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„Besorgte Bürger“ versuchen in Herne Fuß zu fassen

Besorgte Bürger spazieren in Herne. (Symbolfoto: Flickr/ Erm What/ CC BY 2.0)

Nach Düsseldorf, Köln und Essen versuchen sogenannte „besorgte Bürger“ auch in Herne seit zwei Wochen ihren eigenen, selbst erklärten Sicherheitsdienst zu etablieren. Die Polizei schaut dabei bisher nur zu.

Bereits am 06. und am 13. August sammelte sich ab 18 Uhr eine Gruppe hauptsächlich männlicher Teilnehmer aus dem Fußballspektrum am Herner Europaplatz, um im Stile einer selbst ernannten Bürgerwehr durch die Herner Innenstaqdt zu patroullieren. Waren es beim ersten Mal noch etwa 20-30 Nazihools, die einem eigenen Aufruf aus den sozialen Medien folgten, waren es am folgenden Dienstag mit Verstärkung aus umliegenden Städten etwa 40-50 Teilnehmer.

Wer aber sind diese „besorgten Bürger“ in Herne?


Entgegen ihres angeblichen „Mottos“, gegen ein „Unsicherheitsgefühl“ in der Stadt friedlich auf die Straße zu gehen, sind die Teilnehmer der „Spaziergänge“ keine unbeschriebenen Blätter. Die selbst ernannten „Retter der Sicherheit“ sind z.T. wegen Gewaltdelikten o.ä. bereits vorbestraft oder zumindest aufgefallen. Dazu gesellen sich diverse Männer aus dem Nazihool-Spektrum von Westfalia Herne, Leute aus dem HogeSa-Umfeld, auswärtige Hools.
Die Strategie dahinter ist einfach: So soll einerseits in Folge eines steigenden Unsicherheitsgefühls, entgegen einer tatsächlich sinkenden Kriminalitätsrate, das subjektive Angstgefühl ggü. „Nicht-Deutschen“ bestärkt, und auf der anderen Seite eine Machtdemonstration auf öffentlichen Plätzen suggeriert werden. Entgegen ihrer sonstigen, eher gewalttätigen Aktivitäten, wird auf den „Spaziergängen“ im ersten Schritt zunächst auf Parolen und Banner verzichtet, um ein nach außen hin friedliches Bild zu propagieren. Durch diese Taktik versucht man, Schulterschlüsse mit anderen rechtsgerichteten oder tatsächlich verunsicherten Menschen zu schließen. Außerhalb dieser offiziellen „Spaziergänge“ bleiben die Teilnehmer weiterhin gewalttätig aktiv. So soll in der vergangenen Woche der Besitzer eines Sushi-Ladens in der Herner Innenstadt am Europaplatz von Teilnehmern dieser Gruppe angegriffen worden sein.
Die Polizei befindet sich derzeit noch in einer beobachtenden Rolle und ordnet die Märsche, trotz öffentlicher Mobilisierung und klaren politischen Aufrufen im Internet, nicht als Demonstrationen ein.
Immerhin scheint der Schulterschluss zwischen Nazihools und anderen „besorgten Bürgern“ in Herne nur behäbig und mit Unterstützung aus den umliegenden Städten zu klappen. Auf der anderen Seite formiert sich aktuell die Herner Zivilgesellschaft. So wird u.a. von verschiedenen Privatpersonen bereits zu einem „Gegenspaziergang“ aufgerufen und für den kommenden Dienstag ist ab 17:30 Uhr auf dem Robert-Brauner-Platz in der Herner Innenstadt eine größere Bündnisdemonstration angemeldet.

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5 Kommentare zu “„Besorgte Bürger“ versuchen in Herne Fuß zu fassen

  • #1
    Jens Giesemann

    Wenn Menschen um ihre Sicherheit besorgt sind, wird das einen Grund haben. Es ist die Aufgabe aufrichtiger Journalisten, hier investigativ zu werden.
    Das findet man in eurem Artikel nicht. Nur Hetze. Ausgrenzung andersdenkender. Euer Weltbild ist richtig, nichts anderes. Keine Selbstkritik.

    Ihr nennt sie Nazis und seid selber welche.

  • #2
    Stefan Laurin

    @Jens Giesemann: Wer mit SS Siggi und Brück marschiert, sollte nicht rumjammern als wär er ohne Socken in Stalingrad.

  • #3
    thomas weigle

    @ Stefan Laurin Es ist doch so: spüren die (Neo)Nazis auch nur einen Hauch Gegenwind, geben sie Sturmwarnungen ohne Ende aus. Nix Neues also an und in der Rechtsfront.

  • #4
    Tornax

    Ich bitte die Gleichstellung von Ork-Stormboyz mit diesem Nazipöbel zu unterlassen. Die einen sind eine stumpfe Gruppierung, die nichts als Krieg, Kampf und Gewalt kenn und zu keinem rationalen Gedanken fähig ist, die andere ist eine Rasse aus einem Science-Fiction Tabletop

  • #5
    Maximiliam

    Demonstranten sind Rechte, Ausländerkriminalität nur ein Mytos. Gegendemonstranten sind ausschließlich "Privatpersonen der Herner Zivilgesellschaft" keinesfalls Demokratiefeindliche Linksextreme.
    Braucht man sich nicht zu fragen wo der Autor politisch Verortet ist.

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