Der Ruhrpilot

NRW: Wir machen die Welt wie sie uns gefällt…F!XMBR

NRW II: Die Ampel springt auf Schwarz-Rot…Focus

Opel: CDU-Politiker gegen Staatshilfen…Welt

Karstadt: Investor mit Sammler-Gen…FAZ

Essen: Grüne gegen SPD…Der Westen

Bochum: Seltene Wasserralle könnte DüBoDo noch stoppen…Der Westen

Bochum II: „Nora“ von Ibsen beschließt Goerdens Intendanz…Ruhr Nachrichten

Ruhr2010: Gentleman-Club im Gastank…Spiegel

Ruhr2010 II: Kryptonite und Kunst im ASH…Hometown Glory

Ruhrgebiet: Ruhrländer oder Münsterpott?….Westfälischer Anzeiger

Kultur: Wer Raubkopiert stiehlt Filme…Patje

Internet: Hacker an die Macht…Zeit

Internet II: Hilfe, ein unverschlüsseltes WLAN…Law Blog

Umland: Bildungszentrum Sorpesee soll geschlossen werden…Zoom

Ruhrgebiet: Fröhliches Kannibalisieren

Das Ruhrgebiet schrumpft. Gleichzeitig nehmen die Einzelhandelsflächen zu. Die Konsequenz: Fast alle Einkaufsstandorte werden schwächer.

Im Ruhrgebiet leben immer weniger Menschen. Diese Erkenntnis ist weder überraschend noch neu: Es gibt zu wenige Jobs, die Arbeitslosigkeit ist hoch und das Bildungsniveau zu niedrig   und dazu kommt obendrauf ein ordentliches Imageproblem.

Eigentlich wissen das alle, nur die Stadtplaner nicht. Sie haben dafür gesorgt dass die Einzelhandelsflächen im Ruhrgebiet gewachsen sind. Mehr Ladenfläche für immer weniger Menschen mit immer weniger Kaufkraft. Eine Studie der IHK aus  Duisburg zeigt das. Allein seit 2001 sind die Einzelhandelsflächen um sportliche 15,6 Prozent gestiegen. Die Zahl der Ruhrgebietler nahm hingegen um 3,6 Prozent ab. Vor allem neue und erweiterte Einkaufszentren wie der Limbecker Platz in Essen haben diese Entwicklung verursacht.

Und der Wahnsinn geht weiter: In Bochum ist ein neues Einkaufszentrum in der Innenstadt geplant. In Dortmund wird auf dem ehemaligen Thier-Gelände bald eins eröffnet. In Duisburg wird auf dem Gelände neben dem Hauptbahnhof kein Büroquartier entstehen sondern wahrscheinlich ein Möbel-Bunker. In Recklinghausen soll auch ein Center kommen.

Opfer dieser Entwicklung sind die Innenstädte. Die waren im Ruhrgebiet noch nie attraktiv. Was an schöner Architektur den Krieg überdauerte vernichteten die Stadtplaner. Nun drohen sie endgültig zu veröden, denn gegen die Center werden sie in den meisten Fällen den Kürzeren ziehen. Es gibt eine erfolgreiche Kooperation der Städte? Der Blick auf die Tabelle zeigt, dass es sich dabei um eine Legende handelt. Nur beim betteln hält man zusammen. Ansonsten bestimmt die Kirchturmpolitik nach wie vor den Alltag.

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Kreativwirtschaft: Der Konkurrent heißt Shanghai

Die Kreativwirtschaft soll ein Motor der wirtschaftlichen Erneuerung des Reviers werden. Der Vergleich mit Düsseldorf und Köln fällt wenig schmeichelhaft aus.

Die 2006 geschlossenen Zeche Dinslaken-Lohberg ist eines der acht Kreativquartiere des Ruhrgebiets. Die sollen, so einst die Planung der Kulturhauptstadtmacher, Kristallisationspunkte eines wirtschaftlichen Aufbruchs werden. Der Plan: Das  Ruhrgebiet soll sich durch die Kreativwirtschaft erneuern. Neue Jobs sollen entstehen, das Revier insgesamt dadurch auch für Unternehmen attraktiver werden. Auf Lohberg haben sich Künstler angesiedelt, die sich auf einen Aufruf der Stadt und des Zechenbesitzers, der RAG Montan Immobilien, gemeldet haben. Sie zahlen nur eine kleine Miete. Für Stefan Conrad von der RAG ein Übergangskonzept: „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen. Wenn wir eines Tages diese Räume zu einem höheren Preis vermieten können, werden wir es tun.“ Für die Künstler würde man dann auf dem Gelände neue Räume finden. Platz genug gibt es auf dem Zechengelände. Für viele Gebäude bestehnt noch kein Plan für ein neue Nutzung.

