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Burschenschaften: „Ich war fassungslos und geschockt“

Arnd Reinhardt

Ruhrbarone-Leser Arnd Reinhardt bot uns in den Kommentaren zu unserem Artikel über Burschenschaften ein Gespräch an. Wir haben das Angebot angenommen.

Herr Reinhardt, Sie sind Burschenschafter. In welcher Verbindung sind Sie Mitglied?

Arnd Reinhardt: Ich bin kein Burschenschafter, ich bin Mitglied der Landsmannschaft Salia zu Bonn und der Turnerschaft Germania zu Dresden, beide im Coburger Convent. Leider ist es so, dass das Wort „Burschenschaft“ als Synonym für alle möglichen Verbindungsformen gilt. Das wird der großen Bandbreite des Verbindungsspektrums nicht gerecht.

Zur groben Unterscheidung: Es gibt schlagende und nichtschlagende Verbindungen, es gibt farbentragende und nicht-farbentragende Verbindungen, es gibt konfessionell gebundene Verbindungen und solche, denen die Konfession egal ist. Es gibt reine Männerbünde, reine Frauenbünde und gemischte Bünde. Es gibt Schülerverbindungen, Fachhochschulverbindungen, fachgebundene Verbindungen und vieles mehr. Insgesamt gibt es mehr als 2.000 Verbindungen, die mache Gemeinsamkeiten, aber auch viele Unterschiede haben.

Die großen schlagenden – also das akademische Fechten betreibenden – Verbände sind der Coburger Convent (CC), in dem sich 100 Landsmannschaften und Turnerschaften organisieren, der Kösener Senioren Convents Verband (KSCV), dem 100 Corps angehören, der Weinheimer Senioren Covent (WSC) mit etwa 60 Corps und die Deutsche Burschenschaft mit 120 Burschenschaften.

Daneben gibt es noch reichlich und drei Tage weitere Dachverbände von Studentenverbindungen, als wichtigster soll hier noch der nichtschlagende, katholische Cartellverband (CV) mit über 120 Mitgliedsbünden genannt sein, der übrigens kürzlich in Essen tagte.

Im Gegensatz zu den Corpsverbänden KSCV und WSC und meinem CC ist die Deutsche Burschenschaft nicht pflichtschlagend. Das heißt, der Dachverband stellt es seinen Mitgliedsverbindungen frei, ob sie pflichtschlagend oder fakultativ schlagend – „fakultativ schlagend“ bedeutet, dass die Einzelmitglieder sich selber entscheiden können, ob sie fechten oder nicht –  sein möchten.

Aber das Thema „Mensur“ – so kontrovers es in der Öffentlichkeit gesehen wird – spielt ja in der aktuellen Debatte keine Rolle. Aktuell geht es medial um die Aufnahmevoraussetzungen der Deutschen Burschenschaft.

Die Deutsche Burschenschaft versteht sich als politischer Dachverband, der sich ausschließlich an Deutsche richtet. Über die Frage, wer denn nun alles Deutscher sei und wer nicht, gab es in der letzten Zeit offenbar erhebliche Debatten. Diese Frage stellt sich für den Coburger Convent nicht. Unsere Mitgliedsbünde richten sich an alle männlichen Studenten, gleich welcher Nationalität, Herkunft, Haut-, Haar- oder Augenfarbe. Dies halten auch die beiden Corpsverbände so. Daher stört es mich ganz erheblich – und nicht nur wenn das Thema gerade mal wieder in den Medien behandelt wird – als Burschenschafter bezeichnet zu werden. Ebenso würde es mich stören, Corpsstudent genannt zu werden, auch das bin ich nicht.

Was waren Ihre Gründe sich der Landsmannschaft Salia anzuschließen?

Mein Vater ist Mitglied der Landsmannschaft Salia. Während seines Studiums hatte das Band aufgenommen („Bandaufnahme“ ist ein anderer Begriff für „Mitglied werden“) und ist seit Abschluss des Studiums Alter Herr dort. Bei seinen Besuchen in Bonn und des Coburger Pfingstkongresses hat er seine Familie stets mitgenommen, so dass ich schon als Kind Kontakt zu der Verbindung hatte.

Mein Interesse flaute allerdings mit etwa 14 Jahren ab, irgendwann möchte ein Jugendlicher nicht mehr unbedingt mit seinen Eltern in den Urlaub fahren. Als ich dann in Duisburg mit dem Studium anfing, wollte ich mir die dortigen Studentenverbindungen ansehen. Allerdings ließen sich diese in Vor-Internetzeiten kaum finden und waren wohl auch recht wenig aktiv.

Nach Abschluss des Grundstudiums stand für mich sowieso ein Uniwechsel an. Berlin reizte mich damals, vorher sollte jedoch ein Praktikum im Deutschen Bundestag her. Der Bundetag residierte seinerzeit noch in Bonn, so dass ich dort eine Bleibe brauchte. Über meinen Vater landete ich so auf dem Haus („auf dem Haus“ ist Verbindungssprachgebrauch) der Landsmannschaft Salia.

Während des sechswöchigen Praktikums hatte ich die Möglichkeit, die Aktiven (das heißt, die Studenten, die das Leben in der Verbindung gestalteten) kennen zu lernen. Ich gebe zu, ich hatte schon einige Vorurteile im Hinterkopf. Schließlich wurde an den Universitäten in Essen und in Duisburg über Verbindungen „informiert“. (Im Nachhinein frage ich mich, warum. Schließlich fristeten die Korporationen dort ein Schattendasein.)

