The Offenders, Samstag, 7. Mai, 19.00 Uhr, Trompete, Bochum
The Offenders, Samstag, 7. Mai, 19.00 Uhr, Trompete, Bochum
In Marcel Prousts Romanzyklus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ berichtet ein Ich-Erzähler von seinem Leben und thematisiert dabei den gedanklichen Vorgang des „Sich-Erinnerns“. „Verlorene Zeit“ meint hier die Zeit, die unwiederbringlich vergangen ist, wenn sie nicht in der Erinnerung oder in einem Kunstwerk konserviert wird.
2017 erschien im Malik Verlag der Bildband „Syrien. Ein Land ohne Krieg“ der deutsch-syrischen Autorin Lamya Kaddor mit 200 Fotos des renommierten Fotojournalisten Lutz Jäkel. Die Nürnberger Zeitung schrieb dazu in ihrer Rezension: „In dem schönen Bildband zeigen Fotograf Lutz Jäkel, Lamya Kaddor und andere Autoren, wie dieses aussehen könnte – eben wie vor 2011.“
Peter Doherty, Freitag, 6. Mai, 20.00 Uhr, Carlswerk Victoria, Köln

Viele Menschen dürften seit Wochen auf diesen offenen Brief gewartet haben: Endlich haben sich bekannte Journalisten, Wissenschaftler und Künstler zusammengetan, um für eine Unterstützung der Ukraine zu werben. Unter anderem Herta Müller, Marko Martin, Marieluise Beck, Deniz Yücel, Hedwig Richter und Armin Nassehi fordern Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf, die Ukraine auch mit militärischen Mitteln zu unterstützen:
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
auf der Maikundgebung in Düsseldorf haben Sie gegen Pfiffe und Protestrufe Ihren Willen bekräftigt, die Ukraine auch mit Waffenlieferungen zu unterstützen, damit sie sich erfolgreich verteidigen kann. Wir möchten Ihnen auf diesem Weg Beifall für diese klaren Worte zollen
und Sie ermutigen, die Entschließung des Bundestags für Waffenlieferungen an die Ukraine rasch in die Tat umzusetzen.

Der Krieg brach aus, als er 33 war, am Ende des Krieges war Heinrich Schütz 63. Seine Familie war ihm weggestorben, seine Frau, seine Tochter, seine Brüder, seine Mutter. In den Werken, die er aus dieser Welt heraus schuf, hat er die Menschenrechte vertont, 140 Jahre bevor sie deklariert worden sind. Menschenrechte sind die Rechte jedes Einzelnen, sie werden in keiner Welt erdacht, in der es normal ist, dass Menschen reihenweise weggeschlachtet werden, sondern in einer Gefühlswelt, die imstande ist, um jeden Einzelnen zu trauern. Ziemlich aktuell. Chorwerk Ruhr singt Werke von Heinrich Schütz (1585 – 1672), Nikolaus Brass (*1949), Martin Wistinghausen (*1979). Florian Helgath dirigiert.
Die Angst vor Truppen, die plündern, vor Freischärlern, die morden, vorm Stärkeren, der Recht hat. Die Aussicht, belagert zu werden, eingekesselt, ausgehungert. Die Seuchen, die Pest, die Geißeln. In manchen Teilen des Landes waren am Ende von 30 Jahren Krieg 70 Prozent der Bevölkerung weggerafft. Massenvernichtung ohne Massenvernichtungswaffen, alles geschah händisch. Eine unvorstellbare Brutalisierung über 30 Jahre hinweg, von 1618 bis 1648.
Aus der Mitte dieser Zeit heraus, 1635/36, schreibt Schütz seine Musikalischen Exequien. Die wundersamerweise festhalten an der Idee, dass es, während die Menschen wie Fliegen krepieren, der Einzelne ist, um den wir trauen, weil es der Einzelne ist, um den es geht.
Calexico, Donnerstag, 5. Mai, 20.15 Uhr, Konzerthaus, Dortmund

Der polnischstämmige Tadeusz Borowski kam 1943 als politischer Gefangener ins KZ. Er überlebte die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Dautmergen sowie Dachau. 1946 kehrte er nach Polen zurück und war einer der ersten, der die Erfahrungen in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten literarisch aufzuarbeiten versuchte. Am Donnerstag, 5. Mai, 18 Uhr liest der Schauspieler und Rezitator Carsten Bülow anlässlich des bevorstehenden Tages

Zum 11. Mal ist am Freitag die Revierkunst gestartet. Nach Essen, Bochum, Dortmund, Herten, ist Hattingen der diesjährige Austragungsort. Von unserem Gastautor Helmut Junge-
Organisatorin, Kuratorin und auch einzige Jurorin ist Sonja Henseler, ohne die es dieses Kunstereignis gar nicht gäbe. Die Veranstaltung findet einmal im Jahr statt. Sonja Henseler hat, wie sie selber sagt, ein Konzept, eine Vorstellung
Andreas Dorau, Mittwoch, 4. Mai, 20.30 Uhr, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster