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Bisher nur 0,5% der Heimbewohner zweitgeimpft – Berlin führend, NRW auf Platz 6

Risikogruppe über 80 Jahre: Ältere Menschen stärker durch Corona gefährdet (Foto: Roland W. Waniek)

Risikogruppe über 80 Jahre: Ältere Menschen stärker durch Corona gefährdet (Foto: Roland W. Waniek)

Corona gefährdet sie ganz besonders: Pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen. Knapp eine Million von ihnen gibt es in Deutschland. Sie sind meist alt und krank. Zahlreiche Heime waren und sind Hotspots von COVID-19-Erkrankungen, oft mit sehr schweren Verläufen bis hin zum Tod. Daher genießen Heimbewohner höchste Priorität in der Corona-Impfkampagne. Bislang haben rund 40% von ihnen ihre erste Impfung, aber nur 0,5% die eigentlich schutzbringende zweite Impfung erhalten. Die Impfzahlen in den Bundesländern sind sehr unterschiedlich. Ein Vergleich…

Die Corona-Impfverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn legt fest, welche Risikogruppen zuerst dran sind mit der COVID-19-Impfung. Denn der Impfstoff ist knapp in Deutschland, sehr knapp. Pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen gehören zur Gruppe mit höchster Priorität.

Von den rund 950.000 stationär gepflegten Menschen haben Stand 18. Januar knapp 400.000 ihre Erstimpfung erhalten. Dies entspricht einem Anteil von 40%. Eine (fast) vollständige Immunität gegen Corona erreicht man allerdings erst mit der zweiten Impfung.

Ohne Zweitimpfung geht gar nichts

Beide derzeit in Deutschland verfügbaren mRNA-Vakzine, BioNTech und Moderna, erfordern zwei Impfungen. Sie müssen in einem Abstand von mindesten 21 und höchstens 42 Tagen gesetzt werden. Erst dann ist ein Mensch mit hoher Sicherheit immun gegen eine Infektion mit Sars-CoV-2.

Berlin führend bei Impfung von Pflegebedürftigen

Bisher haben in ganz Deutschland lediglich ganze 4.500 Bewohner von Pflegeheimen beide Impfungen erhalten. Dies sind mikroskopische 0,5% aller stationär Gepflegten. Nur in acht der 16 Bundesländer fanden überhaupt Zweitimpfungen statt. Führend ist Berlin, das alleine knapp 1.700 Pflegebedürftige in der zweiten Runde geimpft hat. Das sind 5% der Heimbewohner. Auf Platz 2 folgt Hessen mit rund 1.100 Menschen, allerdings mit einer deutlich schwächeren Quote von 1,7%.

NRW führt bei Erstimpfungen

Nordrhein-Westfalen hat knapp 700 Pflegebedürftige zweitgeimpft, steht aber mit einer Impfquote von 0,3% nur auf Platz 6. Allerdings ist NRW führend bei der Erstimpfung: knapp 110.000 von rund 200.000 Heimbewohnern sind schon geimpft. Die Quote liegt bei 55%. Bayern folgt mit knapp 65.000 Erstgeimpften (49%) auf Platz 2, hat aber keine Zweitgeimpften vorzuweisen.

Schlusslicht im Bundesländer-Vergleich ist Thüringen, das erst 10% seiner Pflegebedürftigen erstgeimpft und noch keinen einzigen zweitgeimpft hat.

Bundesländer-Ranking: Erst- und Zweitgeimpfte in Pflegeeinrichtungen

Platz  Bundesland Pflegebedürftige stationär 1. Impfung Anteil 2. Impfung Anteil
1. Berlin 34.000 25.336 74,5% 1.655 4,9%
2. Hessen 63.000 28.459 45,2% 1.078 1,7%
3. Hamburg 18.000 6.369 35,4% 214 1,2%
4. Sachsen-Anhalt 35.000 14.609 41,7% 359 1,0%
5. Rheinland-Pfalz 42.000 20.048 47,7% 192 0,5%
6. NRW 199.000 108.365 54,5% 676 0,3%
7. Niedersachsen 116.000 40.119 34,6% 242 0,2%
8. Sachsen 60.000 11.166 18,6% 105 0,2%
9. Bremen 7.000 4.533 64,8% 0 0,0%
10. Mecklenbg.-Vorp. 25.000 15.987 63,9% 0 0,0%
11. Bayern 131.000 64.585 49,3% 0 0,0%
12. Schleswig-Holstein 40.000 18.323 45,8% 0 0,0%
13. Saarland 13.000 5.560 42,8% 0 0,0%
14. Baden-Württembg. 111.000 23.375 21,1% 0 0,0%
15. Brandenburg 31.000 4.790 15,5% 0 0,0%
16. Thüringen 30.000 2.892 9,6% 0 0,0%
Deutschland 955.000 394.516 41,3% 4.521 0,5%

Datenquellen: Robert-Koch-Institut (RKI) und Statistisches Bundesamt (Destatis); eigene Berechnungen; Anzahl Pflegebedürftiger hochgerechnet auf Basis von Dezember 2017
Stand: 18. Januar 2021

 

 

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