Also, ich hatte die „Informationen“ von blutrünstigen, rechtsradikalen, permanent das Deutschlandlied gröhlenden, frauenverachtenden und mit Schmissen übersäten „Burschenschaftlern“. (An dieser Stelle nochmal der Hinweis: Die Burschenschafter schreiben sich ohne „l“ und die meisten, die so bezeichnet werden, sind keine!) Im echten Leben traf ich auf eine Gruppe normaler junger Studenten, die gerne feierten, Neuankömmlinge freundlich aufnahmen, von älteren Studenten beraten wurden und alles in allem ein sympathischer Haufen waren.

Die Gespräche, die ich dort führte, überzeugten mich schnell, dass es zwar einige für Außenstehende seltsam erscheinende Bräuche gab, aber dass diese Menschen – meine heutigen Bundesbrüder – interessant, freundschaftlich und vor allen es wert sind, mit ihnen seine Zeit zu verbringen.

Entsprechend immatrikulierte ich mich in Bonn und wurde zur Semesterantrittskneipe (eine der „seltsamen“ Veranstaltungen, die ich auch heute noch gerne besuche) im Sommersemester 1997 zum Fuchs der Landsmannschaft Salia.

Was halten Sie von der Aussage: Verbindungen dienen vor allem der späteren Karriere. Sind die zu den Alten Herren geknüpften Kontakte nicht sehr wertvoll?

Die Aussage „Verbindungen dienen vor allem der späteren Karriere.“ ist Unfug. Wer mit diesem Leitbild einer Verbindung – egal welcher – beitritt, wird nicht lange Mitglied bleiben. Meistens wird er selber feststellen, dass der nötige Arbeitsaufwand und das Ziel, sich Karrieremöglichkeiten zu eröffnen, in keinem Verhältnis zueinander stehen.

Arnd ReinhardtEine Verbindung – und das gilt für jede Verbindung, egal welchem oben genannten Dachverband sie angehört oder wie sie sonst geprägt ist – hat vor allem ein Ziel: Lebenslange und generationenübergreifende Freundschaften zwischen den Mitgliedern zu ermöglichen. Man macht sich sich die Arbeit, ein Semesterprogramm zu planen, Veranstaltungen auszurichten, Reden zu halten und auf Conventen (den Entscheidungsgremien der Studentenverbindungen) bis tief in die Nacht zu diskutieren vor allem aus einem Grund: die Verbindung und vor allem die Bundesbrüder sind einem wichtig. Ohne Freundschaft und starke Verbundenheit kann eine Verbindung nicht existieren. Und ohne diese Grundlagen ist auch kein Verbindungsmitglied bereit, die anfallenden Aufgaben zu übernehmen.

Die anschließende Frage „Sind die zu den Alten Herren geknüpften Kontakte nicht sehr wertvoll?“ hat ihre Berechtigung. Wenn sich jemand über Jahre in eine Verbindung eingebracht hat, sein Engagement bewiesen hat und gezeigt hat, dass er auch Widerstände überwinden und schwierige Situationen meistern kann, dann hat er seinen Bundesbrüdern auch gezeigt, was er kann und wozu er in der Lage ist. Und an dieser Stelle können die Kontakte, die man in der Verbindung – und auch bei anderen Studentenverbindungen mit denen man Kontakt hatte – hilfreich sein. Nicht immer, nicht in jeder Situation, aber manchmal, wenn man Glück hat.

Wichtig ist dabei, dass Alte Herren als Türöffner agieren können. Sie können einen jüngeren Bundesbruder auf mögliche offene Stellen verweisen, sie können ihn einem befreundeten Personalchef empfehlen oder sie können ihm Ratschläge geben, welche Qualifikationen er vielleicht noch brauchen könnte. Die nötigen Schritte, um eine Stelle zu bekommen, muss der junge Alte Herr schon selber gehen.

Das gerne von Verbindungskritikern vermittelte Bild, mit dem Examen bekäme der Verbindungsstudent augenblicklich eine Leitungsposition zugewiesen, ist kompletter Unfug. Kein Unternehmen kann es sich erlauben, unqualifizierte Leute aufzunehmen, nur weil sie Bundesbruder von irgendwem sind.

Ihre Verbindung wirbt damit, Menschen aller Nationen aufzunehmen. Was empfanden Sie, als die von dem Streit bei den Deutschen Burschenschaften hörten, der ja aus ihrem Studienort ausging. Den Arierparagraphen wollte ja „Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ durchsetzen?

Ich war fassungslos und geschockt, was für einen abstoßenden Unsinn die ABB! der Raczecks in Antragsform gebracht hat. Das ging übrigens auch den meisten meiner korporierten Freunde (darunter auch viele Burschenschafter) so.

In meinem Bund finden sich puerto-ricanische, bulgarische, litauische, chinesische und amerikanische Bundesbrüder – und das sind jetzt nur die, die mir auf Anhieb einfallen, ein paar weitere Nationalitäten und Herkunftsländer ließen sich sicher beim Durchgehen des Altherrenverzeichnis finden. Diese Vielfalt finde ich toll und begrüßenswert, schließlich spielt es keine Rolle, woher ein Freund kommt, der sich mit mir gemeinsam für unsere Verbindung engagieren will.

Übrigens, das aber nur am Rande, bringt die Verbindungsmitgliedschaft gerade Nicht-Muttersprachlern viel. Erwerb und Ausbau der Deutschkenntnisse ist eine fast automatische Folge, wenn man auf einem Verbindungshaus wohnt, in dem Deutsch die Umgangssprache ist.