So erfolgreich Lohberg auf den ersten Blick ist, den Eindruck wirtschaftlichen Aufbruchs macht das Kreativquartier nicht. Und auch sonst wird die Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet kaum ihrer Rolle als Hoffnungsträger gerecht. 22.400 Unternehmen hat die Branche im Revier. 11.300 von ihnen hatten 2007 einen Umsatz von weniger als 17.500 Euro und fielen damit noch nicht einmal unter die  Umsatzsteuerpflicht. Von den 86.000 Erwerbstätigen der Branche im Revier war zudem 2007 mehr als jeder Vierte ein Minijobber. Gerade einmal die Computerspieleindustrie konnte nennenswerte Zuwächse verzeichnen. Wie die Situation heute in der Krise ist, weiß niemand. Zahlreiche Verlage und Agenturen haben in den beiden vergangenen Jahren maasiv Personal abgebaut. Erst in der vergangenen Woche hat die VVA aus Essen Insolvenz angemeldet.

Das dürfte zu einem Anstieg der Unternehmenszahlen der Branche geführt haben, denn viele der Entlassenen haben sich selbstständig gemacht und kämpfen nun um den kleiner gewordenen Kuchen.

Vergleicht man die Bedeutung der Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet mit der in Düsseldorf und Köln wird deutlich, wie bestimmend das Wunschdenken bei der Betrachtung der Potentiale dieses Wirtschaftszweiges ist: Die Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet ist nach den Beschäftigtenzahlen einer Studie der Landesregierung insgesamt kleiner als in Düsseldorf und Köln. Dabei hat das Revier zehn mal so viele Einwohner wie Düsseldorf und fünf mal so viele wie Köln.

Von einem großen wirtschaftlichen Potential will Dieter Gorny, der für die Kreativwirtschaft zuständige Direktor der Ruhr2010-GmbH auch nicht mehr sprechen: „Wir wollen aufzeigen, wie wichtig die Kreativen für das Ruhrgebiet sind und haben es geschafft, dass die Städte und Wirtschaftsförderer heute wissen, dass es diese Branche überhaupt gibt, und dass sie wichtig ist und ein großes Potential hat.“ Der ehemalige Chef des Musiksenders VIVA erwartet keine Wunder mehr, sieht aber noch immer Entwicklungschancen:„ Woher sollen denn  die neuen Jobs sonst kommen?“ Nun, nicht von Gornys Ruhr2010: Ob Ruhr2010 Leitagentur, Ruhr2010 TV oder die schwächelnde Internetseite 2010lab – die spektakulären Kulturhauptstadtaufträge gingen an den Unternehmen im Ruhrgebiet vorbei.

Andere Projekte, wie ein Immobilienpool für junge Kreative, sind noch nicht einmal gestartet. Auch in den Städten glaubt man nicht mehr an den Boom der Kreativwirtschaft. Bochums Kulturdezernent Michael Townsend: „Man darf da keine übertriebenen Erwartungen haben.“

Das sieht auch Werner Lippert, der für die Kreativwirtschaft in NRW zuständige Clustermanager so: „Wir leben in einer Zeit der globalen Märkte. NRW steht auf dem Feld der Kreativwirtschaft im Wettbewerb mit New York und Shanghai.“ In dieser Liga kommt das Ruhrgebiet als Standort nicht vor. Gerade die Szeneviertel in Bochum, Dortmund und Essen hätten im Ansatz die urbane Qualität, das Gemisch aus Kneipen, attraktiven Altbauten und Unternehmen, die ein Kreativquartier mit einer gewissen Strahlkraft ausmachen würden. Lohberg und all die anderen Bemühungen um Kreative findet Lippert trotzdem gut: „Das ist schön für die Agenturen, Maler und Musiker in diesen Orten.“ Daran, dass dort die Grundlage für eine wirtschaftliche Erneuerung entsteht, glaubt er nicht.

In der Welt am Sonntag habe ich gemeinsam mit Guido Hartmann einen Text zum selben Thema veröffentlicht.

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Update: Nachtschachtzeichen steigen

Gerade ist die Entscheidung gefallen: Die Nachtschachtzeichen sollen steigen. Allerdings nur 30 Meter hoch.

Hier die neueste Pressemitteilung von Ruhr2010:

„Das RUHR.2010-Großprojekt SchachtZeichen wird am heutigen Pfingstmontag von 22 bis 1 Uhr mit dem „Ballon-Glühen“ (NachtSchachtZeichen) fortgesetzt – auf einer Sicherheitshöhe von 30 Metern in der ganzen Metropole Ruhr. Die Entscheidung war in Absprache mit der Bezirksregierung zunächst wegen böiger Windverhältnisse verschoben worden. Der Auftakt von SchachtZeichen hatte bei Bewohnern wie Besuchern der Kulturhauptstadt großen Anklang gefunden, überall an den 311 Standorten herrschte Feierstimmung. Bedauerlicherweise kam am Pfingstmontag die Witterung in die Quere und hatte ein Auflassen der Ballone zunächst nicht zugelassen. „Das kann man nicht beeinflussen“, so RUHR.2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen. „Was bedauerlich ist, dass es drei Fälle von Vandalismus gegeben hat.“ Die Sicherheitsvorkehrungen würden nun nochmals verschärft.“

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