin als Zeugen zu den Umständen gehört wurden, die einen Tag nach der Kommunalwahl 2009 zur Verhängung einer ab dem 1. September 2009 wirksamen Haushaltssperre geführt haben.

Dortmunder dürfen also verarscht werden.

Die Dortmunder SPD hatte sich übrigens  für Neuwahlen ausgesprochen und auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) stellte sich im vergangenen Jahr erfolgreich erneut dem Votum der Wähler.  Eine Haltung, die den roten Hinterbänklern und dem DVU-Ratsvertreter,  die gegen den Rat klagten, fremd zu sein scheint. Gegen das Urteil kann der Rat Berufung einlegen.

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Tom Wolfe ist 80

Ohne ihn wären viele Texte, die wir heute lesen, deutlich langweiliger: Tom Wolfe, Schrifsteller und Journalistm gehört, neben Hunter S. Thompson, Truman Capote und Norman Mailer, zu den Begründern des New Journalism.

Aus der literarischen Tradition der »Beat Generation« wuchs mit der Hippie-Bewegung das Bestreben engagierter Schreiber, neue journalistische Formen auszuprobieren, die unmittelbarere Ausdrucksformen gestatteten und den Leser stärker zu fesseln vermochten. Das ist der »New Journalism«.

Das schreibt   Wilhelm Ruprecht Frieling im  literaturzeitschrift.blog. Die Texte wurden persönlicher, die Autoren spielten häufig selbst eine wichtige Rolle, die Grenzen zwischen Literatur und Journalismus wurden durchbrochen. Dabei waren die Texte immer exzellent recherchiert – wie bei der Wattenscheider Schule.

Ob die Reportage Die Helden der Nation über der Anfänge der US-Raumfahrt, die Romane Fegefeuer der Eitelkeiten oder Ich bin Charlotte Simmons – ich kenne keinen Text von Tom Wolfe, den ich nicht mit absoluter Begeisterung gelesen habe. Heute wird der Mann im weißen Anzug 80 – herzlichen Glückwunsch.

Der Ruhrpilot

Leah vermisst ihren Hasi. Foto Privat/Ruhr Nachrichten

Dortmund: Alle suchen Hasi…Ruhr Nachrichten

Herzlichen Glückwunsch: Tom Wolfe zum Achtzigsten…FAZ

Ruhrgebiet: Das Revier kriegt nasse Füße…Der Westen

Bochum: Einzelhandel muss kämpfen lernen…Ruhr Nachrichten

Bochum II: Kirchen und Gewerkschaften wollen Allianz für freien Sonntag bilden…Der Westen

Dortmund II: Spieplan im Theater Dortmund ist bunt und abwechslunsgreich…Ruhr Nachrichten

Dortmund III: Rumänen und Bulgaren räumten Häuser in der Nordstadt…Der Westen

Duisburg: Zeitplan für Verkauf des Theaters am Marientor wird enger…Der Westen

Umland: Gewerkschafter demonstrieren in Düsseldorf…Zoom

Umland II: Bremerhaven kämpft gegen den Verfall…Zeit

Guttenberg: Bedeutungsverlust…Post von Horn

Guttenberg II: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat?…Netzpolitik

Guttenberg: Weil sich Leistung lohnen muss…

Mit Karl Theodor zu Guttenberg hat ein Liebling der Massen das Kabinett verlassen. Gescheitert ist er an seiner Verachtung gegenüber den bürgerlichen Konventionen.

Ein herausragendes Merkmal des Adels ist, dass ihm das Leistungsprinzip weitgehend unbekannt ist. Man ist was man ist und hat was man braucht. Und was man nicht hat und trotzdem braucht, nimmt man sich eben. Zum Beispiel einen Doktortitel.

Die Verachtung des Leistungsprinzips klingt irgendwie ein wenig nach Linkspartei und tatsächlich: In der gemeinsamen Verachtung der Leistungskultur sind sich Adel und Kader  erstaunlich nahe.

Jemand der dem bürgerlichen Pendant zum Adelstitel mit so viel Verachtung gegenüber tritt wie Guttenberg dem Doktortitel konnte in einer Koalition, deren Anhänger sich zum größten Teil als zum Bürgertum gehörend definieren nicht überleben. Franz Walter hatte das gestern auf Spiegel.de schön beschrieben:

Nun dämmert den akademisch-arrivierten Mittelschichten mit Hochschulzertifikaten, dass die Nonchalance der CDU-Granden und Guttenberg-Apologeten – „was sind schon Fußnoten“; „scheiß was auf den Doktor“ – ihre Berechtigungsausweise für berufliche Erfolge und gesellschaftliche Statuspositionen gefährdet.

Ein solches Statustdenken kommt jemanden wie Guttenberg wahrscheinlich ziemlich piefig vor. Er bekam alles zur Geburt geschenkt – Kontakte, Reputation und Geld. Erarbeiten musste sich so einer nie irgendwas. Wie sollte er Achtung vor der Leistung anderer entwickeln? Die Verachtung des bürgerlichen Leistungsprinzips wurde ihm zum Verhängnis. Und das ist gut so – denn Leistung muss sich wieder lohnen.

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Das Problem mit den Gänsereitern und ihren Gegnern

Gänsereiter in Wattenscheid Foto: CA_Rotwang Lizenz: CC Quelle: Wikipedia

In Bochum Wattenscheid werden Reiter aus zwei Vereinen an Rosenmontag wieder versuchen Gänsen den Kopf abzureißen. Wie jedes Jahr wird es dagegen Protest geben.

Ja, so ist Wattenscheid. Während sich die Rheinländer im Karneval redlich um die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten mühen, mag es der Wattenscheider etwas rustikaler: Auf einem Pferd reitend versuchen die Mitglieder zweier Vereine toten Gänsen den Kopf abzureißen. Das mag ein alter Brauch sein, aber ist trotzdem stil- und geschmacklos. Als ich Mitte der 90er nach Bochum zog fand ich das Treiben in Wattenscheid sehr befremdlich und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Irgendwelche rotgesichtigen Vereinsmeier, die starr auf ihren Traditionen beharren – das mag ich nicht.

Mein Problem: Ich mag auch keine Tierrechtsaktivisten, die gegen solche Vereinsmeier protestieren. Was sie jedes Jahr in Wattenscheid tun. Die meisten die ich kenne sind Hysteriker. Im schlimmsten Fall vergleichen sie Hühnerställe mit Konzentrationslagern. Im nicht schlimmsten Fall nennen sie jeden Leberwurstesser einen Mörder.

Gänse, die mag ich. Sie gehören, kross gebraten und mit Rotkraut und Klößen, zur Vorweihnachtszeit. Von da an ist mir der Vorwurf, die Gänsereiter würden Tiere nur zum Spaß töten, eher befremdlich: Auch ein Gänseessen macht Spaß und da ich mal davon ausgehe, dass ich bislang keine Suizid-Gans auf dem Teller hatte, wurde das Viech zu meiner Unterhaltung getötet. Kann ich mit leben. Die Gans zugegebenermassen nicht.

Am Montag werden sich also zwei Gruppen, die ich nicht ausstehen kann,  in einem Stadtteil, den ich nicht mag, gegenüberstehen: Gänsekopfabreißer und Hippies. Und das in Wattenscheid. Wie gut dass es eigentlich keinen vernünftigen Grund gibt, dahin zu fahren. Auch Rosenmontag nicht. Kann man das Boykott nennen? OK. Ich boykottiere also das Gänsereiten und den Anti-Gänsereiter-Protest. Und freue mich schon jetzt auf die Martinsgans.