Allerdings will ich auch festhalten, dass es natürlich Sache der Raczeck ist, wen Sie aufnehmen wollen und wen nicht. Sollte sich ein privater Verein – und das ist eine Studentenverbindung – entscheiden, nur 1,63 große Rothaarige aufzunehmen, ist das seine Sache.

Den Antrag der Raczeks fand ich vor allem aufgrund seiner Wortwahl schockierend, der Inhalt hat mich nicht überrascht, dafür habe ich schon genug Äußerungen aus der Ecke mitbekommen müssen.

Die wirklich interessante Frage war für mich aber, wie die Deutsche Burschenschaft als Dachverband auf diesen Antrag reagieren würde. Wenn eine von 120 Burschenschaften einen solchen „Schädelvermessungsantrag“ stellt, ist das keinesfalls eine Positionierung des Dachverbandes an sich.

Offenbar konnten die Raczeks auf dem Burschentag bewegt werden, diesen Antrag zurückzunehmen. Des Weiteren wurden auf dem Burschentag auch erhebliche Änderungen zum Thema „Wer ist Deutscher im Sinne der DB“ durchgesetzt. Wenn ich das, was ich gelesen habe, richtig verstehe – bitte vergessen Sie nicht, dass ich in der Sache Externer bin und mit den Verfahrensweisen nicht genau vertraut – ist nun klargestellt, dass die Mitgliedschaft in einem DB-Bund möglich ist, wenn man wahlweise den deutschen Pass besitzt oder aber eine deutsche Abstammung nachweisen kann. Das ist zwar nicht der Standpunkt, den ich mir für meine Bünde wünsche, aber es ist ein Standpunkt, den ich bei anderen Verbindungen akzeptieren kann. Schließlich habe ich auch kein Problem damit, dass manche Verbindungen nur Katholiken aufnehmen.

Welche Konsequenzen meine Landsmannschaft Salia im Umgang mit der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks ziehen wird, werden wir in den kommenden Tagen und Wochen entscheiden. Allerdings gab es auch bislang kaum Gelegenheiten bei denen wir mit den Raczeks zu tun hatten.

Das sehe ich anders: Völkische Merkmale als Kriterium sind schlicht rassistisch. Da würde ich zum Beispiel gerne wissen, in welchen Positionen zum Beispiel in Ministerien die Mitglieder solcher Gruppen sitzen. Der Hamburger Verfassungsschutz hat ja nicht umsonst Burschenschaften in seinem Bericht erwähnt. Sie haben sich daran gestört, dass wir auf dem Blog nachgefragt haben, wo denn die Alten Herren solche rassistischer Verbindungen arbeiten – obwohl Sie ja mit solchen Gruppen nichts zu tun haben. Warum?

Zum einen zu den völkischen Merkmalen: Evt. habe ich die aktuelle Position der DB nicht deutlich genug gemacht. „wenn man wahlweise den deutschen Pass besitzt“ – das bedeutet, jeder deutsche Staatsbürger – egal woher seine Vorfahren kamen – darf DB-Mitglied werden. Dass dieser Bereich noch um den Bereich der „Abstammung“ erweitert wird, der ja auch für das deutsche Staatsbürgerschaftsrecht bis 2000 prägend war, kann man als problematisch sehen, aber als „völkisch“ und rassistisch würde ich es nicht bezeichnen.

Wobei wir uns hier in eine Grundlagendiskussion begeben, in der ich mich nicht auskenne und auch nicht wirklich auskennen will. Das sollten Sie tatsächlich besser mit Vertretern der DB besprechen.

Und ich habe mich tatsächlich daran gestört, als es bei den ruhrbaronen hieß: “ Wir wollen die Unternehmen, in denen die Alten Herren sitzen, via Presseanfrage bitten, uns zu sagen, ob sie ihre Einstellungspolitik künftig nach der Politik der Burschenschaften ausrichten – wo doch die Alten Herren im Unternehmen was zu sagen haben. Das dürfte für einige Aufregung sorgen.“

In dieser Aussage stecken mehrere Unterstellungen:

1. die DB habe sich den Antrag der ABB! der Raczeks zueigen gemacht

2. Ein jeder Alter Herr sei an die Entscheidungen des Burschentags – der nebenbei meines Wissen nur ein Gremium der aktiven Studenten, nicht der Alten Herren, ist – in allen Bereichen des Lebens gebunden.

3. Wer in Personalverantwortung steht, setze dort die selben Maßstäbe an, die in den privaten Vereinen, in denen er Mitglied ist, angelegt werden.

Zu 1. spricht die Beschlusslage aus Eisenach wohl eine klare Sprache, 2. zeugt von einer verzerrten Wahrnehmung des Selbstverständnisses und vor allem des Einflusses einer Studentenverbindung. Und was 3. angeht: Meine Studentenverbindungen nehmen nur Männer auf. Zusätzlich bin ich Mitglied in zwei Kegelvereinen, dem meines Abiturjahrgangs und dem meines alten Pfadfinderstammes. In beiden spielen nur Männer mit. Dennoch habe ich keine Probleme damit, eine Frau als Vorgesetzte zu haben und würde – wäre ich in entsprechender Position – auch keine Probleme haben, Frauen einzustellen. Ich bin, wie jeder vernünftige Mensch, in der Lage, zwischen verschiedenen Lebenssituationen zu unterscheiden.

