Café Sachs: Neustart mit Niwo

Nach mehrmonatiger Pause hat das Sachs, die angebliche Mutter aller Szenecafés, am Donnerstag wieder seine Pforten geöffnet. Es gibt bestimmt Menschen, die sich darüber freuen.

Ausriss Sach-Homepage

Es war schon ein wenig traurig, den Niedergang des Sachs in den letzten Jahren zu beobachten – auch wenn die Tränen bei mir, der das ganze in gewohnter Lässigkeit aus dem benachbarten Intershop beobachtete, nicht ganz so dick flossen. Immerhin: Das Sachs war in Bochum eine Institution, ich war gerne ab und an mal tagsüber drin, mied es am Abend und fand es schade, wie der Laden seinem Ende entgegenlitt.

Doch nach Problemen, neue Pächter zu finden, fanden sich dann doch noch drei junge, hoffnungsvolle Gastronomen, die das Lokal an der Viktoristrasse übernehmen wollten, und am Donnerstagabend konnte man das Ergebnis ihrer Mühen bewundern. Kennt ihr die Verzehrbereiche der aufgehübschten Backstuben in Rüttenscheid? Dort hatte man sich, was das Konzept der Inneneinrichtung angeht, wohl inspirieren lassen. Eine Brötchentheke konnte ich allerdings nicht ausmachen.

Aber es war voll am Donnerstag – das konnte man vom Stromkasten vor dem Intershop gut beobachten, war aber auch keine besondere Leistung, denn am Donnerstag war in Bochum alles heillos überfüllt. Nicht hinein kamen jedoch zum Teil  langjährige Stammgäste des alten Sachs, die aus Neugier und alter Verbundenheit einen Blick in das neue Sachs werfen wollten. Sie scheiterten schon an den schwerst wichtigen Türstehern. Ein etwas genauerer Blick durch die Fenster gab vielen von ihnen jedoch Trost: Herner-Paris-Hilton-Verschnitte sollen das Lokal in großer Zahl bevölkert haben. Schön, dass sich die neuen Inhaber den verspotteten Minderheiten unserer Gesellschaft öffnen und das Konzept des eher snobistischen Szenelokals gegen eines der Offenheit gegenüber jenen, die einen tiefergelegten Dreier noch zu schätzen wissen, großzügig austauschen.

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3 Kommentare

  1. #1 | Silke sagt am 2. Mai 2009 um 12:59 Uhr

    Danke für die wahren Worte, denn genau so war es wirklich. Und: der Eintritt von 3,- Euro sorgte für Gelächter bei uns alten Stammgästen, die das Sachs früher als Wohnzimmer betrachteten, heute dann einen großen darum machen und lieber woanders hingehen.

  2. #2 | Jens König sagt am 2. Mai 2009 um 15:58 Uhr

    Wohnzimmer? Du meinst, als da das Mäuerchen noch stand?!

  3. #3 | Belle sagt am 4. Mai 2009 um 11:12 Uhr

    In einer Stadt, in der jährlich einer der größten Musik Events stattfindet und zwar kostenlos, dort für eine Bar (ob nun mit oder ohne Kultstatus) 3,-Euro Eintritt zu verlangen, amüsiert die alte Stammkundschaft des Sachs. Insbesondere wenn 2 Meter weiter der Intershop -mit ebenfalls Kultstatus- regelmäßig Livemusik anbietet und das kostenlos… Weiterhin eine arrogante Türpolitik, die an das alte Mudia Art erinnert, aufzufahren ist für eine Bar und Bochum völlig daneben. Wenn wir Bochumer das haben wollten, würden wir nach Essen fahren. das spannenste ab sofort am Sachs wird sein: davor zu stehen und die Freaks zu beglotzen, die dafür zahlen. eine Schande, das der Laden noch Sachs heißen darf…

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