Könnte die Union auch der kleinere Partner in einer Koalition werden?

Ralph Brinkhaus Foto: Tobias Koch Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Für die CDU sieht es nicht gut aus: In den ersten Umfragen wurde sie zum ersten Mal nach 15 Jahren von der SPD überholt. Ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet liegt hinter seinen Mitbewerbern Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne). Eine Koalition, angeführt von einem CDU-Kanzler ist damit nicht mehr sicher. Und es stellt sich die Frage: Würde die CDU auch in eine „Deutschland-Koalition“ mit SPD und FDP unter Führung eines SPD-Kanzlers Olaf Scholz gehen? Das wurde heute CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus im Interview auf NTV gefragt. Seine Antwort: Diese Frage stelle sich nicht. Das ist keine klare Ablehnung einer solchen roten Deutschland-Koaltion und warum sollte er die auch machen? Die SPD tat sich auch immer schwer, eine Koalition unter Angela Merkel einzugehen. Um ein Übergewicht der Grünen in Ampel-Koalition oder gar eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei zu verhindern  müsste die Union einen solchen Schritt allein aus Gründen der Erhaltung der Stabilität des Landes machen. Oft hat sich die SPD aus diesem Grund geopfert – nun könnte die Union dran sein. Davon ab: Dass die vier demokratischen Parteien über eine Zusammenarbeit, in welcher Kombination auch immer, nach der Bundestagswahl miteinander reden, ist ohnehin eine Selbstverständlichkeit.

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Thomas
Thomas
1 Jahr zuvor

Ich würde es begrüßen. Auch falls die CDU gewinnen würde und die SPD auf dem zweiten Platz kommt könnte ich mir Scholz als Kanzler vorstellen. Und das sage ich als CDU-Sympathisant. Laschet ist klar der schlechtere Kandidat.

Walter Stach
Walter Stach
1 Jahr zuvor

Eine Möglichkeit und mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit.

CDU/CSU als nur zweitstärkste Fraktion im neuen Bundestag in der Opposition?
Auch das eine Möglichkeit. Wahrscheinlichkeit? Ich denke, nicht gänzlich unwahrscheinlich.

ROTROT/GRÜN /oder Grüne/ROT/ROT?
Eine weitere Möglichkeit. Wahrscheinlichkeit? Ich denke, nicht gänzlich unwahrscheinlich -weder aufgrund der politischen Stimmungslage in Deutschland noch aufgrund der aktuellen Zahlen diverser Wahlumfragen.

(Die neueste Umfrage zum Ausgang der ebenfalls anstehenden Wahl zum Berliner-Abgeordnetenhaus kommt zu dem Ergebnis, daß die bisher bestehenden ROT/GRÜN/ROTE Koalition in Berlin auf 55% der Wählerstimmen kommen würde. Ob das den Befürwortern von ROT(GRÜ/ROT auf Bundesebene Auftrieb geben könnte? Darüber nachzudenken liegt nahe.) .

Schwarz, Gelb/BLau?

Eine weitere Möglichkeit. Die ich politisch dann nicht für ganz und gar unwahrscheinlich halte, wenn es für CDU/CSU/FDP keine andere Möglichkeit zur Kanzlerschaft geben sollte.
(Derzeit sprechen jedoch alle Umfrageergebnisse gegen diese Koalitionsmöglichkeit. Die 4 Parteien kommen zusammen nur auf 44/45%. Und das ist "gut so", jedenfalls aus meiner Sicht.)

Schwarz/ROT/GRÜN oder ROT/SCHWARZ/GELB oder ROT/GRÜN/GELB oder GRÜN/ROT/GELB oder……
Möglichkeiten. Und m.E. dürften im Bereich dieser Konstellationen die wahrscheinlichsten liegen.

Stefan Laurin,
wie schon einmal hier bei den Ruhrbaronen angemerkt, ist es aus meiner Sicht "gut so", daß das "Rennen" um " Sieg und Platz" bei der Bundestagswahl erstmals seit Jahren -Stand heute- ein offenes ist:

ich würde jedenfalls "keine Wette" wagen, weder bezogen auf "Sieg und Platz" bei der Bundestagswahl noch bezogen auf die Koalitionsbildung.

Wie schnell sich der politische Wind drehen kann, nehme ich vor allem wahr angesichts der Wahlumfrageergebnisse zu Gunsten "meines Genossen" Scholz. Das gilt ganz besonders für mich , da ich bei der Wahl des neuen SPD-Vorsitzenden /der neuen Vorsitzenden nicht für Scholz geworben und ihn folglich seinerzeit auch nicht gewählt habe. Stefan Laurin, Du hast seinerzeit hier bei den Ruhrbaronen im Gegensatz zu mir stets für Scholz als Parteivorsitzenden plädiert.
Ich bin insofern im Gegensatz zu Dir angenehm überrascht und zugleich sehr erfreut darüber, wie Scholz sich verbal und nonverbal als Kanzlerkandidat mit mittlerweile den deutlich besseren Umfrageergebnissen präsentiert als Baerbock und Laschet.

Aber…..
Es kann "so oder so" bis zur Bundestagswahl noch einiges Wahlentscheidendes passieren. Das spricht dafür, diesen Meinungsaustausch als das einzustufen, was er ist, nämlich der Austausch diverser unterschiedlicher Spekulationen, nicht nur beeinflußt von vorhandenen Daten, sondern auch von persönlichen Wünschen. Und dazu zählt seit Jahren mein primärer Wunsch, nämlich der, daß die AFD am Wahlabend nicht "nennenswert" die 1o % Marke überschreitet. Mit "allem Anderen" kann ich leben, `mal mehr, `mal weniger gut.

thomas weigle
thomas weigle
1 Jahr zuvor

Ich fände einen Kanzler Scholz gut. Auch weil dann Maas nicht mehr Außenminister sein kann, denn das AA geht ja dann an einen/den Koalitionspartner.
Womit wir uns wohl abfinden müssen, @ Walter Stach, der Abfall wird wieder nennensqwert über 10% im BT vertreten sein,den das Kabuler Desaster und die Frage wie umgehen mit den Flüchtlingen, wird den Blaunen Zulauf verschaffen,fürchte ich. Bislang hatten sie noch KEIN Thema…

Walter Stach
Walter Stach
1 Jahr zuvor

Nachtrag…..
"noch eine Spekulation" , auch aufgrund des Beitrages -1-:

Nach der Wahl beauftragen CDU/CSU Söder oder Merz mit Koalitionsverhandlungen -und Laschet erklärt seinen Rücktritt als CDU Vorsitzender und MP in NRW, nachdem er keine Kanzlermehrheit organisieren konnte -oder dank Vertrauensentzug seitens der CDU/CSUI nicht durfte?

Eine Möglichkeit?
Für mich wäre das nicht nur möglich , sodann sogar wahrscheinlich, wenn Laschet aus welchen Gründen auch immer keine Koalition zustande bringt und CDU/CSU von "anderen Parteien" signalisiert bekämen, , daß sie sich durchaus für einem CDU/CSU Kandidaten bei der Kanzlerwahl entscheiden würden, wenn das Söder oder Merz und eben nicht Laschet wäre.

Und einem Kanzlerkandidaten Merz unterstelle ich, daß er im Falle eines Falles bereit wäre, sich auch mit den Stimmen der AFD wählen zu lassen – "Thüringen und Maaßen lassen grüßen".

Während ich einem Kanzlerkandidat Söder, von CDU/CSU nach dem Scheitern Laschets nominiert. zutraue, die SPD und die Grünen "für sich zu gewinnen".

Spekulationen wie die Obige können ja reizvoll sein und die Phantasie beflügeln. Folglich ist davon auszugehen, daß es bis zur Wahl noch viele weitere einschlägige Spekulationen geben wird.

paule t.
paule t.
1 Jahr zuvor

Natürlich sollten die demokratischen Parteien miteinander reden. (Wenn ich mal so durchzähle, komme ich aber – CDU/CSU als eine gezählt – auf fünf.) Und dann sollten die koalieren (wenn es denn für eine Mehrheit reicht), die nach den Wahlprogrammen die meisten Dinge gemeinsam durchsetzen könnten: die dringend notwendigen Investitionen in Bildung und Infrastruktur vornehmen; eine etwas sozialere Politik; das dafür notwendige Geld da holen, wo es ist; ernsthafter Klimaschutz; …

Also: RGR oder GRR, je nach dem.

Und dieses Gejaule, dass die Linkspartei aber gar nicht demokratisch sei … meine Güte. Nicht weiter ernst zu nehmen. Dann sind die CDU, die zwei Blockparteien geschluckt hat und zum undemokratischen rechten Milieu so ausfranselt wie die Linkspartei zum undemokratischen linken Milieu, und die FDP, die ebenfalls zwei Blockparteien geschluckt hat und für die die Freiheit des Geldes noch immer wichtiger war als die der Menschen, es aber auch.

Ja, vieles gefällt mir bei der Linkspartei auch nicht, vor allem hier in NRW. Trotzdem wäre es die Koalition, die (neben schwarz/gelb) inhaltlich am meisten Sinn macht.

Lehmbruck
Lehmbruck
1 Jahr zuvor

Ich halte die Union personell und programmatisch für vollkommen ausgeblutet. Sie hat schlechtes Personal wie Ziemiak Klöckner, Scheuer, Altmaier bis zum bitteren Ende durchgeschleppt – mangels Alternative. Sie sollte sich in der Opposition wieder neu aufbauen. Kohl und Merkel haben's vorgemacht. Jetzt tut dem Land ein Regierungswechsel gut – gerne die Ampel, denn die FDP ist eine durchaus moderne und vielseitige Partei. Sie besteht nämlich nicht nur aus Lindner und Kubicki, sondern auch aus unverbrauchten Köpfen wie Johannes Vogel und Ria Schröder, die die gute Tradition der Bürgerrechtspartei ins 21. Jahrhundert zu transferieren versuchen. (Wie bereits die Piraten, nur deutlich seriöser und organisierter.)

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