Abgesehen von den implizierten Unterstellungen habe ich aber noch ein grundsätzlicheres Problem mit dieser Art des Vorgehens: Sie erinnert mich deutlich an die sogenannten „Nazi-Outings“ der Autonomen Szene. Hierbei werden – teilweise schlecht recherchiert – Menschen, ob verdient oder nicht, vor ihrer Nachbarschaft als „Nazis“ geoutet und somit sozial gebrandmarkt. Die geplanten Anrufe bei den Arbeitgebern lassen sich durchaus ähnlich interpretieren, auch wenn ich die ruhrbarone in der Hinsicht für unverdächtig halte.

Wenn ich mich richtig entsinne, wurde vor einigen Wochen Ihr Haus mit dem Slogan „Laurin verpiss Dich aus Do.“ besprüht. Ein Vorgang, der ein latentes Bedrohungsgefühl erzeugen soll, weil in den privaten Raum eingedrungen wird. Einen ähnlichen Effekt würde ich auch bei den angedachten Anrufen sehen.

 

Wie gesagt, ich unterstelle nicht, dass das Ihre Absicht war, aber die Ähnlichkeit drängt sich zumindest mir auf.

Und um nochmal ganz deutlich darauf hinzuweisen: rassistisch geäußert haben sich die aktiven Studenten der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks. Nicht deren Alten Herren, nicht die aktiven Bünde der Deutschen Burschenschaft insgesamt, nicht die Alten Herren der verschiedensten Mitgliedsbünde der Deutschen Burschenschaft. In dem Zusammenhang empfehle ich nochmal den offenen Brief von Florian Reuter, Alter Herr der Bonner Burschenschaft Marchia. Zu finden hier: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,768838,00.html

Auch dieses völlig unverdächtige Mitglied einer – und das kann ich aus meiner Bonner Zeit fest versichern – völlig unverdächtigen Burschenschaft wäre in Ihre Zielgruppe gefallen.

Und hier möchte ich nochmal erwähnen, was der Kern einer jeden Verbindung ist: Die Freundschaft! Das heißt, auch wenn ein fiktiver Alter Herr einer fiktiven Burschenschaft große Probleme mit der Positionierung seines Bundes haben sollte, wird er ungerne austreten und damit seinen Freunden, die er seit der Studienzeit kennt, den Rücken kehren wollen. Auch das können Sie aus Herrn Reuters Brief lesen.

Zum Thema Burschenschaften im Verfassungsschutzbericht. Ja, das kommt leider gelegentlich vor – es handelt sich bei großzügiger Zählung um etwa 10 Bünde, meistens aus der DB, die in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder auffallen. Nun ist in meinen Augen jeder so ausgerichtete Bund einer zuviel, allerdings kann man jetzt nicht behaupten, dass diese Bünde die DB sonderlich prägen. Sie prägen – das ist schlimm genug – das Bild in der Öffentlichkeit, haben aber inhaltlich eher wenig zu melden.

Nun kann man sich die Frage stellen, warum sich die Deutsche Burschenschaft als Dachverband nicht von diesen regelmäßig auffälligen Burschenschaften trennt. Dazu müssen wir das Selbstverständnis der Deutschen Burschenschaft als politischen Verband betrachten.

Um einen kurzen Rückgriff auf die Geschichte zu machen, Hambacher Fest, Wartburgfest und Vormärz sind Stichworte, über die sich die historische Bedeutung der Burschenschaften erschließt. Die deutsche Fahne trägt nicht zufällig die Farben der Urburschenschaft, schwarz-rot-gold. Burschenschaften waren Vorreiter in Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit, als diese Begriffe noch revolutionär waren.

Dieser Meinungsfreiheit sieht sich die Deutsche Burschenschaft verpflichtet. Das heißt aber auch, dass jede Meinungsäußerung – und sei sie noch so strunzendämlich, rassistisch oder unappetitlich – toleriert und evt. auch diskutiert werden darf. Aus diesem Grund sieht sich die Deutsche Burschenschaft anscheinend außerstande, bestimmte Äußerungen ihrer Mitgliedsbünde zu ahnden.

Dies ist Teil des burschenschaftlichen Selbstverständnisses und für alle anderen Verbindungsstudeten – die ja automatisch als „Burschenschafter“ in Mithaftung genommen werden, ein stetes Ärgernis. Uns bleibt da nur der Weg, in der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass wir ein anderes Selbstverständnis haben und anders ausgerichtet sind, als die Deutsche Burschenschaft als Dachverband und vor allem als die einzelnen Verbindungen der DB.

Es ging uns dabei eher um Transparenz und nicht um Verfolgung. Der Autor des Rechtsgutachtens, auf dass sich die Raczeks bezogen, Hans Merkel, war immerhin Politiker und Ministerialdirigent. Und es ging dabei um den Ausschluss einer Burschenschaft aus dem DB, die ein Mitglied aufgenommen hatte, das chinesische Eltern hatte. Das ist schon etwas anderes.

Bei Personen des öffentlichen Lebens – wie Herrn Merkel – habe ich auch wenig Probleme damit. Mir schien der Text allerdings eher in Richtung der Personalreferenten aus mittelständischen Unternehmen zu zielen – ich will mal ganz ehrlich sein: So viele Prominente, Politiker und oberste Wirtschaftslenker wie oft unterstellt, haben Verbindungen insgesamt nicht aufzuweisen.

Wie gesagt, mir ging es nicht darum, den ruhrbaronen ein derartiges Verhalten zu unterstellen. Das habe ich auch in meinem Kommentar zu dem Artikel hoffentlich angemessen deutlich gemacht.

