
Am vergangenen Sonntag folgte ich einer Einladung und sprach auf der Kundgebung „Pulse of Europe“ in Bochum über Pressefreiheit und Europa. Besonders freundlich fiel meine kleine Ansprache nicht aus. Aber lest selbst:
Es gab mal eine Zeit, in der ich ein begeisterter Europäer war. Das fiel mir nicht schwer: mein Vater ist Kreter, stammt also von der Insel, auf der die Königstochter Europa, die dem westlichen Zipfel der großen, asiatischen Landmasse ihren Namen gab, diese erstmals betrat. Mein Großvater mütterlicherseits war Jugoslawe, mit einer nationalen Identität konnte ich also nie viel anfangen und da kam Europa gerade recht.
Früher verschaffte Europa, verschafften seine Institutionen mir mehr Freiräume: Modems, in Deutschland lange illegal, waren auf einmal zu kaufen, weil Europa den Markt öffnete. Man konnte jetzt ins Internet und musste keine teuren Geräte mehr bei der Post kaufen. Reisen über Ländergrenzen hinweg wurde immer einfacher, irgendwann kam der Euro und man konnte überall mit demselben Geld zahlen. Europa war eine gute Sache, Europa schuf Freiräume.






