BVB: Ein kleiner Trostversuch nach dem Pokal-Aus von München

Torwarttrikot des BVB, Saison 2011/2012
Torwarttrikot des BVB, Saison 2011/2012

Schade. In diesem Jahr wird es für den BVB wohl keinen nationalen Titel geben. Die Deutsche Meisterschaft ist nach dem derzeit bereits 17 Punkte betragenden Rückstand auf die Bayern schon länger nicht mehr realistisch.

Seit dem gestrigen 0:1 im DFB-Pokal gegen die Münchener ist auch der vielleicht sportlich insgesamt am leichtesten zu erringende große Titel im Lande für die Dortmunder Borussia nun leider in 2013 nicht mehr zu verteidigen.

Bleibt als einzige ‚Hochzeit‘, auf der der BVB noch immer aussichtsreich tanzt, die internationale Champions League. Dort am Ende den großen Silberling in den Nachthimmel recken zu können, das erscheint derzeit aber zumindest nicht sehr realistisch.

Nun gut, was bedeutet das nun?

Eines war doch eigentlich schon vor Saisonstart klar, auch wenn sich der Double-Triumph im Vorjahr natürlich sehr schön anfühlte für alle Beteiligten, so etwas schafft man halt nicht in jedem Jahr.

Nicht umsonst gelang dies im Jahre 2012 erst zum ersten Mal in der bereits 103-jährigen Vereinsgeschichte der Borussia.

Klar ist aber auch, sich von netten Errungenschaften und liebgewonnenen Titeln dann wieder zu verabschieden, das fällt immer erst einmal schwer, ist eben auch immer mit sportlichem Rückschritt und schmerzhaften Niederlagen verbunden. Das ist im Sport generell aber eben immer so. Titelverteidigungen sind eher selten und daher noch kostbarer als einmalige Titelgewinne.

Dieser Schmerz, diese Enttäuschung ist aber auch der Grund dafür, warum ich persönlich heute Morgen, wie wohl viele Menschen hier in der Gegend, stimmungstechnisch etwas ‚durchhänge‘. Ich fühle mich fast ein wenig so, als ob ich gerade frisch aus einem schönen Traum erwacht bin.

Bei näherer Überlegung besteht dazu aber überhaupt kein wirklicher Grund.

Im Pokalviertelfinale beim deutlichen Tabellenführer der Bundesliga mit 0:1 (auswärts) auszuscheiden, es immerhin bis in Viertelfinale geschafft zu haben (da gab es auch schon ganz andere Jahre), in der Liga derzeit immerhin auf Platz 2 zu liegen, gute Aussichten auf das Viertelfinale der Champions League zu haben, all dies zeigt, dass der BVB auch sportlich eigentlich noch immer voll im ‚Soll‘ liegt. In vielen Jahren hätte man sich die derzeitige Situation herbeigewünscht.

Kein Grund also für BVB-Fans heute lange Trübsal zu blasen. Auch wenn sich so ein Morgen nach einem Pokal-Aus erst einmal ziemlich ‚übel‘ anfühlt.

Und ein kurzer Blick auf den ‚Double 2012-Schal‘ an meiner Garderobe zeigt mir auch, zum Glück war das Jahr 2012 eben kein Traum, sondern sehr schöne Realität. Die Erlebnisse die damit verbunden sind und die Freude darüber kann einem auch niemand mehr nehmen. Fans anderer Vereine hier in der Region wären froh dies alles so auch mal erleben zu dürfen.

Es fällt einem als langjährigem BVB-Sympathisanten heute halt nur etwas schwer den normalen Alltag, nach so einer außergewöhnlich erfolgreichen Zeit, wieder um sich herum zu haben.

Zum Glück bleibt gar nicht lange Zeit um weiter Trübsal zu blasen. Am Wochenende kommt Hannover 96 nach Dortmund, und in der nächsten Woche geht es um das Weiterkommen in der Champions League. Neue Ziele und Herausforderungen warten kurzfristig auf die Dortmunder Borussia. Und das ist ja auch gut so…

Ich hole mir jetzt erst einmal noch einen Kaffee und betrachte danach noch ein paar Minuten lang den ‚Double 2012-Schal‘ an der Garderobe. Man war das toll letzten Sommer….

In diesem Sinne, noch einen schönen Donnerstag!

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6 Kommentare

  1. #1 | egghat sagt am 28. Februar 2013 um 13:42 Uhr

    Irgendwie fehlt der Hinweis darauf, dass man ja auch in der Situation sein könnte, dass man 50 Jahre lang keine Hand an der Schale gehabt hat. Und das Schicksal ist ja wirklich niemandem zu gönnen …

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 28. Februar 2013 um 13:46 Uhr

    @Egghat: Ich habe es mit ‚…Fans anderer Vereine hier in der Region wären froh dies alles so auch mal erleben zu dürfen. …‘ dezent zu umschreiben versucht. Aber ich verstehe deine Aussage 😉

  3. #3 | Daniel Maliga sagt am 28. Februar 2013 um 14:11 Uhr

    Zum gestrigen Spiel selbst kurz:
    Angesichts des Spielverlaufs finde ich das Ausscheiden bedauerlich. Das Spiel wurde in der ersten Halbzeit verloren, mit einem blöden Gegentor als Konsequenz. In der zweiten Halbzeit, als mutiger gespielt wurde, ging’s dann. Hätte man dort nicht schon zurückgelegen – wer weiß…

    „Nur“ 0:1 bei den Bayern zu verlieren, muss in dieser Saison wohl als vergleichweise gute Leistung gelten. Aber im Pokal ist die Höhe der Niederlage egal, draußen ist draußen.
    Vielleicht gelingt dem BVB ja in der Champions League die Revanche. 😀

    Generell ist es aber der Anspruch, jede Saison allermindestens einen Titel zu holen, genau die Eigenschaft der Bayern, wegen der ich jenen Verein nicht leiden kann. Insofern habe ich auch als BVB-Fan gar nicht so viel dagegen, wenn „wir“ uns nicht dahin entwickeln. Immer zu gewinnen wird ja auch irgendwann langweilig. 😉

  4. #4 | egghat (@egghat) sagt am 28. Februar 2013 um 15:19 Uhr

    Die beiden Mannschaften sind halt ähnlich stark. Ein Spiel drehen, wenn die anderen erstmal in Führung sind, ist fast nicht möglich. Das ging den Bayern in den letzten Partien ähnlich. Klar besser war der BVB eigentlich nur zweimal in den letzten 6 Partien. Tortzdem wurden 4 davon gewonnen.

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 28. Februar 2013 um 15:36 Uhr

    Ich teile da auch die Einschätzung von Jürgen Klopp, der vor dem Spiel sagte, der BVB müsse 100% abrufen, wenn er die Bayern schlagen können will. Die Leistung des BVB gestern war zwar ok, jedoch wahrlich nicht 100%ig. Von daher ist das Ausscheiden am Ende dann eben auch nicht unverdient. Muss man auch mal so anerkennen. Es ist eben auch nicht jeder Tag ein Feiertag. Traurig, aber eben auch keine wirklich neue Erkenntnis. Besonder schade aus meiner Sicht aber, dass es nun schon wieder die letzten vier im Wettbewerb sind. Hätte der BVB München ausgeschaltet, man hätte eine wirlklich gute Möglichkeit auf für eine Titelverteidigung im Pokal gehabt, was eine aussergewöhnliche Chance gewesen wäre für den Club. Aber sei es drum.
    Man freut sich dann auch wieder mehr über Titel, wenn man nicht jedes Jahr einen gewinnt. Vielleicht etwas billig als Trost, aber durchaus zutreffend. Ich erinnere mich noch an Jahre wo man in München schon gar keinem Empfang am Rathaus für den DFB-Pokal mehr gemacht hat, da die Wertschätzung dafür anscheinend gar nicht (mehr) hoch genug war. Vor dem Hintergrund machen Titel ab 2014 vielleicht auch beim BVB dann wieder mehr Spaß. Versuchen wir es positiv zu sehen. Oder der BVB nutzt tatsächlich seine kleine Chance und gewinnt dieses Jahr noch die CL. 😉

  6. #6 | Robin Patzwaldt sagt am 1. März 2013 um 14:39 Uhr

    Gerade vom BVB frisch reingekommen:

    „DFB-Bundesgericht reduziert Lewandowski-Sperre auf zwei Spiele

    Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Sperre von drei Meisterschaftsspielen für Borussia Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski wegen „rohen Spiels gegen den Gegner“ auf zwei Spiele reduziert. Damit hob das Gremium das vorangegangene Urteil des DFB-Sportgerichts vom 19. Februar 2013 auf und gab der fristgerecht eingelegten Berufung von Borussia Dortmund statt.
    Lewandowski, der am 9. Februar während des Bundesligaspiels gegen den Hamburger SV von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) in der 31. Minute des Feldes verwiesen worden war, ist somit für die Partie gegen Hannover 96 am morgigen Samstagnachmittag im SIGNAL IDUNA PARK spielberechtigt.
    Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung, zeigte sich erfreut über die Entscheidung aus Frankfurt: „Wir sind sehr froh, dass wir uns kämpferisch gegeben und alle Mittel bis zum Ende ausgeschöpft haben. Unabhängig vom Urteil war das heute eine Veranstaltung auf höchstem Niveau mit dedizierter Beweisaufnahme. Mein aufrichtiger Respekt gebührt dem DFB.“
    „Ich freue mich sehr, dass ich am Samstag für Borussia Dortmund spielen darf“, erklärte Robert Lewandowski nach der Urteilsverkündung.“

    Soweit der BVB gerade in einer aktuellen Pressemeldung.

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