Gut Herr Reinhardt, vielen Dank.

Ich muss mich dafür bedanken, dass die ruhrbarone mir die Gelegenheit gegeben haben, meine – im übrigen private – Meinung darzulegen. Ich hoffe, ich habe ein wenig mehr Überblick über das für Außenstehende oft schwer nachvollziehbare Thema „Studentenverbindungen“ schaffen können.

Das Interview entstand im Dialog via Facebook

 

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28 Kommentare zu “Burschenschaften: „Ich war fassungslos und geschockt“

  • #1
    Ja eh

    Typisch Laurin,

    bei der Linken rinnt ihm der Geifer aus dem Mund aber ein schlagender Burschenschafter darf sich ellenlang selbst beweihräuchern

  • #2
    Antifa Medienzentrum Dortmund

    Immer dieses rumgerechtfertige…

    Die Titanic bringts auf den Punkt: „Für die einen ein faschistoider Idiotenbund, für die anderen eine scheinelitäre Säuferrotte: Die Deutsche Burschenschaft polarisiert.“

    http://www.titanic-magazin.de/rss.4329?utm_source=twitterfeed&utm_medium=facebook

  • #3
    Steff

    @Bo eh

    Wie kommen Sie darauf, dass das eine das andere ausschließt bzw. es sich bei Linken und Burschenschafter um Gegensätze handeln muss?

  • #4
  • #5
    GNU

    „richtet sich an alle männlichen Studenten, gleich welcher Nationalität, Herkunft, Haut-, Haar- oder Augenfarbe…“

    na, fällt was auf? Ganz ohne Passkontrolle oder Kopfformvermessung werden, ausschließlich nach Genitaluntersuchung, Menschen ausgeschlossen. Vom Author wird das schlich ignoriert (Später wiederholt er das als „Menschen“)..

    Schön, dass ein rassistischer Antrag abgelehnt wurde. Das ändert nichts daran, dass diese Idition vor Sexismus nur so strotzen und Herr Laurin es nicht mal merkt..

  • #6
    Arnd Reinhardt

    @GNU – ich bitte dringend darum, auch meine Kegelvereine in die Liste der „genitialauschließenden“ Gruppen aufzunehmen. Weiterhin sämtliche Damenverbindungen, Frauenhäuser, Mädchenschulen und ähnliche kriminelle Vereinigungen.
    Vielleicht finden sich sogar noch mehr Vereine und Gruppen, die nur Personen eines Geschlechtes aufnehmen, ich bin mir da allerdings nicht so sicher, denn das wäre ja extrem sexistisch…

  • #7
    Arnold Voss

    „Dieser Meinungsfreiheit sieht sich die Deutsche Burschenschaft verpflichtet. Das heißt aber auch, dass jede Meinungsäußerung – und sei sie noch so strunzendämlich, rassistisch oder unappetitlich – toleriert und evt. auch diskutiert werden darf. Aus diesem Grund sieht sich die Deutsche Burschenschaft anscheinend außerstande, bestimmte Äußerungen ihrer Mitgliedsbünde zu ahnden.“

    Sie könnte das sehr wohl ahnden, Herr Rheinhardt, und zwar indem sie solche Mitgliedsbünde aus dem Dachverband ausschließt. Die Frage ist, warum sie das nicht tut.

    Siehe dazu mehr: Jan Bielicki, „Nicht von deutschem Stamme“, in: Süddeutsche Zeitung, 18. Juni 2011: „Doch sich von ihrem rechtsextremen Rand zu trennen, schafft die DB nicht. Denn die Rechten sind eine mächtige Minderheit innerhalb des Verbands.“

  • #8
    Michael Townsend

    Mal ehrlich: Wer hätte ernsthaft erwartet, dass es bei den Burschenschaften nicht auch so was gibt? Ich zumindest wäre nicht so naiv.

  • #9
    Arnd Reinhardt

    Arnold Voss – Ich würde mir durchaus wünschen, dass die DB stärker auf Ausgrenzung und Ausschluss der Rechtsaußen-Bünde setzen würde. Dies ist aber beim hohen Wert, den der Dachverband und die Mitgliedsburschenschaften der Meinungsfreiheit zumessen, aber unwahrscheinlich.

    Die Frage, wer „Deutscher im Sinne der Deutschen Burschenschaft“ ist, also grundsätzlich in einer Burschenschaft aktiv werden kann, hat das Potential, den Dachverband zu spalten. In dem Sinne ist den Razek fast zu danken, dass sie einen solch unsäglichen Antrag gestellt haben, von dem sich auch reichlich als „konservativer“ bekannte Burschenschaften distanziert haben. Im Ergebnis kam ja nun eine Regelung raus, die in genau die entgegengesetzte Richtung geht.

    Es geht mir auch nicht darum, die Deutsche Burschenschaft oder deren Entscheidungen zu verteidigen. Ich möchte vor allem über Strukturen und Unterschiede bei den Studentenverbindungen informieren, damit zumindest nicht alle – auch nicht alle Burschenschaften! – in einen Topf geschmissen werden. Denn das verdienen sie nicht.

  • #10
    Arnd Reinhardt

    @GNU – Nachdem ich das Thema eine Nacht überschlafen habe, fiel mir auf, dass ich leider nicht auf die elitäre Konzentration auf Studenten eingegangen bin. Eine Vereinigung, die sich nicht Menschen jeder Ausbildungs- und Bildungsstufe öffnet, ist doch sicher ein übel elitärer Haufen. Ist ein solches Ausschließen von Menschen denn in irgendeiner Weise zu rechtfertigen? Ich vermute – obwohl ich das als Mitglied einer solchen Vereinigung nicht wissen kann – nicht.

    Größere Sorgen macht mir allerdings, dass Ihnen nicht aufgefallen ist, dass Herr Laurin in der Sache nicht bohrend bei mir nachgefragt hat. Mehr noch, es scheint Ihnen gar nicht aufgefallen zu sein, nach welchen skandalösen Maßstäben auch meine Studentenverbindungen Menschen ausschließen. Das macht mich jetzt schon ein wenig traurig.

    Ich hoffe aber, dass Ihnen mit meinem Hinweis helfen konnte, noch besser und effektiver für die Sache aller Unterdrückten zu kämpfen und bitte um Verzeihung, dass ich es versäumt habe, Sie rechtzeitig – nämlich am gestrigen Abend – auf diesen Punkt hinzuweisen.

  • #11
    Helmut Junge

    @GNU (5),
    nur um die Liste von @Arnd (6) zu erweitern:
    Männergesangsvereine, Mönchsorden.
    Alles lohnende Ziele.
    Übrigens habe ich dieses Thema erst als langweilig empfunden.
    Das hat sich erst durch solche Kommentare wie Ihren geändert.
    Googlen Sie mal:

    Burschen und Burschinnen

    Da gehen doch die Mundwinkel hoch.

  • #12
    GNU

    meine lieben Herren Geschlechtertrenner. Mit der selben flachen Argumentation könnten sie auch Den Arierparagraphen unterschreiben.

  • #13
    Marianne

    Wenn Stefan Laurin in diesem Blog seinen Linken-Hass auslebt, die Friedensbewegung diffamiert und ziemlich unktritisch einer reaktionären Verbindung ein Forum zur Selbstdarstellung bietet, frage ich mich, ob den anderen Ruhrbaron-innen das gleichgültig ist. Unter ihnen gibt es ja auch einige Leute, die einen ganz guten Ruf zu verlieren haben.
    Laurin findet sich interessant, wenn es viele Proteste und damit Kommentare zu seinen unsäglichen Beiträgen gibt. Halten das die übrigen Ruhrbaron-innen auch für ein wichtiges Qualitätsmerkmal?

  • #14
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Marianne: Gähn…Stellen sie sich bitte hinten an: Antisemiten, Neonazis und Pro NRW mögen mich auch nicht.

  • #15
  • #16
    cd

    Grundsätzlich. Ich schätze doch sehr die Vielschichtigkeit, die dieser Blog immer wieder erreicht. Natürlich sind auch immer Berichte, Artikel oder Meinungen drunter, die nicht teile, genauso wie ich Sachen hier sehr gerne und zustimmend lese. Manchmal schlicht nicht verstehe, was mir der/die Schreiber_in gerade mitteilen will oder es mal eher belanglos oder eben auch sehr informativ finde. Daher danke für diesen Blog, der mir, mitterweile aus der Ferne, weiterhin das Gefühl vermmitelt, über spezifische und vielfältige Pott-Geschichten auf dem Laufenden zu sein.

    Und zum topic. Ich sehe an dem Interview eher was Interessantes. Nämlich die Widersprüchlichkeiten, in die sich – vorwiegend männliche – Menschen begeben, wenn sie sich für das Cooperationswesen entscheiden. Zwar gibt es auch viele, sehr feine Differenzierungen zwischen den Verbindungen, Corps oder wie auch immer die sprachliche Abgrenzung vorgenommen wird. Aber in letzter Konsequenz bleibt es immer ein Brei, der gesellschaftlich mal mehr, mal weniger am äußersten rechten Rand der Gesellschaft fischt und im Zweifel sich dann letztendlich doch für das Verbindungs(un)wesen entscheidet, statt sich schamvoll davon abzuwenden. Aber es bleibt letztendlich ein überflüssiges Relikt aus eher reaktionärer Zeit, das sich Stück für Stück selbst abschafft und marginalisiert. Und das ist gut so!

  • #17
    Steff

    @Marianne

    „Wenn Stefan Laurin in diesem Blog seinen Linken-Hass auslebt, die Friedensbewegung diffamiert und ziemlich unktritisch einer reaktionären Verbindung ein Forum zur Selbstdarstellung bietet, frage ich mich, ob den anderen Ruhrbaron-innen das gleichgültig ist.“

    Nur weil er eine Gruppe die Möglichkeit zur Gegendarstellung einräumt, die in einem Beitrag vorher massiv angegangen wurde, finden Sie ihn unkritisch? Bleibt doch jedem Leser selbst überlassen, was er von den Ausführungen hält – zumal die Rassismusfrage nur für jeden erkennbar einen Vorwurf enthält und man somit kann sich nicht behaupten kann, Laurin hätte hier Partei ergriffen.

    Ich vermute eher, es stört Sie, dass eine Gruppe, die Sie bekämpft sehen wollen, einfach nur ein Rederecht bekommt. Finden Sie das demokratisch? Wäre es Ihnen lieber, wenn alle, die Sie nicht abkönnen ausgegrenzt und mundtot gemacht werden? Scheint so. Andere sind aber halt der Meinung, dass man sich in einer Demokratie argumentativ auseinander setzen sollte und dafür muss man natülich erst einmal die Standpunkte der anderen kennen.

    Bin mir relativ sicher, dass die Veranstalter des „Friedenseminares“ ebenso hier Raum eingräumt bekommen hätten, wenn Sie darum gebeten hätten, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Haben die aber nicht und damit sollten Sie sich dann aber auch nicht beschweren.

  • #18
    Steff

    „Aber in letzter Konsequenz bleibt es immer ein Brei, der gesellschaftlich mal mehr, mal weniger am äußersten rechten Rand der Gesellschaft fischt und im Zweifel sich dann letztendlich doch für das Verbindungs(un)wesen entscheidet, statt sich schamvoll davon abzuwenden. “

    Nur weil Ihnen das Verbindungswesen nicht gefällt, kann es doch nicht sein, dass andere sich dafür schämen sollen. Wohin kämen wir denn, wenn einige darüber entscheiden könnten, warüber sich andere zu schämen haben und worüber nicht. Wir leben in einem Rechtsstaat und nicht einer Moral-Diktatur.

    Unabhängig davon, ob man Verbindungen als reaktionär ablehnt oder nicht, bei den Fakten sollte man schon bleiben.

    Unter Linken, Sozialdemokraten etc. finden sich ebenso Konservative wie auch in der CDU, CSU und am rechten Rande. Von daher finden sich auch in Verbindungen Linke, denen bestimmte Traditionen gefallen. Wollen Sie nun diejenigen, die sich den Grünen nahestehend fühlen und in Verbindungen aktiv sind, auch den Titel reaktionär geben oder wie bezeichnen Sie die. Was ist mit SPDler oder SPD Nahestehenden in den Verbindungen, auch alles Reaktionäre? Der Begriff reaktionär ist bei uns negativ besetzt. Jeder kann wie er will Verbindungen als reaktionär empfinden, aber in Verbindung mit „am äußersten rechten Rand der Gesellschaft“ zeigt es nur, dass der Verfasser dieser Worte keine Ahnung hat, denn es ist ihm offensichtlich nicht bekannt, dass sich auch aus dem linken Spektrum Menschen in Verbindungen tummeln.

    Die Diskussion Frauen ja oder nein, finde ich richtig. Ich finde sie aber geheuchelt, wenn nur die Männerbünde hier angesprochen werden und nicht die reinen Frauenbünde. Würde beides angesprochen, wäre erkennbar, hier geht es ums Prinzip. Da aber nur die Gleichberechtigung Thema bei den Männerbünden ist, hat dieser Vorwurf für mich Geschmäckle.

    Ferner erstaunt es mich, dass das Thema Homosexualität hier keinen der Menschenrechtler u interessieren scheint. Denn das wäre doch eine naheliegende Fragen von all denen, die hier zeigen, dass Sie nicht wirklich informiert sind über das Verbindungswesen und nur ihre Vorurteile ausleben. Zumindest für mich wäre das einer ersten Fragen – bzw. war es auch, denn ich stellte diese Fragen regelmäßig. Inwieweit flächendeckend Homosexuelle keine Nachteile haben, weiß ich nicht. Ich weiß nur von einzelnen Verbindungen, dass dort Homsexuelle aktiv waren.

    Aber es scheint mir hier, nicht um Menschenrechte zu gehen, sondern um anderes, sonst wäre das Thema reine Frauenverbindungen unter den Kommentatoren ebenso unter der Nägeln brennend, wie reine Männerverbindungen. Ich zumindest sehe auch bei den reinen Frauenverbindungen hierüber Gesprächsbedarf.

  • #19
    Helmut Junge

    @Marianne (13)

    Ich bin zwar kein Ruhrbaron, aber ich nutze diesen Bloq ziemlich häufig.
    Deshalb fühle ich mich auch angesprochen, wenn du schreibst:

    „Wenn Stefan Laurin in diesem Blog seinen Linken-Hass auslebt, die Friedensbewegung diffamiert und ziemlich unktritisch einer reaktionären Verbindung ein Forum zur Selbstdarstellung bietet, frage ich mich, ob den anderen Ruhrbaron-innen das gleichgültig ist. Unter ihnen gibt es ja auch einige Leute, die einen ganz guten Ruf zu verlieren haben.“

    Gut, dir gilt der Mann als rechtsstehend, was vermutlich auch so sein wird, aber er hat nicht die folgenden, im Ausschnitt zitierten Sätze geschrieben.
    Das sind Sätze, die ich einem Rechten durchaus zutrauen würde, weil sie Wertungen enthalten, die ich bisher nur von Rechts her kannte.

    @Marianne, lies dir den folgenden Abschnitt doch mal genau durch, und dann sage mir, was daran „Links“ sein könnte.
    Denn diese Sätze standen kürzlich in mehreren Medien, und zwar geschrieben, von einem „Linken“.
    Zitat:
    „Doch darum geht es den „Ruhrbaronen“ – und ihren Geistesverwandten bei den Duisburger XtraNews – im Unterschied zu seriösen Journalisten, die die Grundsätze fairen Journalismus hochhalten – überhaupt nicht. Diese im normalen Berufsleben vielfach gescheiterten Existenzen (z.Tl. ehemalige Mitarbeiter der TAZ Ruhr) und ihre Schreiberlinge – darunter ein verurteilter Straftäter, die seinen Namen gewechselt hat – wollen skandalisieren und politischen Schaden zufügen.“

    Marianne, auf beiden Seiten wird heftig gekeilt!
    Die Zeit der Weicheier scheint vorbei. War eine schöne Zeit.
    Hier im Bloq schreiben immer mehr Kommentatoren, die auf meiner persönlichen
    Weichei-Harteiskala den Stockpunkt schon überschritten haben.
    Als Arnd Reinhard kürzlich in einem Kommentar schrieb, daß er sich nur an die Ruhrbarone gewandt hat, weil er sie für einen seriösen Bloq hält, habe ich gedacht, daß er Spaß machen würde. Aber jetzt glaube ich, daß er, als schlagender Verbindungsmann gedacht hat; „Boah eh, was ist der Laurin hart drauf. Ganz wie bei uns. Total seriös.

  • #20
    Arnold Voß

    @ Steff # 17

    Danke, dass sie mir als Ruhrbaron meine Antwort an Marianne abgenommen haben. Wir sind ja sonst keineswegs immer einer Meinung. In diesem Fall allerdings sogar wortwörtlich.

  • #21
    Steff

    Ist das „Sie“ mit Absicht klein geschrieben? Zutrauen würde ich Ihnen so eine kleine Frackigkeit btw…..

  • #22
    Arnold Voss

    Nein, Steff, ich schreibe es aus purer Bequemlichkeit im Blog immer klein.

  • #23
  • #24
    HOL

    @Antifa Medienzentrum Dortmund: Lustig, wirklich, genau wie die Art und Weise, wie AntiFa-Gruppen ihre Feindbilder pflegen und kultivieren aber: Jeder braucht seine Daseinsberechtigung, gelle? Auch die AntiFa 🙂

    @Ja Eh: Du hast Dich offenbar im Artikel geirrt? Wo wird denn hier einem Burschenschafter Gelegenheit gegeben, sich ellenlang selbst zu beweihräuchern?

    @GNU: WAS (konkret!) ist an der Argumentation denn „flach“?

    @Marianne: Ja, ich lese immer wieder gerne die von Vorurteilen und Pauschalisierungen triefenden „sachlichen“ Kommentare der Vorbild-Demokraten, sie JEDEM sein „Recht“ auf alles mögliche zugestehen aber Verbindungen undifferenziert und in toto JEDES Recht absprechen. Irgendwie erinnert mich das an was so vor ca, 70 Jahren… ach, lassen wir das…

    @CD: Verbindungen „fischen“ mitnichten und schon gar nicht (nur) am Rechten Rand. Im Gegenteil wird die „Diskussion, die Gleichgesinnte führen“ in vielen Verbindungen als langweilig und ermüdend empfunden. Ich kenne persönlich Verbindungen, die nicht nur „Ausländer“ unter ihren Mitgliedern haben sondern auch Angehörige aller Parteien – mit Ausnahme der Extremen von BEIDEN Enden des Spektrums. Wie sonst wäre wohl erklärbar, dass Menschen wir Rezzo Schlauch Burschenschafter waren oder sich so unterschiedliche politische Charaktere wie zB Bismarck oder Lasalle oder Marx in Verbindungen entwickelten? Und das immerhin zu Zeiten, in denen „konservativ“ noch ganz anders interpretiert wurde, als heute?

  • #25
  • #26
    Chris Her

    @GNU und alle anderen Gender-Besserwisser:
    Es gibt Frauenbusiness-Clubs, es gibt AN JEDER ECKE Frauenfitnessclubs, es gibt Frauensaunen, Frauensportvereine, Frauenförderunge und demnächst Frauenquoten.

    Das Rumgeheule nervt einfach nur noch. Männer und Frauen haben die gleichen Rechte und es ist weder irgendwem verboten, eine Damenverbindung zu gründen (davon gibt es übrigens nicht wenige!) noch ist es verboten, sich ab und an nur unter seiensgleichen aufzuhalten.

    Also geht entweder in die Ecke weinen oder kommt auf das normale Leben klar.
    Noch gilt schließlich die Freiheit der Meinung, der Person und der Versammlung.

  • #27
    sicherlich

    Hier einige Gedanken:
    – Ich denke es gibt keinen sachlichen, rationalen Dialog zum Thema Studentenverbindung. Jedoch scheint sich jeder zum Thema klar positionieren zu können.
    – Herrn Laurin Linken-Hass zu unterstellen finde ich mehr als unpassend. Die Verbindung der Landsmannschaft Salia als reaktionär zu bezeichnen finde ich immer passend. Genauso wie ich alle Bräuche, Vereine, die ihre Wurzeln in der Vergangenheit finden reaktionär bezeichnen würde. Wann ist etwas nicht mehr zeitgemäß. Wie kann sich jemand erlauben etwas als reaktionär zu bezeichnen? Ich hätte gerne mal ein gängiges Konzept ab wann ich etwas als reaktionär bezeichnen darf aus meinem subjektiven Standpunkt heraus. Studentenverbindungen finden meines Erachtens immernoch ihre Berechtigung. Überall auf der Welt gibt es Gesellschaften die sich einem Motto, einer Idee hingeben & dies auf Lebenszeit tun.

  • #28
    Viviane Reisch

    Ich finde sowohl reine Frauen- als auch reine Männerbünde diskriminierend, es sei denn, der Ausschluss eines Geschlechts hat einen praktischen Grund (z. B. nimmt ein Selbsthilfegruppe zum Hodenkrebs keine Frauen auf und ein Frauenhaus zum Schutz vor Retraumatisierung nach männlichen Übergriffen keine Männer). Alles andere verstößt gegen Artikel 3 GG. Ich, als Frau, fühle mich von reinen Männerverbindungen diskriminiert- besonders, wenn ich als "Halbmitglied" aktiv sein darf, also Coleurdame. Das weist einem noch mal so richtig den Platz eines unmündigen Kindes zu.

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